Steuerschulden beim Finanzamt

Hallo liebe Wer-Weiß-Was-Nutzer,

ich gebe mir Mühe, die Anfrage so abstrakt wie möglich zu stellen und hoffe, dass mir der ein oder andere helfen kann!? Die zahlen kann ich leider nicht abändern, da sonst die Frage nicht beantwortet werden kann.

So, nun der Fall:

Man nehme an, jemand hat Schulden beim Finanzamt in Höhe von fast 9000 Euro (inkl. Säumniszuschläge, Zinsen usw.). Warum diese Schulden aufgelaufen sind gehört jetzt hier nicht her und bitte auch keine Ratschläge a la „Wie kann man nur so doof sein und so lange keine Steuern zahlen“. Das ist nun so passiert und man muss irgendeine Lösung dafür finden.
Das Gewerbe läuft seit 2001 und bis einschließlich 2006 wurde nie eine Steuererklärung abgegeben (Finanzamt hat daraufhin immer Schätzungen betrieben). Seit 2007 werden bei diesem jemanden durch die Hilfe einer weiteren Person (kein Steuerberater) Umsatzsteuervoranmeldung und Umsatzsteuererklärungen eingereicht.

Nun hat dieser jemand eine Aufstellung vom Finanzamt bekommen, die den helfenden jemanden etwas ins grübeln gebracht hat, wie das Finanzamt auf solche Zahlen kommt. Hier nun einmal die Liste:

Einkommensteuer 2001 536,86 Euro
Umsatzsteuer 2001 511,29 Euro
Einkommensteuer 2002 379,00 Euro
Umsatzsteuer 2002 700,00 Euro
Einkommensteuer 2003 151,00 Euro
Umsatzsteuer 2003 465,00 Euro
Einkommensteuer 2004 0,00 Euro
Umsatzsteuer 2004 860,00 Euro
Einkommensteuer 2005 5,00 Euro
Umsatzsteuer 2005 970,00 Euro
Einkommensteuer 2006 122,00 Euro
Umsatzsteuer 2006 320,00 Euro

Mit eingereichter Steuererklärung:
Einkommensteuer 2007 0,00 Euro
Umsatzsteuer 2007 587,58 Euro

Wieso sollen die Zahlen nicht richtig sein können ?

Wo besteht der Verdacht, dass was falsch sein könnte ?

Das :

Ratschläge a la „Wie kann man nur so doof
sein und so lange keine Steuern zahlen“.

würde ich mir ja gerne sparen, aber wenn ich das hier:

durch die Hilfe einer weiteren Person (kein
Steuerberater) Umsatzsteuervoranmeldung und
Umsatzsteuererklärungen eingereicht.

lese, kann ich nur den Kopf schütteln und sagen: Wie kann man nur so doof sein, und wieder nur halb weiter machen!

Nun ist die Frage, wie das Finanzamt auf so seltsame Zahlen
kommt,

Durch die Schätzungen

die wenn man sie vergleicht, völlig unschlüssig
ineinander sind.

Das liegt an den Schätzungen

dann kann doch dort irgendwas nicht stimmen, oder!?

Wieso?

Der Verdacht das irgendwas nicht stimmen könnte, kommt daher:

Umsatzsteuer 2001 511,29 Euro
Einkommensteuer 2001 536,86 Euro

Fast der gleiche Betrag also.

Umsatzsteuer 2007 587,87 Euro
Einkommenststeuer 2007 0,00 Euro

Das sieht schon ganz anders aus.

Auch wenn man 2004 sieht, keine Einkommensteuer aber fast 1000 Euro Umsatzsteuer …

Das kommt einem irgendwie komisch vor …

Umsatzsteuer 2007 587,87 Euro
Einkommenststeuer 2007 0,00 Euro

Das sieht schon ganz anders aus.

Auch wenn man 2004 sieht, keine Einkommensteuer aber fast 1000
Euro Umsatzsteuer …

Das kommt einem irgendwie komisch vor …

Nein, im Gegenteil, das ist sogar äußerst realistisch.

Das zeigt aber, dass das ganze System nicht verstanden wurde.

Und noch eins: Schätzungen sind naturgemäß immer falsch, sie können nie richtig sein.

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Also um mal zu schauen, was nicht verstanden wurde:

Umsatzsteuer ergibt sich aus der Steuer die man vereinnahmt hat (geschriebene Rechnungen) und der, die man verauslagt hat (erhaltene Rechnungen), richtig???

Und Einkommensteuer wird nur gezahlt, wenn das Einkommen (Umsatz minus Ausgaben minus Steuern) eine bestimmte Höhe erreicht!?

Hast Du ganz zufällig auch mein Post gelesen?

Ja, Post wurde gelesen.

Dass sich kein „richtiger Steuerberater“ gesucht wurde, liegt an den momentanen geringen und unregelmäßigen Einnahmen.

Alle anderen Fragen bzw. Sachverhalte wurden glaube ich in den anderen Posts bereits erläutert und ich hoffe dann noch auf eine Antwort, ob ich das Grundprinzip der Berechnung verstanden habe …

Nein, das Grundprinzip wurde nicht verstanden. Hier kann nur noch ein Steuerberater helfen, um Schlimmeres zu vermeiden.

Schöne Grüße
e

Könntest du dann evtl. ganz kurz erklären, wo der Denkfehler liegt und wie es richtig wäre?

Moin,

"Wie kann man nur so doof

sein und so lange keine Steuern zahlen".
=> verkneifen könnte man es sich aber leider nicht…

Das ist nun so passiert und man muss irgendeine Lösung dafür finden.

=> Guter Ansatz und nun schleunigst zum Steuerberater bevor es noch schlimmer wird. Wenn Sorge wegen Kohle: Die Situation schildern. Es soll tatsächlich Steuerberater geben, die nicht geldgeil sind und nur Golf spielen. Und der kann dann auch mittels Vollmacht direkt mit dem FA alles weitere verhandeln.

Nun hat dieser jemand eine Aufstellung vom Finanzamt bekommen,
die den helfenden jemanden etwas ins grübeln gebracht hat, wie
das Finanzamt auf solche Zahlen kommt.

=> Dann sollte der Möchtegernexperte mal einen Blick in die Abgabenordnung werfen. Dann weiß er zumindest grob wie das FA auf die Zahlen kommt. Und das es das auch darf!

Nun ist die Frage, wie das Finanzamt auf so seltsame Zahlen
kommt, die wenn man sie vergleicht, völlig unschlüssig
ineinander sind.

=> Die Umsatz- mit der Einkommensteuersteuer zu vergleichen ist wie der berühmte Vergleich von Äpfel und Birnen. Einfach unmöglich.

Ein jetziger Einspruch gegen die Steuerbescheide ist ja leider :rechtlich nicht mehr möglich, meinte das Finanzamt, aber wenn man :sich die Zahlen so anschaut, dann kann doch dort irgendwas nicht :stimmen, oder!?

=> Natürlich nicht, denn es sind ja Schätzungen, erstellt anhand von Richtwerten. Und die gibt es für jede Branche usw. Werden auch gerne bei Betriebsprüfungen zu Rate gezogen. Schätzungen sind der ultimative Wink mit dem Zaunpfahl mal seiner Pflicht als Steuerpflichtiger nachzukommen. Und wäre man das, dann wäre es nicht so teuer geworden…
Ein Einspruch ist, wenn die Einspruchsfrist abgelaufen ist, tatsächlich nicht mehr möglich (und das ist keine Meinung eines FA’s sondern Gesetz), aber evtl. eine Berichtigung nach § 164 AO, wenn die Bescheide mit Hinweis auf diesen Paragrafen erlassen wurden. Deswegen wäre es wirklich sinnvoll, diese Dinge jmd. anzuvertrauen, der Ahnung hat. Und das ist der Steuerberater.

Schöne Grüße

Kurz geht nicht, denn nicht umsonst ist das deutsche Steuerrecht eines der kompliziertesten der Welt. Und nicht umsonst ist es alles andere als einfach einen Beruf in dieser Branche (das gilt schon für den „simplen“ Beruf Steuerfachangestellter) zu erlernen.
In so einem angenommenen Fall ist dieses Forum - bei allem Respekt - nicht der richtige Ort.

Das Finanzamt zieht bei der Ermittlung der Einkommen- und Umsatzsteuer Richtsätze zu raten. Diese wurden anhand gleicher Unternehmen etc… erstellt. Und da wir im Steuerrecht auch von der Abschnittsbesteuerung sprechen, führen neue Richtsätze und Gesetzesänderungen zu den unterschiedlichen Zahlen in den jeweiligen Jahren. Die Ermittlung der Umsatzsteuer hat nix, rein garnix mit der Ermittlung der Einkommensteuer zu tun. Daher können diese Zahlen auch nicht verglichen werden.

Im Groben: Umsatzsteuer minus Vorsteuer, welche wohl auf den Schätzungsbescheiden sicherlich 0 Euro beträgt und somit ergibt sich eine Zahllast, wenn denn ja auch keine Umsatzsteuer vorausgezahlt wurde.

Einkommensteuer: Gewinnermittlung (Einnahmen minus Ausgaben), dann Ermittlung der Einkünfte. Abzüglich Sonderausgaben etc. gleich zu versteuerndes Einkommen. Und damit Ermittlung der Steuer. Wenn keine Einkommensteuern vorausgezahlt wurde, können diese auch nicht angerechnet werden.

Schöne Grüße
e

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durch die Hilfe einer weiteren Person (kein
Steuerberater) Umsatzsteuervoranmeldung und
Umsatzsteuererklärungen eingereicht.

lese, kann ich nur den Kopf schütteln und sagen: Wie kann man
nur so doof sein, und wieder nur halb weiter machen!

Und am besten teilt man dem Finanzamt noch mit, dass ein fremder Dritter, der kein Steuerberater ist, die USt-Voranmeldungen abgibt.

Die freuen sich, denn dann können sie ein Bußgeldverfahren einleiten.

Dass sich kein „richtiger Steuerberater“ gesucht wurde, liegt
an den momentanen geringen und unregelmäßigen Einnahmen.

ach, und das erlaubt eines verstoß gegen geltendes recht??? ich denke, wohl kaum.

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zum allgemeinen Verständnis: die Steuererklärung wurde weder von dieser Person allein abgegeben noch erstellt. Diese Person hat lediglich helfend zur Seite gestanden. Und das war auch nicht irgendein dahergelaufener Kumpel oder so, sondern eine ECHTE Vertrauensperson die auch über alle anderen finanziellen und wirtschaftlichen Gegebenheiten informiert ist.

So, und nun ist gut hiermit und danke an alle für nicht viel konstruktives!!!

Nicht viel konstruktives?!?
Also bei dem was da mit Hilfe einer „Vertrauensperson“ hier verzapft wurde, wurde hier mit sehr vielen konstruktiven Hinweisen reagiert… Und bei soviel Nonsense muss man sich auch mal was anhören und sich von dem auch was annehmen…

Da fällt mir nur noch eines ein:
Soviel Undankbarkeit!!!

DANKE FÜR ALLES!!!