Strahlentherapie, Chemotherapie

Hallo,
ich habe eine Frage zu folgendem Kenntnisstand:
Bösartiger Tumor im Halsbereich zwischen Mandel und Wirbelsäule (Feststellung des HNO-Arztes), keine weiter Streuung erkennbar, operative Entfernung sollte vorgenommen werden. OP im KKH kurzfristig abgesagt, u.a. wegen der Größe des Tumors. Strahlentherapie zur Verkleinerung des Tumors empfohlen. Einige Tage später Verlegung in UNI-Klinik. Dort die Aussage, keine Strahlentherapie ohne Chemotherapie. Vorerst auch kein OP vorgesehen.
Leider kann ich nicht mit mehr Informationen aufwarten, direkte Auskünfte bekomme ich trotz nahem Verwandschaftsverhältnis wegen Datenschutz nicht. Ist nun mal leider so.
Meine grundsätzliche Frage:
Strahlentherapie, Chemotherapie: Wann die eine oder andere Variante, wann beide zusammen? Bei welchen Verdachtsmomenten (?) werden die unterschiedlichen Varianten i.d.R. eingesetzt? Lassen die Varianten Rückschlüsse auf unterschiedliche Schwere der Erkrankung Rückschlüsse zu?

Danke und Gruß
Der Franke

Ganz grob

Meine grundsätzliche Frage:
Strahlentherapie, Chemotherapie: Wann die eine
oder andere Variante, wann beide zusammen?

Strahlentherapie bietet sich nachsorgend und auch in diesem Fall, weil mittlerweile gut zielbar, zum Eindämmen eines großen Tumors immer an.

Bei welchen Verdachtsmomenten (?)

Chemotherapie ist abhängig vom Tumortyp sinnvoll oder überflüssig/schädlich. Wenn der Tumortyp den vorliegenden Statistiken nach gut auf Chemotherapie anspricht kann man damit in einem Aufwasch den primären Tumor verkleinern und Metastasen eindämmen/verhindern. Das ist natürlich auch eine Abwägung der Risiken. Ist der Tumor schon so groß, dass man bei einer Operation große Gefahr läuft wichtiges Gewebe zu zerstören, wird man auch bei weniger guter Reaktion erst einmal die Chemotherapie versuchen und ständig die Entwicklung beobachten.

Varianten i.d.R. eingesetzt? Lassen die Varianten Rückschlüsse
auf unterschiedliche Schwere der Erkrankung Rückschlüsse zu?

Nein, dazu gehören auch die Beurteilung ob der Tumortyp stark streut, ob er lokal sauber abgegrenzt ist, wie schnell er wächst, uvam.

»Ohne Daten keine Taten«

Gruß & Daumendrück

Stefan

Unterschiede?
Hallo zusammen,

kann mir jemand den Unterschied dieser beiden Therapien erklären? Ich bin bis jetzt fälschlicher Weise davon ausgegangen, dass es ein und dasselbe ist.

Gruß

Samira

Hallo zusammen,

kann mir jemand den Unterschied dieser beiden Therapien
erklären? Ich bin bis jetzt fälschlicher Weise davon
ausgegangen, dass es ein und dasselbe ist.

Hallo Samira
ganz platt gesagt, Strahlentherapie therapiert mittels Strahlen und Chemo durch Chemikalien.
Beides ist nicht unbedingt auf Krebserkrankungen beschränkt wird aber meist nur in diesem Rahmen so allgemein bezeichnet.
Strahlentherapie kann also zB. auch mittels Lichtstrahlen sein, zB. bei Neurodermitis; im allgemeinen/umgangssprachlichen meint man damit aber schon radioaktive Bestrahlung, diese setzt man entweder bei Krebs ein oder auch bei Schilddrüsenerkrankungen
Chemotherapie ist so ziemliche jede Arznei die chemisch hergestellt wurde, Antibiotika sind genaugenommen auch Chemotherapie. Erstes Chemotherapeutikum soll Salvarsan gewesen sein.
Umgangssprachlich bezieht man Chemotherapie aber wieder eher auf die medikamentöse Krebstherapie. Warum auch immer? Anderswo steht der Wirkstoffnahme eher im Mittelpunkt, zB. bei Interferontherapie.

Bei der Krebsbehandlung zielen beide Therapieformen, also Strahlen und Chemo, darauf ab, die kranken Zellen zu töten, das funktioniert aber nicht so gezielt, weshalb auch gesunde Zellen draufgehen. Das macht das ganze so schwer erträglich.
Oft verwendet man daher eine Kombination aus beidem im Wechsel, damit man jeweils nur soviel wie nötig schädigt und der Patient etwas weniger Belastung hat.

Ist es nun klarer?
Schöne Grüße
die Olle

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Hallo!

Bei der Bestrahlung von Kopf-Hals-Tumoren macht man gerne parallel eine relativ milde Chemotherapie, um ruhende Tumorzellen anzuregen, wieder in den Zellzyklus (=Zellteilung) einzutreten, da sie so empfindlicher für die Strahlenbehandlung werden.

Die unterschiedlichen Varianten lassen also keine Rückschlüsse auf die Schwere der Erkrankung zu.

Gruß
Peter

ums kompliziert zu machen:

Antibiotika sind genaugenommen auch
Chemotherapie. Erstes Chemotherapeutikum soll Salvarsan
gewesen sein.

in älteren Büchern wird zwischen Antiiotika und Chemotherapeutika unterschiden. Beide sind zwar in unserem Sinne antibiotisch wirksam, Antibiotika wurden aber aus Lebewesen gewonnen (Penicillin z. B.), Chemotherapeutika synthetisch hergestellt. Der Unterschied ist heute völlig aufgehoben.
Heute laufen nur noch zytotoxische „Antikrebsmittel“ unter Chemotherapie. Warum, ist mir auch nicht klar. Wahrscheinlich stammt das aus der Zeit der (un-?)heiligen Dreifaltigkeit der Krebstherapie: Operation Bestrahlung oder medikamentöse, also Chemotherapie. Heute wimmelts außerdem vor Antikörpern, Biologika, Rezeptorenblockern usw,

pp