Sterben

Ciao, ich wollte Euch mal fragen, wie Ihr Euch mit dem Thema sterben auseinander setzt? Dem eigenen und dem Eurer Verwandten/ Freunde.
Ich weiss das ist ein" schwieriges Thema" und breit gefächert…
aber es wäre für mich sehr hilfreich, allein bei dem Gedanken kommen mir die Tränen. Ich weiss einfach nicht wie ich damit umgehen soll?
Gruß Filo

Hallo Filo,

Je weniger man sich mit dem (eigenen) Tod beschäftigt, umso mehr erschreckt es einem wenn man damit konfrontiert wird. Du schreibst zwar nicht ob du gläubig bist, aber als gläubiger Mensch hat man es einfacher. Ich lese gerade das Buch einer deutschen Buddhistin (Ayya Khema), die an Krebs erkrankt ist, und inzwischen verstorben. Es ist wunderbar wie sie über ihr eigenes Sterben schreibt.Vielleicht tröstet es dich, dass man im Alter etwas anders über den Tod denkt als in jüngeren Jahren. Jedenfalls ist es gut darüber zu reden.
Gruß Monika

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

aber es wäre für mich sehr hilfreich, allein bei dem Gedanken
kommen mir die Tränen. Ich weiss einfach nicht wie ich damit
umgehen soll?

Hier eine kleine Hilfe: http://www.odinring.de/mutter/mutter.htm

rolf

Hi Filo,

eines meiner Lebensmotti:

Nur wenn man sich des (eigenen) Todes bewust ist, kann man das Leben genießen.

Will meinen;
Wer krampfhaft den Tot verdrängt (den eigenen oder auch den anderer Menschen) kann das Leben nicht richtig genießen und wird bei der Konfrontation mit dem Tot überhart getroffen.

Gandalf

Hallo,

ich werde jetzt keine Gedanken über Sterben und Tod aufschreiben, aber sozusagen Meta-Gedanken:

Es ist gut(!) sich mit dem Thema zu beschäftigen. Man sollte es vorurteilsfrei tun. Man muß sich im Klaren sein, daß Sterben und Tod in unserer Kultur/Gesellschaft ein Tabuthema ist, was es keinesfalls sein braucht und daß viele Schwierigkeiten im Umgang mit solchen Themen genau daran liegen, daß solche Themen (normalerweise) tabuisiert werden.

Der Tod gehört zum Leben. Er ist ganz wichtiger Bestandteil desselben und wahrscheinlich eines der natürlichsten Dinge, die wir heute erleben.

Der Tod gibt dem Leben erst einen Wert, da er es begrenzt. In einem unendlich langen Leben hat jeder Tag nur eine unendlich kleine Bedeutung. Der Tod macht also für uns nicht die Zeit kostbar, sondern eigentlich das Leben selbst.

Tod bedeutet Abschied aber auch die Chance eines Neu-Anfangs (wohl nicht für den, der gestorben ist (dem stellt sich die Frage nicht, so glaube ich) - aber für die Lebenden).

An sich ist der Tod nicht gut oder böse. Er ist „wertneutral“. Wir messen ihm einen Wert, eine Bedeutung bei. Es liegt an unserer Erziehung/Kultur/Erfahrung, welchen Wert wir dem beimessen und ob wir das gut oder schlecht _finden_.

Gruß
Jochen

…omnem crede diem tibi diluxisse supremum;
grata superveniet quae non sperabitur hora."

Ich weiss einfach nicht wie ich damit umgehen soll?

Vielleicht so:

„Indes das Leben andern zwischen Hoffen
und Wünschen, zwischen Furcht und Zorn entschlüpft,
nimm du den Tag, der anbricht, für den letzten;
so wird dir jede unverhoffte Stunde,
die noch hinzu kommt, desto werter sein.“

(Horaz)

Viele Grüße
Diana

Hallo Filo,

abgesehen davon, dass Du in Religionen Antwort findest (ich selbst schätze die Bibel sehr), solltest du vielleicht einfach einmal in die Haut desjenigen schlüpfen, um den Du schon jetzt trauerst. Wie gern würde er sehen, dass Du fast zerbrichst? Möchte er nicht, dass Du ihn zwar nicht vergisst, aber Dein Leben weiter lebst und genießt? Auch er hatte einmal Abschied nehmen müssen. Weinen ist natürlich, wenn jemand stirbt. Aber nicht, wenn er noch lebt. Geh mutig drauf zu. Und wenn es erst einmal so weit ist, sind garantiert Menschen da, die Dir zur Seite stehen - vorausgesetzt, Du badest nicht im Selbstmitleid. Und davon hat der Verstorbene gar nichts. klingt ein bisschen hart, ist aber lieb gemeint.

Grüßle,

Susanne

aber es wäre für mich sehr hilfreich, allein bei dem Gedanken
kommen mir die Tränen.

Hallo, Filo,
diese Unsicherheit im Umgang mit dem Tod ist wohl nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass wir heutzutage im allgemeinen nicht viel zu tun haben (wollen) mit dem was im Leben nicht aktiv, leistungsfähig, jung, fröhlich, hip oder angesagt ist.

Es hat damit zu tun, dass sich unsere Gesellschaft immer stärker individualisiert, es gibt kaum mehr die Gelegenheit, Sterben zu erleben, einen Leichnam zu sehen oder gar zu berühren. Schon haben junge Leute nur noch gelegentlich einmal mit älteren zu tun und haben daher natürlich auch überhaupt keine Vorstellung davon, dass sie selbst einmal alt sein werden.

Das Ausgrenzen der alten Menschen mit ihren Beschwerden, Wehwehchen und ihrer lästigen Angewohnheit eines Tages tot dazuliegen hat nur etwa ein Jahrhundert gedauert. Vor dieser Zeit erfüllten alte Menschen in der Familie noch eine wesentliche, ihren Kräften und Erfahrungen angemessene Aufgabe. Sie konnten nur durch ihre Anwesenheit Beispiel und Anschauungsunterricht bieten, wie sich der aktive, kraftvolle Mensch innerhalb einiger weniger Jahrzehnte verändert. Diese Chance hat sich unsere Gesellschaft genommen und den angeblich so inaktiven und nutzlosen Teil des Lebens aus dem Blickpunkt verbannt.

Und schon wird schön langsam damit begonnen den nächsten unangenehmen Bereich des menschlichen Lebens aus der Gesellschaft auszugrenzen: Das Kinder kriegen und aufziehen. Auch das wird immer mehr delegiert - Kindertagesstätten, Horte, Heime, Ganztagsschule usw. Und selbst über Alternativen zum natürlichen Lebensbeginn wird bereits geforscht und nachgedacht. Wie wird die Gesellschaft zu Beginn des 22. Jahrhunderts aussehen?

Mit dem eigenen Altern, mit dem eigenen Tod wird man nur dann vernünftig umgehen können, wenn man diesen Umgang gelernt hat. Und Lernen kann man nur am lebendigen - oder dann eben toten - Beispiel.

Grüße
Eckard.

Ciao, ich wollte Euch mal fragen, wie Ihr Euch mit dem Thema
sterben auseinander setzt? Dem eigenen und dem Eurer
Verwandten/ Freunde.
Gruß Filo

Hallo Filo,
gerade letzte Nacht habe ich einen lieben Freund verloren(vor zwei Stunden die Nachricht bekommen).Vor kurzem schon mal,unter tragischen
Umständen(war sogar in den Medien).Vor etwa ein Jahr meine Mutter.
Vor vielen Jahren meine Schwester an Leukemie.Dies sind nur wenige
Beispiele,da ich weitere aufzählen könnte(ich war leider auch schon bei einem tötlichen Verkehrsunfall Zeuge).
Nicht,dass ich mich daran gewöhne,dennoch weiss ich,dass eben
jeder mal sterben wird.Abgesehen von Fällen,wenn jemand ziemlich jung
stirbt,wie die oben erwähnten Fälle und natürlich meine Mutter,finde ich mich einfach damit ab.Dazu kommt noch,dass ich an einen Gott glaube,und deshalb auch an eine Auferstehung.Dies tröstet schon etwas.
Der Verlusst bleibt jedoch.Den Tod sehe ich nicht als etwas normales an,weil der Mensch leben möchte,keiner stirbt gern(normalerweise).
Der Tod reisst immer eine Lücke und ist schmerzhaft,auch wenn,wie im Fall von dem ich vor zwei Stunden erfahren habe,viel Leid und Schmerzen dadurch beendet werden(drotzdem ein gewisser Trost).
Dies sind meine Gedanken zu Deiner Frage.
Gruss Gerhard

Zitat
Hi,

um es mit den Worten von Robbie Williams zu sagen:

„I’m not scared of dying, I just don’t want to!“

Trifft es für mich ziemlich genau!

Ich hatte bisher immer mehr Angst, dass andere sterben, die mir wichtig sind.

LG,

Cess

Ciao, vielen lieben Dank für Eure Antworten.
Bei dem durchlesen viel mir auf das ich mehr unter der „Angst“ andere zu verlieren leide als durch den Gedanken an meinen eigenen Tod.
Ich denke das es für viele wirklich eine Hilfe ist gläubig zu sein (ich bin vor einiger Zeit ausgetreten) habe aber zuvor auch nicht an das weiterleben o.ä. geglaubt. In anderen Religionen habe ich mich nicht wiederfinden können.Ich gehe durchaus gerne in Kirchen, die Ruhe tut manchmal sehr gut. Ich das Gefühl es ist mir vertraut(das nur nebenbei). Ihr habt recht wenn man es so sieht, dass was
alles früher in der Familie statt fand, heute hinter"verschlossenen" Türen gemacht wird. Einige Freunde von mir haben noch den Tod des z.B Großvaters miterlebt und die Zeit des aufbarens und des rauerns. Da ich es „zum Glück?“ noch nicht erlebt habe ist der Gedanke daran für mich sehr befremdlich. Ich weiss das jeder sterben muß aber, was ist dannach wo befindet man sich dann? Die Frage hört sich vielleicht kindlich an aber heut zu Tage reicht mir die Antwort leider nicht im Himmel/Hölle( denn ein Kind sagte einmal: „Als ich mit dem Flugzeug geflogen bin, habe ich im Himmel den Opa nicht gesehen?“) Ich möchte eine Vorstellung davon haben wo meine lieben einmal sein werden…ich habe sehr viel Fantasie aber ich möchte mich nicht selbst belügen. Im August vor zwei Jahren verlor ich eine liebe Freundin unserer Familie so plötzlich wir waren Freitags noch auf einem Fest von dem wir lange vorher geplant hatten hin zu gehen. Und dann am WE ist es passiert sie lag tot in ihrer Wohnung. Da sie alleine in unserem Mehrfamilienhaus lebte und öfter auch alleine weg war (es geht da sehr familiär zu) machte sich niemand Gedanken…und Montags dann…ich fand es unbegreiflich bis heute habe ich es noch nicht richtig verarbeitet und fand den Gedanken furchtbar alleine in der Wohnung zu sterben.
Viele Grüße Filo

Hi Filo,
es gibt es sehr spannendes Buch von Simone de Beauvoir „Alle Menschen sind sterblich“. Eine fiktive Geschichte eines Mannes, dem dank eines Mittelchens die Unsterblichkeit verliehen wird. Er geht durch Jahrhunderte (D.d.Beauvoir war ja Historikerin - authentische Geschichtsschreibung) und wünscht sich zum Schluss nichts mehr, als endlich sterben zu „dürfen“… Kann ich - zur Relativierung aller Ängste - sehr empfehlen.
Gruß,
Anja

Hallo Filo,

Ich weiss das jeder sterben muß aber, was ist
dannach wo befindet man sich dann? Die Frage hört sich
vielleicht kindlich an aber heut zu Tage reicht mir die
Antwort leider nicht im Himmel/Hölle( denn ein Kind sagte
einmal: „Als ich mit dem Flugzeug geflogen bin, habe ich im
Himmel den Opa nicht gesehen?“)

auch Juri Gagarin (http://de.wikipedia.org/wiki/Juri_Gagarin) sagte nach seinem Weltraumausflug: „Ich habe Gott nicht gesehen.“

Die Begriffe „Himmel“ und „Hölle“ sind abstakt, das kann man nicht sehen. Aber man kann daran glauben.

Die Bibel sagt, dass die Toten ruhen (an einem Ort jenseits des Sichtbaren) bis zum Zeitpunkt der Auferstehung und des Gerichtes. Und Gott, der gerechte Richter, wird den Menschen vergelten nach ihrem Tun.

Meine Oma starb, als ich 10 Jahre alt war. Und seit diesem Tag freue ich mich auf ein Wiedersehen im „Himmel“.

Gruss Harald

1 „Gefällt mir“

Hallo Filo,

Bei dem durchlesen viel mir auf das ich mehr unter der „Angst“
andere zu verlieren leide als durch den Gedanken an meinen
eigenen Tod.

Jemanden zu verlieren, den man mag, ist nie schön. Es _ist_ traurig, schrecklich, schmerzhaft. Und doch: Es gehört dazu! Das ist ein wichtiger Teil unserer Lebenserfahrung, an der man nicht zerbrechen soll, sondern an der man reifen kann!

Ich weiss das jeder sterben muß aber, was ist
dannach wo befindet man sich dann?
Ich möchte eine Vorstellung
davon haben wo meine lieben einmal sein werden…ich habe
sehr viel Fantasie aber ich möchte mich nicht selbst belügen.

Hier hast du ein Problem. Ich kann deinen Wunsch verstehen. Aber entweder du akzeptierst eine „Lüge“ oder du akzeptierst, daß du darauf keine Antwort bekommst.

Geh die Sache anders an. Himmel und Hölle sind nicht abstrakt, sie sind ganz konkret. Sie sind auch nicht jenseits, sondern diesseits. Es ist deine Welt und die von anderen, die du zur Hölle oder zum Himmel machen kannst. Wo aber ist dann der Mensch, der stirbt? Er ist hier, biologisch in dem Genom seiner Kinder, geistig in dem, was er getan und gesagt hat. In der Tat lebt ein Mensch weiter im Gedenken an ihn. Um das etwas konkreter zu machen: Ich habe als Kind erlebt, wie meine Oma gestorben ist. Ich habe sie sehr geliebt und es tut immer noch weh sie zu vermissen. Ich weiß, solange ich an sie denke und ihre Güte, ihre Liebe und ihr Verständnis weiter trage, die Kraft und das Wissen, das sie mir gegeben hat, lebendig halte und weitergebe, ist sie nicht tot! Denn _das_ war meine Oma, vielmehr als die 65kg Wasser, Fett, Kohlehydrate, Proteine und Mineralstoffe. Ich erwarte nicht, sie nach meinen Tod doch wieder zu sehen (ok, das wäre ein Trost, aber auch ich will mich nicht belügen), aber ich erwarte sie hier in dieser Welt (wieder) zu sehen, eben in den Dingen, die sie bewegt hat, in mir und in anderen. Und diese Dinge sind lebendig und sie wachsen - das ist ein wahrer Trost, ein wirklich sinn-stiftender und sinn-voller Trost, der über meine persönliche Trauer hinausgeht und hilft, die Welt ein klein wenig besser zu machen.

Ich hoffe, das hilft auch dir,
Jochen

2 „Gefällt mir“

Hi,
das ist so eine Sache. Ich arbeite im sozialen Bereich und habe auch viel Erfahrung in der sterbebegleitung gemacht, alles war bis dato in ordnung. Ich habeum die Patienten getruert, aber nicht so sehr das es mein alltägliches Leben beeinflußt hat.
In meiner Ausbildung haben wir die Phasen der Trauwr besprochen, die mir damals etwas fremd vorkamen. Ich konnte mich zum Beiespiel nie vorstellen, das ich den Tod einer Person leugnen würde, bis jetzt.

Nun letzte Woche Samstag ist mein Großvater gestorben und hat bei mir alles auf den Kopf gestellt. In den letzten Jahren hatte ich ihn gepfegt und zugesehen, wie er immer mehr abgebaut hat, bis er am Ende nicht mehr gehen konnt, bzw. noch irgend wie anders aktiv sein konnte. Als er dann ins Krankenhaus kam, war es für mich keine Überraschung und es schien klar, das er sterben würde.
Noch am Samstag besuchte ich ihn, er sah gut aus und in mir keimte die Hoffnung, das er wieder genesen würde (ich wußte es eigentlich besser, das die kurzfristige Besserung nicht von Dauer sein würde)
3,5 Stunden später starb er…

Mein jetziger Zustand ist leicht zu erklären
Ich fühle mich, als sitze ich ein einem Glaskubus, er ist verspiegelt ich kann nach außen sehen, aber niemand sieht mich)
Ich she also wie ein Pärchen sich verliebt, wie Schneeflocken auf die straße fallen. Ich sehe wie Menschen lachen, sich streiten- wie Welt sich dreht.
Aber es ist als wäre ich taub- ich kann es nicht hören das Lachen, die Stiemen meiner mitmenschen- ich kann das Leben einfach nicht mehr spüren.
Es ist als ob ich auf ein bild schaue, aber ich kann es nicht ganz sehen. Jemand hat einen Teil verdeckt oder ein stückchen abgerissen.
Ich warte immer noch darauf, das er in seinem Sessel sitzt und alles wieder normal ist.

Ich hatte nie ein besonders intensives Verhältnis mit ihm, im Gegensatz, er ist mir bis zu seinem Tod fremd geblieben.
Gerade deshlab überrascht es mich.

Ciao Filo,

aber es wäre für mich sehr hilfreich, allein bei dem Gedanken
kommen mir die Tränen. Ich weiss einfach nicht wie ich damit
umgehen soll?

Was daran erschreckt Dich so sehr? Ohne klugscheißerisch klingen zu wollen: der Tod gehört zum Leben…

Was meinen eigenen Tod angeht, mache ich mir keine großartigen Gedanken. Wenn es mich erwischt, dann erwischt es mich halt. Nicht daß ich vorhätte, in absehbarer Zeit dahinzuscheiden, aber der Spruch ‚lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter‘ hat schon was. Und ich glaube, ich würde mich von dieser Welt mit den Worten ‚Non je regrette rien‘ verabschieden…

Was ich mir allerdings üüüüüüberhaupt nicht vorstellen kann: wochen-, monate- oder gar jahrelanges Dahinsiechen oder von Maschinen am Leben gehalten zu werden - das ist für mich das Horrorszenario schlechthin. Es wissen zwar alle um mich herum, daß ich das auf keinen Fall und unter keinen - gar keinen! - Umständen möchte, aber die Entscheidung darüber möchte ich meiner Family nicht zumuten; deswegen gibt es eine Patientenverfügung, deren Kopie ich immer - wie auch den Organspendeausweis - mit mir herumschleppe. Es mag trocken klingen, aber diese Entscheidung habe ich nun einmal schon vor Jahren für mich getroffen.

Ich will auch nicht, daß jemand an meinem Grab heult - dafür gibt es keinen Grund. Wenn es soweit ist, kann ich sagen, daß ich mein Leben gelebt habe und ich bin mit Sicherheit nicht weg; ich bin nur ‚umgezogen‘.

Was den Tod von Verwandten & Freunden angeht: in den letzten drei Jahren haben mein bester Freund (Juni 2001 - Autounfall) und mein Lieblingsonkel (Mai 2003 - Krebs, von dem er nichts wußte; es ging innerhalb einer Woche über Bühne) die Bildfläche verlassen. Dafür hätte ich ihnen am liebsten eigenpfötigst den Hals umgedreht! Sind sie weg? Nein! Ich ‚rede‘ immer noch mit ihnen. Niemand ist weg, wenn er tot ist…

Sagt, was Ihr wollt, für mich geht der Kreislauf von Leben und Tod durchaus mit dem Energieerhaltungsprinzip konform: ‚Energie kann weder erzeugt noch vernichtet werden, sondern nur von einer Energieform in eine andere umgewandelt werden.‘

Ich hoffe, ich konnte Dir damit wenigstens ein Stückchen Deiner Angst nehmen…

Grüßlis

Renee

Klasse geschrieben, Susanne! (mG & owT)
.

Du solltest mal öfters in das Brett ‚Storys‘ reinschauen, Filo…

Ich möchte eine Vorstellung
davon haben wo meine lieben einmal sein werden…

Sie sind überall

Zitat:

Du wirst in den Augen jeder Katze sein, die sie ansieht. Und sie wird Dich im Schnurren jeder Katze hören, die sie streichelt. Und spät in der Nacht, wenn sie einschläft, wirst Du ihr nahe sein und ihr werdet beide Frieden haben. Und bald, eines Tages, wirst Du ihr einen Regenbogen senden, damit sie weiß, daß Du in Sicherheit bist und hier auf sie wartest."

Die ganze Story kannst Du hier lesen: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Grüßlis

Renee

Hi Filo und all die anderen, die so zahlreich geschrieben haben. Ich möchte hier einfach mal meine Gedanken dazu aufschreiben:
Also, für mich gibt es keinen Tod. Der Tod ist nur die Geburt zu einem neuen Abschnitt des Daseins unserer Seele.
Ich selbst habe keine Angst vor dem Tod, denn wie gesagt, eigentlich werde ich nur wieder geboren. Ich gehe zunächst nach hause, dort hin, woher ich kam, bevor ich in dieses Leben schlüpfte. Ich kann mich ausruhen oder ich kann entscheiden, wieder in ein neues Leben auf der Erde zu schlüpfen. Die Zeit nach dem Erdentod muss wunderschön sein, dennoch ist ein Selbstmord undenkbar für mich, nur um dorthin zu gelangen. Denn ich suchte mir diese Leben ja aus und meine Seele möchte doch noch so viel erfahren. Warum sollte ich ihr diese Chance nehmen?
Trauer ist schon ein Problem. Es ist definitv schwer einen geliebten Menschen nicht mehr so um sich zu haben, wie man es gewohnt ist. Aber er ist ja nicht fort. Wenn wir alle diese begreifen könnten, wäre es doch so viel leichter mit dem Tod umzugehen.
Ich kann und will niemanden von diesen Gedanken überzeugen. Ich selbst bin zu meinem Glauben bzw. meiner Überzeugung gelangt zum Einen durch unendlich viel Lektüre (z.B. Kübler-Ross, James van Praagh, Thorwald Detlefsen, Arthur Ford - um nur ein paar zu nennen) und durch eigene Erlebnisse.
Es ist eine spannende Reise, auf die man sich begibt, wenn man erst einmal anfängt zu lesen und zu schauen. Aber ich denke, es lohnt sich, denn das Leben wird so viel interessanter und schöner und so voller Vertrauen. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.
Gruß
trail

Hallo liebe Lebenden, leider etwas spät, doch ich möchte auch meinen Senf beigeben:
Kürzlich las ich, das im Laufe der beobachtbaren Geschichte bereits soundsoviel (ich weiß es leider nicht mehr genau) Milliarden Menschen gestorben sind. Nimmt man noch alle verschiedenen Tier- und Pflanzenarten hinzu, kann man schnell den Eindruck gewinnen, daß sich das, was der menschliche Geist als Leben bezeichnet, eine permanente gleichzeitige Abfolge von Entstehen und Vergehen ist.
Es scheint für uns feststellbar zu sein, daß es das Leben gibt bzw. das wir leben; insbesondere körperliche Zustände, seien sie gut oder schlecht, tragen zu diesem Gefühl bei. Wir können auch mit Hilfe unseres Bewußtseins unsere Umwelt mehr oder weniger erkennen und daraus unsere Schlüsse ziehen. Einer dieser Schlüsse ist, daß es so etwas wie eine Evolution gibt (und vor allem: gegeben hat!). Diese Evolution (über die Fein- bzw. Grobheiten gehe ich jetzt einfach mal hinweg) hat uns als Menschen mit einer bestimmten Form des Bewußtseins und mit dem daran gekoppelten körperlichen Sensorium ausgestattet. Es lag anscheinend im Interesse dieser Evolution, (nicht nur) uns, als Menschen, obendrein durch eine bestimmte Beziehung zwischen Bewußtsein und Körperlichkeit einen Selbsterhaltungsinstinkt mitzugeben. Da es am Aufbruch der Menschheit wohl notwendig war und darüber hinaus auch einen stabilisierenden Faktor im Gruppenleben darstellte, wurde dieser Instinkt veredelt und das Leben (des Menschen) an sich als etwas Wertvolles charakterisiert und tradiert. Dies, und es wird leider sehr häufig vergessen, ist jedoch eine Setzung, sprich: Kultur. Das, was wir als Heiliges nicht diskutieren wollen / können / dürfen ist eine zufällige Fügung dessen, was wir als Evolution betrachten. Alleine eine kurzfristige Änderung des Sauerstoffgehalts in der Luft würde die menschliche Rasse relativ schnell zum Aussterben bringen. Andere Arten würden sich dann entwickeln und der homo sapiens und seine Vorfahren wären eine, wenn auch schillernde Randnotiz im großen Buch dessen, was sich Leben nennt. Von daher bleibt zumindest für mich in Bezug auf Leben und Sterben folgender Glaube: Der Mensch muß sich sich und die Welt erklären und er ist ein Spielball im großen Rad der Evolution
Natürlich ändert das o.g. nichts an der Trauer gegenüber Sterbenden, doch glaube ich, daß dieses Gefühl, die reine Trauer, lediglich ein verkörperlichter Reflex der o.g. Tradition darstellt.
Auch stellt sich die Frage: wohin geht´s bzw. geht überhaupt etwas (Seele o.ä.) irgendwohin? Wie ein Freund von mir dazu immer so schön sagt: Die Chancen sthen fifty-fifty, glaubt man oder glaubt man nicht. Es gibt keine eindeutigen Beweise: auch die von mir verehrte Frau Kübler Ross beschreibt ja nicht im neurobiologischen (ich glaube, daß ist der Bereich, der sich damit beschäftigt, kann mich aber auch irren) Sinne, was in diesem Moment des Übergangs passiert. Es gibt auch andere, durchaus plausible Theorien, weshalb alle Sterbenden (bzw. dann doch nicht Gestorbenen) das erleben, was sie erleben. Weiterhin: man stelle sich einfach mal vor, was passieren würde, wenn tatsächlich (wissenschaftlich bewiesen) feststände, das es permanente Wiedergeburten gibt. Der Kapitalismus könnte ganz schnell einpacken, Selbstmorde wären an der Tagesordnung, das nächste Leben ist ja vielleicht besser, wer weiß?
Der Weinpapst Hugh Johnson (und wahrscheinlich nicht nur er) sagte einmal in einem Interview: Don´t take life too serious. Dem kann ich mich nur anschließen. Gruß U.