Hallo!
Ich suche ein Stilmittel, welches folgende Kriterien hat:
Angenommen, man liest einen Text, der im Jahre 1940 verfasst wurde und kurz vor untergang der Titanic (ca. 1912) spielt.
Eine der Hauptpersonen sagt: „In einer Woche startet die Titanic, ein unsinkbares schiff, wirklich unsinkbar.“
Der Leser, sowie der Autor wissen ja, dass die Titanic eben doch sinkbar war und gesunken ist. Wie nennt man diese Assoziation zu einem Ereignis in einem Text, dass bereits stattgefunden hat ??
der Autor lässt seine Figur eine Vorhersage, eine Profezeiung äußern, über deren tatsächlichen Eintitt die Figur nichts wissen kann; Autor und Leser aber haben dieses Ereignis bereits als geschichtlich stattgefunden habendes im Kopf.
Tut mir Leid…
…dass ich schon wieder den Besserwisser machen muss, lieber Fritz, aber
ein „vaticinium ex eventu / post eventum“
wäre es nur, wenn der Sprecher den Untergang des „unsinkbaren“ Schiffes weissagen würde. Er aber glaubt ja an die Unsinkbarkeit - und nur der wissende Leser assoziiert das Gegenteil.
Wie man das nun allerdings nennt - dafür brauchen wir wohl einen Noch-Besser-Wisser.
wenn ich mich nicht irre, wäre dies eine „auktoriale“
erzählebene, was bedeutet:
sowohl autor als auch leser wissen bescheid, nur die armen
handelnden personen tappen im dunkeln.
ein ziemlich beliebtes stilmittel auch bei filmproduktionen.
hat allerdings nix mit assoziationen zu tun.
im gegensatz dazu befände sich dann die „personale“ ebene, wobei
eine perspektive einer fiktiven figur benutzt wird, wobei
übergeordnete informationen hinausgefiltert werden. hier weiß
der leser soviel wie die figur, während der autor feixend neuen
rotwein aufmacht.
wars das?
gruß,
frank
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ich erfinde hiermit einen gelehrten Ausdruck dafür. Er heißt connotatio ex eventu , also „Assoziation aufgrund des inzwischen Geschehenen“. Ich stelle dir die kostenlose Verwendung frei
Das …
habe ich eben auf den gleichen Einwand Helene geantwortet:
Hallooooh,
manchmal probiere ich solche Schreibungen, um zu sehen, wie ich das ertrage. Es war oder ist so eine Art Test. Ich wollte wissen, wie andere Leute, wie du z. B., darauf reagieren.
Obwohl auch meine Gefühle darunter bisweilen leiden, bin ich doch für eine wirkliche Vereinfachung der Ortografie.
=> Grimmelshausens Teutscher Michel im Dialektbrett. Der ist aber gegen: Kwal, Fader für Qual, Vater etc.
also, soviel ich weiß, nennt sich so etwas „dramatische Ironie“. Wenn du „dramatische Ironie“ bei Google eingibst, findest du auch verschiedene Seiten zur Dramainterpretation, auf denen der Begriff erklärt wird.
steht „dramatische Ironie: Zuschauer weiß mehr als die Figuren“
Das kann innerhalb der Handlung sein (Der Zuschauer weiß, dass Julia nicht tot ist, während Romeo das nicht weiß.) oder eben auch aus dem Kontext heraus, wie bei deinem Titanic-Beispiel.
Dazu ist also nicht einmal eine auktoriale Erzählweise nötig.
also, soviel ich weiß, nennt sich so etwas „dramatische
Ironie“.
Hallo Susan,
ich denke, das ist es! Und ich habe mir den halben Tag das Hirn zermartert und bin nicht drauf gekommen. Danke für die „Erlösung“. Jetzt kann ich in Ruhe über was anderes nachdenken…