Streiks bei den Flugsicherheit - Gerüchte?

Hallo,

so wichtig ich starke Gewerkschaften auch finde, so wichtig ich Streiks als Durchsetzungsmaßnahme für Forderungen empfinde, genauso doof empfinde ich es, dass ich als Unbeteiligter als Pfand zur Durchsetzung benutzt werde.

Richtig blöd finde ich es, wenn die Gewerkschaftsbosse ihre Macht voll ausleben, nicht an die Unbeteiligten denken und mit verdeckten Karten spielen - sprich, wenn sie quasi erst zum Beginn eines Streiks darüber berichten, dass es zum Streik kommen kann.

In den nächsten Tagen, und jetzt werde ich Endloch konkret :wink: , will ich ein Flugzeug benutzen. Die möglichen Alternativen brauchen alle mindestens einen Tag Vorlauf. Derzeit finden ja Verhandlungen von Verdi statt, damit Sicherheitspersonal eine angemessene Gehaltssteigerung bekommt. Gibt es schon Gerüchte auf Kanälen, denen ich nicht folge (z.B. Twitter), wann die nächsten Streiks geplant sind? Die Pressestelle von Verdi hält sich da sehr bedeckt.

Vielen Dank im Voraus
Pierre

Hallo,

offenbar ist es schon soweit:

Gruß,
Steve

nichts ist so alt wie die Nachrichten von gestern…

Am Montag in Köln/Bonn, Düsseldorf, Hannover, Leipzig und Berlin. Am Dienstag in Frankfurt, Hamburg, Stuttgart und Karlsruhe/Baden-Baden. Und vom Montag Mittag bis Dienstag 24:00 in München. Heute und morgen sind Verhandlungen. Und dann?

Dann geh doch mit vielen Nachfragen den Fluggesellschaften auf die Nerven.

Wer Gewerkschaften befürwortet und sich dann über Streiks und ihre Auswirkungen beschwert, ist in meinen Augen ja eigentlich noch schlimmer als Arbeitgeber, die schlecht bezahlen. Es wird besser gewusst aber das eigene Interesse steht immer erstmal im Vordergrund.

Ein Streik macht nur Sinn, wenn er den Streikpartner oder -gegner auch wirklich trifft. Und bei Firmen, die ihr Geschäft mit Kunden machen, ist logischerweise immer auch der Kunde im Fadenkreuz.

Um Vermutungen vorzubeugen: ich war immer selbstständig aber trotzdem immer auch der Meinung, dass die Mitarbeiter ordentlich bezahlt werden müssen und dass die Arbeitsbedingungen stimmen müssen.

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Oder anders gesagt: zu meiner Frage kannst Du keine sinnvolle Antwort liefern, wolltest Dich aber mal mit ein paar Allgemeinplätzen und Meinungungsäußerungen zu Wort melden.

Vielen Dank für gar nichts.

Ich wollte vor allen Dingen dagegen angehen, dass hier aus reinem Eigennutz unter Aufführung von Allgemeinplätzen und Meinungsäußerungen gegen Streiks Stimmung gemacht wird.

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Gut. Falls also jemand dagegen Stimmung macht, haben wir Deine Meinung. Hast Du auch was sachliches zur eigentlichen Frage beizutragen? Falls Du die vor lauter Meinung aus den Augen verloren hast:

Hallo,

die Kritik spreche ich seit Jahrzehnten aus, aber natürlich geht es den Gewerkschaften genau darum: Druck auf die Arbeitgeber auszuüben und das eben nicht nur durch wirtschaftliche Verluste (also Ausfall von Einnahmen/Umsatz), sondern eben auch durch die Öffentlichkeit bzw. Kundschaft. Das ist der Grund dafür, warum von Ver.di Kindergärten, der ÖPNV und die Müllabfuhr bestreikt werden und nicht das Bau- oder Friedhofsamt, die Bußgeldstelle oder die Personalabteilungen der Städte und Gemeinden.

Gruß
C.

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Darf ich noch ergänzen ?
Streiks werden oft mit den schweren Arbeitsbedingungen dieser Berufszweige begründet. Wenn dann ein Tarifabschluss erreicht wird, wendet man den Vertrag auch für alle anderen Bereiche an, auch für die vielen (Entschuldigung) „Sesselfurzer“ in Amtsstuben und oft auch auf die Beamten die eigentlich nicht streiken dürfen, aber indirekt von den erstreikten Bedingungen profitieren.
Udo Becker

Hallo,

ja ja, wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.

hast Du denn einen konstruktiven Vorschlag, wie es im Vergleich zu Deinem Szenario

anders funktionieren könnte, ohne das Gewerkschaften an Durchsetzungsfähigkeit verlieren?
Einen Streik ohne „Fernwirkung“ auf Unbeteiligte gibt es nicht.

Hast Du Dir mal überlegt, daß Arbeitgeber ganz bewußt auf Deinen Reflex setzen, um Tarifverhandlungen zu ihrem Vorteil zu beinflussen?
Ich war selbst ca. 20 Jahre an Tarifverhandlungen bis auf Bundesebene beteiligt. Ich weiss sehr genau, wie oft Ver.di den Arbeitgebern vorgeschlagen hat, frühzeitig mit Verhandlungen zu beginnen, um evtl. konfliktfreie Lösungen zu finden und die üblichen Rituale aufzubrechen.
Ich habe noch nie erlebt, daß die öffentlichen Arbeitgeber vor Ablauf der „Friedenspflicht“ überhaupt zu ernsthaften Verhandlungen bereit waren.

Und ein bißchen Ahnung von interner gewerkschaftlicher Organisation und Struktur sollte man schon haben, bevor man sich zu Werturteilen hinreissen läßt.
Denn es ist eben auch nicht mehr im Belieben der

die angeblich

sondern es ist die Basis und die idR ehrenamtlichen Verantwortlichen vor Ort, die dann Druck aufbauen wollen.

&tschüß
Wolfgang (der als Beschäftigter im ÖPNV auch schon öfter in verwerflicherweise „Unbeteiligte“ durch Streik eingeschränkt hat - auch mal ohne grosse Vorwarnung - Pfui !)

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Ich danke Euch allen, dass Ihr mir erklären wollt, warum starke Gewerkschaften gut sind und warum Streiks gut sind und wie sie organisiert werden.

Mal davon abgesehen, dass das nichts neues für mich ist, wie ich schon eingangs erklärte. So muss ich, aus meiner Sicht trotzdem nicht in Jubelschreie ausbrechen, wenn ich als unbeteiligter unerwartet betroffen bin. Vor allem, wenn dadurch Investitionen von durchaus erheblichen Umfang für den deutschen Durchschnittsverdiener in Gefahr gebracht werden. Aber ich will Euch nicht mit Details aus meinem Leben langweilen.

Und ich danke Euch auch vor allem dafür, dass Ihr die eigentliche Frage nicht beantworten wollt oder könnt. Zur erneuten Erinnerung:

Schönen Tag noch.

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