Ich habe noch NIE in meinem Leben eine Steuererklärung
gemacht. Nun sind die ersten Jahre Arbeit nach dem
Studium vollbracht. Gezahlte Steuern über 10.000 €.
Ich habe gelesen, dass es unendlich viele Tricks gibt,
wie man möglichst viel Geld zurückbekommt. Z.B. soll man
sogar die Uni-Jahre anrechnen lassen können.
Jedenfalls weiß ich nicht, wo/ bei wem ist meine
Steuerklärung anvertrauen soll. Ich habe Angst davor,
dass Steuerberaten/ Steuerverein X mir nur 1.000 €
zurückholen kann, und wäre ich stattdessen zu
steuerberaterstelle y gegangen, die vielleicht 8.000 €
hätten rausholen können. Da ich das Geld momentan mehr
als gebrauchen kann, will ich da wirklich das Maximale
rausholen.
was heißt denn „die ersten jahre“ - sind das 2, 3 oder 5? und beziehen sich die gezahlten steuern auf den gesamten zeitraum oder nur auf das letzte jahr?
um es kurz zu machen: wenn jemand nach „allen möglichen tricks und kniffen“ fragt, geht diese frage am ziel vorbei. bevor man mit kniffen und tricks anfängt, arbeitet man im allgemeinen erstmal das „übliche“ ab: vorsorgeaufwendungen, werbungskosten, ggfs. sonderausgaben. damit erschlägt man i.a. 95% aller absetzbaren ausgaben. wer keinem steuerberater traut und sich relativ leicht in die steuermaterie für einen arbeitnehmer einlesen mag, der ziehe z.b. den konz oder einschlägig bekannte steuerprogramme (z.b. wiso) zu rate.
tipps und kniffe aufzuführen, würde bücherseiten füllen und ist nichts für dieses forum, zumal kein mensch aus deinen schilderungen erkennen kann, was bei dir überhaupt an- und absetzbar wäre. das ist ungefähr so, als sollte man die frage beantworten „ich will ein haus kaufen - was kostet das?“
im übrigen bitte ich dich zu bedenken: steuerberater durchlaufen eine lange und harte ausbildung, der wissensstand hinsichtlich der „basics“ und mancher „kniffe“ ist also generell sehr hoch. und wenn einer ganz wief in steuersparmodellen ist, dürfte das für dich „in den ersten jahren“ wohl eher nicht in betracht kommen. der job eines steuerberaters ist eben, daß der steuerpflichtige möglichst wenig steuern zahlt. diesen job werden sie bei dir nicht anders ausführen als bei mister x oder frau y.
und wenn du nach wie vor skeptisch bist, dann geh doch zu einem lohnsteuerhilfeverein, die kosten auch weniger.
ich möchte Deine Hoffnungen nicht enttäuschen, aber als „normaler“ Arbeitnehmer kannst Du nicht soviel absetzen, dass Du alles wieder erhältst. Auch wenn Du dann die Steuersparmodelle der verschiedensten Art mitmachst,wird es bald uninteressant, da mit jedem Euro Abzug Dein Steuersatz niedriger wird, d.h. für jeden Euro mehr an „Verlust“ (-zuweisung) bekommst Du weniger vom Finanzamt zurück. Dann wird bald das Risiko bei der Geldanlage höher als die Erstattung.
Nichtsdestotrotz solltest Du auf jeden Fall eine Steuererklärung machen. Wenn Du wirklich schon, wie Du schreibst, Jahre arbeitest, dann hast Du vermutlich Steuern verschenkt, weil das Finanzamt immer von dem für Dich schlechtesten Fall ausgeht. Und jeder absetzbare Betrag, wenn er eh anfällt, ist bares Geld für Dich.
Ob ein Steuerberater gut oder schlecht ist,wirst Du leider immer erst nachher (wenn überhaupt) erfahren. Ganz wichtig ist aber, dass Du selber Dich schlau machst und alle möglichen Steuersparmöglichkeiten schon selber bei Dir abklopfst; denn ein Steuerberater kann auch nicht alle Deine Verhältnisse kennen.
Wenn Du mal preiswert anfangen willst, geh zu einem Lohnsteuerhilfeverein, da bekommst Du für wenig Geld eine gute Grundausstattung. Dazu ein Computerprogramm wie z.B. WISO (die sind alle in der gleichen Klasse), da gibt es auch Hilfestellung und vor allem Struktur (wie ist eine Erklärung aufgebaut,worauf muss ich achten).
Hallo parlox,
also da brauchst Du keine Angst haben, daß dich der Steuerberater falsch berät, wenn die zugehörigen Belege vorliegen, dann wird er genauso korrekt arbeiten wie die Steuerberatungsstelle. Letztere macht allerdings nur einfache Steuererklärungen also soche nur mit Anlage N und vielleicht Kind. Bist du Freiberufler oder hast wohnungen zur Vermietung würde ich Dir den Steuerberater vorschlagen, der ist darin erfahrener.
Allerdings sollte eine studierte Person eine „einfache“ Steuererklärung (davon gehe ich nach deinen Angaben aus)selbst machen können. Man braucht da nur den „kleinen KONZ“ zu kaufen und zu lesen. Und lesen sollte ein Studierter ja können.
PS: Der „Konz“ kostet zwischen 10-20 Euro, genauen Preis weiss ich nicht, da meiner bereits 3 Jahre alt ist und man nicht jedes Jahr einen kaufen muss.
Gruss Hermann