Stress/Hektik/Jähzorn

Hiho,

gerade schreibe ich aus einer unangenehmen Situation. Ich habe seit einiger Zeit eine nette Kollegin die auch sehr professionell arbeitet. Das einzige Problem ist, dass Sie bei Streß dermaßen an die Decke geht dass ich sie praktisch nicht mehr auf Kunden loslassen kann.

Sie ist dermaßen überfordert wenn sie mehr als drei Sachen gleichzeitig auf dem Tisch hat, dass sie nur noch angewiedert schnauft, vor sich hin motzt und quengelt und ihre Kunden zum Teil sehr unwirsch anspricht.

Auf: „Hey, keep cool, take it easy, lass Dich nicht stressen“ reagiert sie nicht. Auf „das kannst Du jetzt aber nicht bringen“ bis zu „so nicht!!!“ aber auch nicht.

Andererseits kann ich diese Art in einem so dienstleistungsorientierten Geschäft wie meinem halt auch nicht auf die Dauer durchgehen lassen. Fällt Euch da irgend eine Verhaltensregel ein, die ich mir oder ihr verschreiben kann?

Bye und danke
Rolf

Hallo Rolf,

hast du schonmal mit ihr über das Problem gesprochen, wenn sie gerade nicht gestresst ist?

Gruß

Samira

Ich hätte da schon ne Lösung…
Hallo Rolf.#

Ich habe
seit einiger Zeit eine nette Kollegin die auch sehr
professionell arbeitet.

Sopweit ich Deiner ViKa und dem Posting weiter unten entnehmen kann, hanelt es sich ja nicht einfach mal um eine Kollegin, sondern um eine Mitarbeiterin, um das alte Wort „Untergebene“ nicht zu gebrauchen, obwohl dieses ja ehrlicher die Sache traf als „Mitabeiter“.
Lange Rede, kurzer Sinn: Du bist der Chef.

Sie ist dermaßen überfordert wenn sie mehr als drei Sachen
gleichzeitig auf dem Tisch hat, dass sie nur noch angewiedert
schnauft, vor sich hin motzt und quengelt und ihre Kunden zum
Teil sehr unwirsch anspricht.

Und weil Du der Chef bist, brauchst Du Dir so ein völlig inadäquates Benehmen auch nicht länger gefallen zu lassen.

Auf: „Hey, keep cool, take it easy, lass Dich nicht stressen“
reagiert sie nicht. Auf „das kannst Du jetzt aber nicht
bringen“ bis zu „so nicht!!!“ aber auch nicht.

Is ja nett, die Dame da. :wink:

dienstleistungsorientierten Geschäft wie meinem halt auch
nicht auf die Dauer durchgehen lassen. Fällt Euch da irgend
eine Verhaltensregel ein, die ich mir oder ihr verschreiben
kann?

Mir fällt allerdings sofort eine Sache ein, die Di ihr „verschreiben“ kannst, das ist nämlich die Kündigung zum nächtmöglichen Termin.
Aber hallo! Wieso in aller Welt willst Du Dir so eine „Kraft“ da länger antun?
Gruß,
Branden

Die Dame ist schlichtweg fehl am Platz. Wer mit Stress nicht umgehen kann und jähzornig ist, hat im Dienstleistungssektor nichts zu suchen. Man sollte ihr vielleicht klar machen, woher ihre monatlichen „Flocken“ überhaupt kommen - nämlich von denen, die sie anmotzt.

Hallo Rolf,

Hallo,

Das hier:

hast du schonmal mit ihr über das Problem gesprochen, wenn sie
gerade nicht gestresst ist?

ist für mein Befürhalten der richtige Weg.

Wenn jemand in Stressituationen leichte Probleme bekommt, jedoch die für den Job die adäquaten Fähigkeiten prinzipiell mit einiger Wahrscheinlichkeit schon haben dürfte, und der Stress lediglich hervorruft, daß Einschränkungen in der Konzentration beobachtbar sind, dann kann dies nicht als Nicht-Eignung für den Job angesehen werden. Viele Probleme könnten die Ursache für das besprochene Verhalten sein; Diese sollten in Ruhe hinterfragt werden.

Michael

Hallo Rolf,
nicht einfach, weder für Dich noch für sie - ich glaube nicht, dass die Gute glücklich ist in ihrer Lage…
Wenn ihr Frustpegel dermaßen hoch ist, dass sie bei jeder Gelegenheit an die Decke geht, ist das 1. ungesund für sie selbst, 2. für ihre Umgebung - damit sage ich Dir aber wahrscheinlich nichts Neues.

Einem engen Familienmitglied, das ähnlich drauf ist, habe ich 1. empfohlen, seine Stressbewältigungsmethoden zu analysieren, mal darüber nachzudenken - vielleicht ist es dem Betroffenen ja gar nicht bewusst, was er da treibt?, 2. darauf hingewiesen, dass es verschiedene Methoden zum Stressabbau gibt, wie Chi Gong, Baldriantee, Lebenseinstellung ändern (man kann schließlich nicht die Welt ändern, höchstens sich selbst. Meist hat man damit genug fürs Leben zu tun…), 3. gefragt, welche persönliche Situation denn so stresst, und man da nichts ändern kann (wenn nicht, vielleicht nur die Einstellung dazu? Wenigstens zum Teil?)

Stress ist fehlgeleitete Energie, die man in positive umwandeln kann - eine Depression bedeutet Verlust an Lebensenergie, und das wäre noch viel schlimmer!
Die Chinesen sagen über die so oft gestressten Europäer, sie hätten eine zornige Leber (das Sprichwort von der übergelaufenen Galle verdeutlich das!). Dagegen hilft Qi Gong, Fan Huan Gong und dergleichen - es weicht Blockaden auf und hilft, die Energie im Körper wieder regelmäßig durch die Organe fließen zu lassen. Das baut den Stress wirksam ab und die Kurse werden auch noch von Krankenkassen übernommen! Zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gehört außerdem den o.g. Methoden noch die „Ernährung nach den 5 Elementen“ (ich schwöre drauf, auch sie hilft zur Harmonisierung!).

Wenn jemand sich dermaßen verrannt ist, ist es ihm wohl einfach nicht möglich, auf deutliche Worte aus der Arbeitswelt zu reagieren. Doch der Anteil derjenigen, die wegen psychischer Probleme krank macht, steigt kontinuierlich - lassen wir doch unsere Kollegen nicht allein! Morgen kann es uns selbst treffen.

Liebe Grüße, Susanne

Hallo Rolf,

gerade schreibe ich aus einer unangenehmen Situation. Ich habe
seit einiger Zeit eine nette Kollegin die auch sehr
professionell arbeitet. Das einzige Problem ist, dass Sie bei
Streß dermaßen an die Decke geht dass ich sie praktisch nicht
mehr auf Kunden loslassen kann.

wenn Du Deine nette und kompetente Mitarbeiterin nicht verlieren möchtest, dann weise sie freundlich, aber bestimmt in ihre Schranken.

Sie ist dermaßen überfordert wenn sie mehr als drei Sachen
gleichzeitig auf dem Tisch hat, dass sie nur noch angewiedert
schnauft, vor sich hin motzt und quengelt und ihre Kunden zum
Teil sehr unwirsch anspricht.

Mach ihr ganz deutlich klar, das ihr Verhalten für Dein Unternehmen so nicht tragbar ist.

Auf: „Hey, keep cool, take it easy, lass Dich nicht stressen“
reagiert sie nicht. Auf „das kannst Du jetzt aber nicht
bringen“ bis zu „so nicht!!!“ aber auch nicht.

Dann wäre doch wohl eine Abmahnung angebracht, spätestens dann sollte ihr klar werden, was sie durch ihr unprofessionelles Verhalten auf’s Spiel setzt.

Ich wünsche Dir (und ihr) das sich das Problem schnell erübrigt…

Viele Grüße
Kieckie

Bye und danke
Rolf

Hi Samira,

danke für den Denkanstoß. Das Gespräch will ich eh in einer ruhigen Minute suchen. Ich weiss nur nicht, was ich ihr dabei konkret raten soll. Mit „ruhig bleiben“ ist es halt nicht getan…

Bye
Rolf

Hi Rolf,

Ich habe
seit einiger Zeit eine nette Kollegin die auch sehr
professionell arbeitet. Das einzige Problem ist, dass Sie bei
Streß dermaßen an die Decke geht dass ich sie praktisch nicht
mehr auf Kunden loslassen kann.

Zum professionellen Arbeiten gehört es auch, eben keinen Stress zu entwickeln bzw. sich in Stresssituationen im Griff zu haben - vor allem Kunden aber auch Kollegen gegenüber.

Sie ist „nett“. Sieht sie gut aus oder wie meinst Du das? Jemand, der sich so verhält, ist nicht „nett“ und versaut das Betriebsklima und vergrault die Kunden. Wenn ich eine Reise buchen will, etwas, worauf ich mich in der Regel freue, dann hab’ ich keine Lust einer überhitzten und sichtlich genervten Reisebüro-Fachkraft gegenüber zu sitzen. Ist genau so wie ein gestresster Kellner einem den Restaurantbesuch versauen kann.

Bist Du ihr Vorgesetzter? Dann knöpf’ sie Dir vor und sage ihr deutlich, dass Du Dir so eine Mitarbeiterin nicht leisten kannst und sie sollte mal sehen, wie sie ihr Problem in den Griff kriegt. Seid ihr mitarbeitertechnisch „auf Augenhöhe“ sag’ ihr, dass sie nervt.

Gruß,

Anja

Lieber Rolf!

gerade schreibe ich aus einer unangenehmen Situation. Ich habe
seit einiger Zeit eine nette Kollegin die auch sehr
professionell arbeitet. Das einzige Problem ist, dass Sie bei
Streß dermaßen an die Decke geht dass ich sie praktisch nicht
mehr auf Kunden loslassen kann.

Mich verwundert, weshalb die hervorgehobenen Passagen für die Abgesandten der Fraktion „Kündigung“ nicht sichtbar waren - vielleicht lassen sich ja auch hier manche Dinge technisch verändern, im Lycos-Chat wird beispielsweise aus Ficken Blumengießen.

Sie ist dermaßen überfordert wenn sie mehr als drei Sachen
gleichzeitig auf dem Tisch hat, dass sie nur noch angewiedert
schnauft, vor sich hin motzt und quengelt und ihre Kunden zum
Teil sehr unwirsch anspricht.

Auf: „Hey, keep cool, take it easy, lass Dich nicht stressen“
reagiert sie nicht. Auf „das kannst Du jetzt aber nicht
bringen“ bis zu „so nicht!!!“ aber auch nicht.

Es gibt unterschiedliche Formen, mit (negativem) Stress umzugehen. Eine davon ist die, einfach zu kapitulieren, den ganzen Kram hinzuschmeissen und abzuhauen.

Eine andere Form ist die, sich einfach in die Arbeit zu stürzen, und sich voll darauf zu konzentrieren.

Deine Angestellte wählt augenscheinlich eine Mischform: sie hyperfokussiert, das heißt, sie stürzt sich voll in die Arbeit, unter Vernachlässigung alles anderen.

Ihr Problem könnte sein, dass sie nur die „materielle“ Arbeit, also die, die vor ihr auf dem Schreibtisch liegt (die Unterlagen, die Rechnungen, die Buchungen, weißderteufel) als die „eigentliche“ Arbeit betrachtet, alles andere, den Kundenverkehr, den zwischenmenschlichen Umgang aber als „das Vernachlässigbare“, das was der Abarbeitung der Stressoren unterzuordnen ist, das was warten kann, bis der Stress weg ist.

Die Tatsache, dass sie vermutlich intellektuell ganz genau weiß, dass in einem Reisebüro der Kundenverkehr in vollem Umfang wesentlicher Teil der Arbeit ist, spricht dem nicht entgegen, denn zwischen „wissen“ und „demgemäß handeln zu können“ liegen bekanntlich ganze Universen, zumindest aber die eingefahrenen Denk- und Handlungsstrukturen.

Das war natürlich nur meine sehr persönliche Mutmaßung, man müsste genau beobachten, in exakt welchen Situationen der Stress auftritt. Am besten, deine Angestellte würde diesbezüglich etwas in sich hineinhören oder einmal bewusst darauf achten - ein Stresstagebuch führen vielleicht, Tagebücher werden ja in psychologischen Dingen für alles mögliche gern empfohlen.


KEINE MUTMAßUNGEN OHNE LÖSUNGSVORSCHLÄGE!, so könnte ein alter Imperativ unter uns Psychofritzen lauten - na denn:

  • Stress entsteht nicht daher, dass viele Dinge zugleich anstehen, sondern grundsätzlich dadurch, dass zuviele Dinge anstehen, zuviele in Bezug auf ein Leistungs- und Arbeitsideal, das an diesen zuvielen Dingen notwendig, und als sehr schmerzhaft empfunden, zusammenbricht - es sei denn, man lässt eben alles unwesentliche weg - scheinbar gerechtfertigt dadurch, dass es ja einen Schmerz zu vermeiden gälte (was aber dummerweise keiner außer man selbst auch so sieht, aber das vergisst man in solchen Situationen gern)

So ein Ideal ist normalerweise ein innerliches Ideal, ein Leistungsdruck, ein Zwang zur zufriedenstellenden Erledigung, den man sich selbst auferlegt. Dennoch könntest du reflektieren, ob nicht auch die Arbeitssituation selbst diesen Druck noch verstärkt, vielleicht ja auch nur sehr subtil, z.B. durch motivierend gemeintes Lob wie dieses „So eine flinke Mitarbeiterin, für die gleiche Arbeit hatte ich früher zwei Leute gebraucht“, und dergleichen.

  • Stress entsteht oft dadurch, dass man in genau diesem Bereich, um den es geht (also keineswegs generell), kein funktionierendes Stressbewältigungsprogramm hat.
    Das ist ein kognitives Defizit, das du als Chef nicht ändern kannst, du könntest aber zumindest versuchsweise die Dinge mal ganz strikt in die Hand nehmen und ihr jeden Schritt, den sie zur Abarbeitung der Arbeitsberge auf ihrem Schreibtisch tun muss, einfach detailliert vorschreiben (mit ganz klaren Arbeitsschritten, einem geordenten Nacheinander, und vor allem mit klaren, und großzügig erscheinenden Zeitvorgaben für jeden Schritt, die sie dann auch jedesmal locker unterschreiten kann), damit quasi autoritativ an ihrer Stelle die Strukturierung ihrer Arbeit vornehmen.
    Don’t get me wrong, das meine ich natürlich nicht als Dauerprogramm, sondern als „Test“ um das Problem rauszufinden bzw. wäre es vielleicht sogar ein Einstieg für sie in das Erlernen einer adäquateren spezifischen Arbeitsstruktur.

  • Gib ihr die Kündigung! - das wollte ich jetzt auch mal schreiben :wink:

  • Sei dir im Klaren, dass bei vielen Menschen solche inadäquate Stressverarbeitung Ursachen hat, die nicht einfach durch „Sag ihr mal, dass es so nicht geht!“ beseitigbar sind (im Gegenteil verstärkt das sehr oft das Problem noch - wegen dem angesprochenen „Druck“ beispielsweise), sondern, wenn schon nicht organisch, so doch zumindest etwas „tiefenpsychologischer“ anzusiedeln sind: beispielsweise Aufmerksamkeitsstörungen und ähnliches, die oft nur medikamentös und psychotherapeutisch „abstellbar“ sind, prinzipiell nicht aber durch ein sicherlich gutgemeintes, aber abstraktes und deshalb völlig unverbindlich bleibendes „Keep Cool“, nicht durch Anpfiff und nicht durch Kündigung - letzteres zumindest nicht für sie :wink:

Vielleicht könnte man der Dame ja letzteren Punkt so nahelegen, dass es nicht allzu peinlich für beide Seiten rüberkommt. Sie soll doch, wenn das Problem echt so massiv ist, dass es quasi eine gewisse Berufsunfähigkeit für sie bedeutet, sich bitteschön professionell durchchecken lassen - das sind keine Kinkerlitzchen und auch nichts anderes als ein Maurer mit Kreuzbandriss.

_ ℂ Λ ℕ Ð I Ð €


Es ist etwas sehr Schönes, wenn man sieht, wie die Armen ihr Kreuz tragen.
(Thérèse d’Albanie)_

Hallo Rolf,
noch mal, weil ich das einfach nicht so stehen lassen kann: Diejenigen hier, denen nichts anderes einfällt als die Kündigung auszusprechen, gehören für mich einfach nur zu einer Art Gesellschaft, zu der ich nicht gehören möchte und die ich mir auch für meine Kinder nicht wünsche: die Ellbogengesellschaft.
Was soll aus einer Gesellschaft werden, wenn diejenigen, die Probleme haben, einfach ruckzuck aussortiert werden, anstatt sich ihrer anzunehmen? Wohin geht so eine Gesellschaft? Ich meine, in die Irre, ins Verderben.
Wer nicht mehr in der Lage ist, Mitgefühl für seine Mitmenschen zu haben, hat nachher am Ende auch keines mehr für sich selbst, er stellt sich selbst ein Bein. Nicht umsonst wird die Hälfte der Stadtwohnungen nur von einer einzigen Person genutzt: Das Aufeinandereingehen, Sicheinandergewöhnen, Einanderertragen wird umso schwerer, je länger es nicht geübt wird.

Noch was: Eine meiner Kolleginnen war monatelang unerträglich. Am Ende stellte sich heraus, dass sie Brustkrebs hatte (mit Mitte 40). Ihre Seele hat es gewusst, ihr Verstand nicht… Auch als sie vorher ein halbes Jahr lang gefehlt hat, weil sie ein massives Alkoholproblem hatte, wurde sie nicht gekündigt, sondern beurlaubt. Ich meine, mein Arbeitgeber hat menschliche Größe gezeigt. (Und meine Kollegin hat ihr Leben wieder im Griff.)
Liebe Grüße, Susanne

Hallihallo,

Vielleicht könnte man der Dame ja letzteren Punkt so
nahelegen, dass es nicht allzu peinlich für beide Seiten
rüberkommt. Sie soll doch, wenn das Problem echt so massiv
ist, dass es quasi eine gewisse Berufsunfähigkeit für sie
bedeutet, sich bitteschön professionell durchchecken lassen -
das sind keine Kinkerlitzchen und auch nichts anderes als ein
Maurer mit Kreuzbandriss.

Herzlichen Dank für Deine Ausführungen. Ich muss mir das nochmal in Ruhe durchlesen und verarbeiten. Da war einiges dabei :smile:

Ich würde mich, wenn ich darf, gerne nochmal deswegen bei Dir melden.

bye
Rolf

Hi Susanne,

wenn Kündigung eine einfache Lösung für mich wäre, hätte ich hier nicht gefragt :smile: Aber danke für Deine Antwort. Sie hat mich bestärkt.

Viele Grüße
Rolf

Hallo Rolf!

Es ist ja schon einiges Hilfreiches geschrieben worden, einen Punkt davon möchte ich herausgreifen und noch ein wenig darauf eingehen: das Gesrpäch.

Suche das Gespräch mit ihr. Sag ihr, dass es Dir auffällt, dass sie sich manchmal überfordert fühlt.

Frag sie, ob sie sich selbst bewusst ist, wie sie in solchen Stress-Situationen reagiert und dass sie im Umgang mit Kunden sogar unwirsch ist.

An diesem Punkt werden ihr vermutlich Gedanken durch den Kopf schießen, dass Du sie kündigen möchtest. Also wirst Du diese Ängste sofort verjagen, indem Du ihr sagst, Du willst sie nicht kündigen. Du willst sie behalten, weil sie eine tüchtige Arbeitskraft ist (ein einziger lobender Satz kann bei einem Mitarbeiter so viel Gutes bewirken!!! Formuliere ihn ehrlich und mit Deinen Worten.)
Und aus eben diesem Grund, weil Du sie als Mitarbeiterin so schätzt, möchtest Du ihr helfen, diese Situationen in den Griff zu bekommen.

Sucht gemeisam den Auslöser für ihre Panik (okay, Du sagst, wenn mehr als drei Dinge auf ihrem Schreibtisch liegen, aber vielleicht ist da noch Subtileres im Spiel).

Und dann frag sie nach möglichen Lösungsansätzen. DU machst (zumindest in dieser Phase des Gespräches) KEINE Vorschläge. Es ist IHR Leben, SIE muss es in den Griff kriegen, und Du unterstützt sie dabei. Wenn SIE eine Lösung erarbeitet, wird sie sie eher umsetzen können als wenn Du ihr was sagst - außer es gelingt ihr, Deine Vorschläge total zu verinnerlichen und sich damit zu identifizieren.

Begleite sie in den nächsten Wochen, schenk ihr öfters aumunternde Blicke, lobe sie, wenn sie das Konzept in einer Stress-Situation erfolgreich anwendet, tröste sie, wenn sie vergessen oder versagt hat - und Du wirst eine hoch motivierte Mitarbeiterin haben.

Alles Gute!

Hanna