Hallo,
damit man (frau) weiss, mit wem es man evtl. zu tun bekommt,
hier die 2. Folge:
Gruß Mic
Friedrich Merz (Steuern und Finanzen)
jungkonservativ, wirtschaftsliberal, gesellschaftspolitisch
reaktionär
wohl richtig
verdankt seinen Aufstieg in die erste Reihe vor allem dem
Umstand, dass er nicht als Teil des „System Kohl“
identifiziert wurde
Inzwischen möchte Merkel ihn als Fraktionsvorsitzende beerben.
So soll Merz mit einem Ministerposten abgespeist werden, den
er
wohl eigentlich gar nicht will.
wohl eher nicht richtig - wenn in der CDU jemand das Finanzressort haben will, dann er.
Von Merz stammen teilweise abenteuerliche Äussererungen, mit
denen er sich eindeutig „rechtsaußen“ positioniert hat:
Wo zum Teufel setzt ihr Linken heute die Mitte hin?
1.Geldentzug für die ostdeutschen Länndern, wenn diese von ihm
nicht genehmen Koalitionen regiert werden
Diese Forderung ist damals im Rahmen der Diskussion um den Länderfinanzausgleich gestellt worden. Wenn sie auch zweifellos übertrieben war, so ist es doch einleuchtend, daß man nicht die SED-Nachfolgerin sponsorn will. Wäre die Situation politisch genau unter umgekehrten Vorzeichen, wäre die Forderung vermutlich genauso gestellt worden. D.h. sie ist zwar vielleicht abenteuerlich, aber doch nicht „rechtsaußen“.
2.Initiator der Debatte um die „Deutsche Leitkultur“
Ja und? Die deutsche Nation kann ja im Gegensatz beispielsweise zur französischen nicht auf eine lange Tradition eines einheitlichen Staates zurückblicken (denn das war das erste Reich bestimmt nicht), was außer der Kultur soll also sonst integrationsstiftend sein? Und erspar mir bitte polemische Diskussionen im Sinne von Weißwurst zutzelnden Bayern versus Shanties singenden Nordlichtern - selbstverständlich ist die Kultur teilweise Regional unterschiedlich: Ich fühle mich als Rheinländer, Deutscher, Europäer, Okzidentale - in dieser Reihenfolge!
3.Zwangsdienst fr alle Männner und Frauen (im Rahmen der
Debatte um die Abschaffung der Wehrpflicht)
Wenn man sich absolut darauf versteift, die Wehrpflicht nicht abzuschaffen (und das scheint ja zur Zeit Konsens in den großen Parteien zu sein), ist das doch die einzig gerechte Lösung, auch wenn ich sie selbst nicht unbedingt für erstrebenswert halte Im übrigen ist das durchaus eine „linke“ Forderung, denn wie könnte die Gleichberechtigung der Frau vollständiger zum Ausdruck kommen - ich bezweifele nur, daß sie das dann noch will.
4.Leitbild der Familie mit Frau am Herd: „Wir wollen nicht,
dass das alte Leitbild der Familie, in der die Mutter auf
Berufstätigkeit verzichtet, ersetzt wird durch das Bild von
zwei berufstätigen Eltern.“
Wohl auch wieder aus dem Zusammenhang gerissen. Vermutlich ist diese Aussage im Zusammenhang mit der Diskussion gemacht worden, ob es sinnvoll ist, mehr Ganztagsbetreuung schon für Kleinkinder anzubieten, oder ob die Mutter (Diese ist im Allgemeinen in den ersten Jahren einfach die größere Bezugsperson für das Kind als der Vater) die Betreuung des Kindes in den ersten Jahren lieber selbst übernehmen sollte. Ich persönlich denke, daß es durchaus Situationen gibt, in denen mal das eine, mal das andere die bessere Lösung wäre.
und
„Es geht nicht, dass die Ehe mit jeder beliebigen Verbindung
auf Zeit gleichgestellt wird.“ (Merz, Bundestagsdebatte
18.4.2002)
Vgl. GG!
Merz war 1995 unter den 145 Abgeordneten, die sich gegen die
Liberalisierung des § 218 stimmten
Was ich für einen gläubigen Katholiken nur für konsequent erachte. D.h. aber nicht, daß ich der gleichen Meinung bin - als Atheist beginnt für mich ein Leben erst mit Einsetzten der Geburt, so daß das Ugeborene bis dahin Teil des Körpers der Mutter ist, die mit ebendiesem machen kann, was sie will.
Merz machte sich nicht nur mit den Märchen Ãrger, seine wilden
Sauerländer Jugendjahre lächerlich,
Stimmt!
sondern blamierte sich
auch mit der Forderung, das Rentenalter auf 70 zu erhöhhen.
Klar, keiner will potentielle Wähler verschrecken, also polemisieren und lamentieren Politiker aller Couleur wider solchen „frevlerischen“ Gedanken - aber sind die wirklich so absurd? Wenn die Leute immer älter werden und wir eine demographische Verschiebung haben, dann muß doch auch das Rentensystem angepaßt werden. Daß eine solche Änderung an der derzeitigen Realität des deutschen Arbeitsmarktes vollkommen vorbeigeht, ist zwar ein Grund, sie noch nicht, nicht aber,sie gar nicht vorzunehmen.
Seine bitterste Niederlage war die um die Bundesratsabstimmung
über die rot-grüne Steuerreform 2000.
Im letzten Jahr brachte er sich selbst als Kanzlerkandidat ins
Gespräch: Es liege in der „Natur der Sache (…), dass der
Fraktionsvorsitzende als Kanzlerkandidat in Frage kommt.“ Die
Bemerkung löste in der Union eine wochenlange Fühhrungsdebatte
aus. CSU-Generalsekretär Goppel sprach von dem „physikalischen
Phännomen“, „dass zum ersten Mal in der Weltgeschichte das
Echo vor dem Ruf kommt.“
Nun ja, wirklich sympathisch ist der Merz wirklich nicht.
Gruß
L.