Servus Ragnarök,
bloß eine kleine subjektive Auswahl aus einer großartigen Stadt:
Im Office de Tourisme wird ein kleiner Führer (zu fundiert, um gratis zu sein) namens „Ballades Strasbourgeoises“ feilgehalten, mit einer Reihe von Spaziergängen, die jeweils eine Epoche der Bauhistorie beleuchten. Ich habe z.B. Jugendstil in Strasbourg einfach nicht beachtet, bevor ich mit diesem Broschürchen unterwegs war. Wärmstens empfohlen.
„Wie alle anderen“ täte ich nicht sagen:
Strasbourg ist noch mehr zwischen den Kulturen angesiedelt als das übrige Elsass - es gehörte auch nach der Annexion durch Louis n° 14 noch zum Reich. Hat einige Aspekte einer süddeutschen Stadt, mit dem sehr markanten Unterschied, dass die Alliierte Städtesanierung GmbH & Co KG die Finger davon gelassen hat. Heute also allenfalls mit Konstanz vergleichbar, aber stattlicher.
Die viel besungene „Petite France“, das frühere Gerberviertel am Wasser, ist arg überlaufen, aber außerhalb der Sommerferiensaison immer noch ein Idyllchen.
Geschmackssache, aber durchaus interessant und einen Besuch wert das Europäische Parlament. Von dort nördlich der Marne-Rhein-Kanal mit netten Quais.
Ein wenig hinter dem sehr bemerkenswerten Münster die Place du Marché Gayot, eine ruhige schöne Insel rundum mit Bars und Restaus versehen, mitten in der Stadt.
Von der Kathedrale Richtung Ill, direkt am Quai, ein kleiner, aber feiner Samstagsmarkt mit einem Querschnitt der Bio- und Fermier-Erzeugnisse der Gegend.
Der Orangeriepark, natürlich.
Die Kronenbourg-Brauerei, besuch- und besichtigbar (Kro ist viel weniger schlimm als Mutzig und Kanter).
Allerhand schöne Museen, u.a. das Münsterbauhaus direkt neben selbigem.
Eine herfürragend schöne Buchhandlung gleich an der place Kléber, frecherweise genau neben der FNAC, eine Art gallisches Dorf für Leute, die Bücher mögen.
Der Schuhladen des Herstellers Heschung, einem der letzten, der in Mitteleuropa (ganz in der Nähe von Strasbourg) näht, rue du Sanglier.
Wegen Essen und abendlichen Dingen: Den „Petit Futé“ für Strasbourg kaufen. Er unterscheidet z.B. die Preisklassen der Restaus nach „Monatsanfang“, „Monatsmitte“, „Monatsende“…
Übrigens: In Strasbourg gibt es, um in der Stadt mobil zu sein, wohlfeile und gute kommunale Fahrräder zu mieten. Eine Station an der rue du maire Kuss (Hauptachse vom Hbf zur Innenstadt), eine gleich beim Münster.
Schöne Grüße
MM