Streik im öffentlichen Dienst

Hallo,

mal schau´n, ob ich mich unbeliebt mache:

Aus aktuellem Anlass (ich liebe es, meinen Arbeitsplatz mit reichlich Verspätung zu ereichen) habe ich mich mal wieder gefragt, ob Streikmassnahmen im Öffentlichen Dienst nicht völlig am Ziel vorbeigehen und nicht sogar eher verboten werden sollten.

Die Lahmlegung des öffentlichen Nahverkehrs, der Ausstand von Krankenhauspersonal etc. trifft ja hauptsächlich hunderttausende von unbeteiligten Menschen, aber nicht unbedingt die jeweiligen Arbeitgeber. Unter Umständen wird durch solche Massnahmen auch die öffentiche Sicherheit gefährdet. Ob dadurch bei der Bevölkerung eine Solidarität mit den Streikenden erreicht werden kann, halte ich für sehr zweifelhaft.

Natürlich haben die Angestellten im öff. Dienst ein Anrecht auf vernünftige Bezahlung. Dass ein Arbeitskampf aber zu Lasten der Allgemeinheit geht, ist für mich nicht einsichtig. Ich weiss, dass klingt jetzt abgedroschen, aber schliesslich finanzieren wir den off. Dienst über unsere Steuergelder.

Wie seht ihr das?

Gruss
Peter

Hallo,

mal schau´n, ob ich mich unbeliebt mache:

Aus aktuellem Anlass (ich liebe es,
meinen Arbeitsplatz mit reichlich
Verspätung zu ereichen) habe ich mich mal
wieder gefragt, ob Streikmassnahmen im
Öffentlichen Dienst nicht völlig am Ziel
vorbeigehen und nicht sogar eher verboten
werden sollten.

wie bitte sollen dann lohnvorderungen durchgestez werden, durch bitten und betteln vielleicht?

Die Lahmlegung des öffentlichen
Nahverkehrs,

der Ausstand von Krankenhauspersonal etc.
krankenhaus personal darf nur in der freizeit streiken um eine versorgung zu gewehrleisten.

trifft ja

hauptsächlich hunderttausende von
unbeteiligten Menschen, aber nicht
unbedingt die jeweiligen Arbeitgeber.

die arbeitgeber sind die öffentlichen dienste, vertretten durch die jeweiligen regierungen, die gewählt wurden und wieder gewählt werden möchten.

Unter Umständen wird durch solche
Massnahmen auch die öffentiche Sicherheit
gefährdet.

wo den bitte? weil einer über nicht beseitigten müll stolper

Ob dadurch bei der Bevölkerung

eine Solidarität mit den Streikenden
erreicht werden kann, halte ich für sehr
zweifelhaft.

Natürlich haben die Angestellten im öff.
Dienst ein Anrecht auf vernünftige
Bezahlung. Dass ein Arbeitskampf aber zu
Lasten der Allgemeinheit geht, ist für
mich nicht einsichtig. Ich weiss, dass
klingt jetzt abgedroschen, aber

na bei lohnsteigerungen die nichtmal die teuerungsrate decken wütdest du auch streiken, egal zu welschen lassten der streik geht.

schliesslich finanzieren wir den off.
Dienst über unsere Steuergelder.

1998 ist die spd angetreten mit dem slogen „ende mit der masshaltung“ und sie machen es genauso

Wie seht ihr das?

den öffentlichen dienst richtig bezahlen und die ausgaben hierfür an den richtigen stellen einsparen (schau dir mal das schwarzbuch der steuerverschwendung an)

Gruss
Peter

gruß
lukas (ich arbeite nicht im ÖD.)

Ebenfalls Hallo,

mal schau´n, ob ich mich unbeliebt mache:

Wetten, daß ich daß gleich besser kann?

Ich halte von Streik, Tarifautonomie u.ä. generell nix.
Für mein Dafürhalten sollte jeder AN mit dem jeweiligen AG einen individuellen vertrag aushandeln und dann muß er damit leben.
Jedes Jahr auf ein Neues diese großangelegten Erpressungen mittels Streik o.ä. gehen mir tierisch auf den Geist.
Für den AN bleibt am Ende nicht viel übrig, denn der Staat kassiert wieder kräftig ab!

Wundern tue ich mich nur, woher die Gewerkschaften, die ZVK´s u.s.w. die Kohle nehmen, mit denen sie sich ihre Paläste bauen.

Nun macht mich als unsolidarisch, unsozial oder was auch immer nieder :smile:)

MfG
Undine

Hallo Lukas,

*wusst ich doch, dass das klappt…*

wie bitte sollen dann lohnvorderungen
durchgestez werden, durch bitten und
betteln vielleicht?

Undine hat es meiner Meinung nach auf den Punkt gebracht. Gehaltssteigerungen sollten ausschliesslich in Individualverhandlungen und aufgrund von Leistung, Können, Einsatz etc. festgelegt werden und nicht aufgrund von Gewerkschaftsdiktaten.

krankenhaus personal darf nur in der
freizeit streiken um eine versorgung zu
gewehrleisten.

Na, dann führen sie ja das Wort Streik, dass ja Arbeitsniederlegung bedeutet, ad absurdum. Und als Druckmittel gegen einen Arbeitgeber ist das dann auch gänzlich ungeeignet (was schert es mich, was meine Mitarbeiter in ihrer Freizeit tun, wenn sie nur wieder zum Dienst erscheinen…) und könnte auch ganz unerbleiben. Also ich käme mir ziemlich dumm vor…

die arbeitgeber sind die öffentlichen
dienste, vertretten durch die jeweiligen
regierungen, die gewählt wurden und
wieder gewählt werden möchten.

Ja, so ist das wohl. Und wer verscherzt sich Deiner Meinung nach die Sympathien? Ganz generell führt das auch zu einer anderen Überlegung: ist öffentlicher Dienst überhaupt noch zeitgerecht? Privatisieren wir die ganze Chose, das löst mindestens dreiviertel aller Probleme.

Unter Umständen wird durch solche
Massnahmen auch die öffentiche Sicherheit
gefährdet.

wo den bitte? weil einer über nicht
beseitigten müll stolper

Wenn Du bei dem Beispiel bleiben möchtest: durchaus denkbar. Je nach Streikdauer kannst Du z. B. mit Ratten, Ungeziefer, Seuchengefahr etc. rechnen (gabs z. B. schon mal beim Müllfahrerstreik in den USA). Was bei streikendem Krankenhauspersonal, Gas- Wasser- Elektroversorgeren etc. passieren kann, überlasse ich Deiner Phantasie. Der volkswirtschaftliche Schaden, weil hundertausende Menschen ihren Arbeitsplatz nicht erreichen, ist auch ganz nett.

na bei lohnsteigerungen die nichtmal die
teuerungsrate decken wütdest du auch
streiken, egal zu welschen lassten der
streik geht.

Ganz ehrlich, nein (kann ich als Nicht-Gewerkschaftler auch garnicht). Solche Lohnsteigerungen waren in einigen Branchen (z. B. Einzelhandel) jahrelang nicht gerade unüblich, ohne dass es zu grossartigen Protesten gekommen wäre. Und: jeder, der einen Job im ÖD annimmt, sollte eigentlich wissen, was auf ihn zukommt. Es wird ja keiner gezwungen, da zu arbeiten, oder?

schliesslich finanzieren wir den off.
Dienst über unsere Steuergelder.

1998 ist die spd angetreten mit dem
slogen „ende mit der masshaltung“ und sie
machen es genauso

Die derzeitige Regierung versucht gerade verzweifelt, den Staatshaushalt zu konsolidieren. Mein Arbeitgeber würde mir garantiert keine Gehaltserhöhung zubilligen, wenn unser Betrieb rote Zahlen schreibt. Warum sollte für den Staat etwas anderes gelten?

den öffentlichen dienst richtig bezahlen
und die ausgaben hierfür an den richtigen
stellen einsparen (schau dir mal das
schwarzbuch der steuerverschwendung an)

Gut, dass mit der Steuerverschwendung ist ein Punkt.

Gruss
Peter

Ebenfalls Hallo,

mal schau´n, ob ich mich unbeliebt mache:

Wetten, daß ich daß gleich besser kann?

Ich halte von Streik, Tarifautonomie u.ä.
generell nix.
Für mein Dafürhalten sollte jeder AN mit
dem jeweiligen AG einen individuellen
vertrag aushandeln und dann muß er damit
leben.
Jedes Jahr auf ein Neues diese
großangelegten Erpressungen mittels
Streik o.ä. gehen mir tierisch auf den
Geist.
Für den AN bleibt am Ende nicht viel
übrig, denn der Staat kassiert wieder
kräftig ab!

Wundern tue ich mich nur, woher die
Gewerkschaften, die ZVK´s u.s.w. die
Kohle nehmen, mit denen sie sich ihre
Paläste bauen.

Nun macht mich als unsolidarisch,
unsozial oder was auch immer nieder :smile:)

  1. Niemand kann einen Arbeitgeber dazu zwingen, sich dem jeweiligen AG-Verband anzuschließen und damit den Tarifvertrag quasi mitzuunterschreiben. Außerdem steht es ihm frei, diesen AG-Verband auch wieder zu verlassen. Diejenigen, die sich sich einem AG-Verband organisieren, bewerten eben die Vorteile einer Mitgliedschaft höher als die Nachteile.

  2. Tarifautonomie heißt eben genau das, dass jeder seine Vertragsbedingungen einzeln aushandeln kann (wenn er denn möchte, und wenn keine anderen Verträge, d.h. Tarifverträge, an er beteiligt ist, dagegen sprechen). Damit ist ausgeschlossen, dass irgendein Dritter (z.B. der Staat) sich in solche Vertragsverhandlungen durcg Festlegung von Mindest- oder Höchstlöhnen einmischt.

  3. Ich weiß nicht, ob Du Deine Satz

Für mein Dafürhalten sollte jeder AN mit
dem jeweiligen AG einen individuellen
vertrag aushandeln und dann muß er damit
leben.

vor 150 Jahren auch so geschrieben hättest, und die meisten Fortschritte bei den Arbeitsbedingungen seit damals wurden von den Gewerkschaften z.T. auch durch lange und harte Streiks erreicht.

  1. Ob die jährlichen Rituale der Tarifverhandlungen, das starre Festhalten am Flächentarifvertrag und das sich immer deutlicher abzeichnende einseitige Vertreten der Interessen der älteren Arbeitnehmer („Rente mit 60“) noch zeitgemäß sind, steht lles auf einem ganz anderen Blatt.

Elmar

Natürlich haben die Angestellten im öff.
Dienst ein Anrecht auf vernünftige
Bezahlung. Dass ein Arbeitskampf aber zu
Lasten der Allgemeinheit geht, ist für
mich nicht einsichtig. Ich weiss, dass
klingt jetzt abgedroschen, aber
schliesslich finanzieren wir den off.
Dienst über unsere Steuergelder.

Leider gibt es beim Streik im ÖD keine Alternative, die nicht zu Lasten der Allgemeinheit geht. Ich glaube der entscheidende Punkt ist, daß die Auswirkungen sich nicht gegen die Allgemeinheit richten. Hier in München war der U-Bahn Verkehr betroffen, aber über Lautsprecher haben sich die Stadtwerke bei den Fahrgästen entschuldigt.

Außerdem müssen streikbedingte Produktionsausfälle in der Privatwirtschaft ja auch irgendwie refinanziert werden. Die Zeche zahlst Du da im Endeffekt auch, zwar nicht über Steuern sondern über dein verfügbares Kapital.

Konsequenterweise solltest du also -wie Undine- Streik grundsätzlich in Frage stellen. Willst Du das?

Martin

Hallo Elmar,

  1. Niemand kann einen Arbeitgeber dazu
    zwingen, sich dem jeweiligen AG-Verband
    anzuschließen und damit den Tarifvertrag
    quasi mitzuunterschreiben. Außerdem steht
    es ihm frei, diesen AG-Verband auch
    wieder zu verlassen. Diejenigen, die sich
    sich einem AG-Verband organisieren,
    bewerten eben die Vorteile einer
    Mitgliedschaft höher als die Nachteile.

Leider ist dies nicht so!
Es gibt jede Menge Tarifverträge, die für allgemeingültig erklärt worden sind.
Ich habe mir die Liste heute runtergeladen.
Ein böses Beispiel sind die Tarifverträge im Baubereich mit den ganzen ZVK- und ULAK-Beiträgen, die die Lohnnebenkosten sprengen. Dagegen kann sich kein Bau-AG wehren!

MfG
Undine
*dieaufdemStandpunktbleibtdaßderdeutscheANentmündigtwirdundderAGgleichmit*

Hi!

Ein böses Beispiel sind die Tarifverträge
im Baubereich mit den ganzen ZVK- und
ULAK-Beiträgen, die die Lohnnebenkosten
sprengen. Dagegen kann sich kein Bau-AG
wehren!

Die helfen den ANs aber sehr! Einmal wird die Auszahlung des Urlaubsgeldes garantiert und wenn eine Firma pleite geht, steht der AN nicht gleich im Nichts.
Die Ausbildung wird unterstützt, Zusatzrente, Lohnausgleich, günstiger Urlaub für Bau-ANs usw. Die Sokas haben nicht nur Nachteile!

Gruß

Marcus

Hi!

Ich kann mich eigentlich Peters Artikel nur anschließen. Ich will, nein, ich muß jeden Morgen bei meinem Arbeitsplatz erscheinen und wenn gestreikt wird, ist mir dies nur mit erheblichen Mehraufwand möglich.
Allerdings finde ich auch, daß die Gewerkschaften übertreiben, um ihre beim Finanzskandal verlorengegangene Autorität wiederzuerlangen. Siehe Metalltarifverhandlungen: 6% gefordert und sofort mit Streik gedroht. Als AG würde ich sofort mit Aussperrungen drohen. Es kann ja wohl nicht sein, daß sich die Gewerkschaften aufspielen, als wären sie „da man“. Merke: Langsam kommt man auch zum Ziel.

Gruß

Marcus

Hallo,

Ich halte von Streik, Tarifautonomie u.ä.
generell nix.

Hm

Für mein Dafürhalten sollte jeder AN mit
dem jeweiligen AG einen individuellen
vertrag aushandeln und dann muß er damit
leben.

Hmmmm. *realitycheck* Es gibt da so einen hamburgerverkäufer, der es gezielt vermeidet sich von einem BR oder gar einem Tar.V in reinreden zu lassen. Die stundelöhne sind sehr niedrig, die arbeitsbedingungen be*. Oder schon mal bei nem paketauslieferer gejobbt?

Jedes Jahr auf ein Neues diese
großangelegten Erpressungen mittels
Streik o.ä. gehen mir tierisch auf den
Geist.
Für den AN bleibt am Ende nicht viel
übrig, denn der Staat kassiert wieder
kräftig ab!

Hmmmmmmmm. Schon mal genau nachgerechnet, wieviel dir von 0.6% Lohnerhöhung übrigbleibt? Vielleicht lieber doch 3%?

Wundern tue ich mich nur, woher die
Gewerkschaften, die ZVK´s u.s.w. die
Kohle nehmen, mit denen sie sich ihre
Paläste bauen.

Hä? Wo stehen die? Ich kenne zwar die paläste unserer banken und großkonzerne aber die gewerkschaften? Schonmal dringewesen? Ist das wirklich so palastartig (realitycheck: besuch zum vergleich mal die zentrale einer bank oder versicherung)

Grüße Robert

Individualität!!!

Gehaltssteigerungen
sollten ausschliesslich in
Individualverhandlungen und aufgrund von
Leistung, Können, Einsatz etc. festgelegt
werden

Gute Idee!!
die Arbeitsplätze werden an die „mindestverlangende“ vergeben! Inder statt Arbeitslose (teure) in Deutschland ausgebildete Fachleute!!!
Im Transportgewerbe sind dann die Holländer tätig, im Reinigungsgewerbe die südeuropäischen Kollegen und in den Krankenhäusern die osteuropäischen Arbeiter. Wer mit seinen Gehalt eine ganze Familie ernähren muss, der hat eben Pech gehabt, wenn ihm ein Berufsanfänger mit promovierter Freundin ins Gehege kommt…
Im Baubereich fehlt nicht mehr viel, um Deine Vision Realität werden zu lassen!
… und wenn die ausländischen Kollegen dann immer brav das Land verlassen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, dann macht sich das auch bei der Rentenversicherung, der Krankenversicherung und der Arbeitslosenzahl positiv bemerkbar!!!

Ayla, die der Meinung ist, dass die Krankenschwestern und Erzieherinnen wirklich viel zu wenig verdienen!!!

Hi leute,

Ein böses Beispiel sind die Tarifverträge
im Baubereich mit den ganzen ZVK- und
ULAK-Beiträgen, die die Lohnnebenkosten
sprengen. Dagegen kann sich kein Bau-AG
wehren!

Die helfen den ANs aber sehr! Einmal wird
die Auszahlung des Urlaubsgeldes
garantiert und wenn eine Firma pleite
geht, steht der AN nicht gleich im
Nichts.
Die Ausbildung wird unterstützt,
Zusatzrente, Lohnausgleich, günstiger
Urlaub für Bau-ANs usw. Die Sokas haben
nicht nur Nachteile!

Genau so.
Aber was soll eigentlich der unfug mit den lohnnebenkosten? Jeder AG rechnet mit einer haushaltsbelastung/personalgesamtkosten und bietet dem potentiellen AN dann ein bruttogehalt an. De fakto zahlt der AN somit seinen „Arbeitgeberanteil“ selbst - mit seiner arbeit.
Aber man kann halt so schön damit argumentieren…der arme AG, muß so viel geld für die krankenkasse seiner AN abführen. Unfug. Faktisch zahlt jeder seine krankenkassenbeiträge selbst.
Grüße Robert
*derdielohnnebenkostendiskussionnichtmehrhörenkann*

Hi Petr
*freuendlichnichtoe*

Undine hat es meiner Meinung nach auf den
Punkt gebracht. Gehaltssteigerungen
sollten ausschliesslich in
Individualverhandlungen und aufgrund von
Leistung, Können, Einsatz etc. festgelegt
werden und nicht aufgrund von
Gewerkschaftsdiktaten.

Auch die mindeststandards? Wie soll das mit individualverträgen im öd funktionieren? Der bruder des bürgermeisters verdient bei gleicher arbeit doppelt soviel wie die frau eines kleinen verwaltungsangestellten?
Das nennt man eigentlich nicht bezahlung nach leistung…

die arbeitgeber sind die öffentlichen
dienste, vertretten durch die jeweiligen
regierungen, die gewählt wurden und
wieder gewählt werden möchten.

Ja, so ist das wohl. Und wer verscherzt
sich Deiner Meinung nach die Sympathien?
Ganz generell führt das auch zu einer
anderen Überlegung: ist öffentlicher
Dienst überhaupt noch zeitgerecht?
Privatisieren wir die ganze Chose, das
löst mindestens dreiviertel aller
Probleme.

Und bringt neue… Aber im ernst, hier muß ich dir recht geben, es gibt bereiche, in denen der staat nicht als AG auftreten muß.

Unter Umständen wird durch solche
Massnahmen auch die öffentiche Sicherheit
gefährdet.

wo den bitte? weil einer über nicht
beseitigten müll stolper

Wenn Du bei dem Beispiel bleiben
möchtest: durchaus denkbar. Je nach
Streikdauer kannst Du z. B. mit Ratten,
Ungeziefer, Seuchengefahr etc. rechnen
(gabs z. B. schon mal beim
Müllfahrerstreik in den USA). Was bei
streikendem Krankenhauspersonal, Gas-
Wasser- Elektroversorgeren etc. passieren
kann, überlasse ich Deiner Phantasie. Der
volkswirtschaftliche Schaden, weil
hundertausende Menschen ihren
Arbeitsplatz nicht erreichen, ist auch
ganz nett.

Na klar, wenn stahlarbeiter den hochofen ausgehen lassen ist auch die k***e am dampfen. Ein streik, der den AG nicht schädigt ist keiner (hast du selbst gesagt!) ergo: AG=Staat->Schaden in der Volkswirtschaft.

na bei lohnsteigerungen die nichtmal die
teuerungsrate decken wütdest du auch
streiken, egal zu welschen lassten der
streik geht.

Ganz ehrlich, nein (kann ich als
Nicht-Gewerkschaftler auch garnicht).
Solche Lohnsteigerungen waren in einigen
Branchen (z. B. Einzelhandel) jahrelang
nicht gerade unüblich, ohne dass es zu
grossartigen Protesten gekommen wäre.
Und: jeder, der einen Job im ÖD annimmt,
sollte eigentlich wissen, was auf ihn
zukommt. Es wird ja keiner gezwungen, da
zu arbeiten, oder?

Klar, aber es wird auch niemand gezwungen sein hirn abzugeben und alles zu schlucken was sein boss (staat) ihm bietet.

schliesslich finanzieren wir den off.
Dienst über unsere Steuergelder.

Na, ohne staat wären deine transaktionskosten aber auch ganz schön hoch. Wenn du jedesmal, wenn du ein geschäft abschließt auch noch deine „schweren“ jungs mit den baseballschlägern bräuchtest um nicht übers ohr gehauen zu werden. Polizei und Gerichte haben ihre vorteile. Genauso krankenhäuser…

Die derzeitige Regierung versucht gerade
verzweifelt, den Staatshaushalt zu
konsolidieren. Mein Arbeitgeber würde mir
garantiert keine Gehaltserhöhung
zubilligen, wenn unser Betrieb rote
Zahlen schreibt. Warum sollte für den
Staat etwas anderes gelten?

Öh, wann schreibt der staat keine roten zahlen? gabs das schon mal?

Grüße Robert

moin peter

Hallo Lukas,

*wusst ich doch, dass das klappt…*

wie bitte sollen dann lohnvorderungen
durchgestez werden, durch bitten und
betteln vielleicht?

Undine hat es meiner Meinung nach auf den
Punkt gebracht. Gehaltssteigerungen
sollten ausschliesslich in
Individualverhandlungen und aufgrund von
Leistung, Können, Einsatz etc. festgelegt
werden und nicht aufgrund von
Gewerkschaftsdiktaten.

überleg mal das viele kleine bei deinen individualverträgen auf der strecke bleiben,
hilfsarbeiter ungelernte usw.

krankenhaus personal darf nur in der
freizeit streiken um eine versorgung zu
gewehrleisten.

Na, dann führen sie ja das Wort Streik,
dass ja Arbeitsniederlegung bedeutet, ad
absurdum. Und als Druckmittel gegen einen
Arbeitgeber ist das dann auch gänzlich
ungeeignet (was schert es mich, was meine
Mitarbeiter in ihrer Freizeit tun, wenn
sie nur wieder zum Dienst erscheinen…)
und könnte auch ganz unerbleiben. Also
ich käme mir ziemlich dumm vor…

ich auch ist aber so durch gesetze geregelt

die arbeitgeber sind die öffentlichen
dienste, vertretten durch die jeweiligen
regierungen, die gewählt wurden und
wieder gewählt werden möchten.

Ja, so ist das wohl. Und wer verscherzt
sich Deiner Meinung nach die Sympathien?
Ganz generell führt das auch zu einer
anderen Überlegung: ist öffentlicher
Dienst überhaupt noch zeitgerecht?
Privatisieren wir die ganze Chose, das
löst mindestens dreiviertel aller
Probleme.

in manchen bereichen ist das wohl sinnvoll

Unter Umständen wird durch solche
Massnahmen auch die öffentiche Sicherheit
gefährdet.

wo den bitte? weil einer über nicht
beseitigten müll stolper

Wenn Du bei dem Beispiel bleiben
möchtest: durchaus denkbar. Je nach
Streikdauer kannst Du z. B. mit Ratten,
Ungeziefer, Seuchengefahr etc. rechnen
(gabs z. B. schon mal beim
Müllfahrerstreik in den USA). Was bei
streikendem Krankenhauspersonal, Gas-
Wasser- Elektroversorgeren etc. passieren
kann, überlasse ich Deiner Phantasie. Der
volkswirtschaftliche Schaden, weil
hundertausende Menschen ihren
Arbeitsplatz nicht erreichen, ist auch
ganz nett.

na das die öffentlichkeit mit einem streik betroffen ist sagt schon der name ÖFFENTLICHER DIENST

na bei lohnsteigerungen die nichtmal die
teuerungsrate decken wütdest du auch
streiken, egal zu welschen lassten der
streik geht.

Ganz ehrlich, nein (kann ich als
Nicht-Gewerkschaftler auch garnicht).
Solche Lohnsteigerungen waren in einigen
Branchen (z. B. Einzelhandel) jahrelang
nicht gerade unüblich, ohne dass es zu
grossartigen Protesten gekommen wäre.

und die leute die dort arbeiten wurden jahrelang ausgebeutet siehe SCHLCKER wer mehr will muß gehen „es wird ja keiner gezwungen da zu arbeiten haha“

Und: jeder, der einen Job im ÖD annimmt,
sollte eigentlich wissen, was auf ihn
zukommt. Es wird ja keiner gezwungen, da
zu arbeiten, oder?

es ist auch nicht einfach bei 4millionen arbeitslosen den traumjob zu finden.

schliesslich finanzieren wir den off.
Dienst über unsere Steuergelder.

1998 ist die spd angetreten mit dem
slogen „ende mit der masshaltung“ und sie
machen es genauso

Die derzeitige Regierung versucht gerade
verzweifelt, den Staatshaushalt zu
konsolidieren. Mein Arbeitgeber würde mir
garantiert keine Gehaltserhöhung
zubilligen, wenn unser Betrieb rote
Zahlen schreibt. Warum sollte für den
Staat etwas anderes gelten?

dein chef macht auch den laden zu wenn er in zukunft keine schwarzen zahlen mehr schreiben kann.

den öffentlichen dienst richtig bezahlen
und die ausgaben hierfür an den richtigen
stellen einsparen (schau dir mal das
schwarzbuch der steuerverschwendung an)

Gut, dass mit der Steuerverschwendung ist
ein Punkt.

eben es soll halt an den richtigen stellen gespart werden

Gruss
Peter

gruß
lukas

Hallo,

unbeliebt macht sich (zumindest bei mir) durch reine Meinungsaesserung niemand!

Zum Thema: Wie sollen denn Deiner Meinung nach die Gewerkschaften sonst gegen die Lohnwillkuer im oeffentlichem Sektor vorgehen? Irgendwie muss doch gekaempft werden koennen, oder?

Denk mal, durch das Streiken haben ja nicht nur die Kunden Nachteile - auch die AG, denn schliesslich ist ein Ruf zu verlieren - auch im oeffentlichem Dienst! Auch die Streikenden kriegen ja fuer die Streikzeit kein Geld!

Pech, wenn man sich nicht am Verhandlungstisch einigen kann. Ein Streikverbot ist aber das LETZTE! Solange die Gewerkschaften darauf achten, dass die med. Versorgung gewaehrleistet bleibt, finde ich das sehr verantwortlich.

Mfg. Frank

*lautlach*
Hallo,

Undine hat es meiner Meinung nach auf den
Punkt gebracht. Gehaltssteigerungen
sollten ausschliesslich in
Individualverhandlungen und aufgrund von
Leistung, Können, Einsatz etc. festgelegt
werden und nicht aufgrund von
Gewerkschaftsdiktaten.

Damit gibst Du die Solidarisierung der AN-Gemeinschaft auf - dann muss jeder wieder allein gegen die AG „kaempfen“ oder glaubst Du im Ernst, die geben Dir ein Lohnerhoehung ohne dass Du dafuer kaempfen musst? Glaubst Du im Ernst, ein AG schmeisst sein Geld so einfach weg? Dann arbeite mal in einer Disco, oder einer Reinigungsfirma o.ae. wenn Du da den Mund aufmachst, FLIEGST DU RAUS! Nichts anderes. Ich bin bestimmt kein Gewerkschfter und stimme mit deren Forderungen (insbes. Rente mit 60 usw.) sogut wie NIE ueberein - aber ohne geht es einfach nicht. Da koennten wir ja gleich die Leibeigenschaft wieder einfuehren!

Fazit: Willkommen in der Wirklichkeit!

Mfg. Frank

Hallo Frank,

Damit gibst Du die Solidarisierung der
AN-Gemeinschaft auf - dann muss jeder
wieder allein gegen die AG „kaempfen“
oder glaubst Du im Ernst, die geben Dir
ein Lohnerhoehung ohne dass Du dafuer
kaempfen musst? Glaubst Du im Ernst, ein
AG schmeisst sein Geld so einfach weg?

Nein, habe ich auch nicht behauptet. Das Zauberwort hiess Individualverhandlung. Aus eigener Erfahrung kann ich dazu nur sagen, dass ich jahrelang in einem Betrieb gearbeitet habe, der weder AG- noch AN-seitig „organisiert“ war. Trotzdem haben wir alle vernünftige Gehälter bezogen, Gehaltserhöhungen wurden mit dem Inhaber eben individuell verhandelt (und auch durchgesetzt, wenn die Voraussetzungen stimmten). Scheint also zu funktionieren.

Dann arbeite mal in einer Disco, oder
einer Reinigungsfirma o.ae. wenn Du da
den Mund aufmachst, FLIEGST DU RAUS!
Nichts anderes.

Kaum jemand arbeitet in einer Disko (das habe ich auch schon hinter mir) oder einer Reinigungsfirma auf Vollzeitbasis, sondern auf 630 DM Basis als Nebenjob. Da kommt eine Gewerkschaft sowieso nicht zum tragen. I.d.R. sind doch solche Jobs eh nur Überbrückung bzw. Aufbesserung.

Ich bin bestimmt kein
Gewerkschfter und stimme mit deren
Forderungen (insbes. Rente mit 60 usw.)
sogut wie NIE ueberein

Genau. Das zeigt doch, wie weit Gewerkschaften heutzutage von der Realität entfernt sind, oder? Bei den letzten Tarifrunden konnte man die Gehaltserhöhung ziemlich treffsicher vorhersagen (oder hat Dich da irgendwas überrascht?). Wozu also der ganze Humbug: AN: Wir fordern 6,5%. AG: Wir bieten 0,7%. AN: Na gut, dann streiken wir halt ein bischen… Kindergarten!!

  • aber ohne geht
    es einfach nicht. Da koennten wir ja
    gleich die Leibeigenschaft wieder
    einfuehren!

Na gottseidank gibt es auch noch das BGB, das ArbG usw., nicht wahr? Nur, warum soll man einzig aufgrund blosser Anwesenheit am Arbeitsplatz jährlich mehr Geld bekommen? Gut, ich würde mich auf einen automatischen Inflationsausgleich einlassen. Wer mehr Geld verdienen will, muss auch mehr Leistung zeigen.

Meiner Meinung nach gehört die Zukunft einer grösseren Individualität. Ich fühle mich von den Gewerkschaften einfach vera***, wenn ich mir Arbeitszeiten vorschreiben lassen muss oder wann ich in Rente zu gehen habe.

Ich möchte garnicht die Verdienste der Gewerkschaften für die Arbeiterschaft in früheren Zeiten schmälern, und von mir aus sollen sie auch Rahmenbedingungen wie Mindestlöhne oder Urlaubsansprüche regeln und den AN rechtlich unterstützen; von Dingen wie Rente, tägl. Arbeitszeit und Gehaltsforderungen sollten sie aber die Finger lassen. Ich fühle mich als mündiger Bürger und kann das durchaus selbständig entscheiden bzw. verhandeln.

Fazit: Willkommen in der Wirklichkeit!

Da stecke ich nach 16 Jahren Arbeitnehmerschaft wohl mitten drin…

Gruss
Peter

Jammern auf hohem Niveau…
Hi !

Ich bin völlig Deiner Meinung.
Der öffentliche Dienst ist wichtig für das Funktionieren des Landes.
Nur kann es nicht sein, daß in der heutigen zeit immer noch ein paar Ballonmützen-Heinis dem Land diktieren, wie es zu ticken hat.
Die allgemeine Situation ist momentan schwierig. Völlig abgekoppelt von diesem Fakt, fordern ein paar alte Funktionäre vollkommen unrealistische Rahmenbedingungen ein und vergessen dabei (wie keider die meisten Unternehmer auch) das Recht der Arbeitgeber auf Aussperrung.
Das soziale Zusammenleben in diesem Land verroht immer mehr. Da würde ich mich nicht wundern, wenn irgendwann mal wirklich einer aussperrt.
Daß sich dann automatisch alle Arbeitsverträge im Unterehmen in der Schwebe befinden und der Arbeitgeber dann die einmalige Chance hat, nur die „guten“ Mitarbeiter zu behalten und alle anderen zu feuern (etwas übertrieben dargestellt).
Man sollte sich mal mit dem Streikrecht vertraut machen. Spannende Sache.
Übrigens wurde in der Geschichte der BRD noch niemals augesperrt. Wäre schade, wenn es durch ein paar verbohrte Funktionäre so weit kommen würde.
Gruß,

Mathias

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