Hallöchen,
meine Meinung:
Erstens du musst ganz dem EU vertrauen, dass er alles richtig und korrekt macht.
Vor allem: Er hat die Möglichkeit, dir Einkünfte zu verheimlichen. Du musst auch dran denken, dass bei der Bilanz am Jahresende viele Abschreibungen stattfinden.
So manches was ein EU auf Firmenkosten mit Quittung kauft, landet nicht in der Firma, sonmdern im Privathaushalt.
Getankt wird auf Firmenkosten oder Firmenwagen werden auch privat genutzt (ohne, dass es bekannt gemacht wird. Der Privatwagen bleibt halt stehen)
Welcher Einzelunternmehmer sagt jetzt „Das habe ich noch nie geamcht“?
Das ist völlig weltfremd oder unwahr. Aber unabhängig davon, musst du damit immer rechnen.
Alles zusammen ergibt dann in der Bilanz einen geringeren Gewinn. Also auch weniger Geld für dich.
Wenn er jetzt noch zusätzlich ein Gehalt bekommen würde…
´Tarifvertrag Einzelahndel:
ca 2700 € / Monat + Abgaben ca. 30% = 3.600 € Monatskosten = 43.200 pro Jahr.
Diese 43.000 erhöhen die Ausgaben und fehlen damit beim Gewinn.
Beispiel:
Euer Jahreseinkauf beträgt 1.000.000 €.
Ihr kalkuliert und erzielt im Durchschnitt 5% reinen Gewinn (im Handel ein normaler Satz)
50.000 € würden also durch 2 geteilt = 25.000 für jeden.
Nun mindert sein Gehalt aber den Gewinn um 43.000 = nur noch 7.000 Gewinn.
Im gesamten Jahr für dich also 3.500 € (für dein Verlustrisiko) und für ihn netto 32.400 Gehalt + 3.500 Gewinn = 35.900 €
Wie sieht die Sachlage denn jetzt aus ?
Oder habe ich da etwas falsch gerechnet ? könnte ja sein.
Du sprichst immer von 50% Einlage.
50% vom vorhandenen Betriebsvermögen ? Vom vorhandenem Warenwert ? Von vorhandenen Geldmitteln ?
Für mich ergibt das immer andere Werte…
Wenn die Firma 100 Tsd. an Betriebsvermögen hat, sind da auch Kfz, Möbel, Verbrauchsmaterial usw… erfasst.
Die können aber nicht im Notfall veräußert werden um z.B. Kredite abzulösen.
Du knallst also deine 100Tsd auf den Tisch, während seine Geld- und Warenwerte vielleicht nur noch 20.Tsd betragen.
Und wenn du das so siehst… ohne deine Kohle könnte er sich vielleicht nicht mehr über Waser halten.
Ich an deiner Stelle würde einen Gesellschaftsvertrag machen, in dem du NICHT nur stiller bist, sondern die gleichen Rechte hast aber nur mit deinem Anteil haftest.
Ihr vereinbart, dass der EU auch in deinem Namen handeln darf.
(Rechtsgelehrte weist bitte alle Gesellschaftsformen auf, die diese Möglichkeiten bieten - und wie die offiziellen Begriffe für Formen der Vertetung sind ppa. etc?)
Der EU handelt dann normal weiter wie sonst. Wenn du aber siehst, dass er zuviel Geld „verplempert“ oder beiseite bringt, kannst du immer noch sagen „nich mit mir“. Das geschäft wird rückgängig gemacht.
Ich habe einige Male miterlebt, wie sowohl stille Teilhaber als auch EUs ausgebootet wurden.Seitdem bin ich sehr vorsichtig und versuche immer alles Negative vorauszusehen. Vielleicht hilfts ja.
Du brauchst dir übrigens keine moralischen Probleme bereiten:
Der EU nimmt dich nicht aus Freundlichkeit auf, sobndern weil er ohne dich nicht so arbeiten kann wie er will oder weil er dicke Finanzprobleme hat.
Dein Risiko ist immer höher als seins, weil du als Stiller Teilhaber nichts beeinflussen kannst.
Seine Arbeit ist deshalb nicht gesondert zu bewerten, weil er dadurch seine Ideen verwirklichen kann. Ohne dich wäre das nicht so.
Er muss dir also danken. Und das macht er halt durch seine Arbeit.
Im Folgenden hatte ich mich 2 Stunden über Moral, Geldgeschäfte und Banken ausgelassen… wurde im Nachhinein aber zuiel und das Thema immer umfangreicher. habe dann wieder gelöscht
Geld und Moral… zwei Dinge die oft nicht miteinander vereinbar sind.
Herbert Begerow 1985:
"Handel ist, wenn man andere nicht NUR betrügt "
Entscheide selbst, wie dankbar er dir sein kann oder wie dankbar du ihm sein musst, dass er dein Geld nimmt.
Gib ihm nur zusätzliche Anteile vom Gewinn. Zahle ihm nie Gehalt. Das zieht Kosten (Krankenkasse etc.)nach sich, die nur dir den Gewinn schmälern. Ihm aber zusätzliche Vorteile bringen (er ist plötzlich pflichtversichert und braucht sich nicht mehr privat drum kümmern)
Zum guten (?) Ende:
Lasse deinen EU durch Creditreform oder einen unabhängigen Finanzberater prüfen wie seine Finanzlage ist.
Ist es sein 1. Unternehmen oder hatte er schon mehrere ?
Lasse dich ausgiebig beraten. Lasse einen eventuellen Vertrag durch deinen eigenen Anwalt/Notar gegenprüfen
(wes Brot ich ess, des Lied ich sing)
Und wenn alles läuft… lasse dir am Ende jeden Jahres die Bücher zeigen. (nicht nur die Bilanz)
Vergleiche die monatlichen BWAs. Werden zum Jahresende mehr Forderungen als Uneinbringlich abgeschrieben? Das ist ein Hinweis, dass der Gewinn gemindert werden soll.
Wenn du selbst nicht durchblickst (musst du ja nicht) lass dir Unlogisches erläutern oder gib es an einen Fachmann weiter.
Hauptsächlich du bekommst, was ihr vereinbart habt und dir also auch zusteht.
Viel Erfolg
BJ