Stinkend faul... wer weiss Hilfe?

Hallo,

ich habe jemanden kennengelernt, der eigentlich echt sehr nett ist, leider aber sich dem Leben irgendwie aus Angst oder vielleicht auch Faulheit nicht stellen kann oder will.

Es ist so, das er schon seit längerem Arbeitslos ist und auch verschuldet. Das hat er aber eigentlich seiner Faulheit zu verdanken wie er selbst zugibt.

Das Problem ist, das er oft von Sachen die er macht (computer, autobasteln, lesen usw.)einfach nicht weg zubekommen ist und dafür dann wichtige Termine schleifen lässt. Beim Ihm in der Wohnung sieht es auch aus wie sau. Der Gerichtsvollzieher geht auch bei Ihm ein und aus und ihm geht es garnicht gut dabei.

Er selbst sagt halt das er oft morgens nicht aus dem Bett kommt, oder dann lieber was anderes macht und er andere darum beneidet, das die immer aus dem Bett kommen wenn sie es müssen usw. und er es auch gerne können würde. Also er würde sich gerne ändern aber er hat anscheinend so einen grossen Schweinehund, das seine Probleme immer grösser werden und er sich eigentlich immer mehr verkriecht und zurückzieht.

Da er mich irgendwie für ein gutes Beispiel (Vorbild) hält, obwohl ich selbstständig bin als persönlicher Fitnesstrainer, und mir eigentlich keiner ausser meinen eigenen Terminen sagen kann wann ich aufzustehen habe - würde ich Ihm irgendwie gerne helfen.

Ich persönlich glaube ja daran das der Mensch ein Gewohnheitstier ist und das man sich ändern kann, aber ich weiss nicht ob ich ihm helfen kann, und wenn doch, wie?

Fakt ist, wenn ihm was Spass macht, dann kann er auch richtig reinklotzen und schuften. Aber für einen Arbeitgeber würde er sowas nicht tun wollen. Er ist wirklich intelligent und liest auch viel, hat sogar Bücher über wie man das Faulsein ablegen läßt gelesen, doch die bringen nichts.

Ich würde hier gerne um Rat fragen und mich auch über private Emails freuen.

Lieben Gruss Ron

Besuch
Hallo Ron,

es ist mir wirklich unklar, ob ich Dir das mit dem ‚persönlichen Fitnesstrainer‘ abnehmen soll, obwohl es in Deiner Vita steht. Würdest Du Deinem Freund sonst nicht ganz anders begegnen, mit all dem professionellen Hintergrund über die Zusammenhänge von körperlicher Disziplin und persönlicher Reifung?

Es scheint mir unwahrscheinlich, ist aber nicht ausschliessbar, dass hier ein Verwahrlosungssyndrom vorliegt. Es ist aber auch einiges anderes möglich. Mach mit Deinem Freund doch mal ein Experiment: Lade ihn zu einem Besuch bei sich selbst, in seiner eigenen Wohnung ein. Er ist ganz der Besucher. Dann erzähle ihm, dass ihr zwei eine Woche lang dafür zuständig seid, dass der Mensch, der hier wohnt, aus dem Sumpf kommt. (ja, man muss manchmal über sich schweben um sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen). Leider hast Du nur wenig Zeit, denn Du musst ja arbeiten, aber am Anfang kannst Du vielleicht ein oder zwei Tage erübrigen. Und dann ist jeden Abend Projektsitzung: Was haben wir heute für den Wohnungsbewohner geleistet? Was braucht er als nächstes? Wie wird das getan? Warum wurde etwas nicht getan?
Wie könnte der gleiche Erfolg auf anderem Weg erreicht werden? Etc.
Wichtig ist dabei, dass auch Du für die verabredete Woche am Ball bleibst. Danach könnt ihr dann den neuen Stand der Dinge ermitteln und weitere Vorgehensweisen überlegen. Alle ‚Rückschläge‘ sind Hinweise, das heisst sie führen euch zur Weisheit Deines Freundes.

Wenn Dich dieser Ansatz anspricht, mail mir ruhig mal mit den konkreten Fragen, die auftauchen.

Johannes

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Hallo,

Johannes Idee find ich gar nicht schlecht. Mir kam beim Lesen deines Postings aber auch eine andere Idee:
Die Beschriebene Lethargie, die Unfähigkeit, sich dem eigenen Leben zu stellen, die Kraftlosigkeit sind Zeichen von Depressionen. In seinem Leben haben sich so viele belastende Sachen aufgestaut (Schulden, Arbeitslosigkeit, evtl. hat auch das soziale Umfeld darunter gelitten). Wenn man da drin ist und sich das „ansieht“, scheint das einfach zu viel zu sein, unüberwindbar. Natürlich werden die Probleme durch das Nichtstun nicht kleiner - es scheint aber auf dem ersten Blick, einfacher, weniger anstrengend zu sein, sich dem nicht zu stellen sondern den Kopf in den Sand zu stecken. Gleichzeitig, und das ist dann wieder ein Teuelskreis, ist man mit seiner eigenen Unfähigkeit natürlich unzufrieden, man „kann aber einfach nicht“.

Wenn er offen mit Dir über seine Probleme spricht und Du ihm helfen möchtest, setz’ Dich doch mit ihm zusammen und mach eine Art Checkliste, „Wo sind die Probleme - wie können sie gelöst werden“. Die Lösungsansätze in die richtige Reihenfolge gebracht, müssen diese abgearbeitet werden. Bei den ersten Punkten kannst Du ihn ja an der Hand nehmen (evtl. zu den Ämtern, Schuldnerberatung, etc begleiten, Telefonnummern und Adressen raussuchen,…) dann muß er es aber selbst in die Hand nehmen: mit der Liste und dem Wissen, dass ER sich kümmern muß, Du aber im Hintergrund für ihn da bist.

Du unterstützt ihn weiterhin, indem zu z.B. jeden Abend anrufst und fragst, ob er dies und jenes getan hat und was dabei rumgekommen ist.

Je nachdem wie weit fortgeschritten er sich schon in diesem Teufelskreis befindet, kann es aber auch ratsam (bis zwingend erforderlich) sein, einen Psychologen hinzuzuziehen. Wenn ihm das zu erst zu krass zu sein scheint (gibt ja so Leute, die kriegen beim Wort „Psychologe“ direkt Herpes) gibt es oft Selbsthilfegruppen oder auch gute Online-Foren.

Mehr fällt mir so spontan nicht ein. Ich hoffe, Du schaffst es, ihn „wachzurütteln“.

Liebe Grüße, Dalia

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Hallo Ron,

schon mal ziemlich gut, jemanden zu kennen, der das Problem erkennt.
Ich hätte jetzt mal so eine Idee, wie ich sie mit meinem Sohn schon länger mache.
Erstell mit ihm einen Tagesplan, richtig strikt mit Zeiten, die einzuhalten sind.
Ich arbeite bei meinem Sohn mit Belohnungen, was bei dir wahrscheinlich nicht möglich ist. Aber vielleicht fällt dir bei diesem Ansatz auch selber was ein.
Ich denke, wenn es nicht mit einer Therapie laufen soll, was wahtscheinlich eigentlich das Richtige wäre, dann geht das Ganze nur in kleinen Schritten mit kleinen Erfolgen, die zu neuen Taten motvieren voran.
Ich frage mich so nebenbei, ohne fachkundig zu sein, ob das nicht auch eine Form von Depression ist, die ärztliche Hilfe benötigt.

Gruß
T

Lieber Ron,
für mich - als Betroffene - klingt das auch sehr nach Depression. Ich bin zwar auch kein Arzt und kein Psychologe, aber genug "leid"erfahren, um dazu etwas sagen zu können. Deshalb kenne ich auch den Teufelskreis: die Lähmung bis hin zur völlig emotionslosen Starre und das gleichzeitig ablaufende Programm der innerlichen Beschimpfungen, was ich doch für eine faule Sau bin (in guten Zeiten kann ich sowohl qualitativ als auch quantitativ überdurchschnittlich viel leisten), was mich dann immer mehr zusammenschrumpfen lässt und eine Änderung bzw. die Möglichkeit einer Änderung rückt ständig in weitere Ferne. Wenn mir Freunde rieten, ich solle doch etwas machen, was mir gut tut, habe ich immer betreten geschwiegen, weil ich mich nicht traute, zu sagen, dass ich überhaupt keine Ahnung habe, was mir gut tut bzw. dieses Guttun mehr oder weniger eine fehlende Erfahrung ist. Manchmal scheint es mir sogar, dass ich den Zustand der Depression als den Vertrauten (bewusste Großschreibung) betrachte und das Vertraute hat ja durchaus auch was Tröstliches. Warum sollte dann die Anstrengung unternommen werden (und es ist wahrhaftig Anstrengung), diesen Zustand zu ändern und sich auf unbekanntes und damit unsicheres „Neues“ einzulassen?
Ich will mich jetzt darauf beschränken, nur noch: Was Johannes schreibt, ist ein Weg, den ich zu gehen begonnen habe: Ich hab’ mich irgendwann gefragt, willst Du denn Dein ganzes Leben lang krank sein? Bei Deinen Fähigkeiten? Und die Antwort war ein „Nein“ ohne Wenn und Aber. Ich praktiziere und übe jetzt dieses „Am eigenen Schopf aus dem Sumpf“ ziehen - in winzig kleinen, aber doch spürbar erfolgreichen Schritten. Ich kann es z.B. nicht leiden, wenn mein dunkelgrauer Teppichboden mit Krümeln übersät ist. Depressiv gestimmt habe ich auf der Couch gesessen und totunglücklich auf die Krümel gestarrt - und nichts getan. Jetzt sage ich mir: „Komm, Anja, Du kannst die Krümel nicht leiden, also saug’ sie weg“ - und ich tue es mit viel Überwindung, bin aber hinterher so glücklich wie jemand, der gerade einen Bestseller geschrieben hat…
Ein ganz guter Link: www.kompetenznetz-depression.de (weiß nicht, wie man das als Link schreibt…)
Bleib ihm ein Freund…
Anja

Danke schön für den langen und einfühlsamen Beitrag. An Depression hatte ich jetzt irgendwie garnicht gedacht, da er eigentlich einen klaren eindruck macht. Aber ich kenne ihn ja auch erst 2 Tage :smile:

Gruss Ron

Hallo T.,

den Vorschlag mit dem Tagesplan hatte ich ihm auch schon gemacht, aber er meinte er würde immer wieder ausreden für sich finden um sich davor zu drücken… Ich kenne ihn jetzt aber auch erst 2 Tage und werde mal schauen ob ich was davon anwenden kann. Er sit allerdings schon ca. 30 Jahre alt, und ob ich schon so da in ein Leben eingreifen kann, weiss ich nicht. Es ist ja kein Freund oder so, sondern einfach jemanden den ich kennenlernte beim Einkaufen und wir am Zeitungsstand zufällig ins gespräch kamen. Da er keine Krankenversicherung und auch kein Internet hat, dachte ich, ich frag hier einfach mal :smile:
Danke für die Antwort

Ron

Hallo,
Du scheinst es wohl sehr auf Punkt zu bringen was ich bis jetzt herausbekam. Also seine Angst vor dem Zurückgewiesen werden und auch das mit seiner Vergangenheit - zumindest was er mir bis jetzt erzählte. Ist Elternlos aufgewachsen und hat eigentlich nur Absagen im Leben bekommen…
Psychologe kann er nicht, da er nicht Krankenversichert ist, und zum Sozialamt will er auch nicht, da er anscheinend wirklich bösartigst schon zusammengestaucht wurde weil er während seiner Schulzeit schon dorthin musste und er wohl dadurch dort auch sehr negativ geprägt worden ist.
Wollte Fachabi nachmachen, wurde aber vom SOZI mehrfach abgewiesen obwohl die hätten zahlen müssen wie ich jetzt schon rausbekommen habe.
Aber wie gesagt, da scheint es von Gewalt die ihm angetan wurde bis Diebstahl und verweigerter Rechtsbeihilfe und kein Konto wegen Schulden alles zu geben und keiner der ihm helfen will, da heute ja nichts mehr umsonst ist…

Ich weiss auch nicht was ich tun soll…
Denn mit Wohnungaufräumen ist zwar ein Anfang getan, aber das ist wohl nur die Spitze vom Eisberg…

Danke für deine Antwort

Ron

Hallo Ron,

Hallo Johannes :smile:

es ist mir wirklich unklar, ob ich Dir das mit dem
‚persönlichen Fitnesstrainer‘ abnehmen soll, obwohl es in
Deiner Vita steht. Würdest Du Deinem Freund sonst nicht ganz
anders begegnen, mit all dem professionellen Hintergrund über
die Zusammenhänge von körperlicher Disziplin und persönlicher
Reifung?

Das Problem ist nicht meine Qualifikation - denn die ist vorhanden und auch mehrfach beweisbar - das Problem ist, das es kein Freund von mir ist, sondern jemanden den ich erst 2 Tage kenne und nur durch Zufall mitbekommen habe was los ist.
Er ist somit auch kein Kunde oder Bekannter, sondern einfach nur jemanden den ich am Zeitschriftenständer kennenlernte.

Es scheint mir unwahrscheinlich, ist aber nicht
ausschliessbar, dass hier ein Verwahrlosungssyndrom vorliegt.

Ich habe bei den anderen Antworten auch schon teilweise Einzelheiten hingeschrieben, so das ich denke das es nicht nur mit der Wohnungsaufräumerrei getan wäre.

Es ist aber auch einiges anderes möglich. Mach mit Deinem
Freund doch mal ein Experiment: Lade ihn zu einem Besuch bei
sich selbst, in seiner eigenen Wohnung ein. Er ist ganz der
Besucher. Dann erzähle ihm, dass ihr zwei eine Woche lang
dafür zuständig seid, dass der Mensch, der hier wohnt, aus dem
Sumpf kommt. (ja, man muss manchmal über sich schweben um sich
an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen). Leider hast Du
nur wenig Zeit, denn Du musst ja arbeiten, aber am Anfang
kannst Du vielleicht ein oder zwei Tage erübrigen.

Das ist eine tolle Idee, und er sieht auch ein, das es nicht toll ist in sowas zu leben, aber er fängt was an, und findet dann was wo er dann wiederum dran hängenbleibt und dann alles im Caos endet. Bsp: er sortiert die Zeitschriften und liest zum sortieren die Überschrieften und sieht dabei wieder einen Artikel der ihn auf einmal wieder brennend interessiert und er dann einfach alles liegen lässt oder alles in Tüten räumt wenns an der Tür klingelt. So hat er einiges hinter der Couch wie er mir sagte :smile:

Und dann

ist jeden Abend Projektsitzung: Was haben wir heute für den
Wohnungsbewohner geleistet? Was braucht er als nächstes? Wie
wird das getan? Warum wurde etwas nicht getan?
Wie könnte der gleiche Erfolg auf anderem Weg erreicht werden?
Etc.
Wichtig ist dabei, dass auch Du für die verabredete Woche am
Ball bleibst. Danach könnt ihr dann den neuen Stand der Dinge
ermitteln und weitere Vorgehensweisen überlegen. Alle
‚Rückschläge‘ sind Hinweise, das heisst sie führen euch zur
Weisheit Deines Freundes.

Da mit den Rückschlägen verstehe ich nicht?

Wenn Dich dieser Ansatz anspricht, mail mir ruhig mal mit den
konkreten Fragen, die auftauchen.

Danke Johnanes für deinen Antworten

Gruss Ron

PS: wollte mit dem Hinweis auf meinen Beruf nur sagen, das ich ihm kein Vorbild für eine geregelte Arbeitszeit sein kann - sondern auch mal länger im Bett liegen bleiben kann wenn ich es mir erlauben kann von meinen Kundenterminen… Das war eigentlich alles warum ich es erwähnte. Also es ist KEIN Kunde von mir oder Freund! Ich wollte ihm lediglich mit meinem Internetzugang etwas helfen habe aber selbst sehr wenig Zeit mich um ihn zu kümmern, da ich meistens sogar im Hotel schlafe und fast 5 Tage die Woche unterwegs bin. Das war das einzige was ich damit erklären wollte. Ausserdem ist es auch was anderes wenn jemand sich von mir betreuen lassen möchte, hat er eigentlich schon selbst den Entschluss gefasst - so dass ich nur die langen Perioden durch Ermutigung verkürze usw.:smile:

Johannes

Hallo,

ich habe jemanden kennengelernt, der eigentlich echt sehr nett
ist, leider aber sich dem Leben irgendwie aus Angst oder
vielleicht auch Faulheit nicht stellen kann oder will.

Es ist so, das er schon seit längerem Arbeitslos ist und auch
verschuldet. Das hat er aber eigentlich seiner Faulheit zu
verdanken wie er selbst zugibt.

Das Problem ist, das er oft von Sachen die er macht (computer,
autobasteln, lesen usw.)einfach nicht weg zubekommen ist und
dafür dann wichtige Termine schleifen lässt. Beim Ihm in der
Wohnung sieht es auch aus wie sau. Der Gerichtsvollzieher geht
auch bei Ihm ein und aus und ihm geht es garnicht gut dabei.

Er selbst sagt halt das er oft morgens nicht aus dem Bett
kommt, oder dann lieber was anderes macht und er andere darum
beneidet, das die immer aus dem Bett kommen wenn sie es müssen
usw. und er es auch gerne können würde. Also er würde sich
gerne ändern aber er hat anscheinend so einen grossen
Schweinehund, das seine Probleme immer grösser werden und er
sich eigentlich immer mehr verkriecht und zurückzieht.

Da er mich irgendwie für ein gutes Beispiel (Vorbild) hält,
obwohl ich selbstständig bin als persönlicher Fitnesstrainer,
und mir eigentlich keiner ausser meinen eigenen Terminen sagen
kann wann ich aufzustehen habe - würde ich Ihm irgendwie gerne
helfen.

Ich persönlich glaube ja daran das der Mensch ein
Gewohnheitstier ist und das man sich ändern kann, aber ich
weiss nicht ob ich ihm helfen kann, und wenn doch, wie?

Fakt ist, wenn ihm was Spass macht, dann kann er auch richtig
reinklotzen und schuften. Aber für einen Arbeitgeber würde er
sowas nicht tun wollen. Er ist wirklich intelligent und liest
auch viel, hat sogar Bücher über wie man das Faulsein ablegen
läßt gelesen, doch die bringen nichts.

Ich würde hier gerne um Rat fragen und mich auch über private
Emails freuen.

Lieben Gruss Ron

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neuer Ansatz
Hallo,

Das ist eine tolle Idee, und er sieht auch ein, das es nicht
toll ist in sowas zu leben, aber er fängt was an, und findet
dann was wo er dann wiederum dran hängenbleibt und dann alles
im Caos endet. Bsp: er sortiert die Zeitschriften und liest
zum sortieren die Überschrieften und sieht dabei wieder einen
Artikel der ihn auf einmal wieder brennend interessiert und er
dann einfach alles liegen lässt oder alles in Tüten räumt
wenns an der Tür klingelt. So hat er einiges hinter der Couch
wie er mir sagte :smile:

nicht erst an dieser Stelle klingeln bei mir als selbst Betroffener alle Alarmglocken: ich halte es jedenfalls nach allem, was du sagst, für möglich, dass dein Freund ADS hat. Das erklärt die Unordnung, die Antriebslosigkeit, die Ablenkbarkeit, die vermeintliche „Faulheit“ etc aber auch Termine schleifen lassen und „hyperfokussieren“ auf Dinge, die interessant sind… ein ADS kommt selten allein (Stichwort: „Komorbiditäten“ (Begleiterkrankungen: Depressionen etc.))…
Infos z.B. hier: www.adhs.ch (ruhig mal in alle Unterkategorien reinschnuppern). Weitere Infos bzw. Links auf Anfrage :smile:

Viele Grüße & viel Glück,
GeekGirl (mit Sehnenscheidentzündung, deshalb „schreibfaul“)
PS: Mailaccount erst ab Montag wieder erreichbar

Ansatz
Ja,Geek Girl,

das mit dem ADS halte ich auch für wahrscheinlich - obwohl ADS mittlerweile so allgemeine Deutungsmuster gefunden hat, dass es mir fast wie eine Allerweltsdiagnose in unserer kurzlebigen Zeit erscheint.

Alles Gute
Johannes

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Sorry, Ron, wollte Dir nicht zu nahe treten . . .

Ich finde Deine Aufmerksamkeit für Mitmenschen toll!

Worauf ich hinweisen wollte:
Bei derartigen Problemen kann die Ursache analytisch geklärt werden. Die Alltagsbewältigung (die erst nach Klärung 1000% greifen kann) aber bedarf praktischen Anpackens. Gerade intelligente Menschen wie Dein Bekannter verstecken sich gerne hinter diesen Fähigkeiten, lesen Bücher über die Thematik, können sie haarklein beschreiben - und tun nichts. Manchmal gilt es schlicht zu handeln - das ist alles.

Glaub mir, ich weiss, wovon ich spreche.

Alles Liebe

Johannes

Hi!

Die Checkliste ist eine tolle und gute Sache bei erfahrener Begleitung. Gerade wenn der Scham-Hügel (der schambesetzte Berg des zu Erledigenden) so gewaltig gewachsen ist. Professionelle Hilfe gibt es evtl. bei Anmeldung der Privatinsolvenz auch ohne Krankenkasse. Mal bei Behörden nachfragen? Wer weiss hier Bescheid?

Alles Liebe

Johannes

Fleissig
Hallo Ron,

mal ein zwei Fragen an Dich, bevor Du Dich übernimmst!

Ist die Frage warum und wie diese Absage-Welt um Deinen Bekannten entstanden ist, wichtig?

Warum tritt diese Bekanntschaft mit diesem thema gerade jetzt in Dein Leben?

Wie weit willst Du mitgehen?

Warum wirst Du immer fleissiger?

Alles Liebe

Johannes

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Hallo Ron,

Hallo Johannes,

mal ein zwei Fragen an Dich, bevor Du Dich übernimmst!

Meinst du mit dem, den ich kennengelernt habe, oder mit dem Schreiben? :smile:

Ist die Frage warum und wie diese Absage-Welt um Deinen
Bekannten entstanden ist, wichtig?

Keine Ahnung ob sie wichtig ist? Woher soll ich das wissen?

Warum tritt diese Bekanntschaft mit diesem thema gerade jetzt
in Dein Leben?

Hmmm, vielleicht weil mein ganzer Job in diese Richtung läuft - sprich, ich immer Menschen helfe ihre Figur wiederzufinden. Weiss es nicht?

Wie weit willst Du mitgehen?

Kann ich nicht sagen, ich weiss ja noch nichtmal in welche Richtung. Am liebsten wäre mir von aussen, da ich viel um die Ohren habe.

Warum wirst Du immer fleissiger?

Werde ich doch garnicht…:smile:

Alles Liebe

Johannes

Alles Liebe zurück, auch wenn ich das Gefühl habe manche Fragen sollen zu denken anregen oder in Philosophische gehen :smile: Bin eigentlich sehr offen dafür, doch hier weiss ich nicht was ich antworten soll - auch wenn ich schon denke, dass alles seinen Sinn im Leben hat, worunter auch Leute treffen und kennenlernen mit zu tun hat. Aber hier habe ich wohl zuwenig Hintergrundwissen um angemessene Denkweisen aufzubauen - aber vielleicht kannst du mir da helfen, bin für alles neu offen.
Lieben Gruss zurück

Sorry, Ron, wollte Dir nicht zu nahe treten . . .

Ist okay, kam mir schon etwas komisch vor, aber ist okay :smile:

Ich finde Deine Aufmerksamkeit für Mitmenschen toll!

Ich habe das Mega-Sympaticus Lächeln :smile: Bedeutet, ich werde recht oft angesprochen und es war irgendwie noch nie schwer für mich, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen - wenn sie mir sympatisch sind :smile:´Habe es aber auch noch nie ausgenutzt. Von daher… eine normale Sache bei mir.

Worauf ich hinweisen wollte:
Bei derartigen Problemen kann die Ursache analytisch geklärt
werden. Die Alltagsbewältigung (die erst nach Klärung 1000%
greifen kann) aber bedarf praktischen Anpackens. Gerade
intelligente Menschen wie Dein Bekannter verstecken sich gerne
hinter diesen Fähigkeiten, lesen Bücher über die Thematik,
können sie haarklein beschreiben - und tun nichts.

Ja, wie gesagt, er ließt ewig viele Fach- und Sachliteratur und kann sich echt über alles mit einem unterhalten. Also er hat echt was auf dem Kasten auch wenn er es nicht einfach rausplappert sondern es eher schüchtern versteckt.

Manchmal

gilt es schlicht zu handeln - das ist alles.

Das, wie er sagt, weiss er, aber es ist so, als wenn er vor einem auf Ihn zurendenen wilden Eber steht, und ihm einfach die Füsse gefesselt wären.
Er hat einfach tierische Angst vor dem Versagen.

Glaub mir, ich weiss, wovon ich spreche.

Wie kommt es? Was tust, oder hast du dagegen getan?

Alles Liebe

Johannes

PS: einen ganz interessanten Satz hatte er mir mal gesagt, der hier vielleicht auch auf die richtige Fährte führt. „Wenn ich genug Geld hätte, dann würde ich einen Rechtsanwalt alles bezahlen lassen und alles wäre wieder gut.“
Also es scheint so zu sein, als wenn das Geld (dieses Nichtgeld), also dieses Statussymbol, diese Wurzeln seien, die in Festhalten, aber auch die Erlösung für ihn seinen. Sein Traum wäre das Selbständig sein, würde er aber auch nur machen, wenn er jemanden hätte, mit dem er alles besprechen könnte, auch wenn er wüsste was zu tun wäre… vielleicht hilft da ja weiter. :smile:

Lieben Gruss zurück
Ron

Hallo Ron,

ja, Figur finden ist phantastisch!

Die Fragen sind übrigens sehr praktisch gemeint, keineswegs philosophisch (obwohl ich die Weisheit -sophia - liebe -philo)!

Liebe Grüsse