man sollte eine vorgehensweise haben, wenn man ein unternehmen aufbaut. man deckt verschiedene bereich ab und agiert in unterschiedlicen bereichen. beim fussball rennt man ja acuh nicht durcheinander.
Hallo Chandragupta,
aus der Praxis heraus folgende Antwort von mir:
Um das verständlich zu erklären, fangen wir fiktiv an: Seit geraumer Zeit fragst Du Dich, ob Du Dich selbständig machen solltest. Zunächst einmal nur so, einfach um Dein(e) eigene® Herr/Frau zu sein, Dich besser verwirklichen zu können oder Deinem Leben einfach mehr Pepp zu geben. Nun gut. Die zweite eigene Fragestellung lautet, was könnte ich machen, die dritte, kann ich davon leben? Daraus leiten sich weitere Fragen ab. Zuerst muss beantwortet werden, welche Branche Dir vorschwebt. Nehmen wir ein Beispiel: Du trägst leidenschaftlich den neuesten Style, musst aber ständig auf Interneteinkäufe zurückgreifen, weil in Deiner Kleinstadt solche Ware nicht angeboten wird. Ruckzuck also die Eingebung: „Na dann eröffne ich eben eine Boutique!“ Jetzt sind die Glückshormone auf Jubelfahrt. Der Anfang ist gemacht; die Idee ist geboren. Kurz danach sollte Dein Hirn in den Jubel eingreifen und Dir folgende Fragen stellen:
I.Teil
Habe ich ausreichende Warenkenntnisse? Kann ich mit Sicherheit Qualität, Marken, Tragekomfort etc. erkennen und vor allem, bin ich in der Lage, dies zu vermitteln. 2. Habe ich bereits Erfahrung in der Handels- und/oder Dienstleistungsbranche. Bin ich aufgeschlossen, habe ich gern Kontakt mit Menschen, kann ich mit Kritik umgehen? 3. Wo kann ich günstig Ware beziehen? 4. Zu welchen Preisen kann ich die Ware im Ladengeschäft und/oder online an den Mann bzw. an die Frau bringen? Kann ich überhaupt davon leben?
Bis hierher hast Du unbewußt die Grundlagen für die Strategie eines „Startup`s“ geschaffen.
II.Teil
Jetzt kommt langsam das Bewußtsein in´s Spiel. So nach dem Motto: „Oh je, ich muss ja davon leben.“ Also sagst Du Dir, lass uns das Ganze mal analysieren. Schließlich musst Du wissen, was hintenrum bei rauskommt und stellst Dir von neuem folgende Fragen:
Habe ich wirklich Ahnung von dem Metier? Habe ich evtl. bereits Branchenkenntnisse? Kenne ich Hersteller, Großhändler, Einkaufspreise, branchenübliche Margen usw.? Bin ich in der Lage den Absatzmarkt reell einzuschätzen?
Wie und wo kann ich meine Produkte verkaufen? Entscheidest Du Dich für ein Ladengeschäft ist bspw. die Lage die entscheidende Grundlage für Erfolg oder Misserfolg. Ein Beispiel: Hochpreisige Bekleidung für Leute zwischen 18 und 30 in einer Nebenstraße eines traditionellen Arbeiterviertels mit 90% Rentnern verkaufen zu wollen, kann als Geheimtip bei guter Erreichbarkeit, ausreichend Parkplätzen und bestem Ambiente zum Special-Gag avancieren. Wohl aber nur dann, wenn man vorher in der Szene bereits einen ausgezeichneten Namen besaß. Also Finger weg, und dort angesiedelt, wo sich die kaufkräftige Kundschaft tummelt. Schließlich willst Du Dir ja nicht vor langer Weile die Beine in den Bauch stehen. 3. Wo also sind die besten Einkaufslagen im Ort? Ist dort ein Geschäft zur Ánmietung frei? Würde ich in dieser Ortslage einkaufen gehen? Wie komme ich hin, wie wieder weg? Kann ich parken oder das Geschäft bequem mit Bus und Bahn erreichen? Gefällt mir die Umgebung? Passt sie zu meinem hochpreisigen Angebot?
III.Teil
So. Bis hierher Fragen über Fragen. Jetzt geht es an´s Eingemachte: Soll das Geschäft tatsächlich entstehen, müssen die Ladenräume angemietet werden. Es geht also das erste Mal um bares Geld. Es wird nicht billig, und das Geld muss jeden Ersten zur Zahlumg vorhanden sein. Jeden Ersten eines jeden Monats. Da ist schnell das Ersparte weg. Also muss sich der Laden selbst tragen und zusätzlich das Geld für den eigenen Lebensunterhalt bringen. Das heißt, Du musst rechnen. Welche Einkaufskonditionen bekomme ich, welche Absatzpreise kann ich am Markt durchsetzen, wie hoch sind die monatlichen Kosten (nicht nur die Miete), wie viele Kunden werden durchschnittlich pro Tag mein Geschäft aufsuchen, wieviele von denen werden etwas kaufen, wie hoch wird der durchschnittliche Einkaufswert sein. Hochgerechnet auf den Monat, die Kosten abgezogen, bleibt am Ende wieviel übrig? Kann ich davon leben (einschließlich priv. Wohnungsmiete, Auto, KV, RV, Steuern und vielem anderen)?
IV.Teil
Hinzu sollten nun Überlegungen für Eventualfälle kommen. Was, wenn Du krank wirst? Ist das GEschäft in der Lage, einen kranken Inhaber und eine Aushilfe zu ernähren? Sind städtebauliche Veränderungen geplant? Wird womöglich das Geschäft für längere Zeit nur schwer erreichbar sein? Wie wird sich Altersstruktur und Kaufkraft entwickeln? Bist Du in der Lage, am selben teuren Standort, Sortimentsanpassungen vorzunehmen?
V.Teil
Wie Du siehst, ist schon aus Deinen ureigensten Instinkten heraus - schließlich willst Du zunächst überleben, dann besser leben, schließlich abgesichert sein - die Beantwortung verschiedenster Fragen, zunächst nur in Deinem eigenen Interesse, unabdingbar.
Nun stell´Dir mal vor, der Vermieter will nur solvente Mieter oder du benötigst zum Warenerwerb einen Kontokorrent. Dann bleibt Dir nichts anderes übrig, als auch diesen von den Dir gestellten Fragen und den zugehörigen Antworten Kenntnis zu geben. Das Ganze nennt sich dann „Businessplan“. Der lässt sich noch ehrlichen Gewissens erarbeiten, da wie gesagt, dort lediglich das drin steht, was eh gegeben ist. Die Hellseherei kommt dann bei der Umsatz- und Ertragsvorschau zum Tragen. Und die Einhaltung der Zielvorgaben ersiehst Du dann in der Bilanz bzw. beschreibst sie im Lagebericht (erst ab GmbH), worin Du auch gleich auf weiterführende Ziele einschließlich des Weges dorthin unterrichtest.
VI.Teil - Weshalb ist eine Strategie für den Unternehmenserfolg entscheidend?
Bislang habe ich nicht ein einziges Mal das Wort „Strategie“ erwähnt. Warum? Fast jeder hat eine Strategie. Aber kaum einer bringt sie mit diesem Wort in Verbindung. Verinnerlichst Du das oben Erwähnte, wirst Du feststellen, dass sich das Ganze vom Wunsch über Erfordernisse/Hindernisse/Unwägbarkeiten zu einem konkreten Ergebnis, einschließlich dessen zukünftige Entwicklungschancen zieht. ES IST DIE BESCHREIBUNG EINES ZIELES UND DES WEGES ZU DIESEM. Wobei, insbesondere im Wirtschaftsleben sehr auf Lösungsmöglichkeiten für Hindernisse, Umwege oder auch Irrwege zu achten ist, um die Erreichung des Zieles auch im Eventualfall nicht zu gefährden.
Ein paar Beispiele für Strategien, wobei zwei von drei davon wohl kaum einer jemals als solche bezeichnen würde, es sich aber mitunter um ganz ausgefeilte handelt:
Der Junkie - der wacht morgens auf und weiß, dass er alsbald wieder Drogen braucht. Seine dringendste Frage, wie er dazu kommt. Er könnte arbeiten, stehlen, sich prostituieren, oder einfach nur Flaschen sammeln. Er weiß, wieviel Geld er braucht und wird sich für die für ihn effektivste Variante entscheiden.
Der Unternehmer (auch eine Art Junkie (positiv))
Er beobachtet Rohstoffmärkte, Lieferantensektoren, Absatzmärkte und Mitbewerber - alles, um die Firma zu halten, zu stärken und seine Visionen erfolgreich in die Tat umzusetzen. Im Grunde genommen, macht aber auch er nichts anderes, als im o. a. Beispiel eines einfachen Gewerbetreibenden: Er erstellt sich (oder lässt erstellen) eine Strategie.
Nimm eine mehrfache, voll berufstätige Mutter -
MEHRFACH-JOB: Arbeiten, einkaufen, putzen, Wäsche waschen, Essen kochen, Hausaufgaben mit den Kindern, fahren zu Musikschule, Sportverein, Zahnarzt, Kinderarzt etc., gut soll sie auch noch aussehen, und im Bett die beste Geliebte aller Zeiten sein. SIE KENNT IHRE ZIELE! UND SIE KÄME OHNE ABSOLUT PERFEKT GEPLANTE WEGE DORT NIE RECHTZEITIG ODER ÜBERHAUPT JEMALS AN! ERGO: SIE HAT EINE NAHEZU PERFEKTE STRATEGIE. Deswegen werden diese Frauen auch gern, und absolut zu Recht, mit Managern der obersten Führungsebene verglichen.
ALSO NOCH EINMAL: STRATEGIE IST NICHTS ANDERES ALS DIE DEFINITION EINES ZIELES UND DIE BESCHREIBUNG DES WEGES DORTHIN. Ohne Ziel kein Weg und ohne Weg kein Ziel.
Viele Grüße
Ingolf
Hi,
warum die richtige Strategie für den Unternehmenserfolg so wichtig ist, im Grund recht einfach: damit die Existenz des Unternehmens und seinen Mitarbeitern gesichert ist. Das Wichtigste und auch schwierige daran ist, die richtige Auswahl - den richtigen Mix - der Strategie treffen. Zuerst sollte das Ziel (kurz-, mittel-, langfristig) feststehen: was will das Unternehmen erreichen, bzw. in welchem Bereich ist eine Innovation notwendig … Weiter sollte eine Ist-Analyse erstellt werden: wo steht das Unternehmen. Folgend: Wie kommt das Unternehmen dahin. Hier ist zu unterscheiden, in welchem Marktsegment das Unternehmen tätig ist, d. h. Zielgruppen definieren, absatzorientiert in Produkten oder Leistungen. Instrumente hierzu: Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik des Unternehmens.
In der Praxis wird oft eine Mischung aus verschiedenen Strategien verfolgt. Ganz wichtig ist auch die Marktbeobachtung auf Veränderungen hin um zeitnah zu reagieren und somit die Auftragslage zu sichern.
Ich hoffe, mit diesen Ansatzpunkten zur Bearbeitung des Betriebswirtschaftsbuches beigetragen zu haben.
Viel Erfolg!
wahrscheinlich machst du dir das ein wenig zu kompliziert.
die strategie bezieht sich klassischerweise auf die sog. „4 P’s“: Product (wie gestalte ich das Produkt und welche Eigenschaften soll es haben?), Price (Preishöhe bzw. -strategie), Promotion (wie bewerbe ich das Produkt?), Place (über welche Distributions-/Vertriebskanäle (dh. welche Händler oder Internetvertrieb etc).
Vielleicht wir es jetzt nachvollziehbar, dass Unternehmen sich über eine Strategie, die die 4 P’s enthält, im Markt aufstellen muss, um Erfolg zu haben.
Stimmt einer dieser 4 P’s nicht bzw. ist ungeeignet, wird das Unternehmen damit keinen Erfolg haben (alle P’s müssen zusätzlich aufeinander abgestimmt werden.
Zuerst einmal entschuldige bitte die späte Antwort.
Du brauchst eine Strategie um deine Unternehmensziele zu erreichen. Auch Nonprofit Organisationen brauchen Strategien zur Verfolgung ihrer Ziele.
Der Unternehmenserfolg wird an Zielen gemessen die man sich selber oder andere für einen gesetzt haben. man kann ohne Plan keine Ziele verfolgen! sobald eine Planung zur Erreichung eines Zieles, egal welches, vorhanden ist hast du auch eine Strategie.
Ergo, ein Unternehmen kann nur erfolgreich sein (seine Ziele erreichen) wenn es plant diese auch umzusetzen (eine Strategie anwendet)
guten Tag - warum auch immer - Anfrage erst jetzt erhalten - Sicher haben Sie schon viele gute Antworten bekommen. Würden Sie mir diese weiterleiten? Ich ergänze dann gerne, wenn mir überhaupt noch mehr einfällt. Meine einfache Antwort wäre: ohne Strategie keine Zielorientierung im Tun, sondern „gewurstel“. Als trainer und berater erlebe ich ganz viel davon.
M. Schröder