Kann man im Zustand der Euphorie, z.B. nach Kokaingenuss, wirklich als „stoned“ bezeichnet werden? Oder bezeichnet dieser Ausdruck im Deutschen nicht eher eine nach außen hin passiv wirkende Befindlichkeit (der Glückseligkeit)? Also das Gegenteil von „high“?
Im sprachlichen Alltag findet man oft unterschiedslos beide Begriffe, und da sträubt sich mir einfach alles!! Es ist ein Unterschied, ob ich mir 2 lines ziehe (high) oder ein Beruhigungspfeifchen rauche(stoned).
Lieber Boris
Nun, ich verfüge nicht über die Vorzüge deiner Erfahrungen, aber wie du es angedeutet hast, scheint es so zu stimmen. „High“ sein, d. h. sich von irgendetwas lösen und scheint sich mehr auf die Psyche zu beziehen. „Stoned“ scheint mir eher auf die Physis hin bezogen gemeint zu sein.
Wie immer alles reine Mutmaßungen von mir.
Viele Grüße
Voltaire
beide Begriffe stammen aus der Dope-Ära, und man kann sie bloß bedingt auf andere Stoffe anwenden. Sie dürfen auch im Dt. wörtlich verstanden werden:
Schwarzer Afghan (war auch hie und da mit O versetzt) => stoned: Alles ist sehr langsam, hängt auf der Matratze, schaukelt ein wenig zur Musike; kann ganz leicht ganz dumm umschlagen zu denkt ständig an den Tod, will eigentlich auch ganz gern mal sterben um zu sehen ob das gut kommt; ist aber zu stoned, um irgendwas in der Richtung zu unternehmen. Hört zichmal nacheinander immer die erste Seite von Paul Horn im Taj Mahal.
Grüner Libanese, Ägypter usw. => high - findet alles wahnsinnig lustig, hört nicht auf zu kichern, hat ständig irgendwelche abgefahrenen Einfälle (zumindest kommts ihm so vor). Kann noch und mag auch vögeln ohne Ende etc. Entwickelt Pläne, wie man in die zentrale Wasserversorgung von Bonn einen großen Sack LSD reinkippen könnte, und wenn der Trip anläuft, sind alle, die noch nie drauf waren, völlig neben der Spur - das ist der Moment dafür, dass die, die wissen, was abläuft, endlich die Macht übernehmen können.
Eher allgemein verwendbar ist high, aber auch hier Vorsicht. Eigentlich gibts zu jedem Stoff separate Begriffe, Koks war nach meiner Zeit, da kann ich nix zu sagen.
dieser Erläuterung zu „stoned“ stimme ich zumindest für die Epoche 1970 - 1990 nicht zu: „stoned“ ist gerade nicht „excited“. Das Wort beschreibt den „versteinerten“ Zustand bei starker Sedierung unter Cannabis; der tritt sonst allenfalls bei Opiaten auf, und kann nicht mit „drugs“ im heutigen Sinn (der ganze Chemiemüll) hervorgerufen werden; am ehesten könnte er vielleicht mit einem Alkoholrausch von schwerem Rotwein verglichen werden - aber das passt auch bloß seeehr ungefähr.
Hier sind die Grenzen der klassischen Lexikographie erreicht - wie beiläufig bei allen Begriffen aus Subkulturen. Das hängt damit zusammen, dass es kaum filterbare schriftliche Quellen gibt, und die, die es gibt, kann man mit den Mitteln der klassischen Lexikographie nicht auf ihre Stichhaltigkeit prüfen. Die Begriffe müssen also Lexikis genauso vorsichtig entnommen werden wie hochspezialisiert fachsprachliches Vokabular.
Die beiden genannten Begriffe darf man übrigens durchaus als eingedeutscht betrachten: Es gibt keine genuin deutschen Worte, die da passen würden - im Gegensatz zu der Unzahl von Substantiva und Adjektiva, die mit unserer Leitdroge Alkohol in Verbindung stehen.
dieser Erläuterung zu „stoned“ stimme ich zumindest für die
Epoche 1970 - 1990 nicht zu: „stoned“ ist gerade nicht
„excited“.
Ich stimme dir zu.
„stoned“ hat nichts mit „excited“ zu tun.
Deine Beschreibung trifft auch mit meinem (heutigen) englischen
Verständnis von „stoned“ überein.
Auch mit der Definition von „high“ hab ich Probleme.
Man wird nicht von alk. Getränken „high“, das wird man
durch Drogen, aber auch von übermäßigen Kaffeegenuss.
Hier trifft das
„excited“, aufgeregt, auch hibbelig.
Ein Adrenalin-high ist auch was Schönes.
Deiner Bemerkung über lexikalische Grenzen
mag ich prinzipiell zustimmen,
aber in diesem Fall muss ich einfach an Longman an sich
zweifeln.