Strom abstellen: Besondere Umstände / Arge

Hallo,

wir wohnen in einer Bedarfsgemeinschaft (keine Kinder) seit 2 Jahren in einem von der Arge als „angemessen“ bewilligten Haus. Dieses Haus ist sehr schlecht isoliert, die Arge deckelt jedoch munter die Heizkosten - „für alle das Gleiche“ gälte im Kreis Paderborn. Selbst Atteste über Krankheiten mit Heizmehrbedarf brachten: Nichts. Aus diesem Grund mussten wir teilweise mit Strom enorm zuheizen. Obgleich wir aus den wenigen Mitteln die wir haben schon etliche Isolierungsmaßnahmen FACHGERECHT selbst durchgeführt haben um so auch ökologisch vernünftig zu handeln - was die Arge jedoch kaum zu interessieren scheint (aber Sparlampenberater in ALG2-Haushalte schicken!).

Weiteres Problem: Wir haben seit unserem Einzug immer und immer wieder probiert uns bei einem Stromanbieter anzumelden, warum auch immer: Ohne Erfolg (nirgends Altschulden!) - irgendwann kam der Grundversorger (nach 1,5 Jahren, obgleich wir auch den mehrmals kontaktierten) und meinte: „Sie beziehen seit Einzug Strom (wurde vom Vormieter gekündigt aber nie abgeschaltet), wir wollen jetzt die volle Summe auf einmal!“ - natürlich ist das Rechtens, aber die „volle Summe“ für 2 Jahre beläuft sich auf über 2000 Euro, man hat uns mal eben so mit durchschnittlich 100 - 120 Euro „eingeschätzt“ - das wir mit Strom heizen mussten, interessiert ja den Stromanbieter nicht.

Wir haben einen Darlehensantrag bei der Arge gestellt um wenigstens die 800 Euro Abschlag (mit denen sich EON einverstanden erklären würde) zahlen zu können: Antrag abgelehnt! Jetzt die Frage: Müssen wir „warten“ bis EON (trotz aller Einigungsversuche) den Strom abstellt und können dagegen dann vorgehen oder sind wir um Umgang mit der Arge einfach nur zu naiv und „zimperlich“?

Ich hoffe das Problem hier ansatzweise richtig geschildert zu haben und freue mich über sachliche Tipps und Möglichkeiten. Wie gesagt: Wir haben den Strom natürlich verbraucht, uns aber nicht VORSÄTZLICH nirgends angemeldet, aber auch dummer Weise eben nicht monatlich 50 Euro pauschal „zurück gelegt“ in dem Wissen: Da könnte ja mal jemand kommen.

Strom abstellen: Besondere Umstände / Arge
Hallo,

Empfehle auf jeden Fall, gleich mal den Stromversorger zu wechseln. EON zählt neben Vattenfall zu den teuersten Versorgern auf dem Deutschen Markt und Beide sind im Durchschnitt zwischen 50% und 80% teuerer als die anderen Versorger. Am schnellsten geht der Wechsel online über www.stromkunde.info. Ihr braucht dazu die letzte Jahresabrechnung von EON.

Wenn der Versorgerwechsel durch ist (Das erledigt der neue Stromanbieter sobald der Vertrag eingereicht wurde), wendet Ihr auch an die nächste Verbraucherzentrale und bittet um Hilfe ber der Schlichtung mit EON und ARGE. Das geht dann in der Regel ziemlich rasch und EON als auch die ARGE werden ohne Probleme mitmachen.

Und wenn Ihr auch noch einen Gasversorger habt, dann wechselt auch Diesen … über www.gaskunde.info.

Aber Achtung: Beide Wechsel (Strom und Gas) sollten noch vor dem 31. Dez. benatragt werden. Dann werden nähmlich die Energiekosten mächtig erhöht. Durch den rechtzeitigen Antrag sichert Ihr Euch eine Preisgarantie.

LG

Andreas

Hallo,

Deine Antwort in allen Ehren, aber EON hat uns nach 1,5 Jahren des Wohnens erst angemeldet - wir bekamen dann ein Schreiben als „Neukunden“, darauf gleich die erste Abrechnung und gleich die erste Mahnung mit der Androhung der Stromsperrung. Ergo KÖNNEN wir den Anbieter womöglich gar nicht wechseln - zumal neue Anbieter ja auch den Altanbieter (EON, den WIR aber gar nicht wollten im Ursprung) kontaktieren und sagen: „Wie, der hat Schulden? Nehmen wir nicht!“ Natürlich MUSS ein Neuanbieter per Gesetz jemanden nehmen, aber ob ein Neuanbieter das macht: Ist eine andere Frage. Zumal der Wechsel bei den meisten Alternativanbietern bis zu 3 Monate dauern kann - damit ist uns im AKUTEN Fall einer angedrohten Sperre leider nicht geholfen.

Ich hoffe Du kannst nachvollziehen, welches Durcheinander bei uns gelaufen ist - dafür hat sich EON auch „entschuldigt“, ändert aber nichts daran das wir den Strom verbraucht haben und nun „auf einmal“ die ganz dicke Rechnung kommt - 1,5 Jahre NIX (keine Rechnung, keine Nachricht, trotz Anmeldungsversuche) und dann: ZACK!

Sorry, das weiß ich nicht.
Alles Gute trotzdem.
Gruß,
Andi

EON versucht zwar den Gesamtbetrag auf einen Schlag einzufordern, hat jedoch im betreffenden Fall mit Sicherheit keine rechtlichen Grundlagen dafür zur Durchsetzung. Die versuchen es mit der „Einschüchterungstaktik“ und setzen darauf, dass der Kunde vor Angst einknickt.

Auch den Wechsel zu einem neuen Versorger können Sie nicht verhindern. Ich würde auf jeden Fall einen Wechsel empfehlen. Das geht heutzutage auch ziemlich rasch (man kann online einen sofortigen Wechsel beantragen). Und gleich nach dem OK, die Verbraucherzentrale um Intervention bei dem Problem mit EON bitten. Ihr seit mit Sicherheit nicht die Einzigen, die EON auf der Schippe hat.

Damit habt Ihr zwei Fliegen auf einen Schlag erledigt. EON wird durch die Intervention von der Verbraucherzentrale ziemlich kulant sein und mit Sicherheit auch auf einen Teil des ausständigen Rechnungsbetrags verzichten. Das Ganze ist ja immerhin Ihr Fehler und da Ihr plötzlich nicht mehr Kunden seit, verlieren Sie auch das Druckmittel mit der Abschaltung. Zusätzlich werden sie auf ein Teilzahlungsabkommen eingehen und Ihr bekommt durch den Anbieterwechsel einen günstigeren Strompreis und das Risiko das EON Euch den Strom abdreht ist auch gebannt.

Das der neue Versorger EON persönlich kontaktiert ist höchst unwahrscheinlich. Das Ganze läuft über ein komplexes, automatisiertes Datensystem und die Versorger sind so geil auf Kundenabwerbung, dass Sie zur Zeit jedes Risiko eingehen.

Versuch es mal. Mehr als NEIN kann der neue Anbieter nicht sagen.

Stromversorgerwechsel: www.stromkunde.info

Hallo,

die Aussage der ARGE stimmt. Für jeden Kreis gibt es pauschale Regeln zu den Heizkosten. Diese werden bei JEDER Berechnung zugrunde gelegt.
Dafür, dass das Haus schlecht isoliert ist, kann die ARGE ja nichts…

Man kann auch davon ausgehen, dass zwei erwachsene Menschen wissen, dass sie den Strom, den sie verbrauchen, irgendwann bezahlen müssen.
Sorry, aber an so einer Situation trägt keiner die Schuld - außer der Verbraucher.

Gruß

Ich glaube nicht das die Aussage stimmt. Laut mehrerer Urteile ist die Arge verpflichtet, den REALEN Bedarf zu übernehmen! Denn wo es den einen fehlt, haben andere zu viel und können (bei gut isolierter Wohnung) die „Bude“ ja munter auf 30 Grad aufheizen - das passt also schon mal im Sinne der Sozialgemeinschaft nicht. Zumal dem noch die Atteste entgegen stehen, ein Mehrbedarf (über die mangelnde Isolierung hinaus) ist nachweisbar gegeben. Die Arge kann nichts für die schlechte Isolierung, hat die Wohnung aber damals voll bewilligt, wissend um die Gegebenheiten. Das wir mehrere hundert Euro und viel Arbeit zu Isolierungszwecken eingesetzt haben: Interessiert die Arge aber auch nicht. Wir heizen NICHT verschwenderisch, gerade mal 2 Räume und das auch nicht durchgehend und nur bis MAXIMAL 19 Grad.

Und in Sachen Strom: Wir WOLLTEN uns anmelden, wurden aber nirgends genommen - wenn wir wüssten warum: Wir wären schlauer! Nach 1,5 Jahren „dackelt“ EON als Grundversorger dann mal „eben so“ um die Ecke und meint: „Huch, Euch haben wir übersehen, jetzt aber mal schnell die dicke Kohle auf den Tisch!“

Hallo,

also was die Arge angeht, so kommen die nicht für Strom auf! Bei uns in Braunschweig gibt es noch eine Stelle vom Sozialamt (sind für alle Mietangelegenheiten zuständig und für die Grundsicherung für nicht Erwerbsfähige!) Dort kann man bei solchen Problemen oder Mietschulden hin, die zahlen es dann als Darlehen und ziehen monatlich eine abgesprochene Rate bei der Arge ein! Hier ist es aber auch so, dass der Stromversorger einer Ratenzahlung zustimmen muß, soweit ebend keine Altschuld oder schon laufende Ratenzahlung besteht!
Da ich aus Paderborn stamme, weiß ich, dass in Braunschweig vieles einfacher ist als in PB! Aber das war vor 10 Jahren! Wie es jetzt ist, kann ich nicht beurteilen! Am besten lasst ihr euch von einem Anwalt beraten!
Oder informiert euch, ob es das Sozialamt in PB auch noch gibt, die bei solchen Problemen helfen können!
Ich wünsch euch viel Glück und hoffe ein wenig weiter geholfen zu haben!

LG sunshine82

Es ist richtig, dass die ARGE die Heizkosten übernehmen muss, solange sie angemessen sind. Und darin liegt auch der Knackpunkt. Wird die Grenze - warum auch immmer - überschritten, müssen die Kosten darüber hinaus selbst getragen werden.

Es ist zudem auch nicht „im Sinne der Sozialgemeinschaft“, dass manche Menschen in schlecht isolierten Wohnungen leben und andere dann dafür den Strom zahlen sollen.
Die ARGE hat vor dem Einzug NICHT festgestellt, dass die Heizkosten in o.g. Umfang übernommen werden. Es wurde lediglich angezeigt, dass die Miet- sowie Nebenkosten angemessen sind und übernommen werden. Dies ist ja scheinbar auch der Fall.
Es steht jedem frei, sich eine Wohnung zu suchen, die besser isoliert ist, sodass es zu keinem Problemen kommt.

Ich habe noch nie von einem Fall gehört, dass man bei jedem Stromanbieter abgelehnt wird, wenn es dafür keinen Grund gibt. Stromanbieter sind schließlich gewinnorientiert und lehnen zahlende Kundschaft sicher nicht grundlos ab.
Man kann sich auch 1 + 1 zusammen zählen und denken, dass irgendwann jemand kommt und das Geld für den Strom haben will, wenn man diesen auch verbraucht.
Sonst würde sich ja keiner anmelden und seinen Strom zahlen, wenns so einfach wäre.
Aber manche Leute machen es sich gerne besonders leicht.

Nichts für Ungut…

Ja, dann haben wir es uns wohl zu leicht gemacht und die Umstände hier falsch geschildert. Eine Antwort die allerdings auf „Ich kann mir nicht vorstellen“ basiert ohne dabei die wirklichen Fakten (siehe Postings) zu beachten ist auch kein sonderliches Zeichen von sachlicher Kommunikationsfähigkeit. Wie dem auch sei, das Problem hat sich in so weit erledigt, als das wir jetzt Kunden bei YELLO-Strom sind, die im Übrigen ganz klar zum Ausdruck gebracht haben, dass (selbst WENN man sich NICHT angemeldet HÄTTE) fast 2 Jahre bis zum Ablesen des Zählers (obgleich Ende 2009 jemand im Vorderhaus war von EON und wir MEHRMALS auf UNSEREN Zähler im Hinterhaus hingewiesen haben) schlicht ein Versäumnis des Grundversorgers sind.

Und wenn EON wirklich so wirtschaftlich intensive Gründe hat uns „zu wollen“: Warum haben die uns anstandslos „freigegeben“ für einen Wechsel zu Yello? Gerade wenn (noch rechtlich unklare) Forderungen bestehen?

Das ist Stand der Dinge, ich bedanke mich dennoch für ALLE Reaktionen. Defakto kostet der Strom bei „Yello“ auch noch 50 Euro weniger PRO Monat…

Hallo Cornelia,

leider kann ich dir nicht weiterhelfen,
rate dir aber dringend den Verbraucherschutz
einzuschalten.Dort bekommst du sicher Hilfe
auch Rechtsberatung,kostet zwar etwas,ist aber
ganz minimal,vielleicht 15,–Euro.
Ich hoffe für dich,das alles noch einigermaßen gut ausgeht.Vielleicht meldest du dich später nochmal.

Alles Gute wünscht dir Monika

wir auch den mehrmals kontaktierten) und meinte: „Sie beziehen
seit Einzug Strom (wurde vom Vormieter gekündigt aber nie
abgeschaltet), wir wollen jetzt die volle Summe auf einmal!“ -
natürlich ist das Rechtens, aber die „volle Summe“ für 2 Jahre
beläuft sich auf über 2000 Euro, man hat uns mal eben so mit
durchschnittlich 100 - 120 Euro „eingeschätzt“ - das wir mit
Strom heizen mussten, interessiert ja den Stromanbieter nicht.

Wir haben einen Darlehensantrag bei der Arge gestellt um
wenigstens die 800 Euro Abschlag (mit denen sich EON
einverstanden erklären würde) zahlen zu können: Antrag
abgelehnt! Jetzt die Frage: Müssen wir „warten“ bis EON (trotz
aller Einigungsversuche) den Strom abstellt und können dagegen
dann vorgehen oder sind wir um Umgang mit der Arge einfach nur
zu naiv und „zimperlich“?

Ich hoffe das Problem hier ansatzweise richtig geschildert zu
haben und freue mich über sachliche Tipps und Möglichkeiten.
Wie gesagt: Wir haben den Strom natürlich verbraucht, uns aber
nicht VORSÄTZLICH nirgends angemeldet, aber auch dummer Weise
eben nicht monatlich 50 Euro pauschal „zurück gelegt“ in dem
Wissen: Da könnte ja mal jemand kommen.