Hallo,
ich habe folgendes Problem.
Ich versuche im Rahmen meiner Diplomarbeit über einen Fragebogen etwas über Wissensmanagement herauszufinden.
Da ich nur begrenzte Ressourcen von der Firma zur Verfügung gestellt bekommen habe, konnte ich den Fragebogen an 60 Leute verteilen…
Als Grundgesamtheit nehme ich die Mitarbeiter der Firma, 142 Stück, an.
Leider ist meine Rücklaufquote bisher eher gering, ich habe nur 14 Antworten erhalten!
Bei einer stat. Sicherheit von 95% und einem Stichprobenfehler von +/- 10% ergibt sich bei einem 50/50 Split ein benötigter Rücklauf von 58 Antworten.
Gibt es für dermaßen geringe Grundgesamtheiten vielleicht noch andere Formeln? Muss ich wirklich 58 Antworten bekommen? Oder reichen vielleicht doch weniger?
Danke!
Leider ist meine Rücklaufquote bisher eher gering, ich habe
nur 14 Antworten erhalten!
Die Frage ist doch eher:
Warum ist der Rücklauf so gering?
Woher weißt du, dass die Stichprobe dann nicht schon verzerrt ist?
Warum ist der Rücklauf so gering?
Woher weißt du, dass die Stichprobe dann nicht schon verzerrt
ist?
Ich denke, die Antwortquote ist eventuell so gering, weil ich den Fragebogen nicht persönlich, sondern über die Hauspost verteilt habe!
Ich habe die 60 Leute per einfacher Zufallswahl ausgewählt und da es alles Angestellte im Verkauf sind, handelt es sich um eine relativ homogene Gruppe.
Meinst Du nicht, daß es innerhalb dieser Gruppe faule und fleißige gibt, engagierte und gleichgültige, gewissenhafte und schlampige usw. Eine Analyse, welche dieser Fraktione Zeit und Lust zum Ausfallen hatte und wie die enstsprechenden Verzerrungen aussehen, dürfte nicht ganz einfach sein.
Gruß,
Christian
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Meinst Du nicht, daß es innerhalb dieser Gruppe faule und
fleißige gibt, engagierte und gleichgültige, gewissenhafte und
schlampige usw. Eine Analyse, welche dieser Fraktione Zeit und
Lust zum Ausfallen hatte und wie die enstsprechenden
Verzerrungen aussehen, dürfte nicht ganz einfach sein.
Gruß,
Christian
Es handelt sich bei der Untersuchung ja auch um eine empirische.
Ist die Repräsentativität bei der Untersuchung spezieller Populationen, so wie der Mitarbeiter einer Firma, nicht eh zweitrangig?
Die betrachtete Grundgesamtheit beträgt 125 Leute (Mitarbeiter im Büro abzgl. Werkstatt und Außendienst), die Stichprobe sind 60 Leute.
Antworten mittlerweile 23. Das ergibt immerhin 18% der Grundgesamtheit und eine Rücklaufquote der Stichprobe von 38%.
Aus empirischer Sicht… ist diese Umfrage aussagekräftig, sprich: kann ich sie verwenden oder ist das eine mangelhafte Datenbasis?
Meinst Du nicht, daß es innerhalb dieser Gruppe faule und
fleißige gibt, engagierte und gleichgültige, gewissenhafte und
schlampige usw. Eine Analyse, welche dieser Fraktione Zeit und
Lust zum Ausfallen hatte und wie die enstsprechenden
Verzerrungen aussehen, dürfte nicht ganz einfach sein.
Gruß,
Christian
Es handelt sich bei der Untersuchung ja auch um eine
empirische.
Ist die Repräsentativität bei der Untersuchung spezieller
Populationen, so wie der Mitarbeiter einer Firma, nicht eh
zweitrangig?
Kommt darauf an, ob man mit dem Ergebnis der Untersuchung etwas anfangen will bzw. was man damit anfangen will. Da zum Ausfüllen eines Fragebogens Zeit und Lust benötigt, wird man von faulen, überlasteten oder desinteressierten Mitarbeitern vermutlich keine Antwort bekommen. Das kann das Ergebnis der Untersuchung durchaus verfälschen - muß aber natürlich nicht.
Bei uns gab es neulich auch eine Umfrage zum Thema Gesundheits am Arbeitsplatz oder so ähnlich, bei der es u.a. auch um das Arbeitsaufkommen ging. Der Fragebogen umfaßte rund 100 Fragen. Wer überlastet ist, hat für so einen Blödsinn keine Zeit. Ergebnis: Die Studie wird im Zweifel eine zu geringe Arbeitsbelastung ausweisen.
Anderes Beispiel: Wenn man im Fragebogen danach fragt, ob die Mitarbeiter Fragebögen ausfüllen und zurücksenden, wird man logischerweise bei dieser Frage ein Ergebnis von 100% Zustimmung erhalten.
Da ich den Inhalt Deines Fragebogens nicht kenne, kann ich auch nicht beurteilen, ob es zu derartigen Verzerrungen kommen kann. Das mußt Du schon selbst entscheiden.
Wenn es Dir im übrigen nur um die Frage geht, ob die Rücklaufquote eine - bezogen auf die Grundgesamtheit - statistisch relevante Größe erreicht hat, bist Du damit m.E. besser im Bereich Mathematik aufgehoben.
Gruß,
Christian
Aus empirischer Sicht… ist diese Umfrage aussagekräftig,
sprich: kann ich sie verwenden oder ist das eine mangelhafte
Datenbasis?
Was spricht dagegen, die empirische Untersuchung auf dieser Datenbasis durchzuführen und dann die Ergebnisse kritisch in diesem Kontext zu betrachten?
Ich glaub eigetlich die Kategorie hier ist richtig.
Umfrage um in einem speziellen Unternehmen etwas über die Barrieren im Wissensmanagement herauszubekommen.
Grundgesamtheit: 125 (homogene Gruppe)
Stichprobe: 60 (per einfacher Zufallswahl ohne Zurücklegen)
Rückläufer: 33
Validität und Reliabilität kann ich auf Grund begrenzter Ressourcen nicht eingehend prüfen.
Komme auf eine stat. Sicherheit von 90% und einem Stichprobenfehler von ca. 13-14%.
Was genau sagt das aus?
Daten brauchbar?
Grundgesamtheit: 125 (homogene Gruppe)
Stichprobe: 60 (per einfacher Zufallswahl ohne Zurücklegen)
Rückläufer: 33
Komme auf eine stat. Sicherheit von 90% und einem
Stichprobenfehler von ca. 13-14%.
Was genau sagt das aus?
Daten brauchbar?
Hallo Jan,
ich versteh nicht viel von Stat, aber die Beantwortung deiner Fragestellung ist doch eigentlich orginär deine Aufgabe im Rahmen Deine Arbeit, oder? In meinen Augen wirfst du hier mit tollen Fachbegriffen rum und hast selber gar keine Interpretation was deine ganzen Stat-Techniken bringen. Nicht mal einen Interpretations-vorschlag bringst Du. Warum eigentlich nicht???
Findet sich in deinen Stat-Books keine Interpretation eines Stichprobenfehlers von ca. 13-14% … ?
Gruß
Steffi
Meinst Du nicht, daß es innerhalb dieser Gruppe faule und
fleißige gibt, engagierte und gleichgültige, gewissenhafte und
schlampige usw. Eine Analyse, welche dieser Fraktione Zeit und
Lust zum Ausfallen hatte und wie die enstsprechenden
Verzerrungen aussehen, dürfte nicht ganz einfach sein.
Hallo!
Ich würde Christian hier voll zustimmen: die Motivation der Mitarbeiter könnte als wesentlicher STÖREINFLUSS betrachtet werden. Gerade wenn die Fragestellung eine wissenschaftliche ist.
Natürlich kann man die Ergebnisse trotzdem auswerten - alles andere wäre nicht-wissenschaftliches Arbeiten. Allerdings ist bei der Interpretation der Ergebnisse Vorsicht geboten.
Einfacher wäre es aber gewesen, die Mitarbeiter persönlich aufzusuchen und sie zu bitten, denm Fragebogen auszufüllen. Es spricht aber nichts dagegen, dies in einem zweiten Rekrutierungsschritt zu tun. Dann sollte man eine weitere unabhängige Variable (die der Rekrutierung) in Betracht ziehen und in die Auswertung mit einfließen lassen.
Generell ist zu Auswertungen zu sagen: erfolgen sie rein deskriptiv, dann kann die Stichprobe eigentlich nicht groß genug sein. Hier gibt es Faustformeln, die häufig viel und gleichzeitig nichts sagen (deswegen auch Faustformeln).
Sollen inferenzstatistische Erkenntnisse gewonnen werden, so muss die Stichprobe nicht besonders groß sein; in dem Fall kann auf Jacob Cohen verwiesen werden, sowie sein Vorschlag zu Schätzung der „Power“ einer Untersuchung.
Die Reliabilität einer Untersuchung kann über Cronbachs Alpha geschätzt werden. Wenn Excel vorhanden ist kostet das nichts.
Bei einer überschaubaren Firmengröße von 125 hätte meiner Meinung nach aber auch nichts dagegen gesprochen, allen 125 Mitarbeitern den Fragebogen zukommen zu lassen.
LG
Patrick
Bin mittlerweile mit der Auswertung etwas fortgeschritten.
Letztendlich haben 43 Leute geantwortet, was bei 95%iger stat. SIcherheit zu einem SP-Fehler von 12,3% und bei 90%iger Wahrscheinlichkeit zu einem SP-Fehler von 10,7% führt.
Bezüglich der Bedeutung dieser Werte finden sich in der Literatur allerdings keine wirklich brauchbaren Informationen. Dort ist immer nur von 95% und 5% Fehler die Rede, was ich allerdings nicht realisieren konnte, da ich hier nur 60 Leute zu max. 15min in Anspruch nehmen durfte (da ja dadurch max. 60x0,25 Arbeitsstunden drauf gehen und das ja auch alles Geld kostet)
Leider gibt es bei vielen Fragen auch starke Streuungen, wodurch ich die Ergebnisse höchstens als Tendenzen bewerte.
Die Erhebung sollte die firmeninterne Informationsstruktur analysieren (sprich: welche Informationen sind in welchem Maße vorhanden, wie oft werden diese benötigt und wie wird der Zugang zu diesen eingeschätzt), Probleme bei der Weitergabe aufdecken (technisch, personell etc.) und aufzeigen, welche Funktionen eine potentielle neue Software (Datenbank, Wiki, whatever) haben sollte.
Ich werd damit leben müssen.