Streit

Hallo,

ich finde meine Mutter ganz lieb und völlig okay. Aber manchmal versteht sie mich nicht. Geht es bei Euch manchmal auch so? Man glaubt niemanden würde mich verstehen. Habt ihr ne Lösung dafür, dass ich mit meiner Mutter wenig versöhnen könnte?!

Gruss, NATI

Hallo Nati,

ich hab meine Mama auch ganz lieb und nett und toll…aber ab und zu muss sie mal ganz ganz weit weg…sonst…!
Das sind Mütter:smile: Mittlerweile bin ich selbst eine und verstehe sie schon etwas besser…
Wir haben uns auch früher gestritten und wieder vertragen.
Sie ist mir auch manchmal auf den Keks gegangen, aber dann ging es auch wieder…und verstehen tun sie einen selten…nichtmal jetzt, wo ihre kleine Tochter doch schon fast 35 Jahre alt ist, schon längst ausgezogen ist.

Halte durch…das ist mehr oder weniger normal:wink:
LG Manu

Hi nati!
Das problem kenne ich und da ich sehr lange dazu geschwiegen habe, hat sich bei mir sehr viel aufgestaut was ich ihr jetzt in relativ unfreundlicherweise an den schädel werfe.
Nach ner Lösung suche ich selbst- ich hbe aber beschlossen bis zum Abi das Streitthema Schule auszuklammern- es kostet mir nur Nerven! Auf dauer natürlich keine Lösung, aber wenn die Positionen zu weit von einander entfernt sind dann helfen ständige streitereien auch net…

Wenn du ne lösung gefunden hast- gib mir bescheid!

Gruß, Regina

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Hallo Nati!

Mach Dir keine Sorgen, das ist völlig normal.

Wenn Du Deine Mutter direkt ansprechen würdest, dann könnte sie wahrscheinlich denselben Text wie Du hier hereinsetzen.

Es gibt im Leben - sowohl bei Eltern als auch ihren Kindern - immer Phasen, in denen die Lebenswege nicht schön nebeneinander herlaufen, sondern in ziemlichen Kurven.

Das führt zu Streitigkeiten, weil es sowohl den Eltern als auch den Kindern (vorübergehend) nicht möglich ist, sich in die Sichtweise des anderen hineinzuversetzen.

Manchmal geht es soweit, dass man sich anbrüllt, beleidigt oder - was ich noch schlimmer finde - gar nicht mehr miteinander spricht.

Wobei ich nun beim zentralen Punkt bin. Das miteinander Sprechen.

Auch wenn Du das sicher schon x-mal von Deinen Oldies gehört hast, ja, sie wollen bestimmt nur Dein Bestes.
Selbst, wenn es Dich nerven sollte.

Sag Deinen Eltern aus DEINER Sicht, was Du gerne anders angehen möchtest, und vielleicht auch wie.

Alles, was mit „ich empfinde es…“ oder „mir gefällt nicht…“ beginnt, kommt deutlich besser beim Gegenüber an als „Du machst immer…“

Erwachsenwerden ist nicht einfach, dass kann ich Dir mit dem Abstand von mehreren Jahrzehnten sagen.

Aber älter/Eltern werden auch nicht!*g*

Angelika

Hallo

Auch wenn Du das sicher schon x-mal von Deinen Oldies gehört
hast, ja, sie wollen bestimmt nur Dein Bestes.

Das denke ich auch, möchte aber darauf hinweisen, dass das nicht heißen muss, dass sie auch immer wissen, was dein Bestes ist.

Ansonsten finde ich den Beitrag sehr gut, insbesondere dies hier:

Sag Deinen Eltern aus DEINER Sicht, was Du gerne anders
angehen möchtest, und vielleicht auch wie.

Alles, was mit „ich empfinde es…“ oder „mir gefällt
nicht…“ beginnt, kommt deutlich besser beim Gegenüber an als
„Du machst immer…“

Viele Grüße
Thea

Die Lösung
Hallo Nati,

du fragst nach einer Lösung. Ja, ich kenne eine, aber die setzt auf beiden Seiten einen gewissen guten Willen und auch Reife voraus. Es gibt da ein Buch über Paargespräche, das heisst „Die Wahrheit beginnt zu zweit“. Leider ist es nicht super verständlich geschrieben, aber die Methode um die es geht, ist für alle Gespräche zu zweit geeignet, auch zwischen Mutter und Tochter. Das Prinzip besteht darin, dass man einmal pro Woche fuer eineinhalb Stunden ein Gespräch nach bestimmten Regeln führt. Dazu gehört:

  • Eineinhalb Stunden, nicht viel länger, nicht viel kürzer
  • Mindestens einmal pro Woche, kann auch zweimal sein wenn gewünscht
  • Beide Parteien müssen das Ganze wollen, es nützt nichts wenn eine die andere dazu überredet (beide sollten das Buch lesen)
  • Absolut ungestört und ohne Ablenkung
  • Anfangs hat jeder 20 Minuten Zeit, um ganz in Ruhe über sich selbst zu sprechen, ohne dass die Andere unterbricht, frägt oder sonstwie das Gespräch in eine andere Richtung drängt.
  • Aussagen grundsätzlich nur über einen selbst (also auch nicht: „Ich finde, dass du…“, sondern allenfalls „Es macht mich traurig, wenn du…“), keine verallgemeinernden Aussagen wie „wir hatten doch ausgemacht, dass…“ - mit anderen Worten: keine Aussagen, bei denen der Andere widersprechen kann (bei Aussagen über sich selbst und die eigenen Gefühle kann man sich ärgern und das auch sagen, aber nicht widersprechen)
  • Der unbedingte Willen, sich gegenseitig mitteilen zu wollen, aber auch sich gegenseitig zuhören und die Andere verstehen zu wollen.
  • Fragen sind nicht erlaubt! (ausser Verstaendnisfragen) (Glaub mir, man gewöhnt sich auch an diese Regel und lernt sie sehr zu schätzen :smile:)

Natürlich ist es Geschmackssache, solche Methoden zu verwenden, am Anfang kommt es einem unnatürlich vor, aber dann will man es nicht mehr missen. Und es ist wirklich SEHR hilfreich für gegenseitiges Verständnis.

Also, du hast nach einer Lösung gefragt, hier ist sie :wink:

Viel Erfolg,

Matilda

Hallo Thea!

Du hast völlig Recht!!!

Das, was Eltern als das Beste für ihre Kinder ansehen ist sicher nicht immer das, was ihre Kinder so sehen würden…würde man sie einfach mal fragen!

Angelika

Als Vater muß ich sagen, es ist schon wirklich schwer, die Jugend zu verstehen, aber lieb sind sie doch
PiRo

Wozu eine Mutter gut ist:

  1. zum Unterschreiben verpatzter Klassenarbeiten,
    von denen der
    Vater besser Nichts erfährt.
  2. zum Trösten
  3. als Testperson dafür, was menschliche Nerven auszuhalten
    vermögen
  4. zum Herausziehen von Splittern
  5. zum Streiten
  6. Zum stundenlangen Vorlesen bei Windpocken,
    damit es nicht so juckt.
  7. Zum Versorgen unserer Haustiere,
    die nur unter der Bedingung,
    dass wir für sie selber sorgen, angeschafft werden durften.
  8. zum Vokabelabhören
  9. zum Anstoßen beim Schaukeln
  10. zum Ausbügeln von Eselsohr in Klassenheften
  11. Zum Aufklären, weil es dem Vater peinlich ist
  12. zum Schwindeln am Telefon, wenn wir nicht da sein wollen
  13. zum Ausbrüten neuer Geschwister
  14. zum Schlichten von Familienstreitigkeiten
  15. zum Einsparen dessen, was die übrige Familie
    verplempert hat.
  16. zum Kofferpacken
  17. zum Schreiben von Entschuldigungszetteln
  18. zum Liebhaben, wenn alle anderen mit uns böse sind
  19. zum Anpumpen
  20. als Krankenschwester
  21. als zuverlässiger Wecker
  22. Zum Aufheitern bei Heimweh,
    wenn wir mal woanders sind, wo es
    uns nicht so gut gefällt.
  23. zum Kopfwaschen
  24. Zum Totschlagen von Ungeziefer, vor dem wir uns fürchten
  25. zum Händchenhalten beim Arzt
  26. zum geduldigen Zuhören bei Liebeskummer –
    auch wenn wir ihr zum 14.
    mal dieselbe Geschichte vorjammern
  27. zum Blödsinn machen
  28. zum Ausborgen ihres Fahrrades,
    ihrer Kosmetika, ihrer Ketten,
    Strümpfe, Scheren, Briefmarken …davon das meiste auf
    Nimmerwiedersehen.
    … Barbara Noack.

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Hallo

Das, was Eltern als das Beste für ihre Kinder ansehen ist
sicher nicht immer das, was ihre Kinder so sehen
würden…würde man sie einfach mal fragen!

Unabhängig davon, wie die Kinder das sehen würden, irren sich Eltern ja manchmal. Wozu man als Elternteil von Jugendlichen ganz stark neigt, finde ich, ist, dass man verhindert, dass sie ihre Erfahrungen machen.

Jugendliche probieren ja alles mögliche mal aus, und wenn man kein großes Drama draus macht, ist es auch kein großes Drama, denn dann kommen sie normalerweise irgendwann wieder auf das zurück, was man ihnen beigebracht hat, bzw. zu einer fortentwickelten besseren Form dessen.

Aber wer meint, ein Jugendlicher, der mal was Doofes macht, würde dieses Doofe gleich sein ganzes Leben lang weitermachen, wenn er dies jetzt nicht mit allen Mitteln verhindert, irrt sich; eher ist genau das Gegenteil der Fall.

Viele Grüße
Thea

Hi Thea,

Aber wer meint, ein Jugendlicher, der mal was Doofes macht,
würde dieses Doofe gleich sein ganzes Leben lang weitermachen,
wenn er dies jetzt nicht mit allen Mitteln verhindert, irrt
sich; eher ist genau das Gegenteil der Fall.

Kommt aber sehr drauf an, wie doof das Ganze nun
wirklich ist. Manches Doofe kann man im Prinzip
machen, aber ganz nach Radio Eriwan: nur einmal.

Gruß
Elke

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Zitat von Mark Twain
„Als ich 14 Jahr alt war, war mein Vater für mich so dumm, daß ich ihn kaum ertragen konnte. Aber als ich 21 wurde, war ich doch erstaunt, wie viel der alte Mann in sieben Jahren dazu gelernt hatte.“
d.h. warte noch ein Weilchen
Gruß
Nurgut

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