Steuern in Deutschland

hallo,
ich hab gehört der größte Teil der Steuerliteratur soll in deutsch sein nun;
-welche Steuern könnte man abschaffen in Deutschland?
danke
Friedrich

PS:Vorschläge gesucht

Hallo Friedrich,

-welche Steuern könnte man abschaffen in Deutschland?

erstmal die verbliebenen Reste von Körperschaft- und Gewerbesteuer: Die spielen vom Volumen her im Vergleich zur Arbeitnehmer-ESt und USt in den vergangenen ca. zehn Jahren fast keine Rolle mehr. Von den Unternehmen, die hier in solidarischer Verantwortung nach Ludwig Erhard etwas beizutragen hätten, werden sie sowieso umgangen. Es gibt so viele Möglichkeiten, auch wenn die Steuerfahndung stöbert - es gibt nichts, was den Blutdruck hebert - denn alles was wir ham, das ham wir eh schon lang auf die Bahamas (Fendrich, Tango Korrupti).

Warum also die paar Elektromeister, die vergessen haben, für ihre Einmann-GmbH & Still KG eine Beteiligungsgesellschaft auf Antigua zu gründen, noch vollends zu Tode plündern? Es reicht doch, wenn die zwei Gesellen, die sie sich vielleicht grad noch leisten können, ohne Ausweichmöglichkeiten brav ihre ESt bezahlen.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

ersatzlos? Wohl keine.
Es ist ja jetzt schon zu wenig Geld da, so dass unser Hans im unglück sich immer neue Steuern ausdenken muss…

Im Rahmen einer richtigen Reform? Sehr sehr viele.

Gruß Ivo

Hi !

ich denke, von den großen Steuern (EinkommenSt, KörperschaftSt, GewerbeSt und UmsatzSt) sollte wohl keine fehlen. Auch die ErbschaftSt sollte eher ausgebaut denn abgebaut werden. Dagegen sind wohl viele Verbrauchssteuern überflüssig. Ich denke da vor allem an

  • BiersteuerG,
  • BranntweinmonopolG
  • KaffeesteuerG
  • Rennwett- und Lotteriegesetz
  • SchaumweinsteuerG
  • StromsteuerG
  • VersicherungssteuerG
  • FeuerschutzsteuerG
    Die Erträge aus diesen Steuerarten werden wohl in der Regel gerade mal diejenigen Beamten finanzieren können, die direkt und indirekt mit diesen Steuerarten zu tun haben.
    Ich bin allerdings für die Beibehaltung einer Mineralölsteuer und auch für die Tabaksteuer. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist die Besteuerung von „Suchtgütern“ noch immer die vorteilhafteste.
    Für die Sicherung des Steueraufkommens der Länder und Gemeinden sollte auch die Kfz-Steuer bzw. die Grundsteuer beibehalten werden. Die Grunderwerbsteuer gehört meiner Meinung nach allerdings abgeschafft.

Daneben gibt es ja auch im steuerlichen Bereich diverse Subventionsgesetze. Auch in diesem Bereich bin ich für eine Radikalkur. Brauchen wir denn wirklich:

  • das Bergmannprämiengesetz
  • das Gesetz zur verbesserung der betrieblichen Altersversorgung
  • Eigenheimzulagegesetz
  • Fördergebietsgesetz
  • Investitionszulagengesetz
  • Gesetz über bauliche Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung
  • Fünftes Vermögensbildungsgesetz (VWL)
  • Verordnung über die steuerliche Begünstigung von Wasserkraftwerken
  • Wohnungbauprämiengesetz.
    Der Wegfall dieser Subventionen wäre sicherlich auch geeignet einen Teil der Gegenfinanzierung für den Wegfall der oben genannten Steuergesetze beizutragen. Ein anderer Teil wäre sicherlich durch die Personalersparnis der Verwaltung in den Bereichen der entfallenen Steuern möglich. Diese Beamten könnten dann sicherlich für Betriebsprüfungen in den verbliebenen Steuerarten herangezogen werden. Wenn man dann zusätzlich die Bemessunggrundlagen der verbliebenen Steuern verbreitert:
  • Einkommensteuer (alles, was zufließt soll auch Lohn sein und nicht für die Geburt eines Kindes gibt es steuerfrei € … wer heiratet erhält steuerfrei € … wer eine nebenberufliche „Übungsleitertätigkeit“ ausübt, erhält steuerfrei € …
  • Umsatzsteuer: warum müssen Banken und Ärtze denn von der Umsatzsteuer befreit werden? oder Jugendherbergen? oder die Umsätze aus Vermietung und Verpachtung? Ließe sich bei diesen „lebensnotwendigen Gütern“ nicht auch der halbe Steuersatz vertreten.
  • KörperschaftSt/GewerbeSt: es ist ja hoch anzuerkennen, wenn jemand etwas Spendet. Aber warum muss soetwas auch noch steuerlich gefördert werden?

Denke für einen ersten Überblick ist das wohl ausreichend

BARUL76

Ich plädiere für die Abschaffung von Einkommensteuer und Umsatzsteuer, damit endlich nicht mehr Arbeit und Konsum bestraft werden. Ausgleichend dazu muss man dann Steuern wie Mineralölsteuern oder Steuern auf den Abbau anderer nicht nachwachsender Rohstoffe sehr drastisch erhöhen. Und natürlich die Devisen-Umsatzsteuer endlich einführen.

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Ich plädiere für die Abschaffung von Einkommensteuer und
Umsatzsteuer, damit endlich nicht mehr Arbeit und Konsum
bestraft werden. Ausgleichend dazu muss man dann Steuern wie
Mineralölsteuern oder Steuern auf den Abbau anderer nicht
nachwachsender Rohstoffe sehr drastisch erhöhen. Und natürlich
die Devisen-Umsatzsteuer endlich einführen.

…klasse - schon mal was vom leistungsprinzip gehört - kopfschüttel (oder war der beitrag als joke gedacht ?)

Inwiefern siehst du im Leistungsprinzip eine Begründung dafür, dass menschen von ihrem erarbeiteten Lohn Steuern abführen müssen ?
Als Joke war mein Beitrag weniger gedacht - die Idee mit der Devisenumsatzsteuer hatte Herr Tobin schon vor vielen Jahren, und der meinte das auch ernst.

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hi,

m.E. kann man eine staatliche finanzierung (also die steuererhebung) nicht an einem kriterium festmachen. aus diesem grund wird es zwangsläufig verschiedene steuerarten geben müssen. die besteuerung alleine an konsum, einkommen oder vermögen festzumachen ist verfassungsmäßig sicherlich nicht gedeckt. es kommt nur darauf an, die gewichtungen ab und an zu überprüfen. warum sollte ich jede steuerliche belastung von vermögen (heute nur noch grundsteuer, erbschaftsteuer im wesentlichen) außen vor lassen? die begründung „wurde schon mal besteuert“ ist da nicht zielführend, da es ständig diese „doppel-besteuerungen“ gibt (sh. ust auf minöst).

meines erachtens ist in deutschland auch das verhältnis nicht mehr ausgewogen, hier müsste mehr der konsum besteuert werden und die höchstleistungsfähigen (die i.d.r. gleichzeitig vermögend sind). habe hierzu schon oft im w-w-w meinen sülz abgegeben. idee:

die ust müsste aufkommensneutral geändert werden. tatsächlich (eingeschränkt im katalog und nicht so weit wie heute) existenzieller verbrauch muss 0% besteuert werden (also wohnung, arzt, medikamente, lebensmittel). eine existenz mit einkommen UNTER/UM das existenzminimum, sollte nicht noch mit umsatzsteuer behaftet werden. ausgaben die man i.d.R. nur dann tätigt, wenn man bspw. mehr als 800-1000 EUR /mtl. hat, sollten hingegen dem regelsatz unterliegen.

ich würde demzufolge einen 0%-steuersatz (oder steuerbefreiung) einführen, und den regelsteuersatz nach oben soweit anpassen, dass dies kein minus-geschäft für den staat wird.

in gleichem atemzug könnte man zudem tabaksteuer sowie steuern auf alkohol, benzin, schaumwein etc. in die umsatzsteuer einfügen und für diese einen luxussteuersatz einführen. also statt bisher extra verfahren für minöst, branntwein etc. zu haben, diese steuern wegfallen lassen und aufkommensneutral für diese produkte einen katalog mit luxussteuersatz einführen.

ach, ich habe soviele ideen…

mfg vom

showbee

Hi showbee,

solche Ideen hab ich in der Ausbildung auch immer mal laut gesagt, mir hat der Dozent dann ganz anklagend vorgeworfen, ich müsste doch wohl besser im Finanzministerium anfangen statt bei einem Steuerberater.

Die Tobin-Steuer ist gar keine unsinnige Idee gewesen, und auch die Abschaffung der Einkommensteuer zugunsten einer Steuer auf Rohstoffverbrauch kam erst neulich durch das Buch : „eine Billion Dollar“ ins Gespräch.

Schönen Tag noch

Beate

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hi beate,

wobei meine ideen (die ich schrieb) eher umsetzbar sind (in deutschland und in der EU), als die tobinsteuer und dein anderer vorschlag. von der tobin-steuer halte ich rein gar nichts. es wäre ein riesen verwaltungsmoloch möglich. selbst mit normalen kapitaleinkünften haben die finanzverwaltungen der EU ja schon probleme.

die idee von tobin entstammt zudem aus einer anderen zeit, weshalb der bezug zu seinem namen nicht korrekt ist. seinerzeit konnten sich börsenhandel nur die reichen und betuchten leisten. kapital in den rauhen mengen wurde nur in der upperclass „verschoben“. der kapitalbedarf als solcher von unternehmen wurde viel seltener an der börse eingeholt. heute sieht das alles anders aus. viele kleine unternehmen (marktkapitalisierung unter 1 Mio. EUR) nutzen die börse, kleininvestoren versuchen sich jenseits von sparbuch und über die lebensversicherungen sind fonds sehr gefragt. hier eine verkehrssteuer zu implementieren wäre meines erachtens grosser käse, da man hier keinen „verkehr“ besteuert. die arbeitsteilige wirtschaft (und wir leben in einem kapitalismus) kommt ohne geld (auf dem papier) nicht aus. die tobin-steuer wurde hingegen dem grunde nach entworfen, als der kleine mann sein geld noch im sparstrumpf hatte, als gold noch als sichere anlage galt und terminbörsen mit schweinebäuchen, getreide und erzen handelten… insoweit finde ich diese diskussionen um tobin und börsenumsatzsteuer oder geldverkehrssteuern für verkehrt und ideologisiert.

mfg vom

showbee

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Inwiefern siehst du im Leistungsprinzip eine Begründung dafür,
dass menschen von ihrem erarbeiteten Lohn Steuern abführen
müssen ?

  • ganz einfach - wer viel verdient soll auch viel abgeben - wer wenig verdient, gibt wenig oder gar nichts ab - soziale umverteilung eben…

Als Joke war mein Beitrag weniger gedacht - die Idee mit der
Devisenumsatzsteuer hatte Herr Tobin schon vor vielen Jahren,
und der meinte das auch ernst.

  • yo, wobei wir da wieder so weit wären, dass schon einmal besteuertes kapital dann nochmal besteuert würde…

das hört sich sehr…
hi showbee,

vernüftig an.
sagt ein aktienloser

TeeBird