Störung und Therapie

Hallo,
ich frage (mich), ob eine bestimmte Störung (bspw. Angststörung) von allen Therapieverfahren mit gleichem Erfolg behandelt werden können.

Gibt es Erhebungen mit denen belegt werden kann, dass ein bestimmtes Therapieverfahren eine bestimmte Störung besonders erfolgreich oder wenig erfolgreich abschließen kann?

MfG
C.

Hallo
Vorsicht Satire
vorsichtshalber stellte ich das mal da hin.
Wir unterscheiden störungsspezifische Therapien, die manualisiert sind und unspezifische Therapien.
Alle haben so ihre Studien. Du fragst nach Störungen und Belegen?
Der DSM IV Katalog enthält ca. 1400 Störungen. Eigentlich müßten da auch 1400 Studien vorliegen. Für jede Störung mindestens eine. Da eine Studie aber kaum als ausreichend angesehen werden kann, müßten dort tausende Studien vorliegen.
Da Verhaltenstherapie, (und NLP) sich als störungsspezifische Therapien verstehen und sich auf naturwissenschaftliche Nachweise berufen (auch der wissenschaftliche Beirat), müßte man doch eigentlich z.B. bei der DGVT erfahren wo diese tausende Studien denn liegen, da man doch mal Einblick nehmen möchte. (Duck und wech. Denn an dieser Stelle bin ich mir nicht mehr sicher, wie die das Auffassen…
Die unspezifischen (humanistischen) Therapien brauchst du nicht zu fragen, sie haben eine ganz andere Zielrichtung und ganz andere Erfolgskriterien (sind geisteswissenschaftlich und gehören mehr zur Soziologie/Philosophie). Dort bestimmt der Klient, ob die Gespräche seinem „Bruttosozialwohlergehen“ gutgetan haben. Mit „Störungen“, Diagnosen und Deutungen haben die nichts am Hut, Daher sind vereinzelte Versuche die Therapien mit Störungen zu vergleichen höchst fragwürdig. Ich sah mal eine Studie, da hat man eine Gruppe Phobiker zu erfahrenen Verhaltenstherapeuten (10 Jahre Praxis) geschickt und eine Andere Gruppe zu einem „Gesprächstherapeuten“, den man in einem Wochenendkurs angelernt hatte. Wie wissenschaftlich ist die Wissenschaft?
Man kann das Ganze an der utilitaristischen Ethik erklären an den beiden Endpolen Leidminimierung und Glücksmaximierung. Mediziner (und Psychologen) sind seit Hippokrates an der Leidminderung interessiert. Das ist ihr Job. Leidminimierung bedeutet auch ein Reduktionismus. Humanistische Therapeuten (Philosophen, Soziologen, Pädagogen, klar, da gibt’s auch Mediziner und Psychologen) beschäftigen sich mit Glücksmaximierung durch Entwicklung der Persönlichkeit - siehe Carl Rogers. Das führt vom Leid weg, beinhaltet aber keine Methoden, sondern Reflexion. Leute wie Plutarch suchten nach einem mittleren Weg. Nietzsche pendelte so hin und her. Manchmal ist die Stoa doch gefragt, ansonsten stünde die Intelligenz auf Epikur, meinte er.
bis denne

Hallo didiba,
danke für deine Antwort. Ich dachte schon, die Frage wäre zu uninteressant, weil niemand antwortet.

Der DSM IV Katalog enthält ca. 1400 Störungen. Eigentlich
müßten da auch 1400 Studien vorliegen. Für jede Störung
mindestens eine.

Nein, das wäre eine Überforderung, wenn jede Störung für jede Therapierichtung ausgewertet werden sollte und das dann noch in einem repräsentativen Umfang.
Aber wenn man nur einmal die Depression untersuchen würde hinsichtlich der Erfolgswahrscheinlichkeit der unterschiedlichen Therapierichtungen.

Menschen, die unter z.B. Essstörungen leiden, gehen zum Arzt und bekommen da eine Liste mit Psychotherapeuten, die man dann abklappern kann, um einen baldigen Termin zu bekommen.
Ob Gestalttherapeuten für Essstörungen eine gute Adresse sind, kann ich nicht beurteilen, aber dass es bei Hilfe nicht auf Kompetenz der Fachrichtung, sondern auf gerade einen freien Termin ankommt, stimmt mich doch nachdenklich und macht mE die Fachrichtung zur Beliebigkeit.

LG
C.

Hi,
dass du verwirrt bist ist nachvollziehbar bei geschätzten 300 Therapieverfahren. Therapiekritik verlangt sehr viel Fachwissen und ist nichts was Anerkennung und Geld bringt.

Es gibt Studien und Metastudien. Eine der Letzten war von Grawe, der unter ökonomischen Gesichtspunkten verglich. Welche Therapie ist die Billigste. Dann mußte er sich aber korrigieren, da nicht alles so einfach zu erfassen ist.

Nein, das wäre eine Überforderung, wenn jede Störung für jede
Therapierichtung ausgewertet werden sollte und das dann noch
in einem repräsentativen Umfang.:

Der Mensch ist weitaus komplexer als 1400 Störungs-Begriffe.

Aber wenn man nur einmal die Depression untersuchen würde
hinsichtlich der Erfolgswahrscheinlichkeit der
unterschiedlichen Therapierichtungen.:

Gerade die Modekrankheiten sind gut untersucht. Aber deine Beispiele sind nicht so einfach isolierbar wie eine Phobie sondern eben viel Komplexer.

… aber dass es bei Hilfe nicht auf
Kompetenz der Fachrichtung, sondern auf gerade einen freien
Termin ankommt, stimmt mich doch nachdenklich und macht mE die
Fachrichtung zur Beliebigkeit.:

Du verwechselst politische Entscheidungen mit Inhaltlichem. Letzteres hat nicht nur mit Diagnosen zu tun sondern auch mit differentieller Indikation. Bisher sehr stiefmütterlich behandelt und wird zu neuer Forschungsrichtung.

Schick mir deine Emailadresse, dann kann ich dir einen kritischen Anhang schicken, der etwas Übersicht bringt. Vom Forum aus leider nicht möglich.