Stoiber und die ganze Wahrheit

Hallo,

wie hält es Stoiber mit der Wahrheit?

Er sagte auf dem CDU-Parteitag, daß die BRD die höchste Neuverschuldung in der EU hat.

Das stimmt ja möglicherweise auch soweit, jedoch ist es meiner Meinung nach ein Skandal, dabei dem Wahlvolk zu verschweigen, daß es die niedrigste Neuverschuldung seit der Wiedervereinigung ist.

Er rügt also den Erfolg der SPD (Verringerung der neuverschuldung) und verspricht zugleich mit den Steuersenkungen etc. Dinge, die eine noch höhere Neuverschuldung notwendig machen werden.

Diese Logik ist für mich nicht nachzuvollziehen!
Für Euch?

gruss
winkel

Hi Winkel,

Diese Logik ist für mich nicht nachzuvollziehen!
Für Euch?

Ist doch das Gleiche mit der Arbeitslosenquote: Da wird die SPD beim (sicher sehr mutigen) Wort des Kanzlers gemessen und nun verhöhnt, weil dieses nicht zu halten war. Dass die Arbeitslosenquote aber deutlich unter der zu CDU-Zeiten liegt, und zwar dauerhaft, das wird verschwiegen.

Letzten Endes glaube ich jedoch, im Wahlkampf nehmen sich die Politiker ganz und gar nichts. Weder Stoiber noch Schröder oder sonstwer.

Grüße
Jana

Völlig Wurscht was der verspricht.

Er wird es auch nicht anders wie die SPD machen können. Steuergeschenke auf der einen Seite die durch andere Steuern finanziert werden.

Gruß Ivo

Hallo,

wenn die zur Wahl Stehenden eine Änderung des heutigen Zustands auch nur anstreben würden, hätte die nächste WAhl irgendeine Bedeutung.

Bei den Kosten der Sozialversicherung unterhält man sich gelegentlich um Zehntelprozente. Tatsächlich bewegen sich die Kosten einfach in der falschen Größenordnung. Das System muß durchsichtig werden, jeder Versicherte muß genau wissen, welche Kosten er verursacht und es muß eine spürbare Selbstbeteiligung der Versicherten geben, um die Kosten drastisch zu senken.

Keine Bundes- oder Landesregierung denkt auch nur daran, Gesetze und Vorschriften zu entrümpeln, das Steuersystem zu vereinfachen und Dauersubventionen ersatzlos zu streichen.

Überall finden sich ganze Gebäude voller Staatsdiener, die schlicht nichts zu tun haben. Man weiß nicht einmal, ob und wann sie zum Dienst erscheinen. Zeiterfassung ist dort ein Reizwort. Weder Kandidat noch Amtsinhaber wollen und werden daran etwas ändern.

Niemand wird und will etwas daran ändern, daß ein Angestellter mit 1500 € netto für den Arbeitgeber 4000 € kostet. Wer glaubt, dabei mit 10 €-Aktionen (das sind die Kosten eines einzigen Gangs zum Klo) etwas zu bewegen, ist einfach ein Träumer.

Die Bundeswehr in ihrer jetzigen Form und Größe braucht niemand mehr. Änderung ist nicht in Sicht.

Auch außenpolitisch soll alles bleiben, wie es ist. Bedingungslose Solidarität mit den Machthabern in den USA, Nachplappern von deren Terrorismus-Hysterie und Mitmachen aller Abenteuer.

Weil sich nichts ändern wird, entscheidet die nächste Wahl nur darüber, wer untätig und phantasielos die Regierungs-Sessel wärmt und wer gut dotiert nach Brüssel oder auf andere Pöstchen abgeschoben wird.

Es fehlt am Leidensdruck. Wir brauchen deshalb unbedingt eine Verdoppelung der Arbeitslosenzahl. Bis es so weit ist, schleudern in Hamburg ein paar durchgeknallte Freaks einen 600 kg schweren Fleischklops durch die Gegend und bekommen dafür 10.000 € aus dem Landeshaushalt, weil das Kunst ist.

Um nicht zu verzweifeln, kann man das alles nur noch als Theater mit lautem Lachen verfolgen.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Bei den Kosten der Sozialversicherung unterhält man sich
gelegentlich um Zehntelprozente. Tatsächlich bewegen sich die
Kosten einfach in der falschen Größenordnung. Das System muß
durchsichtig werden, jeder Versicherte muß genau wissen,
welche Kosten er verursacht und es muß eine spürbare
Selbstbeteiligung der Versicherten geben, um die Kosten
drastisch zu senken.

das unverschämte ist, dass wieder neue 10tel %te für die Rentenversicherung im Gespräch für 2003 sind, obwohl wir seit Jahren durch die "Öko"steuer die Rentenversicherung entlasten sollten.
Die drastischen Zuzahlungen in der Krankenversicherung gibt es bereits. Meine 2 Kronen haben mich einige 100 Euro gekostet. Dank sei Gott, kann ich es mir erlauben, aber ob sich das die allein erziehende Mutter erlauben kann, wage ich zu bezweifeln.
Ich zahle ständig mehr Beiträge (absolut) und habe geringere Leistungen, aber ich soll immer mehr zuzahlen. Hauptsache die Chefärzte und Pharmaunternehmen werden nicht zur Kostenreduzierung herangezogen…

Keine Bundes- oder Landesregierung denkt auch nur daran,
Gesetze und Vorschriften zu entrümpeln, das Steuersystem zu
vereinfachen und Dauersubventionen ersatzlos zu streichen.

Überall finden sich ganze Gebäude voller Staatsdiener, die
schlicht nichts zu tun haben. Man weiß nicht einmal, ob und
wann sie zum Dienst erscheinen. Zeiterfassung ist dort ein
Reizwort. Weder Kandidat noch Amtsinhaber wollen und werden
daran etwas ändern.

Unterstellung, ohne Beweise.

Niemand wird und will etwas daran ändern, daß ein Angestellter
mit 1500 € netto für den Arbeitgeber 4000 € kostet. Wer
glaubt, dabei mit 10 €-Aktionen (das sind die Kosten eines
einzigen Gangs zum Klo) etwas zu bewegen, ist einfach ein
Träumer.

Die Bundeswehr in ihrer jetzigen Form und Größe braucht
niemand mehr. Änderung ist nicht in Sicht.

Wie schnell sich die gesamte politische Lage ändern kann, haben wir in den letzten 15 Jahren gesehen. Das sie sich auch mal in die negative Richtung verändern kann, kannst Du und ich nicht ausschließen. Deshalb finde ich es gut, wenn man im Bezug auf die Bundeswehr eben nicht nur bis zum nächsten Wahltermin denkt.

Auch außenpolitisch soll alles bleiben, wie es ist.
Bedingungslose Solidarität mit den Machthabern in den USA,
Nachplappern von deren Terrorismus-Hysterie und Mitmachen
aller Abenteuer.

Das Wort Machthaber verbinde ich mit Diktatoren. Und da gibt es Zig andere zu denen das Wort besser passen würde.
Siehe Israel/Palästina: Ist das „Terrorismus-Hysterie“?

Weil sich nichts ändern wird, entscheidet die nächste Wahl nur
darüber, wer untätig und phantasielos die Regierungs-Sessel
wärmt und wer gut dotiert nach Brüssel oder auf andere
Pöstchen abgeschoben wird.

Es fehlt am Leidensdruck. Wir brauchen deshalb unbedingt eine
Verdoppelung der Arbeitslosenzahl. Bis es so weit ist,
schleudern in Hamburg ein paar durchgeknallte Freaks einen 600
kg schweren Fleischklops durch die Gegend und bekommen dafür
10.000 € aus dem Landeshaushalt, weil das Kunst ist.

Um nicht zu verzweifeln, kann man das alles nur noch als
Theater mit lautem Lachen verfolgen.

Zu manchem kann ich auch nur noch lachen, aber im Endeffekt leben wir doch in Deutschland nicht schlecht.

Gruß, Joe

Hi!

Ich zahle ständig mehr Beiträge (absolut) und habe geringere
Leistungen, aber ich soll immer mehr zuzahlen. Hauptsache die
Chefärzte und Pharmaunternehmen werden nicht zur
Kostenreduzierung herangezogen…

Warum sollen Chefärzte und Pharmaunternehmen zu einer Kostenreduzierung herangezogen werden, wenn die Ausgaben im Gesundheitswesen seit fünfzehn Jahren im gleichen Verhältnis gestiegen sind wie das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands?

Das Problem der Krankenkassen sind nicht überdimensionierte Ausgaben, wie es uns immer weisgemacht wird, sondern im Vergleich zum steigenden BIP die geringeren Einnahmen.

Grüße
Heinrich

Warum sollen Chefärzte und Pharmaunternehmen zu einer
Kostenreduzierung herangezogen werden, wenn die Ausgaben im
Gesundheitswesen seit fünfzehn Jahren im gleichen Verhältnis
gestiegen sind wie das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands?

Das Problem der Krankenkassen sind nicht überdimensionierte
Ausgaben, wie es uns immer weisgemacht wird, sondern im
Vergleich zum steigenden BIP die geringeren Einnahmen.

Hallo Heinrich,

Deine Aussage kann ich nicht nachprüfen, aber wenn es so ist, woran liegt es? Jeder der auch nur 1 Euro über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, flüchtet aus der gesetzlichen KV.
Die jungen, gutverdienenden Singles wechseln weil sie (noch) nicht an einer Familienversicherung interessiert sind.
Anders kann ich mir gesunkene Einnahmen nicht vorstellen.

Wolfgang tat so, als gäbe es keine spürbare Selbstbeteiligung und das ist nicht richtig (z.B. Medikamente, Zahnersatz…).
Und ich habe daraus interpretiert, dass es bei höhere Selbstbeteiligung weniger Kosten gibt, weil die allein erziehende Mutter sich einen notwendigen Arztbesuch nicht mehr erlauben kann.
Eine Versicherung sollte nach meinem Verständnis eine Solidargemeinschaft sein, aber der Egoismus breitet sich in unserer Gesellschaft immer mehr aus.

Gruß, Joe

Hi!

Deine Aussage kann ich nicht nachprüfen, aber wenn es so ist,
woran liegt es?

1980 betrugen die Ausgaben im Gesundheitswesen 6,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukte (BIP)
1990 waren es 6,0 Prozent des BIP
2000 waren es 6,5 Prozent des BIP

1980 waren die Arbeitgeber mit 32 Prozent an den Kosten für die Sozialversicherungen beteiligt
2000 nur noch mit 27 Prozent (folglich müssen die 5 Prozentpunkte vom anderen Beteiligten an den Sozialversicherungen - das ist der Arbeitnehmer - getragen werden)

Dazu kommen als Einnahmeausfall die Lohn- und Gehaltsabschlüsse, die hinter der Entwicklung des BIP zurückblieben, d.h. wenn das BIP um 2,5 Prozent stieg, die Gehälter aber nur um 2 Prozent, gab es erneut einen Einnahmeausfall für die Sozialversicherungen (bei gleichstarker Entwicklung der Ausgaben im Vergleich zum BIP, denn die Quote der Ausgaben im Gesundheitswesen zum BIP blieb seit 20 Jahren nahezu unverändert bei 6 bis 6,5 Prozent).

Ferner bedeutet jeder der vier Millionen Arbeitslose einen finanziellen Ausfall für die Sozialversicherungen, da das Arbeitslosengeld und die darauf berechneten Beiträge zu den Sozialversicherungen deutlich niedriger sind als das Gehalt, das der Arbeitslose zuvor bezogen hat. Auch hier müssen jene, die noch in Lohn und Brot stehen, die Einnahmeausfälle durch höhere Beiträge zu den Sozialversicherungen auffangen.

Jeder der auch nur 1 Euro über der
Beitragsbemessungsgrenze liegt, flüchtet aus der gesetzlichen
KV.

Richtig. Und verschärft damit weiter das Einnahmeproblem der Kassen. Nicht die Ausgabenseite ist das Drama - was uns Medien und Politiker immer weismachen wollen -, sondern die Einnahmenseite. Und durch deutliches Anheben der Selbstbeteiligungen prügelt man wieder den falschen Hund (mal ganz abgesehen davon, daß Gesundheit wieder eine Frage des Geldbeutels wird).

Grüße
Heinrich