Steuern versus Buchhaltung

Hi,

angenommen ich habe mein Tätigkeitsfeld geändert und bin nun vorwiegend im Buchhaltungsbrerich tätig. Angenommen ich wäre davor bei einem Steuerberater für Jahresabschlüsse, Buchhaltung und Steuererklärungen zuständig.

Viele empfinden den steuerlichen Bereich als trocken, so wie ich.

Was versteht ihr unter trocken und ist der Bereich Buchhaltung nicht auch eher trocken ?

Wie soll man dann einen Wechsel von Steuern zu Buchhaltung schlüssig erklären können, angemommen beide Bereiche sind gleich trocken ?

Wo würdet ihr da Unterschiede sehen (Buchhaltung versus steuerliche Angelegenheiten wie Steuererklärungen und steuerliche Sachverhalte bearbeiten) ?

Um buchhalterische Sachverhalte zu verstehen sind doch auch steuerliche Kenntnisse notwendig - zumindest begrenzt.

Lieben Gruß
Aaliyah

Erklärung für wen?
Hi !

Wie soll man dann einen Wechsel von Steuern zu Buchhaltung
schlüssig erklären können, angemommen beide Bereiche sind
gleich trocken ?

Wem muss den erklärt werden, weshalb man sich spezialisiert? Wenn diese Frage beantwortet ist, könnten sicherlich hilfreichere Antworten kommen.

Ich vermute aber mal, dass es hier irgendwie um ein Bewerbungsgespräch geht. Und in diesem kann doch ganz klar herausgestellt werden, dass es bei der Entscheidung pro BuFü und contra Steuern nicht um eine Trockenheit des Themas sondern einfach um ganz persönliche Vorlieben und Abneigungen geht.

Dass beide Themen nicht ohne einander auskommen und man deshalb, wenn man sich mit dem einen Thema beschäftigt, das andere nicht vernachlässigen sollte/möchte, muss natürlich auch ganz deutlich herausgestellt werden. Gerade die BuFü ist natürlich vom Steuerrecht abhängig (§ 4 Abs. 5 EStG, Entfernungspauschale,…). Trotzdem kann sich bei dem Einen eine Vorliebe für die BuFü und bei einem Zweiten eine Vorliebe für das rein Steuerliche entwickeln.
EIn Dritter wiederum ist eher für das Controlling geeignet und ein Vierter für das Marketing. Jeder von uns hat Stärken und Schwächen. Diese sollte er erkennen und seinen Beruf/seine Berufung danach wählen.

ODER

Geht es darum, dass man zukünftigen Mandaten, die als selbständige Buchhalterin betreut werden, eine Erklärung liefern muss. Dann läßt sich doch sehr leicht mit der gesetzlichen Lage argumentieren. Umfassende Steuerberatung setzt den Abschluss gewisser Prüfungen voraus. Diese Prüfung wurde nicht absolviert. Daher sind nur Tätigkeiten in eingeschränktem Umfang möglich.

BARUL76

Ja richtig, es geht um ein Bewerbungsgespräch und hier wird dann halt gefragt warum man den von eienr Steuerberatungsgesellschaft in eine rein buchhalterische Tätigkeit gewechselt ist.

Meines Erachtens kann man dann doch nicht argumentieren, dass Steuerrecht sei trocken. Guck dir mal die gesamte palette der Vorschriften im Handelsgesetzbuch, IFRS und dergleichen an. Das ist MINDESTENS genau so trocken, oder.

Oder kann man im buchhalterischen Bereich kreativer und mit mehr Freiraum arbeiten ? Ich kann es mir nicht beantworten. Eine Argumentation könnte sein, dass man liebr mit zahlen arbeitet statt wie im Steuerrecht vorwiegend mit Texten, oder ?

Sicherlich hat der eine eine Neigung zu Buchhaltung der andere zu Controlling und der andere zu was weiss ich nicht. Aber hierfür gibt es doch Begründungen.

Warum macht der eine gerne Steuerrecht und der andere Buchhaltung bzw. Controlling. Welche Unterschiede gibt es da in der Personality. Möchte hier nicht allzu in psychologie ausarten aber einfache erklärungsmodelle gibt es die, ausser das liegt mir einfach, das ist mir zu einfach. warum liegt es mir ?

Lieben gruß
Aaliyah

Hallo,

dann sag es doch einfach, wie es ist.

Auch bei meinem Arbeitgeber hätte ich die Möglichkeit, in verschiedenen Bereichen zu arbeiten.

Da mich beispielsweise Buchhaltung, Buchführung und alles was damit zusammenhängt überhaupt nicht interessiert, habe ich auch keinen Draht zu dieser Thematik und habe mich dementsprechend auch durch die Prüfung gequält. Meinem Arbeitgeber habe ich das kundgetan, warum auch nicht.
Was einen nicht interessiert, kann man sich auch schlechter merken, jedenfalls ist das bei mir so.

Mich interessen halt andere Sachen im Steuerrecht.

Auch dem Arbeitgeber kann nicht daran liegen, Leute an Positionen einzusetzen, wo sie kein Faible für haben.

Es ist doch besser, du sagst beim Vorstellungsgespräch das, was du möchtest und was dich zu einem Wechsel bewogen hat.

Was nützt es, wenn du irgendwelche ausgedachten Gedankengänge vorbringst, hinter denen du nicht stehst ?
Irgendwann bekommt es der Arbeitgeber sowieso raus und damit ist keinem geholfen.

Also nur Mut: Sag das, was du denkst. Damit kommt man immer noch am weitesten.

Viel Erfolg !

Petz

Bewerbungsgespräch Argumentation pro BuFü
Hi!

Meines Erachtens kann man dann doch nicht argumentieren, dass
Steuerrecht sei trocken. Guck dir mal die gesamte palette der
Vorschriften im Handelsgesetzbuch, IFRS und dergleichen an.
Das ist MINDESTENS genau so trocken, oder.

Du hast also bereits erkannt, dass es allein an den Vorschriften nicht liegen kann. Dies ist doch schon mal was. Traust du dich denn hier im Forum offen auszusprechen, warum du BuFü lieber machst als Steuern? Oder wießt du es selbr nicht so genau und willst von uns nur ein paar Phrasen für das Gespräch?

Oder kann man im buchhalterischen Bereich kreativer und mit
mehr Freiraum arbeiten?

Das dürfte wohl eher nicht der Fall sein. Denn wenn der Beleg erst mal auf dem Tisch liegt,kann man an der ganzen Situation nix mehr ändern. Im Bereich der Steuern kann man ja zum Teil sogar vorab schon gestaltend eingreifen.

Eine Argumentation könnte sein, dass man liebr mit zahlen
arbeitet statt wie im Steuerrecht vorwiegend mit Texten, oder?

Mag sein, dass dies bis vor etwa 10-15 Jahren noch eine mögliche Variante war. Durch die zunehmende Verquickung der beiden Bereiche und auch das ständieg Nachschauen der Buchhalter in den Gesetzen und Kommentaren (nicht nur EStG, sondern wie von dir gesagt auch HGB, IFRS,…) dürfte dieser Erklärungsansatz auch ins leere Laufen.

Sicherlich hat der eine eine Neigung zu Buchhaltung der andere
zu Controlling und der andere zu was weiss ich nicht. Aber
hierfür gibt es doch Begründungen.

Sicherlich. Aber diese sind doch höchstpersönlich. Bei dem Einen ist es ein negatives Erlebnis, welches er mit der BuFü verbindet, der Zweite het positive Erlebnisse damit. Und durch die Lernmethode der Konditionierung bilden sich im Laufe der Zeit eben Zu- und Abneigungen. Hier solltest du bei dir also ansetzen und dich fragen, welche Ereignisse DICH zu dem gemacht haben, wer du bist.

Allgemeine Phrasen:
1.
Eine Buchhaltung kann ich jederzeit unterbrechen, um ein Telefonat mit der Mandantschaft zu führen UND anschließend ohne großen Aufwand weiterarbeiten. Statt Telefonat ist natürlich auch jede andere Unterbrechung in den Satz einfügbar.
Als Gegenstandpunkt: wenn ich bei dem Durchdenken eines steuerlichen Problems unterbrochen werde, dauert es meist sehr lange, bis ich wieder an der selben Stelle anknüpfen kann.
Wie dies ein Arbeitgeber allerdings auslegt, kommt ganz auf seine Person an.

Ich habe gemerkt, dass ich mit beiden Rechtsgebieten (BuFü und Steuern) überfordert bin und möchte mich daher auf ein Gebiet konzentrieren/spezialisieren. Da mir die BuFü schon immer mehr Freude bereitet hat, möchte ich mich nun in diesem Bereich verstärkt engagieren.

Für jemanden, der mit Offenheit überzeugen will: In der Vergangenheit wurden mir im Bereich Steuern immer wieder Mängel aufgezeigt. Die Weise, wie mir diese Mängel verdeutlicht wurden, sorgt dafür, dass beim Thema Steuern bei mir die Rollos runtergehen und ich nicht mehr klar denken kann. Meine BuFü-Ergebnisse dagegen wurden regelmäßig gelobt,…

Hallo,

hier möchte ich dir inhaltlich fast völlig zustimmen.

Ich würde nur nicht erwähnen, dass ich mich in meinem vorherigen Job überfordert gefühlt habe.

Wer stellt schon gerne überforderte Mitarbeiter ein ???

In diesem Punkt würde ich eher die von mir genannte Variante weiter unten bevorzugen.

Gruß

Petz