Hab mal ne Frage zu den Gepflogenheiten im Arbeitskampf: Ist es eigentlich „normal“, dass streikende Gewerkschafter bis auf die Streikposten zu Hause bleiben, also gar nicht erst zur Schicht erscheinen, um vor dem Werkstor ihrem Protest Ausdruck zu verleihen? Bis auf ein paar Streikposten war in unserer Gegend nix los. Ich finde, wenn ein Streik das von Niveau Hitzefrei einnimmt, also ein willkommener freier Tag ist, hat das mit politischer Interessenwahrnehmung nicht mehr viel tun. Streiken tut nicht, wer zuhause länger in den Federn liegt. Man komme mir nicht mit Pragmatismus - von wegen „was sollen die da alle rumstehen“. Streik ist AUCH Arbeit.
Hallo,
Hab mal ne Frage zu den Gepflogenheiten im Arbeitskampf: Ist
es eigentlich „normal“, dass streikende Gewerkschafter bis auf
die Streikposten zu Hause bleiben, also gar nicht erst zur
Schicht erscheinen, um vor dem Werkstor ihrem Protest Ausdruck
zu verleihen?
hu, was bist Du kritisch. Da kommt ja bald der nächste daher und behauptet noch, die Gewerkschaften würden alle paar Jahre einen Streik inszenieren, damit die Mitglieder bei Laune bleiben und ihnen nicht in Scharen davon laufen. Sowas auch.
tststs
Gruß
Christian
P.S.
Und daß Streiks immer einen Tag vor einem Feiertag abgebrochen werden ist natürlich auch Zufall und hat nichts damit zu tun, daß, wenn am Tag vor einem Feiertag gestreikt wird, der Feiertag zum Streiktag wird (und damit Streikgeld von den Gewerkschaften zu zahlen ist).
Du hast sowas von recht o.w.T.
Gruß kw
hallo Christoph
- Du hast vollkommen Recht! Nur die streikenden Massen sind eindrucksvoll, kein Jourdienst. Also ist der Streik überflüssig.
- Noch eione Idee (muss nicht zutreffen). Es könnte ja auch sein, dass die Gewewrkschaften mit den AG einig sind, jetzt brauchen wir eine Produktionspause. Wie machen wir die? Na, streiken wir halt mal. Dann sind die auch beschäftigt.
Ich weiß, etwas weit hergeholt.
Aber als Denkmodel?
Grüße
Raimund
Hallo Christoph,
Hab mal ne Frage zu den Gepflogenheiten im Arbeitskampf: Ist
es eigentlich „normal“, dass streikende Gewerkschafter bis auf
die Streikposten zu Hause bleiben, also gar nicht erst zur
Schicht erscheinen, um vor dem Werkstor ihrem Protest Ausdruck
zu verleihen?
Nein - im Gegenteil. Es ist sogar in den Statuten der Gewerkschaften festgeschrieben, dass bei einem Streik der Streikende zu erscheinen hat, wo der Arbeitskampf stattfindet.
Bis auf ein paar Streikposten war in unserer
Gegend nix los.
Daran sieht man, wie „ernst“ die Streikenden das alles nehmen.
Ich finde, wenn ein Streik das von Niveau
Hitzefrei einnimmt, also ein willkommener freier Tag ist, hat
das mit politischer Interessenwahrnehmung nicht mehr viel tun.
Stimmt. Aber wenigstens liegen diese dann nicht dem Steuerzahler auf der Tasche, denn Lohn erhalten sie für Streiktage zum Glück ja nicht. Wäre auch noch schöner.
Streiken tut nicht, wer zuhause länger in den Federn liegt.
Man komme mir nicht mit Pragmatismus - von wegen „was sollen
die da alle rumstehen“. Streik ist AUCH Arbeit.
Streik ist das Dümmste, was man heutzutage noch vom Zaun brechen kann. Damit erreicht man gar nichts mehr! Aber die Herren Gewerkschafter basteln sich ja ihre Gehälter genauso freimütig, wie andere Manager auch, da muss man schon mal paar Prozente mehr im Jahr heraushandeln, die man sich schnell in die eigene Tasche stecken kann… *motz*
Jana
Streikgeld wird gezahlt
Stimmt. Aber wenigstens liegen diese dann nicht dem
Steuerzahler auf der Tasche, denn Lohn erhalten sie für
Streiktage zum Glück ja nicht. Wäre auch noch schöner.
na, dem Steuerzahler liegen sie nicht auf der Tasche - aber ihre Streikkasse leert sich, denn an die Gewerkschafter wird Streikgeld gezahlt. Was aber nur der Grundlohn sein dürfte - Zuschläge usw. entfallen meines Wissens. Zwangssolidarische Nicht-Gewerkschafter gehen leer aus.
Hallo Christoph,
na, dem Steuerzahler liegen sie nicht auf der Tasche - aber
ihre Streikkasse leert sich, denn an die Gewerkschafter wird
Streikgeld gezahlt. Was aber nur der Grundlohn sein dürfte -
Zuschläge usw. entfallen meines Wissens. Zwangssolidarische
Nicht-Gewerkschafter gehen leer aus.
das Streikgeld berechnet sich aus den Gewerkschaftsbeiträgen.
Da die Gewerkschaften nicht wissen wieviel man verdient, zahlen die meisten halt zu wenig. Vergleichen kann man das mit einer Hausratversicherung. Wenn Du unterversichert bist, bekommst Du auch nur einen prozentualen Anteil.
Das Nicht-Gewerkschaftsmitglieder kein Streikgeld bekommen ist ja wohl selbstverständlich. Ich zahle im Jahr ca. 400 Euro und will damit nicht auch noch ich meine nicht organisierten Kollegen unterstützen.
Im übrigen kann ich hier die gewerkschaftsfeindlichen Kommentare nicht nachvollziehen. Schreiben hier nur selbstständige FDP´ler?
Die Gewerkschaft ist die einzige Interessenvertretung die abhängig Beschäftigte haben. Der Organisationsgrad nimmt ständig ab. Vielleicht sollte man die Tariferhöhungen nur an die Gewerkschaftler, die diese aushandeln, auszahlen. Aber so dumm wären die Unternehmen nicht, weil dann sicherlich 100% in der Gewerkschaft wären.
Gruß, Joe
Zielsystem der Gewerkschafter
Die Gewerkschaft ist die einzige Interessenvertretung die
abhängig Beschäftigte haben.
Genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Gem. den Satzungen sollen Gewerkschaften die Interessen ihrer Mitglieder vertreten. Aller Mitglieder und nicht derjenigen Mitglieder, die einen Arbeitsplatz haben. Das Problem wird auch insider-outsider-Problem genannt. Wenn die Gewerkschaften sich auch um die Mitglieder kümmern würden, die kein Arbeitsverhältnis haben (die dann m.W. ja auch keinen Beitrag zahlen), dann würden sie nicht mit lächerlichen Lohnforderungen in die Verhandlungen gehen. Denn wenn etwas teurer wird, wird man davon bestimmt nicht mehr kaufen. Allerdings war Wirtschaft noch nie eine Stärke der Gewerkschaften.
Ich will gar nicht sagen, daß das Verhalten der Gewerkschaften unverständlich ist, aber es entspricht nicht ihrem Auftrag und liegt eben nicht im Interesse aller Mitglieder.
Der Organisationsgrad nimmt
ständig ab. Vielleicht sollte man die Tariferhöhungen nur an
die Gewerkschaftler, die diese aushandeln, auszahlen. Aber so
dumm wären die Unternehmen nicht, weil dann sicherlich 100% in
der Gewerkschaft wären.
Ich kann hier nur für das Bankgewerbe sprechen, das komischerweise einen ausgesprochen geringen Organisationsgrad hat (so um die 2%). Außerdem wird ausgesprochen selten gestreikt und wenn gestreikt wird, dann verirren sich nur ein paar vereinzelte Gestalten an die Streikposten. Dies alles mag daran liegen, daß sich in den KI die Erkenntnis durchgesetzt hat, daß die Arbeitgeber so furchtbar schlecht nicht sind.
Wenn ich mir anschaue, um was sich in den Tarifverhandlungen der Banken in den letzten Jahren gestritten wurde, könnte ich die Krise bekommen. Z.B. waren die Gewerkschaften strikt dagegen, daß Samstagsarbeit (auf freiwilliger Basis) möglich wurde. Um den massiven Stellenabbau in den Banken in den letzen 12 Monaten haben sich die Gewerkschaften bisher nicht merklich gekümmert.
Gruß
Christian
Hallo Christoph,
na, dem Steuerzahler liegen sie nicht auf der Tasche - aber
ihre Streikkasse leert sich, denn an die Gewerkschafter wird
Streikgeld gezahlt. Was aber nur der Grundlohn sein dürfte -
Zuschläge usw. entfallen meines Wissens. Zwangssolidarische
Nicht-Gewerkschafter gehen leer aus.
Was genau an die Streikenden aus der Gewerkschaftskasse gezahlt wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber ich verstehe nicht, wieso jemand, der nicht in der Gewerkschaft organisiert ist, dessen Betrieb aber von einem Streik „heimgesucht“ wird, kein Geld bekommen sollte. Das ist doch Unsinn. Er hat die Möglichkeit, ganz normal zur Arbeit zu gehen und sich entsprechend seinem Arbeitgeber zu erklären. Damit bekommt er auch Lohn wie immer.
Grüße
Jana
Hallo Jörg,
das Streikgeld berechnet sich aus den Gewerkschaftsbeiträgen.
Da die Gewerkschaften nicht wissen wieviel man verdient,
zahlen die meisten halt zu wenig.
Das liegt dann aber an den Gewerkschaftsfunktionären. Ich war jahrzehntelang in der Gewerkschaft, und das erste, was ich immer herreichen musste, war mein Gehaltsnachweis, nach dem sich dann der Beitrag errechnete. Übrigens keine geringe Summe.
Im übrigen kann ich hier die gewerkschaftsfeindlichen
Kommentare nicht nachvollziehen. Schreiben hier nur
selbstständige FDP´ler?
Das ist eben freie Meinungsäußerung.
Die Gewerkschaft ist die einzige Interessenvertretung die
abhängig Beschäftigte haben. Der Organisationsgrad nimmt
ständig ab. Vielleicht sollte man die Tariferhöhungen nur an
die Gewerkschaftler, die diese aushandeln, auszahlen. Aber so
dumm wären die Unternehmen nicht, weil dann sicherlich 100% in
der Gewerkschaft wären.
Ich persönlich finde, dass die Gewerkschaften in der Vergangenheit auch viel Gutes getan haben. Aber ich halte Streik für ein veraltetes Mittel, bestimmte und vermeintliche Rechte durchzusetzen. Damit schaden sie vor allem der Volkswirtschaft. Und die ständigen Tarifverhandlungen kommen wir schon vor, als würden sie aus Prinzip geführt werden. Man muss doch auch abwägen können.
Viele Grüße
Jana
Hallo Christian,
Die Gewerkschaft ist die einzige Interessenvertretung die
abhängig Beschäftigte haben.Genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Gem. den Satzungen
sollen Gewerkschaften die Interessen ihrer Mitglieder
vertreten. Aller Mitglieder und nicht derjenigen Mitglieder,
die einen Arbeitsplatz haben. Das Problem wird auch
insider-outsider-Problem genannt. Wenn die Gewerkschaften sich
auch um die Mitglieder kümmern würden, die kein
Arbeitsverhältnis haben (die dann m.W. ja auch keinen Beitrag
zahlen), dann würden sie nicht mit lächerlichen
Lohnforderungen in die Verhandlungen gehen. Denn wenn etwas
teurer wird, wird man davon bestimmt nicht mehr kaufen.
Allerdings war Wirtschaft noch nie eine Stärke der
Gewerkschaften.
das hat ÜBER JAHRE die IG BCE (früher Chemie) versucht. Moderate Lohnabschlüsse -> dafür mehr Ausbildungsplätze, Übernahmegarantie für (begrenzte) Zeit nach der Lehre.
Es hat einfach nichts genutzt. Die Zahl der befristet Angestellten und Leiharbeiter steigt ständig.
Die Konsequenz, wenn Lohnverzicht nichts bringt, ist halt eben keinen Lohnverzicht mehr.
Ich will gar nicht sagen, daß das Verhalten der Gewerkschaften
unverständlich ist, aber es entspricht nicht ihrem Auftrag und
liegt eben nicht im Interesse aller Mitglieder.Der Organisationsgrad nimmt
ständig ab. Vielleicht sollte man die Tariferhöhungen nur an
die Gewerkschaftler, die diese aushandeln, auszahlen. Aber so
dumm wären die Unternehmen nicht, weil dann sicherlich 100% in
der Gewerkschaft wären.Ich kann hier nur für das Bankgewerbe sprechen, das
komischerweise einen ausgesprochen geringen Organisationsgrad
hat (so um die 2%). Außerdem wird ausgesprochen selten
gestreikt und wenn gestreikt wird, dann verirren sich nur ein
paar vereinzelte Gestalten an die Streikposten. Dies alles mag
daran liegen, daß sich in den KI die Erkenntnis durchgesetzt
hat, daß die Arbeitgeber so furchtbar schlecht nicht sind.
Eben dieser Unterschied im Organisationsgrad z.B. IGM und Banken machen den Unterschied in der prozentualen Erhöhung aus.
Das im Bankgewerbe ein Streik unwahrscheinlich ist, ist somit ebenfalls klar.
Die Vorstände gemehmigen sich jedes Jahr 2stellige Zuwächse und bei uns ist weiterhin Zurückhaltung angesagt. Super…
Wenn ich mir anschaue, um was sich in den Tarifverhandlungen
der Banken in den letzten Jahren gestritten wurde, könnte ich
die Krise bekommen. Z.B. waren die Gewerkschaften strikt
dagegen, daß Samstagsarbeit (auf freiwilliger Basis) möglich
wurde. Um den massiven Stellenabbau in den Banken in den
letzen 12 Monaten haben sich die Gewerkschaften bisher nicht
merklich gekümmert.
Eine gewisse Unflexibilität bei den Gewerkschaften ist natürlich nicht zu leugnen, ABER für den Stellenabbau sind doch nunmal die Unternehmen zuständig und nicht die Gewerkschaften.
Und wie gesagt, wir haben einfach keine andere Interessenvertretung.
Gruß, Joe
Hallo Jana,
das Streikgeld berechnet sich aus den Gewerkschaftsbeiträgen.
Da die Gewerkschaften nicht wissen wieviel man verdient,
zahlen die meisten halt zu wenig.Das liegt dann aber an den Gewerkschaftsfunktionären. Ich war
jahrzehntelang in der Gewerkschaft, und das erste, was ich
immer herreichen musste, war mein Gehaltsnachweis, nach dem
sich dann der Beitrag errechnete. Übrigens keine geringe
Summe.
Kann ich kaum glauben. In der IG BCE musst Du nur ausfüllen wie hoch Dein Verdienst ist und danach berechnet sich halt der Beitrag. Es ist also hier genauso, wie beispielsweise wenn Du in eine Partei eintrittst.
Im übrigen kann ich hier die gewerkschaftsfeindlichen
Kommentare nicht nachvollziehen. Schreiben hier nur
selbstständige FDP´ler?Das ist eben freie Meinungsäußerung.
Klar. Aber ich glaube, dass sich manch kleiner Arbeitnehmer, der vielleicht Gruppenleiter ist, schon als halber Unternehmer fühlt. Spätestens wenn er wegrationalisiert wird, wird er (oder sie) erkennen, wie wichtig z.B. der kostenlose Rechtsbeistand zum durchsetzen der eigenen Interessen ist.
Die Gewerkschaft ist die einzige Interessenvertretung die
abhängig Beschäftigte haben. Der Organisationsgrad nimmt
ständig ab. Vielleicht sollte man die Tariferhöhungen nur an
die Gewerkschaftler, die diese aushandeln, auszahlen. Aber so
dumm wären die Unternehmen nicht, weil dann sicherlich 100% in
der Gewerkschaft wären.Ich persönlich finde, dass die Gewerkschaften in der
Vergangenheit auch viel Gutes getan haben. Aber ich halte
Streik für ein veraltetes Mittel, bestimmte und vermeintliche
Rechte durchzusetzen. Damit schaden sie vor allem der
Volkswirtschaft. Und die ständigen Tarifverhandlungen kommen
wir schon vor, als würden sie aus Prinzip geführt werden. Man
muss doch auch abwägen können.
Natürlich haben Gewerkschaften viel Gutes geleistet. Oder meinst Du die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaub, Gehaltserhöhungen, Betriebsverfassungsgesetz, 35-40 Std-Woche usw. wären ein Geschenk der Arbeitgeber?
Gruß, Joe
Hallo Jörg,
das hat ÜBER JAHRE die IG BCE (früher Chemie) versucht.
Moderate Lohnabschlüsse -> dafür mehr Ausbildungsplätze,
Übernahmegarantie für (begrenzte) Zeit nach der Lehre.
Es hat einfach nichts genutzt. Die Zahl der befristet
Angestellten und Leiharbeiter steigt ständig.
ich sehe da keinen Widerspruch. Offensichtlich streben die Unternehmen nach Flexibilität, was sich in Leiharbeitern und befristeten Verträgen widerspiegelt. Auch wenn sich die Gewerkschaften dagegen sträuben, die Flexibilität ist das, was die Unternehmen brauchen (und in Holland z.B. zwar zu Umwälzungen am Arbeitsmarkt aber auch zu dessen deutlicher Entlastung geführt hat). In letzter Konsequenz führt unser starres System dazu, daß in Boomzeiten die Leute nicht eingestellt werden, die man in mauen Zeiten nicht wieder loswerden kann. Jeder von uns kauft doch auch nur das, was er braucht. Wenn Du die Wahl hättest, Heizöl wöchentlich (d.h. auch im Sommer) zu bekommen oder gar nicht, würdest Du auch „gar nicht“ wählen und dafür auf Gasheizung umschwenken, anstatt Dir das Heizöl solange in den Tank kippen zu lassen, bis es ungenutzt in das Notauffangbecken sickert.
Aber noch zum Thema „Zurückhaltung bei Tarifverhandlungen“: Ob nun im Gegenzug zu moderaten Abschlüssen auch neue Arbeitsplätze gefordert wurden, hast Du nicht gesagt. Die anderen geforderten Positionen verringerten jedenfalls die Handlungsspielräume für das Unternehmen.
Tatsache ist und bleibt: Der Markt wird durch Angebot und Nachfrage geregelt und wo die beiden sich treffen, regelt sich über den Preis. Und wenn der Preis zu hoch ist, suche ich mir entweder ein anderes Gut (Maschine, EDV) oder einen anderen Markt (Ausland). So einfach ist das. Nur weil die Gewerkschaften mit dem Fuß aufstampfend auf der absurden Theorie der Nachfragstärkung beharren, wird sie davon nicht richtiger.
Die Konsequenz, wenn Lohnverzicht nichts bringt, ist halt eben
keinen Lohnverzicht mehr.
Und das Ergebnis von dieser Trotzreaktion ist, daß die Unternehmen um jeden Arbeitnehmer froh sind, den loswerden. Neben der Tatsache, daß eben keine MA in guten Zeiten eingestellt werden, ist führt dies ebenfalls zu einer Schwächung Wirtschaft (wenn auch teilweise selbstverschuldet). Daß dies nicht zu einer Erhöhung der Arbeitsplätze führt, dürfte klar sein.
Eben dieser Unterschied im Organisationsgrad z.B. IGM und
Banken machen den Unterschied in der prozentualen Erhöhung
aus.
Das im Bankgewerbe ein Streik unwahrscheinlich ist, ist somit
ebenfalls klar.
Die Vorstände gemehmigen sich jedes Jahr 2stellige Zuwächse
und bei uns ist weiterhin Zurückhaltung angesagt. Super…
Die prozentuale Erhöhung ist mir eigentlich wurst. Die absolute Höhe und Zusatzleistungen sind für mich entscheidender.
Eine gewisse Unflexibilität bei den Gewerkschaften ist
natürlich nicht zu leugnen, ABER für den Stellenabbau sind
doch nunmal die Unternehmen zuständig und nicht die
Gewerkschaften.
Eben das sehe ich anders. Aufgrund des in wirtschaftlicher Hinsicht unbedachten Verhaltens der Gewerkschaften wird der Unternehmer zwar nicht gezwungen, Personal zu entlassen, es wird ihm aber quasi von den Gewerkschaften nahegelegt.
Und wie gesagt, wir haben einfach keine andere
Interessenvertretung.
Das sehe ich anders. Meine Interessenvertretung ist der Personalvorstand und der Betriebsrat. Letztendlich geht es im Bankgewerbe (wie es woanders ist, weiß ich nicht) vor allem um die Höhe der außertariflichen Leistungen oder um generell außertariflich bezahltes Personal. Darüber wird jedoch nicht in der Tarifverhandlung entschieden, sondern im kleineren, betrieblichen Rahmen.
Gruß
Christian
Hallo Jörg,
Das liegt dann aber an den Gewerkschaftsfunktionären. Ich war
jahrzehntelang in der Gewerkschaft, und das erste, was ich
immer herreichen musste, war mein Gehaltsnachweis, nach dem
sich dann der Beitrag errechnete. Übrigens keine geringe
Summe.Kann ich kaum glauben. In der IG BCE musst Du nur ausfüllen
wie hoch Dein Verdienst ist und danach berechnet sich halt der
Beitrag. Es ist also hier genauso, wie beispielsweise wenn Du
in eine Partei eintrittst.
Kannst Du aber ruhig. Ich war erst in der IG Metall, danach in der ÖTV (richtet sich ja immer nach dem Arbeitgeber). Beide waren da „vorbildlich fix“… Aber ist ja prinzipiell auch in Ordnung. Bis hierhin.
Das ist eben freie Meinungsäußerung.
Klar. Aber ich glaube, dass sich manch kleiner Arbeitnehmer,
der vielleicht Gruppenleiter ist, schon als halber Unternehmer
fühlt. Spätestens wenn er wegrationalisiert wird, wird er
(oder sie) erkennen, wie wichtig z.B. der kostenlose
Rechtsbeistand zum durchsetzen der eigenen Interessen ist.
Diese Aufgabe hat schon weitestgehend der Personalrat übernommen, indem seine Rechte enorm erweitert worden sind, gerade was Rationalisierungsmaßnahmen betrifft.
Ich persönlich finde, dass die Gewerkschaften in der
Vergangenheit auch viel Gutes getan haben. Aber ich halte
Streik für ein veraltetes Mittel, bestimmte und vermeintliche
Rechte durchzusetzen. Damit schaden sie vor allem der
Volkswirtschaft. Und die ständigen Tarifverhandlungen kommen
wir schon vor, als würden sie aus Prinzip geführt werden. Man
muss doch auch abwägen können.Natürlich haben Gewerkschaften viel Gutes geleistet. Oder
meinst Du die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaub,
Gehaltserhöhungen, Betriebsverfassungsgesetz, 35-40 Std-Woche
usw. wären ein Geschenk der Arbeitgeber?
Natürlich nicht. Ich sagte doch, dass ich auch nur den Streik für kein adäquates Arbeitskampfmittel in Zeiten der Globalisierung (und das sind sie ja nun, ob man will oder nicht) ist.
Übrigens: Die proklamierte 35-Stunden-Woche halte ich persönlich für Fehlpolitik.
Viele Grüße
Jana
Hallo Christian,
ich sehe da keinen Widerspruch. Offensichtlich streben die
Unternehmen nach Flexibilität, was sich in Leiharbeitern und
befristeten Verträgen widerspiegelt. Auch wenn sich die
Gewerkschaften dagegen sträuben, die Flexibilität ist das, was
die Unternehmen brauchen (und in Holland z.B. zwar zu
Umwälzungen am Arbeitsmarkt aber auch zu dessen deutlicher
Entlastung geführt hat). In letzter Konsequenz führt unser
starres System dazu, daß in Boomzeiten die Leute nicht
eingestellt werden, die man in mauen Zeiten nicht wieder
loswerden kann. Jeder von uns kauft doch auch nur das, was er
braucht. Wenn Du die Wahl hättest, Heizöl wöchentlich (d.h.
auch im Sommer) zu bekommen oder gar nicht, würdest Du auch
„gar nicht“ wählen und dafür auf Gasheizung umschwenken,
anstatt Dir das Heizöl solange in den Tank kippen zu lassen,
bis es ungenutzt in das Notauffangbecken sickert.
Thema Leiharbeiter: Wir haben/hatten schon mehrere und die Konditionen für die MA sind äußerst schlecht. Dafür würde ich mich morgens nicht aus dem Bett quälen (bei gleicher Qualifikation).
Das zum Teil kurzfristige Denken der Arbeitgeber ist nicht nur für den Arbeitnehmer schlecht, sondern auch für den Arbeitgeber. Beispiel: Ich arbeite in der Diagnostik- Entwicklung. In der Flaute wurden MA nicht mehr ersetzt, sondern durch Leiharbeiter wurde die Lücken versucht auszufüllen. Bei diesem Versuch ist eine Menge know how verloren gegangen, aber Hauptsache kurzfristig ist das Budget nicht überschritten worden.
Thema Markt: Ich kaufe tatsächlich mein Heizöl im Sommer.
Ich kaufe aber NICHT Aktien , wenn ich höre Fa. XY entlässt 1000 MA und der Kurs wird nach dieser Meldung steigen. An so einem System möchte ich kein Geld verdienen.
Aber noch zum Thema „Zurückhaltung bei Tarifverhandlungen“: Ob
nun im Gegenzug zu moderaten Abschlüssen auch neue
Arbeitsplätze gefordert wurden, hast Du nicht gesagt. Die
anderen geforderten Positionen verringerten jedenfalls die
Handlungsspielräume für das Unternehmen.
Überwiegend befristete Verträge.
Tatsache ist und bleibt: Der Markt wird durch Angebot und
Nachfrage geregelt und wo die beiden sich treffen, regelt sich
über den Preis. Und wenn der Preis zu hoch ist, suche ich mir
entweder ein anderes Gut (Maschine, EDV) oder einen anderen
Markt (Ausland). So einfach ist das. Nur weil die
Gewerkschaften mit dem Fuß aufstampfend auf der absurden
Theorie der Nachfragstärkung beharren, wird sie davon nicht
richtiger.
Das funktioniert aber nur solange, bis es zu vielen Wählern an den eigenen Geldbeutel geht. Wieviele Arbeitslose kann sich eine Demokratie leisten 4,5,10 MIO ?
Richtiger ist Deine Theorie aber auch nicht: Bauen wir Luxusautos in Polen, die deutschen (Arbeitslosen) werden sie schon kaufen.
(…)
Eben dieser Unterschied im Organisationsgrad z.B. IGM und
Banken machen den Unterschied in der prozentualen Erhöhung
aus.
Das im Bankgewerbe ein Streik unwahrscheinlich ist, ist somit
ebenfalls klar.
Die Vorstände gemehmigen sich jedes Jahr 2stellige Zuwächse
und bei uns ist weiterhin Zurückhaltung angesagt. Super…Die prozentuale Erhöhung ist mir eigentlich wurst. Die
absolute Höhe und Zusatzleistungen sind für mich
entscheidender.
Ich, ich, ich. Das ist m.M. nach das größte Problem. Der Egoismus wird in unserer Gesellschaft immer größer. Ob die Putzfrau in Deiner tollen Bank über die Runden kommt, na ja egal…
Eine gewisse Unflexibilität bei den Gewerkschaften ist
natürlich nicht zu leugnen, ABER für den Stellenabbau sind
doch nunmal die Unternehmen zuständig und nicht die
Gewerkschaften.Eben das sehe ich anders. Aufgrund des in wirtschaftlicher
Hinsicht unbedachten Verhaltens der Gewerkschaften wird der
Unternehmer zwar nicht gezwungen, Personal zu entlassen, es
wird ihm aber quasi von den Gewerkschaften nahegelegt.
Lächerlich. Wenn die Dividende auch nur 5 Cent höher ausfallen kann, und das mit 1000 MA weniger, wird der Vorstand das beschliessen, weil nämlich aus der sozialen Marktwirtschaft wieder übeler Kapitalismus geworden ist.
Und wie gesagt, wir haben einfach keine andere
Interessenvertretung.Das sehe ich anders. Meine Interessenvertretung ist der
Personalvorstand und der Betriebsrat. Letztendlich geht es im
Bankgewerbe (wie es woanders ist, weiß ich nicht) vor allem um
die Höhe der außertariflichen Leistungen oder um generell
außertariflich bezahltes Personal. Darüber wird jedoch nicht
in der Tarifverhandlung entschieden, sondern im kleineren,
betrieblichen Rahmen.
Schon wieder nur ICH.
Wer sitzt denn in Deinem BR. Sicherlich sind die meisten Ver.dis.
Wenn aber Deinem neuen Chef mal Deine Nase nicht passt und Du bei gleicher Leistung wie Dein Kollege weniger bekommst, wärst Du sicher froh kein AT´ler zu sein.
Gruß, Joe
E11 mit Übertarif (IG BCE)
Hallo Jana,
(…)
Natürlich haben Gewerkschaften viel Gutes geleistet. Oder
meinst Du die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaub,
Gehaltserhöhungen, Betriebsverfassungsgesetz, 35-40 Std-Woche
usw. wären ein Geschenk der Arbeitgeber?Natürlich nicht. Ich sagte doch, dass ich auch nur den Streik
für kein adäquates Arbeitskampfmittel in Zeiten der
Globalisierung (und das sind sie ja nun, ob man will oder
nicht) ist.
Kannst Du mir eine Alternative zum Streik als Arbeitskampfmittel nennen?
Übrigens: Die proklamierte 35-Stunden-Woche halte ich
persönlich für Fehlpolitik.
Ich auch. Vielleicht hätten wir das vor 50 Jahren auch von der 48-Std-Woche gesagt.
Gruß, Joe
Hallo Jörg,
Natürlich nicht. Ich sagte doch, dass ich auch nur den Streik
für kein adäquates Arbeitskampfmittel in Zeiten der
Globalisierung (und das sind sie ja nun, ob man will oder
nicht) ist.Kannst Du mir eine Alternative zum Streik als
Arbeitskampfmittel nennen?
Nicht wirklich. Aber ich denke auch, dass eine zu starke Einmischung in Betriebsinterna, wie sie in den letzten Jahrzehnten durch die Gewerkschaften praktiziert wird, an den Grundidealen vorbeigegangen ist. Eine gewisse Kontrolle vom Staat durch Gesetze sollte ausreichen, der Rest ist eben Marktwirtschaft.
Übrigens: Die proklamierte 35-Stunden-Woche halte ich
persönlich für Fehlpolitik.Ich auch. Vielleicht hätten wir das vor 50 Jahren auch von der
48-Std-Woche gesagt.
Die 48-Stunden-Woche habe ich persönlich ja immernoch
)
Nee-nee, aber ich denke da vor allem an die ganzen demografischen Geschichten, Vorruhestand und die Mentalität des Ich-bleibe-ein-Leben-lang-im-gleichen-Betrieb-ich-muss-mich-nicht-weiterbilden und so etwas. Bei niedrigen Geburtenraten ist es einfach kurzsichtig, Menschen mit vielleicht 40 oder so zum Alten Eisen zu werfen…
Viele Grüße
Jana