Sterben fürs Vaterland - seit wann eigentlich?

Er schreibt in diesem Aufsätzlein schlicht über etwas anderes, nämlich exakt über die ideologischen Konzepte, die ich mit den Wörtlein zwischen den Gedankenstrichen ausgenommen habe.

An dieser Stelle die siebenhundertzölfzigste Materialismus - Idealismus - Debatte vom Zaun brechen möchte ich lieber nicht.

Nein. Damit entzieht er deiner Behauptung die Basis, das eine hätte mit dem anderen nichts zu tun.

Die stand quasi nie zur Debatte und wäre auch auf absehbare Zeit nicht erfolgt.

Ich glaube du übersiehst einen sehr wichtigen Punkt. Geld und Wohlstand ist nicht alles.

Du kannst Menschen, Familien, Sippen, Nationen bekämpfen, quälen, ermorden - all das kann irgendwann verziehen werden. Aber eines verzeihen die Menschen sehr schwer oder überhaupt nicht: Demütigung.

Immer wieder wird in diesen Zeiten der Ausspruch von Obama: „Russland ist nur eine Regionalmacht“ zitiert. Mit Recht, denn es war ein Riesenfehler.
Dieser Ausspruch könnte durchaus bei Putin etwas ausgelöst haben, dessen Auswirkungen wir jetzt präsentiert bekommen.

Und Putin versucht jetzt die Ukraine zu demütigen. Zumindest empfinden dies die Ukrainer so. Für mich erklärt sich der für alle so überraschend starke Widerstand unter anderem aus dem Gefühl, es dem übermächtigen Angreifer zeigen zu wollen.

Die sterben nicht fürs Vaterland, sondern für ihre eigene Würde, wie sie sie verstehen.

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hübsch verschleiert…

Oben steht „verschiedene Dinge“. Hirschi schreibt von der Verwendung ähnlicher Begriffe.

Näheres bei Plato…

Du schriebst mir:

Inzwischen widersprichst du dir selbst, vermutlich weil du selbst nicht mehr weißt, was du geschrieben hast. An diesem Punkt mache ich Schluß.

Vielleicht habe ich auch nicht alles hier gelesen, aber ursprünglich ging es ja bei Eroberungen ums Eingemachte: Die Männer wurden abgeschlachtet und die Frauen versklavt. Einen Krieg zu verlieren war das Ende der ganzen Sippe. Da brauchte man keine Parolen ideologischer Art wie „Füs Vaterland sterben“.
In Sparta war das schon anders, da war zwar die Versklavung noch im Vordergrund, aber auch schon das Mächtespiel der Stadtstaaten und damit Ideologie um den Bürger dazu zu bringen, sich für ein abstraktes Ziel zu opfern: „Wanderer kommst Du nach Sparta…berichte Du habest uns liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl“.
Zu Zeiten des Feudalismus war es echt egal von welchem Potentaten man regiert wurde. Da waren die Armeen gedungene oder gezwungene Untertanen (siehe z.B. Simplizissimus) und die Motivation der Soldaten Abenteuer, Entkommen aus der Not und Plünderungen. Heute klingt die Parole „Fürs Vaterland zu sterben“ nach Irrsinn, aber wenn man schlicht und einfach Widerstand gegen das Aufzwingen einer menschenfeindlichen Staatsform befürwortet, ist man bei einer ähnlichen Definition.
Udo Becker

Das Lesen von Geschichte sollte Erhellend sein.

Gruß
Trianon