Stoffwechsel - Kalorienzufuhr -

Hallo,

im Zusammenhang mit den auch hier häufig geschilderten Problemen Über-/Untergewicht:

Welche Abhängigkeiten sind einigermaßen sicher erwiesen zwischen

Kalorienzufuhr (Art und Menge der Kalorien)
Individuellem Stoffwechsel (Unverträglichkeiten, Grundumsatz,…)
Ausscheidung nicht verwerteter/verwertbarer Kalorien?

Beliebte Aussagen wie
x Immer Gewichtszunahme, wenn mehr Kalorien aufgenommen als „verbrannt“ werden
x Gewichtsabnahme, wenn weniger Kalorien zugeführt werden als für Grundumsatz/Gesamtenergieumsatz erforderlich
x Stoffwechsel anregen ist gleichbedeutend mit Gewichtsabnahme

sind mit unzähligen Unsicherheiten, pauschalen Annahmen, fehlendem Datenmaterial verbunden und wenig aussagekräftig. Man hat den Eindruck, isoliert betrachtete Kriterien werden achtlos zusammengeworfen.

Kennt jemand Quellen/Institute/Fachbücher etc., die aus vielen einzelnen Erkenntnissen und Untersuchungen zusammenführend „ganzheitliche“ Ansätze und Konzepte entwickeln? Oder sind derartige Vorhaben grundsätzlich zum Scheitern verurteilt?

Grüße
Tommy

Neu editiert, mein Ursprungsartikel litt extrem an
http://kamelopedia.mormo.org/index.php/Unrechtschrei…

Moin,

vergessen wir mal für einen Augenblick diese ganze Kaloriengeschichte und nehmen mal an, jemand veröffentlich folgende Anleitung zum Abnehmen:

Man wiegt den ganzen Tag lang sämtliche Lebensmittel (fest und flüssig) ab, die man zu sich nimmt. Also man bestimmt die Gesamtmasse von allem, was man sich reinschiebt. Außerdem bestimmt man auch noch die Gesamtmasse von allem, was den Körper verlässt - auf der Toilette, Schweiß usw. OK, praktisch kaum durchführbar, aber nur mal angenommen.
So - jetzt lautet der Tipp: Führe dem Körper täglich weniger Masse zu als ihn verlässt, und genau um diesen Differenzbetrag nimmt man täglich ab.
Würde das funktionieren? Sicher. Nur praktisch kaum zu machen. Nun hilft man sich so: man veröffentlicht Tabellen, wo aufgelistet ist, wieviel ein durchschnittlicher Körper so täglich ausscheidet, je nach Geschlecht, Alter, Tätigkeit usw.

Was würde man von diesem System halten? Doch wohl gar nichts. Diese Tabellen könnte man vergessen. Jeder würde sagen, das ist bei jedem Menschen und auch von Tag zu Tag verschieden. Und was noch wichtiger ist: Wenn man immer weniger zu sich nimmt, würde der Körper auch immer weniger ausscheiden. Er lässt sich nicht so einfach austricksen.

Fazit: Dieses „System“ würde niemand ernst nehmen. Es mag theoretisch funktionieren, praktisch ist es aber unbrauchbar.

Die Kalorienzählerei setzt dem ganzen nun noch eins drauf! Man hat jetzt noch eine Umrechnung Energie-Masse dabei, die bringt nochmal einen Unsicherheitsfaktor ins Spiel.

Also ich halte von der Kaloriengeschichte überhaupt nichts, so einfach funktioniert auch der Körper nicht. Gerade hier im Forum findet man ja immer wieder Zuschriften von Leuten, die wohl irgendwie glauben, „Kalorien“ seien in den Lebensmitteln „drin“ und machen dick.

OK, Du hast eigentlich nach verlässlichen Quellen oder Untersuchungen gefragt. Die habe ich auch nicht. Ich bin Physiker und weiß, dass sich mit physikalischen Methoden (Energie- und Massebilanz) das hochkomplexe biochemische Regelwerk des menschlichen Körpers nicht beschreiben lässt.

Einen schönen Sonntag noch allerseits.
Olaf