wie kann man miteinander streiten wenn man „zu nah“ am anderen Menschen ist? Streiten oder Austauschen funktioniert wunderbar wenn eine Distanz besteht (Kunden, Geschäftspartner, Freunde), also ausserhalb der Beziehungszone.
Hatte heute wieder eine Auseinandersetzung, statt wie wild mich da reinzustürzen passierte … nix. Stumm wie ein Fisch, mache mich klein, vertrete keinen Standpunkt. Mache mich selber klein. Ich kenne Riemann, Grundformen der Angst, bin ansonsten nicht auf den MUnd gefallen, nicht ganz blöd im Kopf.
Stelle mich sozusagen unter den Pantoffel. Und wenn ich es selber merke und dann angegriffen werde („Du kannst ja noch nicht mal deinen Standpunktverteidigen“) kommt Wut hoch (erhebe STimme, werde wütend, aufgewühlt und sehr verletzt, könnte Holz haken gehen…). Statt dessen einfach die Klappe halten.
Früher hätte ich Frust in mich reingefressen, jetzt gehe ich Joggen. Und Holz hab ich hier in der Stadt auch nicht mehr.
Streitkultur gabs bei uns zu hause keine, war alles Friede, Freude und Eierkuchen.
Jetzt mit 35 kotzt mich das an und ich will dazulernen. Hat jemand Tipps?
Jetzt mit 35 kotzt mich das an und ich will dazulernen. Hat
jemand Tipps?
ich praktiziere seit Jahren in meiner Beziehung die Methode von Michael Lukas Moeller, nachzulesen in seinem Buch:
Die Wahrheit beginnt zu zweit: Das Paar im Gespräch
Am Anfang ist das zwar komisch, man redet 15min., der andere hört zu und darf auf das Gesagte auch nicht eingehen, nichts ‚richtig‘ stellen, nicht ‚erklären‘.
Dann wechselt es, das wiederholt sich zweimal. Man verabredet sich und behandelt diese Verabredung wie die mit anderen Leuten.
Was man erzählt, erzählt man von sich selbst. Man vermeidet Vorwürfe und interpretiert den Partner nicht.
Durch diese strikte Form - z.B. das nicht auf das Gesagte eingehen zu dürfen, lernt man mit der Zeit besser zuzuhören. Man hört auf, noch während der Andere spricht, schon die Entgegnung zu formulieren. Lernt den Anderen einen Gedankengang zu Ende bringen zu lassen und nicht zu unterbrechen.
Falls du damit (oder mit einer anderen Methode) anfangen willst, ist zu empfehlen ohne ‚wenn und aber‘ mindestens 6 Wochen durchzuhalten, besser 12 und nicht nach dem ersten Mal zu sagen, ‚das ist ja blöd, bringt nichts‘. Denn letztlich geht es um die Veränderung von festgefahrenen Mustern und das kostet Zeit.
Erfolg. …lux
ZITAT::::.*wie kann man miteinander streiten wenn man „zu nah“ am anderen Menschen ist?
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gelernt ist auch hier gelernt, dann geht das recht gut.*smile
ZITAT::::.*
statt wie wild mich da reinzustürzen
.zitat-ENDE*.
…sollte man auch nicht; sondern in aller Ruhhe bleiben…
ZITAT::::.* und dann angegriffen werde („Du kannst ja noch nicht mal deinen Standpunktverteidigen“)
kommt Wut hoch *::::.zitat-ENDE*
…da will jemand genau das…dass du in Wut kommst….
ZITAT::::.* (erhebe STimme, werde wütend, aufgewühlt und sehr verletzt *::::.zitat-ENDE*
…ja, das trifft, da ist eine Verletzung, die angetrickert wird. Sonst würdest du das Spiel nicht mitspielen, sondrn ruhig deinen Standpunkt erklären.
t ZITAT::::.* Früher hätte ich Frust in mich reingefressen, jetzt gehe ich Joggen. *::::.zitat-ENDE*
das ist das Beste, was man in der Wut tun
sollte….
Der Tipp von Pollux ist sehr gut.
Vielleicht hilft dir auch „the work“
damit wird Streiten machbatr bzw. unnötig.
Hatte heute wieder eine Auseinandersetzung, statt wie wild
mich da reinzustürzen passierte … nix. Stumm wie ein Fisch,
mache mich klein, vertrete keinen Standpunkt. Mache mich
selber klein. Ich kenne Riemann, Grundformen der Angst, bin
ansonsten nicht auf den MUnd gefallen, nicht ganz blöd im
Kopf.
Super wie du das beschreibst. Das kenne ich gut. So ist es einfach. Du/ich habst/haben keine Chance es anderes zu machen! Niemals! So meine Erfahrung. Also können wir einfach nur die Angst fühlen. Sie bis in den Kern hinein beobachten. Das nimmt auf Dauer den Stachel dieser Angst und dieses Gefühl wurde zu meiner Freundin. Genauso mit der Wut. Beobachten.
Geh Joggen, las deine Freundin mit ihren Anschuldigung stehen. Prima.
Natürlich sind all die gelernten Techniken gut. Aber wenn sie nicht anwendbar sind, ist es eben so. Es ist der wichtige Hinweis, dass unser Wille nicht die Kontrolle über uns hat. Das Leben hat die Kontrolle über uns. Ich vertraue dem Leben. Und wenn ich kein Wort heraus bekomme, will das Leben das ich schweige. Sehr simpel unverschämt simpel Wenn du mehr von mir hören magst, schreib mir einfach
Danke für deine spannende Beschreibung
ro
wir machen das auch seit fast 10 Jahren. Allerdings: Wo steht in dem Buch, der Andere darf - in seinen 20 Minuten - nicht drauf eingehen? (Habe das Buch leider verliehen und nicht zurück bekommen). Ich finde es wichtig, dass der Andere auch seine Seite zu einer Sache darstellen kann. Oder verstehe ich es falsch?
Wir machen es übrigens so, dass das Ganze nach 2x20 Einzelminuten in ein Gespräch übergeht, allerdings unter den Regeln „Jeder redet nur von sich“, „kein Kolonialisieren“ usw.
Hallo Julia,
ja, wir haben auch in einigen Punkten eigene ‚Regeln‘ festgelegt. Ich denke, das ist nach einer Weile auch Sinn der Sache.
Mit nicht darauf eingehen meine ich, dass man nicht anfangen soll sich zu verteidigen oder zu behaupten, der andere verstehe etwas falsch - so wie man oft normalerweise reagiert. Sondern dass jeder immer nur bei den eigenen Anteilen bleibt, also nicht direkt auf die Äußerungen des Anderen eingeht.
Aber ich denke, auch das können beide anders fest legen. Ich werde das Buch aber nochmal durchschauen und die entsprechende Passage suchen. Wenn ich was finde melde ich mich.
Gruß…lux
Hallo,
das Thema ist super interessant und unerschöpflich wenn man sich damit beschäftigt. Du stehst bei jedem Konflikt vor einem neuen Konflikt und das ist eigentlich die „Lösung“ des Ganzen. Von den rhetorischen Hilfsmitteln, wie nicht „Du, du, Du, immer, immer, immer…“ sondern eher „ich wünsche mir, dass…ich empfinde es als…“ hast Du bestimmt schon mal gehört. Wichtig ist es jeden Menschen mit Respekt zu behandeln - auch in Konfliktsituationen - wichtig ist es auch eben das eigene Erleben zu schildern ohne dass es als Vorwurf rüberkommt und Kritik aufnehmen zu können ohne gleich beleidigt zu sein, das eigene Verhalten kontrollieren und überprüfen und nicht das des anderen manipulieren zu wollen. Auch die Angst jemanden dabei verletzen zu können spielt eine große Rolle.
Einfach mal eine Problematik im eigenen Verhalten in Konfliktsituationen herauspicken und intensiv damit arbeiten. Am besten dem Partner auch dieses Trainingsprogramm mitteilen.