Hallo.
Der Streit um das Schornsteinfegermonopol ist bekannt. Anscheinend dreht er sich ausschließlich um die Tatsache, daß Schornsteinfeger zwar selbständige Handwerker sind, die Betriebe aber die Stellung eines zuständigen Amtes haben.
Ist schon einmal jemand auf die Idee gekommen, das Schornsteinfegerwesen zu einer Behörde zu machen, die Schornsteinfeger zu verbeamten? Es gäbe dann Schornsteinfeger im einfachen, mittleren und gehobenen Dienst und mit festem Gehalt.
Die Gebühren würden entweder herkömmlich pro Einsatz oder in Gestalt einer Steuer bezahlt.
Welche Vor- und Nachteile hätte das Modell?
Grüße
Ostlandreiter
Die Schornsteinfeger sind zur Zeit sogenannten „Beliehene“, denen quasi ein Amt geliehen ist.
Vom rechtlichen Konstrukt her ist es das Gleiche wie mit dem TÜV. Eigentlich ein eingetragener Verein, dem der Staat die Aufgabe übertragen hat, für die Verkehrssicherheit von Autos zu sorgen (natürlich auch bei der DEKRA)
Vorteil hier ist natürlich, dass der Verein, oder in Deinem Beispiel der Schornsteinfeger, grundsätzlich ihren Geschäften nachgehen können und dabei dem Staat noch Arbeit abnehmen.
Natürlich könnte man die Schornsteinfeger grundsätzlich als Amt aufziehen. Allerdings stellt sich dabei die Frage, wozu der Bürokratieaufwand gut sein soll. Du nennst als Beispiel Schornsteinfeger im einfachen, mittleren und gehobenen Dienst. Klingt ganz gut und schön, aber wozu? Der Schornsteinfeger des gD gibt dem Schornsteinfeger des mD den Auftrag, die Feuerstelle des Hauses X zu kontrollieren und der schickt dann den Schornsteinfeger des eD? oder wie stellst du dir das vor? oder geht der gD-Beamte los und überwaqcht den mD-Beamten, wie der den ASchornstein reinigt während der eD-Schornsteinfeger ein Protokoll schreibt?
Ich denke die Vorteile, die das jetzige System hat wiegen schwerer als das Konstrukt in Ämterform.
Mal abgesehen vom Praktischen: Schornsteinfeger sind Handwerker und somit in einer Kreishandwerkerschaft organisiert. Ich denke da tritt man einen Sturm los, wenn man den Schornsteinfegern jetzt sagt, dass sie gefälligst eine Behörde zu sein haben.
Oder?
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Hallo!
Ist schon einmal jemand auf :die Idee gekommen, das
Schornsteinfegerwesen zu :einer Behörde zu machen, die
Schornsteinfeger zu :verbeamten?
Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Schornsteinfeger sind ein Beispeil, wie sich Aufgaben des Gemeinwesens in privatwirtschaftlichen Strukturen erledigen lassen. Weitere Beispiele finden sich bei Notaren, in der technischen Überwachung von Fahrzeugen, Kesseln, Feuerschutzeinrichtungen, Rolltoren usw… Ähnliche Strukturen könnte ich mir an Stelle der bisherigen Bauämter für die private Bauwirtschaft vorstellen, für das Vermessungswesen, für die Lebensmittelüberwachung, für den Gewässerschutz. Alles weg vom Staat, hinein in private Strukturen, die schlanker und effizienter als jede Behörde arbeiten. Bei einigen Dingen könnte ich mir einen weiteren Schritt vorstellen, ähnlich dem CE-Zeichen für in der EU in Verkehr gebrachte Produkte. Der Hersteller ganz allein ist dafür verantwortlich, die für sein Produkt gültigen Bestimmungen zu beachten. So sehe ich keine Veranlassung, daß ein Architekt oder Bauingenieur das von ihm geplante Bauwerk noch einem Bauamt zur Prüfung vorlegen muß. Es würde reichen, den Architekten persönlich in die Pflicht zu nehmen.
Am Rande: Streit um Schornsteinfeger gibt es m. W. aufgrund eines in der Berufsbezeichnung liegenden Mißverständnisses. Kaminkehrerei ist längst nicht mehr die Hauptaufgabe des Berufsstands. Unabhängig davon, ob sichtbar Ruß anfällt oder nicht, geht es um Feuerstättenüberwachung und Emissionsmessungen. Das Erfordernis mag zwar der Einzelne nicht einsehen, aber geschichtliche Erfahrungen schon seit dem Mittelalter lehren, welche fatalen Folgen entstehen können, wenn in verdichteter Bebauung leichtfertig mit der Beheizung der Behausungen umgegangen wird. Die Gefahren haben sich seither verändert, geblieben ist aber die Tatsache, daß nicht sachkundige Durchschnittsbürger oft gedankenlos und dumm wie Brot handeln.
Gruß
Wolfgang
Hallo,
das kann jetzt nur ein Scherz sein, ja?
Dieses Monopol gehört abgeschafft, das ist der einzig gangbare Weg. Dass eine regelmäßige Prüfung der anlage sinnvoll ist - keine Frage. Aber bitte mit Wettbewerb.
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das kann jetzt nur ein Scherz sein, ja?
Dieses Monopol gehört abgeschafft, das ist der einzig gangbare
Weg.
Ob das Monopol richtig oder falsch ist, war nicht Thema der Fragestellung - aber falls das Schornsteinfegerwewsen verstaatlicht wäre, gäbe es ja auch das Monopol in der Form nicht mehr.
Dass eine regelmäßige Prüfung der anlage sinnvoll ist -
keine Frage. Aber bitte mit Wettbewerb.
Der Wettbewerb untergräbt den Sinn des Schornsteinfegerwesens. Dann müßten die Schornsteinfegerbetriebe sich beliebt machen. Also würden sie erstens nachsichtiger sein, um die Kunschaft nicht zu verärgern. Zweitens würden sie versuchen, billiger als die Konkurrenz zu arbeiten und außerdem Zeit einzusparen, das heißt letzendlich schlechtere Arbeit.
Daher kommen meiner Meinung nach nur entweder die vorhandene Regelung oder eine Verstaatlichung in Betracht.
Hallo!
Ist schon einmal jemand auf :die Idee gekommen, das
Schornsteinfegerwesen zu :einer Behörde zu machen, die
Schornsteinfeger zu :verbeamten?
Beamtung ist teuer und es wird ja bereits darüber nachgedacht, die Beamtung zu reduzieren. Warum also gegen diese sinnvolle Maßnahme angehen?
Ich denke das „Monopol“ gibt es imho deshalb, um die flächendeckende Überprüfung, und somit auch die Sicherheit zu gewährleisten. So kann der für das Gebiet zuständige Verantwortliche konkret dingfest gemacht werden.
Öffnet man die Bezirke, müsste wohl ein gemeinsames Kontrollsystem geschaffen werden, um die wohl notwendige, lückenlose Überprüfung gewährleisten zu können.
Es geht hier wohl auch um Sicherheit. Wenn jemand z. B. auf dem Land einen Kamin, der mit Öl befeuert wurde mit Holz befeuert, kann das fatal enden - denke ich -.
Eine abzugshaube kann lebensgefährlich werden. (mindestens für Haustiere) Die Abzugsstärke, kann die Luft aus den Räumen ziehen. Eine Zuluft muss gewährleistet sein, die „Zugkraft“ der Abzugshaube und der Rauminhalt der Wohnung spielen hier eine Rolle.
Sicherlich gibt es da noch einige andere Dinge zu beachten auf diesem Gebiet. Schornsteinfeger müssen meines Wissens sogar eine 3,5- oder 4-jährige Ausbildung absolvieren. Dies wird seine Gründe haben.
Eine lückenlose Kontrolle macht in diesem Bereich also wahrscheinlich wirklich Sinn. Aber über Beamtung sicher nicht, zumal ich deine Frage eher ironisch auffasste 
Gruß Diphda, auch genervt über die stark erhöhten Kosten, die aber einsieht, dass es wohl notwendig ist.
Eine lückenlose Kontrolle macht in diesem Bereich also
wahrscheinlich wirklich Sinn. Aber über Beamtung sicher nicht,
zumal ich deine Frage eher ironisch auffasste 
Zunächst einmal war die Frage von mir gestellt. Ich habe keine wertende Behauptung aufgestellt, sondern wollte nur die Vor- und Nachteile wissen, die eurer Meinung nach die Verstaatlichung des Schornsteinfegerwesens haben würde.
Jedenfalls würde sicih niemand mehr über das Monopol beschweren können. Viele beschweren sich ja nicht nur wegen der ihrer Meinung nach überhöhten Gebühren, sondern auch wegen des fehlenden, für Handwerker normalerweise selbstverständlichen, Wettbewerbs.
Grüße
Ostlandreiter