Stilmittel gesucht, dringend !

Hallo!
Ich suche ein Stilmittel, welches folgende Kriterien hat:

Angenommen, man liest einen Text, der im Jahre 1940 verfasst wurde und kurz vor untergang der Titanic (ca. 1912) spielt.

Eine der Hauptpersonen sagt: „In einer Woche startet die Titanic, ein unsinkbares schiff, wirklich unsinkbar.“

Der Leser, sowie der Autor wissen ja, dass die Titanic eben doch sinkbar war und gesunken ist. Wie nennt man diese Assoziation zu einem Ereignis in einem Text, dass bereits stattgefunden hat ??

MfG, bernhard

Hallo, bernhard,

der Autor lässt seine Figur eine Vorhersage, eine Profezeiung äußern, über deren tatsächlichen Eintitt die Figur nichts wissen kann; Autor und Leser aber haben dieses Ereignis bereits als geschichtlich stattgefunden habendes im Kopf.

Ein „Profezeiung nach dem Ereignis“ ist:

ein „vaticinium ex eventu / post eventum“.

Vielleicht passt das.

Fritz

Tut mir Leid…
…dass ich schon wieder den Besserwisser machen muss, lieber Fritz, aber

ein „vaticinium ex eventu / post eventum“

wäre es nur, wenn der Sprecher den Untergang des „unsinkbaren“ Schiffes weissagen würde. Er aber glaubt ja an die Unsinkbarkeit - und nur der wissende Leser assoziiert das Gegenteil.

Wie man das nun allerdings nennt - dafür brauchen wir wohl einen Noch-Besser-Wisser.

Gruß,
Peter

hi bernhard,

wenn ich mich nicht irre, wäre dies eine „auktoriale“
erzählebene, was bedeutet:
sowohl autor als auch leser wissen bescheid, nur die armen
handelnden personen tappen im dunkeln.
ein ziemlich beliebtes stilmittel auch bei filmproduktionen.
hat allerdings nix mit assoziationen zu tun.
im gegensatz dazu befände sich dann die „personale“ ebene, wobei
eine perspektive einer fiktiven figur benutzt wird, wobei
übergeordnete informationen hinausgefiltert werden. hier weiß
der leser soviel wie die figur, während der autor feixend neuen
rotwein aufmacht.
wars das?

gruß,
frank

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Bernhard,

ich erfinde hiermit einen gelehrten Ausdruck dafür. Er heißt connotatio ex eventu , also „Assoziation aufgrund des inzwischen Geschehenen“. Ich stelle dir die kostenlose Verwendung frei :wink:

Gruß,
Peter

huch (off topic)
Lieber Fritz,

Ein „Profezeiung nach dem Ereignis“ ist:

schreibt man „Prophezeiung“ jetzt mit „f“??? Und den Propheten schreibt man „Profet“??? (Prolet? *g*)

Oh my God, sieht das schrecklich aus…

Grüße
Uschi

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Das …
habe ich eben auf den gleichen Einwand Helene geantwortet:

Hallooooh,

manchmal probiere ich solche Schreibungen, um zu sehen, wie ich das ertrage. Es war oder ist so eine Art Test. Ich wollte wissen, wie andere Leute, wie du z. B., darauf reagieren.
Obwohl auch meine Gefühle darunter bisweilen leiden, bin ich doch für eine wirkliche Vereinfachung der Ortografie.

=> Grimmelshausens Teutscher Michel im Dialektbrett. Der ist aber gegen: Kwal, Fader für Qual, Vater etc.

Gruß Fritz

Wenn du meinst …

  • ich habe den Zweifel des Sprechers eben ein wenig weiter interpretiert. Aber ich werde mich nicht darauf versteifen.

Auch mein Horrorskop sagt:

Sie sind methodisch, gut organisiert und manchmal ein Besserwisser, dabei aber sehr sensibel.

Vielleicht berücksichtigst du das beim nächsten Mal.

Gruß Fritz:wink:

Okay, bin schließlich Seelsorger…
…und werde ich deine Irrtümer künftig nur noch „weite Interpretationen“ nennen :wink:

Sorry, das darfst du löschen!
Gruß,
Peter

PFFFFFFFFFFFF (owT)
FR

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Vielen Dank für eure Antworten…
… denke unser Lehrer wird sehr überrascht sein.

Denn er wußte selbst nicht, wie man so etwas auch nur ansatzweise nennen könnte und gab es uns armen schülern als Hausaufgabe auf. :smile:

Hab noch einen…
Hallo Bernhard,

also, soviel ich weiß, nennt sich so etwas „dramatische Ironie“. Wenn du „dramatische Ironie“ bei Google eingibst, findest du auch verschiedene Seiten zur Dramainterpretation, auf denen der Begriff erklärt wird.

Zum Beispiel hier:

http://www.weinreichpeter.de/wissen/germanistik/ literaturwissenschaft/gelfert-drameninterpretation.htm

steht „dramatische Ironie: Zuschauer weiß mehr als die Figuren“

Das kann innerhalb der Handlung sein (Der Zuschauer weiß, dass Julia nicht tot ist, während Romeo das nicht weiß.) oder eben auch aus dem Kontext heraus, wie bei deinem Titanic-Beispiel.

Dazu ist also nicht einmal eine auktoriale Erzählweise nötig.

Gruß,
Susan

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also, soviel ich weiß, nennt sich so etwas „dramatische
Ironie“.

Hallo Susan,

ich denke, das ist es! Und ich habe mir den halben Tag das Hirn zermartert und bin nicht drauf gekommen. Danke für die „Erlösung“. Jetzt kann ich in Ruhe über was anderes nachdenken…

Gruß
Aia