Striktes Trennen von Beruf & Privat schizophren?

Was ich immer wieder wieder lese und dieses strikte Trennen heißt doch eine Person führt dann doch zwei Leben wird man da nicht schizophren - wenn der eine Bereich so komplett vom anderen abgespalten wird? oder bleibt das ohne Folgen?

Hi Miss
Alles, was strikt getrennt bzw. abgespalten wird, ist in Gefahr, problematisch zu werden.
Der schizoid akzentuierte Persönlichkeitstyp spaltet eher Teile seines Lebens und auch seiner Wahrnehmung ab. Er macht das unbewusst, um scheinbar besser zurecht zu kommen. Aber künstliche Trennungten und Abspaltungen rächen sich oft.
Gruß,
Branden

Nein! mT
Hallo Miss,
nein, man wird davon nicht schizophren.

Schizophrenie ist eine ernstzunehmende Krankheit und kein Modewort… Bitte, wenn es Dich interessiert, z.B. hier mehr Informationen:
http://www.kompetenznetz-schizophrenie.de/rdkns/inde…
http://www.psychiatrie.de/diagnosen/schizophrenie/

Und nun noch kurz zum Rest Deiner Frage:
Es ist oft schwer, Berufliches und privates zu trennen, weil es in vielen Firmen einfach üblich ist, miteinander auch mal privat Zeit miteinander zu verbringen.
Dies fördert natürlich häufig das Betriebsklima, kann es andersrum aber auch vergiften…(Gerüchte, Plaudertaschen, Privates wird auf die Arbeit übertragen, es werden falsche Rücksichten genommen, Kumpelei…)

Es gibt also Menschen, die Berufliches und Privates strikt trennen, und zwar aus guten Gründen, z.B. weil
-sie ihr Privatleben schützen wollen, es mehr wert schätzen, als ihre evtl. auch sehr befriedigende Arbeit

-sie festgestellt haben, dass ein „zuviel Zeit mit der Arbeit zu verbringen“ das Privatleben in den Hintergrund treten lässt.
Genug Liebesbeziehungen scheitern an *Zuviel Arbeit praktisch mit nach Hause bringen*

-sie die kostbare freie Zeit lieber mit selbst gewählten Menschen verbringen wollen, statt mit arbeitsplatzzwangsweise Verbandelten, die sie sich nicht aussuchen können und die vielleicht fachlich prima, menschlich jedoch nicht unbedingt auf ihrer Wellenlänge liegen

-berufliche Kontexte von Partnern nicht immer miteinander vereinbar sind

-sie sich nicht ausschließlich über ihren Arbeitsplatz definieren

-sie evtl. mal, frei von beruflichen Zwängen, einfach nur sie selbst sein wollen (kommt nicht gut, wenn man gestern noch zusammen gesoffen hat und dann auf der Arbeit über Kopfweh klagt und die Kollegen belastet…)

-sie mit ihrer beruflichen Situation nicht zufrieden sind

-sie wissen, dass sie im Laufe ihres Berufslebens mehrfach den Arbeitgeber wechseln werden und es deshalb vorziehen , Freundschaften und Interessen zu pflegen, die von Dauer sind

-sie vielleicht mal böse Erfahrungen damit gemacht haben, was alles passieren kann, wenn man Berufliches und Privates nicht trennt und z.B. der Kollegin Dinge erzählt, die hinterher die halbe Belegschaft weiß…
-oder…
-oder…
-oder…
Mir würden noch 10000 Gründe einfallen, aber es reicht vielleicht als Anstoß?
Also nix mit Schizophrenie…:smile:
ot: Ich glaube, dass Du es eher im übertragenen, „volkstümlich gebrauchten Sinn“ meintest, aber wir sind ja hier bei Psychologie…
Ich mag es nicht gern, wenn mit Krankheitsbildern um sich geworfen wird. …das nimmt Betroffene/ Kranke nicht ernst und macht alles noch viel schwerer…

Gruß von Finjen

Hallo,

Das ist eine interessante Frage, und so möchte ich
auch noch meinen Senf dazugeben.

Was ich immer wieder wieder lese und dieses strikte Trennen
heißt doch eine Person führt dann doch zwei Leben wird man da
nicht schizophren -

Wie bereits gesagt wurde - ist die ‚schizoide Störung‘
festgelegt und nicht unbedingt aus aktuellen belastenden
Situationen ableitbar.

wenn der eine Bereich so komplett vom
anderen abgespalten wird? oder bleibt das ohne Folgen?

Wie Branden vorsichtig anzudeuten versuchte (denn dies
ist eine nicht gern gehörte „Gesellschaftskritik“, die
an den Grundfesten der westlichen Arbeitskraftverkaufs-
lebensweise rüttelt), kann ein gesunder Mensch eine solche
(weitgehende ~ was ist weitgehend?) Spaltung nicht wirklich
lange durchhalten, ohne daß es sichtbare/fühlbare Folgen
gibt.

Es kann natürlich auch passieren, daß Menschen, die diese
Folgen zeigen (und bewußt oder unbewußt darunter leiden)
als eine Art „Gessellschaftsideal“ oder „Held der Arbeit“
hingestellt werden und die das dann auch glauben. Dies
kann natürlich wieder eine recht pragmatische Variante
des „psychischen Überlebens“ darstellen.

Grüße

CMБ

Moin,

also ich kenn eher Leute, die Probleme haben, weil sie Beruf und Privatleben nicht trennen können.

Gruß
Marion

Hallo miss,

ich denke, es kommt darauf an, wie Du diese strikte Trennung meinst.

Wenn ich morgens zur Arbeit gehe, dann bin ich keine andere Person bzw. ich setze mir nicht die „Berufsmaske“ auf.

Ist es nicht ähnlich wie mit weniger guten Bekannten und sehr guten Freunden? Bei den einen beschränkt man sich eher auf den unverfänglichen small-talk bei den anderen sind die Gespräche wesentlich privater.

Liebe Grüße
usch

Gut ich habe bei allem lesen verstanden, das es nicht schizophren im Sinne des KRankheitsbildes ist. Das von dir beschriebene trifft aber den Kern dessen was ich meine - hier scheint die Frage obe abspalten müssen weil … oder abspalten wollen … genauso schlimm sind.

Im ersteren Fall wäre das abspalten müssen von ?? im Beruf, weil dies wenn es gezeigt wird ansonsten negative Auswirkungen hat?

Vielen Dank
Miss

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]