Hallo Greta
1.) Wann der beste Zeitpunkt ist, ob vor oder nach der 1.
Läufigkeit?
Kastration vor der ersten Läufigkeit vermindert das Krebsrisiko für das Gesäuge auf 0,5%; zwischen der ersten und 3.-5. Läufigkeit liegt das Risiko bei 8%, danach bei 26%.
2.) Wie - lediglich Unterbindung der Eileiter oder besser
Total-OP?
Wenn Du von Sterilisation sprichst, ist das per definitionem die Ligatur (das Abbinden) der Eileiter. Das ist auf jeden Fall abzulehnen. Du kannst wählen zwischen der Ovariektomie (Entfernung der Eierstöcke) und der Ovariohysterektomie (Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter. Neueren Untersuchungen zufolge gibt es keine signifikanten Unterschiede in der Häufigkeit von Inkontinenz bei beiden OP-Methoden und auch die beschworene „Stumpfpyometra“ kommt eher selten vor. Trotzdem würde ich die Ovariohysterektomie vorziehen - was weg ist, ist weg und macht keinen Ärger mehr.
3.) Auswirkungen auf das Verhalten?
I.d.R. keine negativen - eher im Gegenteil. Die Notwendigkeit zur Verteidigung von männlichen Artgenossen gegen Konkurrentinnen und von Futter- und anderen Recourcen für den eigenen Nachwuchs entfällt.
Ich las in meinem Hundebuch, daß große Rassen nach diesem
Eingriff oft inkontinent werden - worauf ich natürlich nicht
sonderlich erpicht bin; zudem das Verhalten einer dominanten
Hündin dann u. U. aus dem Ruder läuft und sie zickig bis
extrem giftig werden könnte - was mich wiederum zögern läßt.
Zumal unsere Madame schon sehr dominant ist - bisher aber
total lieb - der Rüde kann sich so gut wie gar nicht
durchsetzen (er ist bereits kastriert)
Zickig und dominant gehören nicht zusammen. Eher im Gegenteil: eine dominante Hündin braucht nicht zu zicken, vor der hat jeder Rüde auch so Respekt. Wirkliche Dominanz ist übrigens sehr selten. Meist ist es eher Eifersucht oder die Verteidigung bzw. Beanspruchung von Resourcen, die die Aggression auslösen. Eine dominante Hündin hebt die Augenbraue und das Rudel steht stramm - da ist kein Keifen und Zicken notwendig. Das was Du beschreibst klingt eher nach der hündischen Variante von „Stutenbissigkeit“ 
Wer hat hier mit großen und selbstbewußten Hundemädchen
Erfahrungen?
Ich - und meine habe ich im Alter von 3 Jahren kastriert, als ich sie übernommen habe. Es hat ihrem Verhalten keinen Abbruch getan, sie war nie inkontinent und hat (s.o.) bis zu ihrem Tod (mit 12 Jahren) eine komplette Hundegruppe „regiert“. Trotzdem gab es nach anfänglichen Auseinandersetzungen nie die Frage, wer von uns beiden der Chef war. Sie hat sich als Beta ins Rudel gestellt und diese Position ohne große Anstrengung gehalten. Auf dem Hundeplatz ist sie noch heute legendär und ich bin nicht der einzige, der sie schmerzlich vermisst!
4.) In welchem Bereich bewegen sich die Kosten?
Die Kosten richten sich nach der GOT (Gebührenordnung für Tierärzte) und liegen i.d.R. so um die 400,00€. Das richtet sich natürlich nach dem Aufwand (1 Operateur oder 2, Injektionsnarkose oder Inhalation, Klammern oder Intrakutannaht, welche Überwachung während der OP, OP in der Sprechstunde oder separater Termin, Überwachung in der Aufwachphase oder kriegst Du den schlafenden Hund in’s Auto gelegt, Antibiose oder keine - wobei ich mich von einigen dieser Varianten entschieden distanziere, aber ich weiß, daß es sie gibt).
Bin für jeden Rat dankbar - ob Alter, Art und Weise bzw. ob es
Gründe gibt (wenn man nicht züchten will) was generell dagegen
spricht - und auch einen Anhaltspunkt für die Kosten…
Wenn Du nicht züchten willst, ist die Kastration im jungen Alter sicher besser als die hormonelle Verhütung, die doch häufiger mit einer Gebärmuttervereiterung einhergeht - und dann muß i.d.R. alles raus…
Liebe Grüße an alle Hundeeltern und -liebhaber! 
Ich hoffe, das hat Dir geholfen
Schönes Wochenende
Archie