Die Austritte bei der katholischen und der evangelischen Kirche nehmen bedrohliche Ausmasse an. Die Kirchen stehen leer. Da, wo früher an Sonntagen 3 - 4 Gottesdienste abgehalten wurden, werden 3 - 5 Pfarreien zusammengefasst und oftmals müssen die wenigen Gottesdienstbesucher in eine benachbarte Pfarre, um an einer Messe teilnehmen zu können.
Wer heutzutage seinen Freunden agt, er wolle am Sonntag die Kirche besuchen, wird vielfach belächelt. Es ist nicht mehr modern und eigentlich nicht mehr üblich, sonntags morgens die Kirche zu besuchen.
Hat sich die Kirche überlebt?
Gruß,
Francesco von der Lent
Hat sich die Kirche überlebt?
Hallo, Francesco,
Ich glaube nicht, obwohl ich weder „Kirchenchrist“ noch überhaupt „überzeugter Christ“ bin.
Die Kirche(n) kranken vor allem daran, dass sie den heutigen Menschen Antworten auf Fragen von gestern bieten. Sie kranken daran, dass sie an den Menschen vorbeireden. Sie kranken an ihren Formalismen undan ihrem „Ausschließlichkeitsanspruch“.
Gruß Eckard.
Die Austritte bei der katholischen und der evangelischen
Kirche nehmen bedrohliche Ausmasse an. Die Kirchen stehen
leer. Da, wo früher an Sonntagen 3 - 4 Gottesdienste
abgehalten wurden, werden 3 - 5 Pfarreien zusammengefasst und
oftmals müssen die wenigen Gottesdienstbesucher in eine
benachbarte Pfarre, um an einer Messe teilnehmen zu können.
Wer heutzutage seinen Freunden agt, er wolle am Sonntag die
Kirche besuchen, wird vielfach belächelt. Es ist nicht mehr
modern und eigentlich nicht mehr üblich, sonntags morgens die
Kirche zu besuchen.
Hat sich die Kirche überlebt?
Hallo Francesco
Ich halte das Phänomen - sofern es die evangelische oder katholische Kirche angeht - eher für ein gesundschrumpfen. Kirche ist eben heutzutage nicht mehr mit politischer Macht oder mit gesellschaftlichem Prestige verbunden. Damit fallen langsam die Leute raus, die danach gestrebt haben.
Deine Statistik ist vermutlich von den Volkskirchen dominiert. Ich habe kürzlich eine Statistik für freie und charismatische Gemeinden gelesen und hier ist der Trend genau anders herum. Diese Gemeinden gehören zu den am stärksten wachsenden Kirchen der Welt. Sie sind aber in der Regel auch klein und unabhängig und können sich damit viel flexibler auf die Bedürfnisse der Menschen einstellen. Und die Grundfragen, mit denen sich Religion im allgemeinen und Christentum im Besonderen beschäftigt, sind aktuell wie eh und je.
Gruß
Thomas
ich denke, es wird noch eine weile dauern. in den 3.-welt-ländern ist die zahl der mitglieder soweit ich weiß sogar ansteigen. nur in der 1. welt schrumpft sie.
m.e. ist sie langfristig zum aussterben verurteilt. ich denke, dass religiosität einfach etwas zu individuelles ist, als dass es sich in einer organisation mit einheitlichem credo und katechismus zusammen halten lässt. das ist ja jetzt schon innerhalb der kirche ein problem. ich denke, dass es in zukunft viel mehr kleine lockere gemeinden gibt, die sich immer verändern, inhaltlich und strukturell und viele, die alleine ihren weg suchen. so ist es ja z.t. schon. die kirche will einem einen glaube bis zu einem gewissen grad vorschreiben. das geht heute einfach nicht mehr. jeder glaubt anders. und das ist auch gut so. freies geistesleben und laienpriestertum ist m.e. die zeitgemäße form des glaubens.
Hi Cordula,
Individualismus ist ein Phänomen unserer Zeit. Religion lebt aber von der Gemeinde, Religion ist ohne Gemeinde, ohne gemeinsamen Glauben und gemeinsame Ritual nicht denkbar.
Es laufen also gegensätzliche Trends.
Die Kirche als Machthirarchie erledigt sich in der nächsten Generation von selbst. Wie viele Päpste es noch geben wird, kann man den Spekulanten überlassen.
Aber was geschieht mit dem christlichen Glauben?
das christentum wird weiterleben, auch ohne kirche. rituale werden vielgestaltiger und unterschiedlicher werden. das meinte ich mit laienpriestertum: die eltern taufen ihr kind selbst in der form, die sie für richtig halten, hinter der sie stehen, statt nur der tradition wegen ein ritual mitzumachen, das eigentlich keiner mehr versteht und mitvollziehen kann.
christentum bedeutet für mich weniger ein gemeinsam vollzogener kultus als eine lebenshaltung.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Wenn sich die „Kirche“ nicht ändert, stirbt sie aus, das ist meine feste Überzeugung. Wenn ich mich ohne Probleme mit Freunden auf der ganzen Welt unterhalten kann, ihre Ansichten höre und tolernat genug bin, ihre Religionen zu akzeptieren, dann frag ich mich irgendwann, wo der Unterschied liegt. Für mich ist Religion nicht anderes als ein Teil der Kultur eines jeden Erdreiches. Wäre ich anders aufgewachsen, wäre ich vieleicht jetzt Moslem, warum auch nicht ? Ist dann nicht der Anspruch auf den einzig wahren Glauben weltfremd ? Warum immer diese Intoleranz ? Für mich ist „Gott“ nicht anderes als das Gewissen eines jeden Menschen, wie immer er es auch bezeichnen mag…
Gruß Tudda
hi francesco!
Hat sich die Kirche überlebt?
also, ich bin ziemlich sicher, dass es formen religiösen glaubens auch weiterhin geben wird (ich kann jetzt natürlich nciht für die fernste zukunft sprechen…), und dieser glauben wird sich auch irgendwie in institutionen oder ähnlichem organisieren.
aber eine kirche/ gemeinde, in die du sozusagen hineingeboren wirst, wird wahrscheinlich in ihrer bedeutung zurückgehen. ich denke, es wird freiere zugehörigkeitsstrukturen (außer bei sekten) geben, du kannst schneller zwischen weltanschauungen und überzeugungen wechseln.
ich denke aber, das wird vorerst nur auf einer art zweitem markt geschehen, die kirchen (=erster markt: herkömmliche religionen/strukturen) sind so alt, dass sie so schnell nciht vergehen werden. und sie werden auch nach neuen wegen suchen…
ob der zweite markt dann den ersten verdrängt oder der erste die verhaltensweise des zweiten übernimmt, kann ich nciht sagen.
gruß
jonas
Hallo Francesco.
Was, bitte, hat Kirche mit christlichem Glauben zu tun?
Kirche ist imo lediglich eine Machtstruktur, die sich der christlichen Ideologie bedient, und sie dadurch pervertiert.
Christlicher Glaube ist sehr wohl in der Lage ohne die Machtstruktur der Kirche zu existieren - und gerade diese Tatsache stürzt die Kirche in ihre Sinnkrise.
Gruß Eckard.
Hallo Francesco,
in der heutigen Zeit ist es „normal“ nicht mehr in de Kirche zu gehen. Das liegt daran das man in der heutigen Welt keine Zeit mehr hat um in die Kirche zu gehen, oder keine Lust. Richtig schade fine ich das nicht. Ich hab das nämlich auch an mir gemerkt. Ich gehe seit geraumer Zeit nicht mehr in die Kirche, habe meinen Gott aber nie verloren. Ich denke, man muß nicht den ziemlich nüchternen Gottesdienst halten, der schon inhaltlich vorherbestimmt ist. Ich bete für mich zu Gott. Abends sage ich meine Wünsche im Gebet und morgends freue ich mich (meistens) auf den neuen tag. Und durch die Tatsache das das nicht Zwanghaft ist (und ich sage dir: Du gehst heute in die Kirche!!!) bindet mich noch eher an das was ich glaube. Desweiteren stimme ich mit der Glaubenslehre des Christentums nicht mehr überein. Es gibt zu viele Dinge die in der Geschichte des Christenutums falsch gelaufen sind, um für mich selbst sagen zu können: Das ist meine Religion. Über einen religiösen Wechsel denke ich schon seit längerem nach, traue mich aber nicht in zu vollziehen, da ich dann nicht heiraten könnte usw. Der Glauben wird weiterhin bestehen, aber die Art zu glauben hat und wird sich verändern.
MfG Michael
geschrieben !!!
Wenn sich die „Kirche“ nicht ändert, stirbt sie aus, das ist
meine feste Überzeugung.
meine auch
Für mich ist Religion nicht anderes als ein Teil der Kultur eines
jeden Erdreiches. Wäre ich anders aufgewachsen, wäre ich
vieleicht jetzt Moslem, warum auch nicht ? Ist dann nicht der
Anspruch auf den einzig wahren Glauben weltfremd ?
Richtig vor X-tausend Jahren als noch keine grossen Reisemöglichkeiten bestanden, gab es nur kleine Religionsgemeinschaften. (ohne Biebel,pardon)
Kleine R.- gemeinschaften werden heute als „Sekten“ angesehen und verurteilt.
Wenn man alle Lebewesen (inkl. Einzeller)+ Pflanzen, in einer echten R.-gemeinschaft einschliesst, verblassen alle grossen, vermeintlich der Wahrheit am nächsten liegenden Weltreligionen !
Gruss Fritz
aus dem Urwald