Mal wieder: geforderte Dankbarkeit (mjMT)
Guten Morgen!
Diese Aufrechnerei und Einforderung von Dankbarkeit für die Tatsache, dass man Kinder in die Welt gesetzt hat… dies geschieht ja, weil (hoffentlich) vernünftige Erwachsene dies Entscheidung treffen, die Kinder werden vorher ja nicht gefragt.
Diese Forderung des „Zurückgebens“ macht mir immer ein wenig Gänsehaut, ich bekomme sie heute noch immer mal wieder von meinen Eltern um die Ohren gehauen. Und sehe gleichzeitig, wie mich diese Forderung daran hindert, wirkliche Dankbarkeit zu empfinden und zu zeigen. Man bekommt etwas ungefragt und soll sich dann ein Leben lang und bei jeder erdenklichen Gelegenheit dankbar zeigen. Die Situation, die sich daraus ergibt, kann ich aus eigener Erfahrung nur als „schwierig“ bezeichnen.
An meinem Mann und seiner Familie sehe ich, wie das unverkrampfter und automatisch funktionieren kann, ohne gegenseitige Forderungen, sondern durch gegenseitige Wertschätzung. Ja, gegenseitig, aber ein Kind lernt das ja nicht von selbst, sondern braucht erst einmal den „Input“ der Eltern diesbezüglich. Die Art Dankbarkeit, die mein Mann seiner Familie entgegenbringt würde ich wesentlich lieber einmal von meinem Sohn erfahren als die eingeforderte und erzwungene, die meine Eltern von mir erhalten (mehr oder weniger nur damit sie nicht beleidigt sind).
Im Übrigen kann man das schön an Feiertagen sehen, wie die Familienmitglieder sich untereinander beschenken. Ob sie das können, ohne Gegenleistungen zu erwarten oder ob immer wieder hinterher durchgerechnet wird…
Vielleicht sollte ich dann umdenken und es nicht als
selbstverständlich betrachten das irgendwann mal der zeitpunkt
sein sollte auch ein bischen zurückzugeben.
Ich denke schon, dass der Zeitpunkt einmal kommt, ich hoffe es zumindest, mein Kind in der Richtung zu erziehen, dass es den Zeitpunkt von selbst erkennt und das Bedürfnis entwickelt, mir etwas „zurückzugeben“. Aber es macht nur so richtig Spass etwas zurückzubekommen, wenn es von Herzen kommt, finde ich zumindest. Familie basiert in meinen Augen nicht auf Buchhaltung und Vertragseinhaltung, sondern auf Bedingungslosigkeit und (zu gegebener Zeit auch gegenseitiger) Verantwortung.
Zu dem vorliegenden Fall: Ich würde die Haushaltsarbeit gehörig aufteilen und das Kindergeld zum wirtschaften nutzen, das Taschengeld relativ kurz halten und z.B. Klamottenanschaffungen auch. Das können die Kinder sich durch einen Nebenjob erweitern. Erst von einem regelmäßigen Einkommen würde ich einen Teil verlangen.
Ist länger geworden als gedacht (mjMT = mit jeder Menge Text)
Schöne Grüße
kernig
