wie nennt man das Stilmittel, wenn ein Autor in seinem Text eine dritte Person eine Meinung vertreten läßt, die eigentlich seine eigene ist, er dies aber nicht zugeben will?
häufig wird das mit Dialogen erreicht, in denen es einen Dummen und einen klugen gibt, die miteinander diskutieren.
Hallo Robin.
Seit Platon heißt es auch so. Dialoge als philosophisches Stilmittel müssen bestimmte Strukturen aufweisen und gewissen Gesetzmäßigkeiten folgen. Sie dienen dort der Wahrheitsfindung.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim
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Einfach nur Dialoge, Dialogform oder Gespräche, Gesprächsform.
Wenn man sich auf Platon bezieht meint man die Dialoge des Sokrates. Erasmus von Rotterdam z.B. nannte seine Dialoge ‚Vertraute Gespräche‘. Aber es ist immer die gleiche Stilform.
Wenn man sich auf die Stilform beschreibend beziehen will kann man natürlich schreiben ‚…in der Art der Platonischen Dialoge‘ oder ‚…wie die Vertrauten Gespräche von Erasmus von Rotterdam‘.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim
in der Rhetorik gibt es das Stilmittel des „fictus interlocutor“. Ob es das ist, was Du meinst, weiss ich nicht, aber es kommt dem beschriebenen Phänomen recht nahe.
Bsp.: A sagt: „Zu diesem Problem meine ICH: …
Jetzt könnte ja jemand sagen [sozusagen als Entgegnung auf diese Meinung]:…“
Der „fictus interlocutor“ gibt also die Meinung eines nur in der Vorstellung des Redenden existierenden Gesprächspartners wider. Ob das allerdings die Meinung des Verfassers des Gesamtdialoges ist, weiss ich nicht.