Sterilisation

Liebe W-W-W-ler,
ich bitte euch um eure Hilfe in einem sehr dringenden und für mich sehr belastenden Vorall.

Ich habe eine Tochter, Anfang 20, und lebe von meiner Exfrau getrennt. Meine Tochter lebt mit einem ebenfalls behinderten jungen Mann einige Autostunden von mir entfernt. Sie leben beide gemeinsam in einem Haus für behinderte Menschen. Dort werden sie auch betreut. Mit dem Ziel ein eigenständiges Leben ausserhalb dieses Hauses führen zu können. Meine Tochter nimmt Antiepileptika, sonst ist sie in keinster weise Auffällig, und die Pille. Wie sie heute meiner Partnerrin berichtete habe sie hohen Blutdruck. 150/xxx. Der hohe Blutdruck sei Medikamenten bedingt. Meine Exfrau war mit meiner Tochter bei einer Gynäkologin wo man sie ausführlich über ihr sexualverhalten befragt hat. Das war ihr mehr als unangenehm. Ziel der Befragung war es, von meiner Tochter das Einverständnis zur Sterilisation zu erhalten. Das bedrückt meine Tochter sehr.
Darum soll sie auch mit niemand darüber sprechen. Die Hausleitung ist darüber noch nicht informiert.
Meine Frage: Kann man das einfach so machen?
Könnte man sich auch andere Lösungen vorstellen ?
Ich bin über dieses Vorgehen verärgert und noch mehr um meine Tochter besorgt. So kann man meiner Meinung nach nicht mit ihr umgehen.
Was kann ich in diesem Fall tun ? Bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Mit freundlichen Grüßen
friedrich

hallo friedrich!

steht deine tochter unter betreuung (früher vormundschaft), und wenn ja: wer ist der betreuer?
ohne ok des betreuers, also einfach von der betreuungseinrichtung aus, geht das nicht, es sei denn
der betreuer ist mitarbeiter im haus.
steht sie nicht unter betreuung, dann muß sie sebst ihr ok geben,
ist wohl klar!
mein rat: bist du oder deine frau nicht der betreuer, dann redet mit diesem über eure bedenken.

gruß, paulus

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die treibende kraft ist die Mutter …owT

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Hallo Friedrich,

so wie ich Dich jetzt verstehe, ist Deine Tochter Epileptikerin und hat gute Chancen sich mit Ihrem Freund zusammen in absehbarer Zeit ein „normales“ also nicht-betreutes Leben aufzubauen.
Wie schaut’s denn bei den beiden aus, im Fall daß ein Kind käme? Wäre das machbar für die (dann) drei? Oder will / kann sie keine Kinder bekommen? Ich meine, wenn sie mit dem Gedanken spielt Kinder zu bekommen oder sich einfach nur gegen ne Sterilisation wehrt würde ich das auf keinen Fall machen! Es gibt doch nicht nur eine Pille auf der Welt, vielleicht passen andere Präparate zu ihren „nomalen“ Medikamenten - da kenne ich mich zu wenig aus, aber das sollte ihr Gyn eigentlich wissen. Und zur Not gibt’s ja noch andere Verhütungsmethode als die Pille, gelle? *g*

Liebe Grüße

Petzi

Hallo Friedrich,

ich kann dich gut verstehen daß du dir Sorgen um deine Tochter
machst. Medizinisch kann ich dir leider keinen Rat geben, aber
als Mutter und Mitmensch.
Ich finde es gut daß deine Tochter zu deiner neuen Partnerin
vertrauen hat und ihre Ängste loswerden kann.

Du schreibst nichts über die Krankengeschichte deiner Tochter, ob
eine Erberkrankung oder eine Folge von Verletzungen od. Geschwülsten vorliegt
.
Wenn irgentwie möglich rede zuerst mit deiner Exfrau, sie ist die Mutter deiner Tochter und hat vielleicht eine Riesenangst davor daß ihrem Enkelkind das selbe Schicksal „droht“ wie eurer
geliebten Tochter. Oder sie hat Angst daß ihr Kind ein Leben
mit den Sorgen die sie selber hatte, nicht meistern könnte.

Eine Sterilisation halte ich persönlich nicht für richtig, deine Tochter ist noch so jung…und wer weiß was die Forschung in den
nächsten Jahren noch alles bringt.
Auch finde ich es nicht sehr hilfreich wenn einerseits deine
Tochter auf ein eigenständiges Leben vorbereitet wird und im
selben Atemzug wird ihr ein schöner Teil des Lebens…Mutter zu werden…aberrungen.

Aber am allerwichtigsten ist das Leben deiner Tochter !
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit daß sie die Pille regelmäßig, also tagtäglich nimmt? Wäre eine, z.B. Spirale für
deine Tochter sicherer ? Es bringt niemanden was wenn sie
schwanger wird und dann ihre Lebessituation nicht schafft, oder
sich durch den Stress ihre Symtome noch verschärfen.

Du müßtest dich auch bei ihrem behandelnden Arzt und bei den
Betreuern erkundigen wie weit eine Schwangerschaft ihre Fortschritte in die Selbstverantwortung beeinflußt. Was für
Möglichkeiten diese Experten raten würden…und dann erkundige
dich noch bei zig anderen .
Die Meinungen dürften sehr unterschiedlich sein.

Sei nicht verärgert, egal wie die Trennung von deiner Exfrau
verlaufen ist, HILF DEINEM KIND eine Lösung zu finden.
Hilf ihr daß „SO“ nicht mit ihr umgegangen wird.
Deine Tochter ist nicht geistig behindert…also sollte man
ihr die Chance geben für sich (mit deiner Hilfe) eine Lösung
zu finden.

Eine Freundin meiner Tochter hat eine Mutter die unter Epilepsie
leidet…das Mädchen ist jetzt 16 Jahre (ohne Epilepsie), das Kind hatte sicher viele Schrecksekunden erlebt, aber im Haus haben alle mitgeholfen, das Mädel brauchte nur bei einer Tür zu läuten,
und wenn die Mutter im Krankenhaus war wegen der Neueinstellung der Medikamente war der Zwerg bei mir, ich bin sozusagen die
Reservemutter…und ich möchte die Niki nicht missen.

Also kämpf für dein Kind!

Liebe Grüße
Kerbi

Hallo friedrich,
wie die rechtliche Lage aussieht, wenn Deine Tochte unter Betreuung steht, weiß ich leider nicht, ich würde aber mal zu Pro-Familia gehen und mich dort beraten lassen. Vielleicht können die sich ja einmal mit Deiner Tochter zusammen setzen.
Gruß
Suse

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Hi Friedrich.

Meine Schwester arbeitet seit 25 Jahren in Homborn/ Breckerfeld. Das ist eine Teil"anstalt" von Bethel. Es werden Epileptiker auf Herz und Nieren überprüft und medikamentös eingerichtet. Seit 17 Jahren ist sie mit einem sogenannten Anfallskranken verbandelt. Und niemand käme auf die Idee, diesen Jungen zu kastrieren.-- Alles weitere per Mail?

Toni

…ich fass es nicht…

Hallo friedrich I,

Ich habe eine Tochter

[…]

Wie sie heute meiner Partnerrin berichtete habe sie
hohen Blutdruck. 150/xxx. Der hohe Blutdruck sei Medikamenten
bedingt.

Dies läßt sich mit einer weiteren Pille (Betablocker) beheben, wird bei meinem medikamentenbedingten Bluthochdruck auch so behandelt. Problemlos.
[…]

Ziel der
Befragung war es, von meiner Tochter das Einverständnis zur
Sterilisation zu erhalten. Das bedrückt meine Tochter sehr.
Darum soll sie auch mit niemand darüber sprechen.

Also ist man auf das OK Deiner Tochter angewiesen. Sag ihr, daß ohne ihr Einverständnis in der Richtung nichts unternommen werden kann, vor allem vermittel ihr das sichere Gefühl keinesfalls zustimmen zu müssen, egal was passiert.

Die Hausleitung ist darüber noch nicht informiert.

Sprich mit der Hausleitung, am besten im Beisein Deiner Tochter und einer weiteren neutralen Person. Bringe klar zum Ausdruck, daß Deine Tochter so etwas keinesfall möchte. Bestätige das Gespräch anschließend schriftlich. Schicke die Bestätigung per Einschreiben oder lasse sie gleich von einem Notar schreiben und schicken.

Meine Frage: Kann man das einfach so machen?

Nein, kann man nicht. Deshalb ist man auch so hinter dem OK Deiner Tochter her. Offensichtlich geht ohne ihre Zustimmung gar nichts.

Könnte man sich auch andere Lösungen vorstellen ?

Natürlich. Wenn die Pille nicht vertragen wird, kann man (wenns dann chemisch sein soll) die 3 Monatsspritze geben. Ansonsten die Spirale. Und zusätzlich kann man ja noch mechanisch verhüten und/oder über Körpertemperatur die fruchtbaren/unfruchtbaren Tage feststellen. Das kann Deine Tochter sicher auch. Außerdem könnte das auch, zumindest solange sie noch betreut wird, auch von dort mit übernommen werden. Die Pille und ihre Medikamente werden ihr ja momentan auch verabreicht.

Ich bin über dieses Vorgehen verärgert und noch mehr um meine
Tochter besorgt. So kann man meiner Meinung nach nicht mit ihr
umgehen.

Da bin ich der gleichen Meinung. Sprich mal mit Deinem Hausarzt, der wird Dir dazu auch was sagen können, wahrscheinlich mehr, als Du vermutest.

Was kann ich in diesem Fall tun ? Bevor das Kind in den
Brunnen gefallen ist.

Schnell und überlegt handeln. Gegenüber den Verantwortlichen mit Veröffentlichung drohen. Alle Beteiligten schriftlich informieren. Alles für den Fall der Fälle beweisbar machen. Schon vorher Schuldzuweisungen machen und Mitteilen, wen Du im Falle eines Falles verantwortlich machen wirst.

Wenn schon im Vorfeld schwere Konsequenzen für den Fall der Fälle angedroht werden, wird sich die Risikobereitschaft der ggf. ausführenden Organe verringern. Man weiß dann, daß Mauscheleien nicht vertuscht werden können. Es hat endlich kein Arzt den Mumm was gegen Euren Willen zu unternehmen, weil er genau weiß, was dann auf ihn zukommt, letztlich riskiert er den Verlust seiner Zulassung.

Gruß
GB

…lieber Friedrich,

Du schreibst sehr wenig über die Krankengeschichte Deiner Tochter, so daß ich nur mutmaßen kann. Epilepsie allein macht ja nicht unmündig. Sprich: ohne Zustimmung Deiner erwachsenen Tochter (ob behindert oder nicht) geht gar nichts. Das wäre ja auch noch schöner!!!
Ihr Freund, schreibst Du, ist ebenfalls behindert. Es stellt sich die Frage, sind die Behinderungen genetisch bedingt? Aber auch dann käme eine Sterilisation nur infrage, wenn die Tochter zustimmt. Mit Anfang 20 hat sie noch viele Jahre vor sich, in denen die Forschung ja weiter geht. Stimmt sie zu, ist es meist
unabänderlich. Wenn ich Du wäre, würde ich ihr vorerst ABRATEN.
Vehement!
Viel Kraft für Euch.

PS: und ich würde mich auch fragen, warum sie es Deiner Partnerin anvertraut: sie ist sicher sehr im Zweifel, schön,
dass sie solches Vertrauen hat

finde ich
hd

Hallo Dilarah,

es scheint mir eine Nacht-und Nebelaktion der Mutter zu sein um
heimlich still und leise ihre eigenen Ängste abzubauen.

…lieber Friedrich,

bitte werde nicht müde deiner Tochter immer wieder zu versichern
daß es N I C H T S aber schon rein GARNICHTS gibt über das sie
nicht sprechen dürfte.

Epilepsie allein macht

ja nicht unmündig. Sprich: ohne Zustimmung Deiner erwachsenen
Tochter (ob behindert oder nicht) geht gar nichts. Das wäre ja
auch noch schöner!!!

Gerade in so einer Lebenswichtigen Frage sollte man doch meinen
daß gerade die Mutter jede Möglichkeit nützt, mit den Betreuern
und Ärzten und natürlich auch mit dem VATER über die verschiedenen Möglichkeiten zu sprechen.
Ihrem Kind den Mund zu verbieten !!!..ich kann gar net schreiben was mir da so auf der Zunge liegt.

PS: und ich würde mich auch fragen, warum sie es Deiner
Partnerin anvertraut: sie ist sicher sehr im Zweifel, schön,
dass sie solches Vertrauen hat

Ich denke die Mutter ist sehr dominant und gefährlich überbeschützend und die Tochter braucht dringend Hilfe.
Sich ohne wissen der Hausleitung in die Betreuung der Tochter
einzumischen, ihr auch noch Redeverbot aufzuerlegen…ich
denke die Frau kanns nicht lassen Einfluß zu haben und entmündigt ihre Tochter selber.(unter dem Deckmäntelchen es
doch nur GUT zu meinen)

puuuuhh…des mußte jetzt einfach raus, sorry !

Liebe Grüße
Kerbi

Hallo Kerbi,

es scheint mir eine Nacht-und Nebelaktion der Mutter zu sein
um
heimlich still und leise ihre eigenen Ängste abzubauen.

Na ja, das könnte man denken, aber wir wissen darüber zu wenig.
Immerhin ist Friedrich auch noch da. Aber Du hast schon recht,
wütend macht es, wenn Mütter so handeln, nur sollte man die
Ängste der Mutter vielleicht auch versuchen zu verstehen.

Ich denke die Mutter ist sehr dominant und gefährlich
überbeschützend und die Tochter braucht dringend Hilfe.
Sich ohne wissen der Hausleitung in die Betreuung der Tochter
einzumischen, ihr auch noch Redeverbot aufzuerlegen…ich
denke die Frau kanns nicht lassen Einfluß zu haben und
entmündigt ihre Tochter selber.(unter dem Deckmäntelchen es
doch nur GUT zu meinen)

Liebe Kerbi, ich erlaube mir darüber einfach kein Urteil auszu-
sprechen, es ist zu schwer, zu beurteilen.
Aber ich verstehe Deine Gefühle. Nur ist es ein leichtes als Vater hier zu posten und ungleich schwerer, ein Kind mit Behinderung großzuziehen. Vielleicht sind die Ängste der Mutter auch Ausdruck von Hilflosigkeit. Ich, wir, wissen es nicht.

Liebe Grüße zurück an Dich

Dilarah

Hallo Kerbi,

nur sollte man die

Ängste der Mutter vielleicht auch versuchen zu verstehen.

natürlich, fällt mir auch nicht schwer, es ist für mich auch in Ordnung wenn die Mutter eher für eine Sterilisation ist.

Aber ich verstehe Deine Gefühle. Nur ist es ein leichtes als
Vater hier zu posten und ungleich schwerer, ein Kind mit
Behinderung großzuziehen.

stimmt auch

Vielleicht sind die Ängste der

Mutter auch Ausdruck von Hilflosigkeit.

ist möglich, aber dann soll sie mit der Heimleitung reden,
mit den Betreuern reden, nicht wie Friedrich schreibt…

Darum soll sie auch mit niemand darüber sprechen. Die Hausleitung ist darüber noch nicht informiert.

Eine Hauptaufgabe der Betreuer in solchen Heimen ist es, dem
Behinderten Selbstvertrauen zu geben um selbständig leben zu können und zu lernen eigene Entscheidungen zu treffen. Dazu
gehört aber auch möglichst viele Meinungen zu hören, sich mitzuteilen, sich seiner Krankheit nicht zu schämen und über
alles offen zu reden.

Es geht mir nicht um die Meinung der Mutter, sondern ums
Sprechverbot der Tochter.

Liebe Grüße
Kerbi

Danke ! Ihr habt mir sehr geholfen. friedrich owT

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