Stiftung warentest - verlässlich?

Hallo,

wie „gut“ ist eigentlich die bewertung von stiftung warentest zu bewerten? letztens hab ich erst gehört, dass die nicht immer ganz neutral sind, da z.B. Mitarbeiter gleichzeitig bei einer bestimmten Firma mitarbeiten und deren Produkte bewusst aufwerten… ist da was wahres dran? mfg

Du musst bedenken, dass auch die Mitarbeiter der Stiftung Warentest nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen haben, subjektive Ansichten haben und auch nicht immer auf dem neuesten Wissensstand sind.
Die Ergebnisse sind also allenfalls als grober Leitwert zu nehmen und kritisch zu hinterfragen.
Ich weiß noch selber, dass z.B. früher in einen Digitalkameratests manchmal Blödsinn stand.

Hallo,
gegenüber vielen anderen haben deren Tests schon einige Vorteile. Vor allem ist die Stiftung unabhängig finanziert, kann also wirklich schreiben, was sie bei ihren Tests rausgefunden haben (es soll schon mal vorkommen, daß große Werbekunden bei anderen damit drohen die Werbung zurückzuziehen - wer soll da noch nennenswert was dagegen veröffentlichen?)
Z.B. werden die Produkte anonym eingekauft und nicht von den Firmen zur Verfügung gestellt, wie das bei Zeitschriften sehr oft der Fall ist - dadurch können aber natürlich keine Produkte getestet werden, die es noch nicht am Markt gibt. Gerade in schnellebigen Märkten sind die Tests dann schon „veraltet“, wenn sie veröffentlicht werden.
Die Gewichtungen sind natürlich immer irgendwie willkürlich. Einem Freak ist es z.B. oft völlig egal, ob das Handbuch verständlich ist. Da sich die Tests aber an „normale Menschen“ richten, führt ein schlechtes Handbuch regelmäßig zu einem schlechteren Testergebnis, auch wenn es sonst ein super Produkt ist. Man eben selbst angemessen gewichten, was einem wichtig ist. Ich schaue nie auf das Gesamtergebnis sondern nur auf die Teilergebnisse.

Cu Rene

Hallo,

sagen wir es mal so: Wo findest Du unabhängigere Tests?

Sicherlich kann man auch an der Stiftung Warentest berechtigt die ein oder andere Kritik üben, aber ganz ehrlich, mir fällt keine bessere Alternative ein. Die unabhängige Finanzierung wurde schon genannt, die bei den ganzen Zeitschriften, die insbesondere von den großen Anzeigen der Markenhersteller leben, fehlt. Die Stiftung ist zudem eine Traditionseinrichtung, deren Bewertungen über die gesamte Lebenszeit nur ganz selten erfolgreich juristisch angegangen worden sind. Zudem deckt sie eine Bandbreite ab, mit der es kein anderer aufnehmen kann.

Allerdings ist dies vielleicht auch ein Schwachpunkt, denn wer sich überall auskennt, kennt sich im Detail oft nicht so gut aus, wie ein Spezialist. Daher würde ich die Ergebnisse der Stiftung nicht isoliert betrachten, wenn es auch noch parallele Tests von Spezialisten gibt.

Hinzu kommt natürlich immer, welche Schwerpunkte in Tests gesetzt werden, und ob diese Gewichtung mit der eigenen Gewichtung übereinstimmt. Die Stiftung testet sehr in Richtung Sicherheit und Handhabbarkeit für jedermann, und legt weniger Wert auf technische Spitzenleistungen und Dinge jenseits der durchschnittlichen Wahrnehmung. D.h. Technikfreaks mit Lust am Schwanzvergleich sind hier sicher nicht so gut aufgehoben, wie der „durchschnittliche“ Nutzer, der einfach nur ein langlebiges, sicheres und durchschnittlichen Anforderungen gerecht werdendes Produkt haben will. Und je nach Produkt kann dieses Interesse ja auch bei ein und dem selben Menschen unterschiedlich sein. Staubsauger und Waschmaschine sind keine Dinge, an denen das Herz hängt. Dem einen ist auch die Stereoanlage egal, dem anderen nicht. Dafür legt der eine Wert auf die beste Videokamera, …

Gruß vom Wiz

Stiftung Warentest ist weiss Gott nicht unabhängig!
Der größte Teil der Finanzierung kommt von einem Bundesministerium.
Insofern kann man sich vorstellen, dass die Zeitschrift bei poltisch heiklen Themen wie der Rieste-Rente nicht die Wahrheit sagen darf.
Die Riester-Rente wird immer zu positiv dargestestellt, auf die Gefahren wird nicht richtig eingegangen, und die Renditeberechnungen sind sehr nach oben geschönt.
Auch Berechnungen zur Rendite einer Solaranlage sind in die Kritik geraten, weil sie zu Anbieterfreundlich waren.
Auch bei anderen ökonimischen Untersuchungen wie dem Vergleich Kaufen oder Bauen kann man immer wieder nur staunen, mit welchem Dilettantismus vorgegegangen wird. Da kann man manchmal wirklich nur noch vermuten, dass das Ergebnis schon vorher festgestanden hat. ansonsten müßte man fesstellen, dass eine weiterreichende ökonomische Ausbildung offensichtlich nicht stattgefunden hat.
Ich lese Stiftung Finanztest,aber ich gebrauche nebenher noch meinen gesunden Menschenverstand.