Stress und Arbeit

In meiner Arbeitsstelle wurden im meinem Arbeitsbereich eine Stelle abgebaut. Leider wurde die Arbeit nicht gerade weniger, da durch Regelungen im Tarifvertrag zwei Mitarbeiter ca. 2,5 Stunden in der Woche weniger arbeiten (Alter). In den Stunden muss ich diese vertreten. Diese beiden Mitarbeiter sind Vollzeitkräfte wie ich auch. Die andere Kraft ist nur Teilzeit bis ca. 11 Uhr.
Leider kommt es durch Urlaub und Krankheit oft dazu dass ich die Kollegen vertrete, und auch meine Arbeit weiterhin durchführen soll.
Bei meiner Arbeit handelt es sich um Arbeiten die meine Arbeitskollegen nicht durchführen können.
Die Arbeit bleibt in den meisten Fällen an mir hängen. Ich habe es schon oft angesprochen beim Chef, dem interessiert es nicht.
Für mich ist es durch meine 30 Prozentigen Behinderung (rezidivierende Depression) extrem stressig. Vor allem sollte ich ja Stress reduzieren und vermeiden.
Ich habe schon nachgefragt ob ich die Stunden reduzieren kann, wurde abgelehnt. Diese Ungerechtigkeit macht mich im wahrsten Sinne des Wortes krank. Seit einiger Zeit habe ich noch einen hohen Blutdruck und grenzwertige Zuckerwerte. Psychisch belastet die Situation sehr, am liebsten würde ich mal in Kur gehen. Könnte ich eine Arbeitszeit Reduzierung auf vielleicht 30 Stunden (jetzt 37,5) beim Arbeitgeber durchsetzen indem ich mich mit einem Schwerbehinderten gleichstellen lasse? Oder gibt es andere Möglichkeiten meinen Stress zu reduzieren?
Ich ärgere mich halt über bestimmte Regelungen die andere bevorzugen und mich benachteiligen.

Hallo Harwin
Wenn man mit ordentlichen Mitteln nicht durchkommt, bin ich ja meist schnell bereit, unorthodoxere Mittel einzusetzen, sprich: zu unterwandern. Alte 68er Taktik. :wink:
Mit anderen Worten: Wenn gute Worte nichts nützen und der Arbeitgeber nach dem Motto verfährt: Wir quetschen unsere Arbeitskräfte aus bis kein Saft mehr drin ist, dann würde ich denen z e i g e n , was los ist, indem ich deutlich angsame arbeite, oft krank bin, die Aktenbege sich häufen lasse und mich arum wenig schere usw. usf.
Die kommen dann schon an und sind plötzlich aufnahmebereit.
Gruß,
Branden

Wenn das schlechte Gewissen nicht wäre, und die Unmutsäußerungen der Arbeitskollegen die es dann mitmachen. Meine Arbeit bleibt vielleicht vorerst liegen, aber bin ich länger erkrankt, lassen die eine Firma kommen. Die tun es einfach vorübergehend Outsourcen.
Es ist im Prinzip so, es wurde vor einiger Zeit Stellen abgebaut, trotz Rekordgewinne, meine Abteilung ist sozusagen interner Dienstleister. Komischerweise wurde vor ein paar Wochen 12 neue Leute in den jeweiligen Abteilungen wieder eingestellt. Nur unsere Abteilung wurde nicht aufgestockt. Mehr Leute in den anderen Abteilungen bedeutet mehr Arbeit für uns. Leider spielen die anderen Arbeitskollegen das Spiel mit und schleppen sich krank in die Arbeit.

Mir bleibt wohl keine andere Wahl als öfters krank zu sein.

aber bin ich
länger erkrankt, lassen die eine Firma kommen. Die tun es
einfach vorübergehend Outsourcen.

Na, ist doch wunderbar! Dann brauchst du erst recht kein schlechtes Gewissen zu haben. Die haben doch anscheinend genug Knete. Ich bin zwar auch Kleinunternehmer mit meiner Praxis, aber ich hasse nach wie vor solche Ausbeuter.

Nur unsere Abteilung wurde nicht aufgestockt.
Mehr Leute in den anderen Abteilungen bedeutet mehr Arbeit für
uns. Leider spielen die anderen Arbeitskollegen das Spiel mit
und schleppen sich krank in die Arbeit.

Sowas habe ich öfters gehört, auch von meinen Patienten. Man schindet sich und die Bosse köpfen Champagnerflaschen.

Mir bleibt wohl keine andere Wahl als öfters krank zu sein.

Ein guter Anfang!
Viel Glück und Durchhaltevermögen wünscht Dir
Branden

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so lange wie du gut funktionierst, gibt es keinen grund etwas zu ändern. wenn du gehen mußt, ist es egal wieviel AT/ KT du hast.
lass dich in keine opferrolle drängen- dein AG hat dir gegenüber auch kein schlechtes gewissen, " wenn jeder an sich denkt, ist an jeden gedacht" als erstes mußt du an DICH denken, du bist dir die wichtigste person. gruß konstanze

Hey, vielleicht mußt du garnicht krank spielen, das ist auch immer anstrengend (Attestkram und sowas. Nicht raus können, nicht in Kneipe sitzen dürfen etc.) Verrichte deine Arbeit, wenn du sie überhaupt magst, doch einfach in dem Rhythmus, der dir angenehm erscheint. Atme tief durch, genieße den Tag, genieße deine Arbeit und geh nach Hause, wenn es Zeit ist, egal, wieviel liegenbleibt. Das ist deine persönliche Freiheit in dieser Situation. Alles andere ist anstrengend. Ungerechtigkeit, Stress, Rachegedanken… das alles macht auf Dauer nicht glücklich und du wirst keine Antworten kriegen. Also rette dein Gemüt und bestimme dein Arbeitspensum selbst, klemm die Blume hinters Ohr und vielleicht ist noch das ein oder andere Gedicht dabei drin… ganz für dich allein.

schöne Tage (37,5 h sind zuviel, um sich zu ärgern) wünscht go

Hallo lieber Branden,

bist du dir sicher, dass deine Aufmunterung

Mir bleibt wohl keine andere Wahl als öfters krank zu sein.

Ein guter Anfang!

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so wirklich praktikabel ist? Er schrieb doch gerade, dass diese Ausbeuter dann einfach seine Arbeit outsourcen. Kein gutes Gefühl, denn damit zeigt man ihm, dass er alles andere als unersetzlich ist.

Zudem könnte ihm sein Chef recht einfach einen Strick allein aus der Tatsache drehen, dass er sich um eine Stellenreduzierung bemüht hatte. „Oh, Herr harwin, Sie sind überfordert?“

In der Sparte, in der ich meine Brötchen verdiene, ist diese Praxis leider gang und gäbe. Legionen von Kollegen, die sich aufgeraucht haben. Oder kurz vorher aufgrund von angeblich mangelnder Eignung und Überforderung gegangen wurden.

Viel Glück und Durchhaltevermögen wünscht Dir
Branden

Das nun auch aus vollem Herzen von meiner Seite. Ich hoffe doch sehr, dass es harwin gelingt, in seiner kargen Freizeit ausreichen Kraft schöpfen zu können, sei es für die angefallene Mehrarbeit oder den zermürbenden Kampf mit dem Arbeitgeber um Entlastung.

Denn nichts würde mich mehr betrüben, als ihn demnächst im Brett Arbeitsrecht wiederzufinden.

Lieben Gruß

Awful Annie