'Stilechte' Verzierungen

Hallo allerseits!

Mich hat vor einiger Zeit der Hafer gestochen und ich habe angefangen, Gesangsunterricht zu nehmen. Da soll ich unter anderem bei Barockstücken selbst Verzierungen hineinbauen, was mir viel Spaß macht und auch einigermaßen zu funktionieren scheint.
Bloß, ich habe irgendwie das Gefühl, gewissermaßen in einer fremden Sprache Silben nachzuplappern, ohne recht zu wissen, was sie bedeuten. Ich weiß vage, dass es schon gewisse Sitten und Gebräuche gab, so zu verzieren, dass man damit nicht einfach nur schöne Phrasen singt, sondern das Original ausdrucksvoller gestaltet (vom Austoben einmal abgesehen).
Weiß jemand, wie ich mich in diesen „Sprachgebrauch“ einarbeiten kann? Ich dachte an Sammlungen mit Stücken, bei denen schon Vorschläge für ausgezierte Versionen drin sind, oder auch theoretische Äußerungen aus der Barockzeit selbst.
Momentan ist es meist Händel, aber mich interessiert natürlich alles, was es aus diese Epoche gibt.

Schon mal vielen Dank,

Beate

Weiß jemand, wie ich mich in diesen „Sprachgebrauch“
einarbeiten kann? Ich dachte an Sammlungen mit Stücken, bei
denen schon Vorschläge für ausgezierte Versionen drin sind,
oder auch theoretische Äußerungen aus der Barockzeit selbst.
Momentan ist es meist Händel, aber mich interessiert natürlich
alles, was es aus diese Epoche gibt.

Hallo, Beate!

Für diejenige Musik, deren Aufführungspraxis keine Kontinuität in unsere Epoche herüber hat (im Gegensatz etwa zur Musik des 19. Jahrhunderts,) ergibt sich immer die Frage nach dem Wie der Realisierung. Das ist aber ein weites Feld, weil hier eigenes ästhetisches Empfinden, gewohnte Ausführungspraxis und eruiertes historisches Vefahren zusammen- und entgegenwirken.
Obwohl ich mich in historischer Aufführungspraxis zu wenig auskenne, wage ich Dir einen Rat zu geben, weil noch niemand was gepostet hat und es in erster Linie darum geht, die eigene Geschmackssicherheit zu vervollkommnen.
Ich rate Dir einfach zu dem Verfahren, das ich für die Orgel anwende. Ich besorge mir bei Werken, über deren Ausführung ich im Zweifel bin, Aufnahmen von Interpreten, denen ich in dieser Hinsicht vertrauen kann (wegen Kritiken und eigenem Eindruck) und studiere das durch Hören und Mitlesen und Ausprobieren.
J. S. Bach hat viele Verzierungen genau ausgeschrieben, Händel lässt mehr Freiheit.
Harnoncourt (Klangrede) hat sich zu einigem geäußert, aber mehr zu Instrumenten.
Geh in eine gute Musikbibliothek (München, Am Gasteig z. B.) und hör Dir an, was und wer Dich interessiert, und suche nach der Theorie dazu in den Papierbüchern, wenn s Guhgeln nichts bringt!
Viel Spaß beim Singen!
H.