Stetige Verfügbarkeit

Liebe ExpertInnen,

meine Liebste leidet darunter, dass ihre Mutter ihre stetige Verfügbarkeit als selbstverständlich ansieht. Die Ansprüche sind eigentlich nicht groß, die Mutter versorgt sich im Großen und Ganzen selbst, es liegt eher daran, dass die Mutter zu jeder beliebigen Tageszeit kommt (wir wohnen in einem Haus) - immer (na ja, meistens) höflich, aber halt so, das die Liebste das Gefühl bekommt, keine halbe Stunde mehr für sich selbst zu haben. Mit ihren 87 Jahren gehen langsam die sozialen Fähigkeiten verloren, es hilft also nichts mehr, ihr die Situation zu erklären. Je nach Lage versteht sie nicht oder vergisst sofort wieder.

Die Liebste fühlt, wie langsam der Groll wächst, manchmal bis hin zu Agressionen. Wo können wir uns beraten lassen, wie damit umzugehen ist?

Gruß Ralf

Hallo dram…,

vielleicht hilft es auch , wenn man sich mal auf einer Pflegestation
umsieht, „was es da sonst noch so alles gibt !“

( Demenz in verschiedenster Ausprägung , Gewalttätigkeit,
Ausreißer etc. )

Vielleicht ist man danach dann mit dem eigenen Kreuz wieder zufriedener ?

Gruß

Merkur

Danke, Merkur,

das ist ganz, ganz lieb von Dir. Mal hören, was die Liebste von Deinem Rat hält, die bewegt sich die Hälfte des Tages im Rollstuhl durch die Wohnung.

Gruß Ralf

pflegebedürftig
Hallo Ralf,

meine Freundin hat in München für eine Institution gearbeitet, die so eine Art Netzwerk zwischen den Altenbetreuungseinrichtungen errichtete, und auch Angehörige von Senioren berät. Sie war eben für solche Art von Beratungsgesprächen zuständig, was man im Fall deiner Frau tun könnte.
Ich würde mich an Stelle deiner Frau entweder bei der Stadtverwaltung erkundigen, ob es so eine Beratungsstelle gibt (evtl. mobiler Pflegedienst - Auszeit für deine Frau oder so ähnlich) oder bei den kirchen anrufen, die ebenfalls verschiedenste derartige Beratungsstellen anbieten.
Mr.Google habe ich mal mit den Schlagworten Senioren Angehörige Pflegebedürftigkeit versorgt und diesen Link bekommen:
http://www.thema-altenpflege.de/altenpflege/ratgeber…
vielleicht interessiert Euch er?!

viele Grüße
claren

Hallo dram,

Du kannst mir glauben, mein Rat war weder boshaft noch ironisch gemeint. Sondern vollkommen ernsthaft !

Aus beruflicher Erfahrung weiß ich , dass man , was dieses von Dir geschilderte Phänomen bei Senioren betrifft, kaum auf selbige mehr
einwirken kann ( ich habe Kandidaten , die den ganzen Tag hinter mir herlaufen, wie die Hundchen !) (:ζ

Das Einzige, das einem da noch übrig bleiben kann, ist :

sich selber entsprechend zu konditionieren, d. h. unter anderem
die eigene Sichtweise zu ändern.

Gruß

Merkur