Streik der öffentlichen Verkehrsmittel

Hallo liebe ExpertInnen :wink:

nochmal ich :smile:. Noch ein gänzlich anderes Problem ;-/. Und zwar habe ich (zugegeben, bin mit-schuld, hätte ja auch mal früher auf die Idee kommen können *ggg*) morgen meinen jährlichen Bonusheft-Stempel-Pflicht-Zahnarztbesuch des Jahres, ohne den die Krankenkasse bei evtl. notwendigen Zahnersätzen die nächsten Jahre noch weniger Zuschuss bezahlen würde, wenn ein Jahresstempel fehlt.

Nun ist aber meine Zahnärztin am anderen Ende der Stadt und München wird morgen totalbestreikt. Keine U-Bahnen, Buse, Straßenbahnen fahren. Die Straßen werden dementsprechend verstopft sein und ein Taxi - wenn überhaupt eines zu bekommen ist - ein Vermögen kosten… Wie ist die Rechtslage in so einem Fall. Kann für Fahrkosten (Taxi) oder entgangenen Krankenkassenzuschuss die Gewerkschaft haftbar gemacht werden oder ist es mein Problem? Ein anderer Termin ist beim ZA nicht mehr zu kriegen, war schon schwierig genug, überhaupt noch einen zu bekommen… wenn ich den platzen lasse(n muss), kriege ich keinen anderen Termin mehr vor Neujahr…

Danke für jeden Tip
Nena

Hallo,

wenn Du eine Monatskarte hast, hast Du gewisse Chancen, den anteiligen Kartenpreis zurückzubekommen, jedenfalls wird das beim VRR so gehandhabt.

Ansonsten sieht es mau aus. Ein Vertrag zwischen Dir und dem MVV besteht ja nicht, aus dem sich eine Schadensersatzpflicht ableiten lassen dürfte. Außerdem gilt ein Streik als höhere Gewalt, so daß Ersatzansprüche ohnehin ausgeschlossen sind.

Ansonsten wird man wohl auch kaum eine Taxifahrt mit dem örtlichen Einzelhändler abrechnen wollen, wenn der mal Inventur macht.

Gruß
Christian

hallo nena,

dir steht anteilige erstattung weder der taxi-kosten (warum nicht sänfte???) noch entgangener krankenkassezuschüsse zu, denn niemand zwingt dich, dich um dein bonus-heft erst in den letzten tagen des jahres zu kümmern. außerdem hast du ja noch paar (tage).

Kann für Fahrkosten (Taxi) oder entgangenen
Krankenkassenzuschuss die Gewerkschaft haftbar gemacht werden
oder ist es mein Problem?

im gegenzug erklärst du dich bestimmt bereit, freiwillig auf die in tarifverhandlungen ausgehandelten lohn- oder gehaltserhöhungen zu verzichten, die dir als nicht-gewerkschaftsmitglied (das unterstelle ich jetzt einfach mal) sowieso nicht zustehen. ODER??

Ein anderer Termin ist beim ZA nicht
mehr zu kriegen, war schon schwierig genug, überhaupt noch
einen zu bekommen… wenn ich den platzen lasse(n muss),
kriege ich keinen anderen Termin mehr vor Neujahr…

warum brauchst du einen zahnarztermin , um dir von der sprechstundenhilfe einen stempel in dein bonusheft machen zu lassen??? das geht notfalls auch per post.

kopfschüttelnd
ann

Geld zurueck bei Jahreskarte? Interessant!
Ah, das ist interessant … bei einer Zeitkarte
(Monats-/Jahreskarte) kann man sich eventuell einen
anteiligen Betrag wiederholen?

Die „Peanutzerei“ wird sich nicht lohnen, aber selbst mich als
ver.di-Mitglied aergert es, dass ich morgen einen Fussmarsch
in die naechste Stadt machen muss um vor dort aus eine
private nicht-bestreikte Buslinie zu erreichen, die mich an den
gleichfalls nicht bestreikten Bahnhof bringt.

Nun habe ich eine Jahreskarte fuer meine uebliche
Stadtbahn-Strecke, die morgen leider (wieder mal) nicht
faehrt. Die Strecke, ich ich bei Streik und Betriebsstoerungen
ersatzweise benutzen kann/muss ist nicht nur umstaendlicher
und laenger - sondern auch noch pro Fahrt EUR 1,50 teurer.

Das ist natuerlich auch noch ein erfreulicher Nebeneffekt fuer
den oeffentliche Nahverkehr: Man sperrt die direkten, billigen
Strecken und noetigt den Fahrgaesten den weiteren und
teureren Weg ins bevorzugte Pendlerziel auf. Wenn jeder der
Herrschaften, die sonst mit mir in der Stadtbahn sitzen,
morgen insgesamt 3 Euro mehr berappen, ist das ja nicht
uncool fuer die Verkehrsgesellschaft.

Da koennte man sich also, theoretisch zumindest, den Betrag,
den man draufzahlen musste, wieder zurueckholen?

(Ich will hinterher bitte keinen streikenden Mit-Gewerkschafter
herumplaerren hoeren, wenn er eine Lieferung meines AG
nicht rechtzeitig zum Fest bekommen hat. Waeren wir in der
Firma gewesen, haetten wir das Gedoens ja noch
rausschicken koennen. Wenn wir bibbernd und fluchend
irgendwo in der Walachei an einer Haltestelle stehen und auf
einen Bus warten, der nicht kommt, geht natuerlich nix.)

LG
Edith

Ah, das ist interessant … bei einer Zeitkarte
(Monats-/Jahreskarte) kann man sich eventuell einen
anteiligen Betrag wiederholen?

Ja, zumindest wurde das beim letzten Streik vom VRR oder Rheinbahn so gehalten. Genauer wüßte es ein Kollege, aber der hat heute und morgen frei. Da ich selber nie mit Bus und Bahn fahre, fehlt mir da so ein bißchen die persönliche Erfahrung und mir bleibt nur die schwache Erinnerung. :wink:

Gruß
Christian

kopfschüttelnd
ann

Nun sei nicht so, da gibt es nichts zu schütteln. Da Frage war Weltklasse! - Warum fallen mir solche schönen Geschichten nicht ein?

Verständnisvoll und neidisch,
Andreas

P.S.: Hallo Nena, der Zahnarzt meines Vertrauens stempelt das Bonusheft auch schon mal „nach“…

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hallo Ann,

vielen herzlichen Dank für deine überaus freundliche Auskunft. Möge dir in deinem Umfeld ebenso viel Freundlichkeit zurückschlagen, wie du so großzügig verteilst :smile:))

Nena

P.S. Ich habe rein gar nichts von den ausgehandelten Lohnerhöhungen im ÖD. Ich habe im Gegenzug lediglich die Ehre, die aus all den Beamtenvergünstigungen, garantierten Alterspensionen etc. resultierenden Kosten und Fahrpreiserhöhungen zu tragen. Mir garantiert kein Mensch, dass ich für meine Rentenbeiträge jemals eine müde Mark zurückbekomme…

P.S. Ich habe rein gar nichts von den ausgehandelten
Lohnerhöhungen im ÖD. Ich habe im Gegenzug lediglich die Ehre,
die aus all den Beamtenvergünstigungen, garantierten
Alterspensionen etc. resultierenden Kosten und
Fahrpreiserhöhungen zu tragen. Mir garantiert kein Mensch,
dass ich für meine Rentenbeiträge jemals eine müde Mark
zurückbekomme…

Keine Sorge, du kleiner Neidhammel !
Auch die Beamten werden nichts davon haben, der Tarifvertrag gilt nur für Angestellte und Arbeiter und wird schon seit Jahren nicht mehr 1:1 für die Beamten übernommen.
Beamte dürfen übrigens nicht streiken und tun es auch nicht.
Gruß
Heidi

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Hallo, Nena!

Zu Deinem Posting möchte ich mir einen kurzen Kommentar nicht verkneifen. Vielleicht kannst Du mich ja verstehen…

Ich arbeite bei einem Unternehmen, das vollkommen und komplett privatwirtschaftlich arbeitet. Dummerweise gehört der Laden der öffentlichen Hand. Und allein deswegen zähle ich zum allgemein ja ziemlich unbeliebten Öffentlichen Dienst.

Im Gegensatz zu Dir hätte ich also durchaus schon etwas von etwaigen ausgehandelten Lohnerhöhungen für den ÖD, obwohl ich persönlich nicht glaube, das es da nennenswerte Erhöhungen geben wird.

Ich habe im Gegenzug lediglich die Ehre,
die aus all den Beamtenvergünstigungen, garantierten
Alterspensionen etc. resultierenden Kosten und
Fahrpreiserhöhungen zu tragen.

Also die Ehre teile ich mit Dir. Und glaube mir, alle Angestellten des ÖD mit uns. Denn letztlich sind Angestellte des ÖD auch nur einfache Angestellte. Die noch dazu in der Regel lausig bezahlt werden, wenn sie nicht gerade in den oberen Etagen sitzen.
Glaube mir, kein Mensch aus der freien Wirtschaft auf einem mit meinem vergleichbaren Platz würde für mein Gehalt meine Arbeit machen. Und der vermeintlichen ÖD-Bonus, die angebliche Arbeitsplatzsicherheit, ist längst eine Utopie.

Nenne mir auch nur einen Vorteil, den ich als ÖD-Angestellter habe, den Du als „normale“ Angestellte nicht hast. Mir fällt da keiner ein.

Mir garantiert kein Mensch,
dass ich für meine Rentenbeiträge jemals eine müde Mark
zurückbekomme…

Mir auch nicht. Aber dafür nimmt man mir (im Gegensatz zu Dir als „normaler“ Angestellter) auch noch Zusatzbeiträge zwangsweise weg, für die ich genauso viel bekomme, wie für meine Rentenbeiträge.

Das alles nur mal so am Rande bemerkt. Vielleicht verstehst Du ja, was ich damit sagen möchte.

Liebe Grüße vom

Dicken MD.

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Hallo nena,

meine Antwort wäre ähnlich ausgefallen wie die von Nena.

Ich finde deine Idee - und vor allem die dahinter stehende Grundhaltung - wirklich „spitzenmäßig“.

Sind Deine Füße eigentlich in Ordnung? Dann kannst Du laufen, Radeln, den Daumen raushalten, eine Mitfahrzentrale anrufen - irgendwie wirst Du schon einen Weg finden, zum Zahnarzt zu kommen.

Nicht immer sofort nach dem Kadi rufen.

Grüße

J. Doe

hallo Ann,

vielen herzlichen Dank für deine überaus freundliche Auskunft.
Möge dir in deinem Umfeld ebenso viel Freundlichkeit
zurückschlagen, wie du so großzügig verteilst :smile:))

Nena

P.S. Ich habe rein gar nichts von den ausgehandelten
Lohnerhöhungen im ÖD. Ich habe im Gegenzug lediglich die Ehre,
die aus all den Beamtenvergünstigungen, garantierten
Alterspensionen etc. resultierenden Kosten und
Fahrpreiserhöhungen zu tragen. Mir garantiert kein Mensch,
dass ich für meine Rentenbeiträge jemals eine müde Mark
zurückbekomme…

Hallo Dicker,

leider versteht Dich niemand, außer jemand, der im ÖD gearbeitet hat oder dazu in Bezug steht.

Denn in den Medien werden immer toll „stuhlwarmsitzende Beamte“, die horrende Bezüge habe und keine Rentenbeiträge bezahlen angeführt (und dann haben die doch Zulagen - unglaublich).

Nachdem meine Eltern beide im ÖD waren und unser Leben aus gekürzten Ortszuschlägen und gehältern bestand, die sich nie erhöhten (weil keine Beförderung mehr möglich war… Endstufe mittlerer Dienst mit 37 erreicht…) und ähnlichem, denke ich da etwas differenziert.

Und ich frage mich immer, wenn der ÖD so toll ist und soviele Vorteile bietet, warum rennen sie denen nicht die Bude ein, sondern die finden einfach keine Leute mehr! Bei meiner Mutter (Justiz) betteln sie die älteren Mitarbeiter an, ja nicht zu gehen, weil kein Ersatz zu finden ist! Für das Geld will niemand arbeiten! (ach ja, wir reden von BAT 6 b - und mehr gibt es nicht für Angestellte bei der Justiz…)

Ich habe 3 Jahre nach der Lehre als Industriekauffrau mehr verdient als meine Mutter nach 25 Jahren - und ich hab zu dem Zeitpunkt in der Reisebranche gearbeitet, die ebenfalls mies zahlte!

Wendy

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Hi Dicker

Nenne mir auch nur einen Vorteil, den ich als ÖD-Angestellter
habe, den Du als „normale“ Angestellte nicht hast. Mir fällt
da keiner ein.

Zum Beispiel günstigere Versicherungstarife (KFZ), wobei ich mich schon immer gefragt habe, warum einer aus dem ÖD besser fährt als jemand der nicht im ÖD schafft.

Grüßle
Frank K.

Hi Dicker

Nenne mir auch nur einen Vorteil, den ich als ÖD-Angestellter
habe, den Du als „normale“ Angestellte nicht hast.

Zum Beispiel günstigere Versicherungstarife (KFZ)

Die günstigeren Versicherungstarife bekommen heute eine Menge Berufsgruppen, Eigenheimbesizter, Leute mit Kindern unter 16 (wobei ich mich bei der Neuanmeldung meines Autos gefragt habe, warum ich schlechter fahre, nur, weil meine Kinder schon 18 waren -schliesslich muss ich jetzt besonders vorsichtig fahren… meine Töchter könnten meine Fahrbbahn kreuzen), Garagenbesitzer, Wohngebäudeversicherungsinhaber, und was weiss ich nicht noch alles… der ö.D. ist nur noch einer der „Ermässingungsrechtfertiger“

Liebe Grüsse Ayla, ohne Garage, ohne Eigenheim und zugehöriger Versicherung und mit Kindern älter als 16

Hi :o)

Die günstigeren Versicherungstarife bekommen heute eine Menge

stimmte ich dir uneingeschränkt zu… nur Dicker wollte doch unbedingt eine Vergünstigung wissen, da ihm ja keinerlei einfallen wollten ;o).

Grüßle
Frank K. *ebenfallsnichtrabattierfähig*

Moin, Frank!

Nenne mir auch nur einen Vorteil, den ich als ÖD-Angestellter
habe, den Du als „normale“ Angestellte nicht hast. Mir fällt
da keiner ein.

Zum Beispiel günstigere Versicherungstarife (KFZ), wobei ich
mich schon immer gefragt habe, warum einer aus dem ÖD besser
fährt als jemand der nicht im ÖD schafft.

Gut, die Frage, warum ein ÖD-Angestellter besser als andere fahren soll, werde ich kaum beantworten können :smile:

Andererseits ist der großzügige ÖD-Rabatt bei Versicherungen (meist um die 5%) nicht unbedingt eine ernstzunehmende Vergünstigung. Letztlich bekommen alle möglichen Berufs- und Bevölkerungsrandgruppen irgendwelche abstrusen Rabatte eingeräumt. Am besten steht wahrscheinlich der kinderlose, schwule 50jährige Steuerberater mit eigenem Haus und Garage sowie ´ner S-Klasse die nur von ihm selbst gewaschen wird da.
Um einen 5%-Nachlaß bei einer Versicherung zu bekommen, gibt es weitaus bessere Argumente als die Zugehörigkeit zum ÖD.

Damit fällt für mich der ÖD-Tarif als reiner ÖD-Bonus aus. Jetzt suche ich also weiterhin nach den viel gepriesenen Vorzügen des ÖD. Weitere Vorschläge nehme ich gern entgegen :smile:

Gruß vom

Dicken MD.