Strafanzeige gegen Unbekannt?

Strafanzeige gegen Unbekannt?

Hallo ihr Lieben!

Ich versuche mich kurz zu halten, damit man es versteht…

Also zum Fall:
E-Mail im Spamordner mit dem Betreff „Nebenarbeit“.
Beschrieben wird eine Arbeit von wenigen Wochenstunden bei freier Zeiteinteilung.
Es wird zurückgeschrieben, Interesse bekundet, nach genauer Arbeit gefragt.
Antwort: Es wird Geld überwiesen, dieses soll abgehoben und dafür bestimmte Karten/Gutscheine (jedes Mal unterschiedlich) gekauft werden. 20% des Geldes darf als Provision einbehalten werden. Für den Rest sollen besagte Karten gekauft werden und die Nummern, die auf den Karten stehen per Mail an den „Personalmanager“ geschickt werden.

Es kommt zum Austausch von Adresse, Bankverbindung, etc.
Ein paar Tage später werden 2500€ überwiesen, mit der Anweisung diese unverzüglich abzuheben und für 2000€ sogenannte U-Cash-Karten zu kaufen.
Das Geld wird also abgehoben und die Karten gekauft.
Die Nummern der Karten werden per Mail zurückgeschickt.
500€ dürfen einbehalten werden.

Folgen:
Das Bankkonto wird von der Bank wegen „Unregelmäßigkeiten“ gelöscht.
Von dieser Firma „Finkex“ mit Hauptsitz im Estland hört man nie wieder etwas. Die Provision ist mittlerweilse ausgegeben.

Dies geschah Anfang Dezember.

Nun, Ende Januar, kommt Post von einer Bank.

"Per Überweisung wurde am 9.12.2010 eine Überweisung in Höhe von 2500€ unter Angabe des Verwendungszwecks „Privatentnahme“ auf ihr obiges Girokonto gutgeschrieben.

Der Inhaber des Auftraggeberkontos, Herr ***, zeigt in unserem Hause an, dass diese Überweisung nicht von ihm veranlasst wurde und erstattete Anzeige gegen Unbekannt wegen Betruges bei der Polizei.

Wir fordern Sie daher auf, den Betrag in Höhe von insgesamt 2500€ an die (Bank) zurückzuzahlen und wie folgt zu überweisen:

(Bankverbindung)

Sollten wir keine Rücküberweisung bis zum 1.2.2011 (in einer Woche…) feststellen können, behalten wir uns vor, gerichtliche Schritte gegen Sie einzuleiten."

Sprich…
Diese Firma hat Geld vom Konto dieses Herren abgebucht und dafür U-Cas-Karten kaufen lassen.

Die 2500€ sind weg. Wurden ja in Form von Nummern der Karten an die Firma geschickt.

Inwiefern kann dies nachverfolgt, bzw. der ausführenden Person, die die U-Cas-Karten gekauft hat, etwas anhängen. Welche Folgen sind zu erwarten?

Bin dankbar für alles :smile:

Lieben Gruß und vielen Dank im Voraus!

Ich befürchte, das sieht gar nicht gut für die besagte Person aus, die ihr Konto für diese Transaktionen zur Verfügung gestellt hat.
Stichwort Geldwäsche!
Am Besten wird es sein, sich sofort mit der Polizei in Verbindung zu setzen.
Sofort heisst sofort und nicht erst in einer Woche.

Gruss Roland

Die betreffende Person hat sich schlicht und ergreifend als Geldwäscher für die Mafia betätigt…

Was ist bei der Polizei dann zu erwarten bzw. was/wie soll man denen das erzählen?

Achja… Und vielen Dank für die Antworten :smile:

Servus,

rückhaltlose Kooperation ist angesagt. D.h. alles erzählen, und im Zweifelsfall den PC gleich mitbringen, falls der e-mail-Kontakt noch irgendwo auf der Festplatte ist.

Außerdem ist es wichtig, so granatenmäßig dumm und naiv wie irgendwie möglich zu erscheinen: Es liegt nämlich der Gedanke nahe, daß man bei so einem Angebot zehn Meter gegen den Wind riecht, daß es faul ist. Selbst wenn der Betroffene das wirklich nicht gerochen hat, ist es nicht so leicht, das glaubhaft zu erzählen.

Schöne Grüße

MM

Mhm… Aus einer anderen Quelle wurde mir geraten bei der Polizei zu schweigen, nichts zu unterschreiben und direkt zum Anwalt zu gehen.

Ich denke mal den werde ich so oder so brauchen.
Und bei der Polizei is doch eher die Gefahr, dass irgendwas falsch ausgelegt wird oder einem was im Mund umgedreht wird.

Jeder sagt was anderes…

Danke trotzdem für die Antwort

Ich möchte das, was Martin geschrieben hat nochmals bekräftigen.
Besagte Person muss kooperieren und alles, aber auch wirklich alles sagen.
Diese Vorgehensweise ist meiner Meinung nach alternativlos!

Gruss Roland

Hallo

rückhaltlose Kooperation ist angesagt. D.h. alles erzählen,

Wem denn? Es hat ja keiner was gefragt?! Bislang fordert doch lediglich die Bank den überwiesenen Betrag zurück.

und im Zweifelsfall den PC gleich mitbringen, falls der
e-mail-Kontakt noch irgendwo auf der Festplatte ist.

Wohin? Zur Bank? Die wollen doch nur das Geld…

LG, Bommel

Mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit ist bereits eine Anzeige wegen Geldwäsche erfolgt.
Was immer auch die besagte Person macht, sie sollte verdammt schnell reagieren.

Gruss Roland

Glaub mir, eine Anzeige wegen Geldwäsche ist bereits erfolgt. Totsicher!
Und bei diesen Delikten arbeiten die Mühlen der Justiz nicht langsam.

Gruss Roland

Vielleicht nehmen sie den Rechner ja als Anzahlung :wink:

Naja… Anwalt oder Polizei. Das ist hier die Frage.

Die Polizei wird bei einer Aussage wohl eher nichts „im Mund herumdrehen“. Die Polizei unterliegt dem Gebot der Neutralität. Deswegen wird von Aussagen auch ein Protokoll angefertigt. Sollte eine Aussage den Aussagenden selbst belasten, steht demjenigen auch die Möglichkeit offen, die Aussage zurück zu ziehen. Das hinzuziehen eines Anwalts halte ich für elementar in einem solchen Fall. Die Schilderung des Ablaufs bei der Polizei ist aber ebenso anzuraten. Schweigen kann hier unter Umständen sogar der komplett falche Weg sein.

P.S.: Warum macht man eigentlich sowas? Also Mails, die ich nicht angefordert habe und deren Absender offensichtlich nichts mit irgendetwas zu tun haben, mit dem ich zu tun habe, landen direkt bei strg+entf. Alles andere wird angeguckt und bei Bedarf bearbeitet. Ebenso werde ich wohl nie in irgendeiner Form irgendwas mit z.B. der Targo-Bank zu tun haben, da ich über Monate Spam von dieser Bank erhalten habe und mir Unternehmen, die mit Spam für sich werben, grundsätzlich suspekt sind.

Hallo,

ob es die Mafia war, kann man mit Bestimmtheit nicht sagen, aber dass es sich um Beteiligung an einer Geldwäsche handelt, steht ziemlich fest.
Die Frage ist nur, inwieweit der Kontoinhaber - der immerhin Buchgeld in materielles Geld umgewandelt und damit die Nachweiskette des Buchgeldes unterbrochen hat - überhaupt zu belangen ist (§ 261 StGB erfordert neben der Geldwäschetat auch den Nachweis der Ursprungstat - die deutschen Geldwäschevorschriften sehen gut aus, aber taugen in der Praxis nur wenig). An Stelle des Kontoinhabers würde ich sofort bei der Polizei vorstellig werden und alles, aber auch wirklich alles rückhaltlos offenbaren. Das ist die einzige Möglichkeit, die bleibt, einigermaßen ungerupft aus der Sache rauszukommen. Wenn er versucht, irgendwas zu verschleiern, dann hängt er am Haken.

Gruss

Iru

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Hallo,

Mhm… Aus einer anderen Quelle wurde mir geraten bei der
Polizei zu schweigen, nichts zu unterschreiben und direkt zum
Anwalt zu gehen.

du weisst aber hoffentlich, dass dir durch die Polizei mit der Ladung schon das rechtliche Gehör angeboten wurde. Wenn du nicht darauf reagierst bzw. nichts sagst, steht der Staatsanwaltschaft unmittelbar der Weg zum Strafbefehl offen. Ob sie das macht, kann ich von hier aus nicht beurteilen, möglich wäre es durchaus. Wunder dich also nicht, wenn so einer irgendwann ins Haus flattert.
Nochmals: Kooperation ist - soweit alles den Tatsachen entspricht, was du hier vorgetragen hast - das einzige was nutzt. Sollte sich irgendwo in der Beweiskette aber noch ein bedingter Vorsatz erkennen lassen, dann ist es sowieso vorbei.
Aber, wie schon weiter oben geschrieben, ist der Nachweis der Ursprungstat Tatbestandsmerkmal der Geldwäsche.

Gruss

Iru

Das war Geldwäsche. der Kontoinhaber bekommt jetz Probleme und kann sogar im Knast landen.

Anwalt gehen, alles erzählen. Das ist richtig. Mit dem Anwalt abstimmen, was der polizei mitgetilt wird. Außerdem: Letzlich ist auch der Kontinhaber geschädgit, insofern sollte er auch zur polizei gehen.

Hallo,

ich verstehe eigentlich nicht, warum hier alle Antwortenden von einem Delikt der „Geldwäsche“ ausgehen. In meinen Augen handelt es sich hierbei nicht um Geldwäsche, sondern schlichtweg um Betrug. Der Email-Versender hat sich mit diesem Trick einfach um 2000,- Euro bereichert. Die Kontodaten des Geldversenders hat sich der Betrüger irgendwo besorgt und die empfangenen Nummern der Geldkarten anschließend versilbert. Da kann ich keinerlei Geldwäsche erkennen.

Aber im Endeffekt bleibt der gleiche Rat:
So bald wie möglich mit dem Rechner und dem hoffentlich noch gespeicherten Email-Verkehr zur Polizei gehen und Anzeige erstatten. Da wird man dann wohl wegen Dummheit ausgelacht, aber eine Betrugstat setzt Vorsatz voraus, und der ist hier ja wohl nicht gegeben.

Gruß Ebi

kann ich keinerlei Geldwäsche erkennen.

Kennst Du die Definition von Geldwäsche?

Aber im Endeffekt bleibt der gleiche Rat:

Da wird man dann wohl wegen Dummheit ausgelacht,
aber eine Betrugstat setzt Vorsatz voraus, und der ist hier ja
wohl nicht gegeben.

Du hast Dich wohl noch nicht intensiv mit der Materie beschäftigt?

Gruss Roland, der sich beruflich mit dieser Thematik auseinandersetzen durfte.

Hallo Roland,

laut Wikipedia ist die Definition von Geldwäsche:
„Geldwäsche (Österreich und Schweiz: Geldwäscherei) bezeichnet die Einschleusung illegal erwirtschafteten Geldes, bzw. Vermögenswerten allgemein, in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf. Dieses illegale Geld ist entweder das Ergebnis illegaler Tätigkeiten (z. B. Drogenhandel, Waffenhandel, in Deutschland auch Steuerhinterziehung) oder soll der Finanzierung illegaler Tätigkeiten dienen.“

Wo ist denn in diesem Fall irdendetwas davon gegeben?

Entweder hast Du das Ausgangsposting nicht richtig gelesen oder Du weißt schlichtweg nicht, was Geldwäsche ist. Hier hat jemand einem anderen trickreich 2000,- Euro abgeknöpft. Das ist ganz einfach Betrug, aber keine Geldwäsche.

Gruß Ebi

HalloEbi,

Entweder hast Du das Ausgangsposting nicht richtig gelesen
oder Du weißt schlichtweg nicht, was Geldwäsche ist. Hier hat
jemand einem anderen trickreich 2000,- Euro abgeknöpft. Das
ist ganz einfach Betrug, aber keine Geldwäsche.

ich habe das Ausgangsposting genau gelesen. Ich habe mich beruflich mehrere Jahre intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Und ich habe solche Fälle in der Praxis erlebt, bearbeitet und begleitet.

Aber Du bist sicher tiefer in dieser Materie drin wirst schon recht haben. Und ich habe halt keine Ahnung davon. Nichts für ungut.

Gruss Roland