STN LCD - Bewerkstelligung

Hallo!

Weiß jemand hier wie ein STN-Display bewerkstelligt wird? Ich lese überall nur, dass der Drehwinkel gegenüber einer TN-Zelle erhöht wird.

Woher soll der Flüssigkristall „wissen“ dass er sich um 270° verdrehen soll und nicht einfach um 90° in die andere Richtung?

Vielen Dank!

Hallo Nikoladze

da ich beruflich kleine LCDs baue, kann ich dir einiges darüber erzählen:
Bei STN-Displays werden dem Flüssigkristall sog. chirale Dotierstoffe zugesetzt. Das sind Substanzen, die eine Drehrichtung (links- oder rechtsdrehend) vorgeben. Mit der Konzentration des Dotierstoffs in der LC-Mischung kann man den sog. Pitch einstellen, also wie hoch eine 360°-Drehung des LCs sein soll. Je mehr Dotierstoff man zugibt, umso mehr dreht sich der LC, umso kleiner ist der Pitch. Ein üblicher Wert ist z.B., dass sich der LC im Display um 240° drehen soll. Wenn das Display also z.B. 6 µm dick ist, muss sich der LC auf 6 µm um 240° drehen. Der Pitch beträgt also 6µm / 240° * 360° = 9 µm.
Weitere Fragen?

Gruß, Andreas

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Vielen Dank für die rasche Antwort! Pitch ist dann nur ein anderes Wort für Ganghöhe oder?

Eine andere Frage zu STN-Displays:

Wie funktionieren die Folien die auf STN-Displays aufgebracht sind, die die Farbverschiebungen, die durch die Schraube entstehen kompensieren sollen (FSTN)?

MOD: Überflüssiges Vollzitat gelöscht.

Vielen Dank für die rasche Antwort! Pitch ist dann nur ein
anderes Wort für Ganghöhe oder?

Eine andere Frage zu STN-Displays:

Wie funktionieren die Folien die auf STN-Displays aufgebracht
sind, die die Farbverschiebungen, die durch die Schraube
entstehen kompensieren sollen (FSTN)?

Hallo noch mal,

sorry für den Fachidioten-Slang. Ja, Pitch ist die Ganghöhe.
Die Folien, die du meinst, sind sog. Retardationsfolien. Sie haben in verschiedenen Blickrichtungen verschieden große Doppelbrechungen. Damit werden die Phasenverschiebungen, die durch die Doppelbrechung des LCs entstehen (auch in verschiedene Richtungen verschieden groß) wieder kompensiert.
Eine andere Art dieser Kompensation hat man beim DSTN-Display (Double-Layer STN). Hier benutzt man zum Kompensieren ein zweites Display, das direkt auf dem ersten liegt. Geschaltet wird aber nur das erste. Der Vorteil gegenüber den Retardationsfolien ist, dass bei Temperaturschwankungen der LC in beiden Displays die gleiche Änderung der Doppelbrechnung erfährt; die Kompesation bleibt also gleich. Der Nachteil: Durch die vielen Glasschichten ist die Tansmission stark reduziert, das Display ist dunkler oder braucht ein stärkeres Backlight.

Hier noch ein Link: http://www.jenatzy.com/index.php?Liquid+Crystal+Tech…

oder google mal nach fstn „color shift“ compensation

Gruß, Andreas

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Hallo,

ich habe da nicht so Ahnung, aber interessiert mich mal.

Nachteil:
Durch die vielen Glasschichten ist die Transmission stark
reduziert, das Display ist dunkler oder braucht ein stärkeres
Backlight.

Die Verluste treten doch an den Grenzschichten auf, oder?
Da wäre doch Entspiegelung der Gläser ein Ausweg.
Warum wird das nicht gemacht? Ist das zu aufwendig?

Außerdem sollte doch nur für Übergänge von Glas zu Luft
eine relevante Transmissionsminderung auftreten, oder ?
Wie groß sind die Verluste innerhalb von Glas zu LC ?

Gruß Uwi

Hi Uwi,

Gläser gut entspiegeln ist (soviel ich weiß, da bin ich aber kein Experte) recht aufwendig. Es müssen teilweise bis zu 6 oder 7 Schichten im richtigen Dickenverhältnis und mit dem richtigen Verhältnis der Brechungsindizes aufgebracht werden. Bei kleineren Gläsern (Brillen, Kameraobjektive) sind die Anlagen dafür wohl noch überschaubar in Größe und Preis. Bei größeren Displaygläsern wird’s aber exorbitant.
Ich weiß aber, dass z.B. im Bereich der OLEDs (organische Leuchtdioden) an Möglichkeiten geforscht wird, den Lichtdurchsatz durch Oberflächenbehandlung von Gläsern zu erhöhen.
Wie weiter oben beschrieben: Es gibt keinen direkten Übergang von Glas zu LC. Dazwischen sind immer mindestens eine ITO- und eine Polyimidschicht, deren Brechungsindizes unterschiedlich sind. Also entstehen auch an diesen Grenzflächen Verluste.
Die größten Lichtschlucker sind aber die Polarisatoren. Es wird ja praktisch aus dem gesamten unpolarisierten Licht nur eine Ebene herausgeschnitten. Beim DSTN-Display passiert das eben vier mal.

Gruß, Andreas

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