Guten Tag, an dem Thema immer noch Interessierte.
Es drängt mich, zu diesem leidigen Thema nochmal was Grundsätzliches zu sagen:
Natürlich brauchen wir beide Vorgehensweisen in der Psychotherapie, die analytisch orientierte und die verhaltenstherapeutische.
Nicht umsonst bezahlen sämtliche Krankenkassen ja diese beiden Methoden, und wir wissen ja, dass die Kassen inzwischen nur noch absolut notwendige und erwiesen wirkungsvolle Behandlungen bezahlen.
Das ist ja wohl nchts neues.
Ich bin auch kein Gegener der Verhaltenstherapie. Oft genug empfehle ich Patienten, die zu mir kommen, nach ein paar Probestunden, dass sie lieber zu jemandem gehen sollen, der VT macht.
Man kann nur einen Teil der Patienten analytisch orientiert behandeln. Bei einem nicht kleinen Prozentsatz hat das überhaupt keinen Sinn. Das war schon früher, zu Freuds Zeiten, so und hat sich -natürlich- nicht geändert.
Die Menschen, mit denen wir analytisch arbeiten können, müssen ein gewisses Quantum an geistiger Beweglickeit, potentieller Wandelbarkeit ihres Denkens, Erlebens, Fühlens und eine gehörige Portion Introspektionsfähigkeit (eine Art potentieller Selbsterkenntnisfähigkeit und Einsichtsfähigkeit) mitbringen, ganz zu schweigen von einer Motivation, sich in gewisser Hinsicht zu ändern, also gleichsam Neuland zu betreten. Es ist ja auch eine Art Abenteuer, auf das man sich da einlässt. Viele Menschen scheuen dieses Wagnis, haben Agnst vor neuen innerseelischen Kontinenten, oder können garnicht aus ihrer „Haut“ oder über ihren Tellerrand blicken.
Also, lassen wir doch beide Behandlungsansätze nebeneinaner stehen und leben. Man sollte ja auch nicht jeden Patienten operieren oder zum Marathon-Training schicken.
Gruß,
Branden
