Hallo zusammen,
mir stellt sich folgende Frage: Wenn jemand tendenziell melancholische Musik hört, „weil sie schön ist“, lässt das wirklich auf dessen eigene Grundstimmung schließen? Sprich, lässt sich daraus eine depressive Verstimmung herauslesen? Oder sind Musik und Stimmung nicht so eng aneinander gekoppelt? Ich finde, man kann melancholisch wirkende Musik auch bei extrem guter Laune hören.
Würde gern mal Eure Beispiele oder Gegenbeispiele dazu hören.
Viele Grüße,
Transi
Hallo
Melancholie ist selbst eine Krankheit der Seele, wie auch die Depression.
Wenn man selbst davon betroffen ist, zieht sie uns in einen Sumpf. Einen Sumpf von Traurigkeit und Selbstzerstörung.
Der Tod wurde von den Malern immer als mit der Geige spielend dargestellt. Warum? Weil das Lied des Todes melancholisch und süß ist. Aber eben eine giftige Süße.
Wenn man dies in einer neutralen Haltung hören kann, wie du schreibst, ohne sich davon mitreißen zu lassen, dann ist das die richtige Haltung und ein gutes Zeichen.
gruß
rolf
Hallo,
also ich kann jetzt nur von mir sprechen und ich würde mich durchaus zu den Leuten zählen, die eine melancholische Grundstimmung haben und diese Musik u.a. in normalen Lebenslagen hören, aber eben vorzugsweise, wenn es einem schlecht geht.
Zu meinen „bevorzugten Künstlern“ gehören z.B. Deine Lakeien, Silke Bischoff, ausgewählte STücke von Rammstein, Rosenstolz, Chris de Burgh, Kuschelrock Sampler… (eben alles, was schön traurig macht)
Ganz klar ist natürlich, dass das die Situation nicht verbessert, aber ich fühle mich dann befreiter.
Skippy
Nee!
Hallo, Thorshammer!
Melancholie ist selbst eine Krankheit der Seele, wie auch die
Depression.
Diese beiden gleichzusetzen ist absolut falsch: Die Melancholie ist eine Stimmung, die auch wieder vergeht, die Depression ist tatsächlich eine Krankheit (die man allerdings auch behandeln kann und die wieder vergehen kann).
Wenn man selbst davon betroffen ist, zieht sie uns in einen
Sumpf. Einen Sumpf von Traurigkeit und Selbstzerstörung.
Die Depression vielleicht, nicht aber die Melancholie!
Der Tod wurde von den Malern immer als mit der Geige spielend
dargestellt. Warum? Weil das Lied des Todes melancholisch und
süß ist. Aber eben eine giftige Süße.
Ich wüsste nicht, warum das „Lied des Todes“ süß sein sollte. Der Tod wird von Künstlern jeglicher Richtung übrigens sehr vielfältig dargestellt, auch in Form von Tieren, Symbolen, Blumen, ja selbst bestimmten Handhaltungen, Accessoires… Die Geige ist ganz bestimmt nicht immer Attribut des Todes! Auf den Stilleben von Picasso hat sie eine völlig unmelancholische Bedeutung, steht für spanische Lebensfreude!
Gruß
Lea
also,
ich liebe u.a. melancholische musik, aber sie zieht mich nicht runter, im gegenteil. sie öffnet mein herz - es ist als ob ich die weite es gefühlslebens spüren würde - alles gleichzeitig - und alles ist eben nicht nur negativ, sondern auch extrem viel schönes und gutes.
vielleicht versteht manach einer unter melancholie was ich schon düster nennen würde und somit könnte sein, wir alle verstehen nicht das gleiche darunter. für mich pers. ist melacholoische musik nichts was mich automatisch in betrübte stimmung bringen würde.
es ist eher ähnlich wie ein blick auf das meer - tiefe, weite, nähe, klarheit und eben viele geheimnisse (klingt geschwollen, aber ich kanns schlecht besser erklären) - vielleicht hat es etwas mit sehnsüchten zu tun, wer weiss…
LG
nina
nachtrag
… und sich selbst nahekommen im sinne von den tiefen in sich…*nick
Melancholie ist selbst eine Krankheit der Seele, wie auch die
Depression.Diese beiden gleichzusetzen ist absolut falsch: Die
Melancholie ist eine Stimmung, die auch wieder vergeht, die
Depression ist tatsächlich eine Krankheit (die man allerdings
auch behandeln kann und die wieder vergehen kann).Wenn man selbst davon betroffen ist, zieht sie uns in einen
Sumpf. Einen Sumpf von Traurigkeit und Selbstzerstörung.Die Depression vielleicht, nicht aber die Melancholie!
Wenn es nur eine vorübergehende Stimmung ist, - und wer hätte die nicht -, ist sie eben nur das und keine Krankheit. Aber sie existiert auch als eine richtige Krankheit:
Siehe Wikipedia:
In seinem Aufsatz Trauer und Melancholie von 1917 grenzt Sigmund Freud die Melancholie von der Trauer ab: Sie sei dadurch gekennzeichnet, dass die Herabsetzung des Selbstgefühls nicht durch die positive Trauerarbeit behoben wird. Die Melancholie ist seelisch ausgezeichnet durch eine tief schmerzliche Verstimmung, eine Aufhebung des Interesses für die Außenwelt, durch den Verlust der Liebesfähigkeit, durch die Hemmung jeder Leistung und die Herabsetzung des Selbstgefühls, die sich in Selbstvorwürfen und Selbstbeschimpfungen äußert und bis zur wahnhaften Erwartung der Strafe steigert. Diese selbstzerstörerischen Aspekte sieht Freud als Ursache für die Suizidgefährdung der Melancholiker.
gruß
rolf
Vielen Dank für Eure Meinungen!
Danke für Eure Denkanstöße!
Gruß,
Transi