Stilfrage

Hallo Germanisten und Stilkundige,

ein Freund hat für seine Firma eine Stellenausschreibung geschrieben (jawoll, sowas gibt es noch) und ist bei einem Satz mit seiner LAG ein wenig überquer gekommen.

Die strittige Stelle lautet:

Ein angenehmes, soziales Umfeld in einem jungen, aufgeschlossenem Team

Seine Freundin meint aber es müsse ‚aufgeschlossenen‘ heißen.

Ich tendiere zur ersten Variante.

Watt is nu richtig?!

Gandalf

Hallo Gandalf,

Ein angenehmes, soziales Umfeld in einem jungen,
aufgeschlossenem Team

Seine Freundin meint aber es müsse ‚aufgeschlossenen‘ heißen.

Ich tendiere zur ersten Variante.

Watt is nu richtig?!

Seine Freundlin hat recht: „[…] in eine m junge n , aufgeschlossene n , tolle n , dynamische n und erfolgreiche n Team“. Also: „einem“ mit „m“ und alle Attribute danach mit „n“.

Mit eine m freundliche n , nette n Gruß
Martin

Seine Freundin hat Recht
Hallo Gandalf,

Ein angenehmes, soziales Umfeld in einem jungen,
aufgeschlossenem Team

Bei derartigen Aufzählungen gilt ‚einem‘ sowohl für ‚jung‘ als auch für ‚aufgeschlossen‘ (und was sonst noch folgen sollte), ergo ist Variante 2 richtig.

Beste Grüße

Tessa

Hi Tessa & Martin,

erst mal vielen Dank!

Isch sach et ja, mein Deutsch ist hundsmiserabel :frowning:

Gandalf

Hallo,

abgesehen davon, dass sich beide Formulierungen nicht gerade toll anhören, tendiere ich auch eher zu „aufgeschlossenen“ Team, da „aufgeschlossenem“ hier wie ein Passiv wirkt. Das soll es aber wohl nicht sein.
Gruß,
Aragorn

Ein angenehmes, soziales Umfeld in einem jungen,
aufgeschlossenem Team

Hallo, Gandalf,
ich nehme an, vor dem obigen Ausriß kommt noch „Wir bieten …“
Dann aber ist m.E. das Komma nach „angenehmes“ falsch, denn „soziales Umfeld“ ist ja der Begriff, der mit der Eigenschaft „angenehm“ näher bestimmt wird. Anders ist es mit dem „jungen, aufgeschlossenen Team“. Hier wird der näher zu bestimmende Begriff „Team“ durch zwei gleichwertige Eigenschaften gekennzeichnet: sowohl „jung“ als auch „aufgeschlossen“

Zur Bildung des Dativ bei Adjektivreihung wurde Dir ja schon Rat.
Schönen Gruß
Eckard

Hallo, Aragorn,

da „aufgeschlossenem“ hier wie ein Passiv wirkt.

Ich verstehe nicht, wie du hier auf „Passiv“ kommst. Das Partizip II „aufgeschlossen“, wird zwar auch beim Passiv verwendet, aber hier ist es eindeutig als Adjektiv gebraucht, denn es ist dekliniert, und das passiert beim Partizip II im Passiv nie.

Oder?
Fritz

Hallo Fritz

Ich verstehe nicht, wie du hier auf „Passiv“ kommst. Das
Partizip II „aufgeschlossen“, wird zwar auch beim Passiv
verwendet, aber hier ist es eindeutig als Adjektiv gebraucht,
denn es ist dekliniert, und das passiert beim Partizip II im
Passiv nie.

Wie du sicherlich gelesen hast, habe ich das Wort „wirkt“ verwendet. Es ist natürlich kein Passiv, nach meinem Sprachgefühl „wirkt“ es eben seltsam und klingt wie ein Passiv.
Vielleicht stimmt da was mit meinem Sprachgefühl nicht?! :wink:
Lieber Gruß,
Aragorn

Hallo Aragorn!

Sprachgefühl „wirkt“ es eben seltsam und klingt wie ein
Passiv.

Es wirkt falsch, weil es falsch ist: die Endung muss "n"heißen!

Vielleicht stimmt da was mit meinem Sprachgefühl nicht?! :wink:

Vielleicht interpretierst du dein Gefühl bloß falsch:wink:).

Fritz