Strom oder ein normaler Effekt

Hi

Bevor ich meinen Elektriker wegen „Nichts“ herbestelle, frage ich hier mal kurz an.
Wir haben ein altes DDR Wohnhaus gekauft und sind dabei, alles zu modernisieren. Natürlich auch die kompletten Stromleitungen. Hauptsächlich alte Alu-Kabel.
Die komplette erste Etage ist fertig und wurde vom Elektriker bereits angeklemmt.
Im Erdgeschoss gibt es eine kleine Wohnung, die Stromlos sein sollte.
Licht und Steckdosen haben kein Saft. Aber jetzt wird es eigenartig.
Im Flur der kleinen Wohnung befindet sich ein Lichtschalter, der mit einer kleinen Kontrolllampe ausgestattet ist. Betätigt man diesen Schalter, dann glimmt diese Lampe mal stetig oder auch nur, wenn man den Schalter drückt. Normal würde ich als Laie sagen, das sich der Reststrom durch das Lämpchen entladen wird.
Stecke ich z.B. eine Bohrmaschine in eine Stechdose (unter dem Schalter, bzw. an der dahinter liegenden Wand), dann passiert logischerweise nichts. Drücke ich mehrmals hintereinander den Taster der Maschine, dann springt jedes mal das Lämpchen des Lichtschalters an. Die Maschine selber läuft aber nicht. Also bekommt sie auch keinen Strom. Zumindest aber keine 220 Volt. Da das Lämpchen aber leuchtet, braucht das wohl weniger Strom ?
Ist das jetzt ein normaler Effekt oder liegt doch irgendwie Strom auf der Leitung?

Ich will natürlich auch hier die alten Kabel herausreißen, womit der Spuk ein ende haben sollte.

Gruß Nino

Hallo,

wenn die Glimmlampe leuchtet, dann muss die auch noch irgendwo her noch Spannung bekommen.
Solch eine Glimmlampe braucht aber nur einen sehr sehr geringen Strom, ähnlich wie ein Stromprüfer-Schraubendreher.

So ein Stromprüfer ist ja nur ein Schraubendreher in dem eine Glimmlampe eingebaut ist.
Der eine Kontakt der Glimmlampe ist an der Spitze des Schraubendrehers angeschlossen, das man dann in die zu prüfende Steckdose steckt und der andere Kontakt ist an dem Kontakt am Griffende angeschlossen.

Wenn man den berührt, wird der Körper durch einen ganz geringen ungefährlichen Strom „durchströmt“, der dann durch die Schuhe zum Boden abgeleitet wird und dafür sorgt das die Glimmlampe, der übrigens ein sehr großer Widerstand zur Strombegrenzung vorgeschaltet ist, anfängt zu glimmen.

Doch vorsicht! Auf diese Stromprüfer ist kein Verlass, denn je nach Schuhwerk und Untergrund (Teppich, Holzboden usw.) reicht der Strom nicht aus um diese Glimmlampe zu zünden und trotzdem liegt volle Spannung an dem Leiter!!!

Das gleiche passiert dann mit der eingesteckten Bohmaschine, wenn man den Schalter derselben betätigt wird, wird der Widerstand rückwärts über den Leiter verringert und es kommt zum Glimmen der Kontrolllampe.
Dieser Strom reicht aber nicht um die Bohrmaschine anzutreiben.

Irgendwo muss also noch Spannung drauf sein!
Es kann auch schon reichen wenn diese Leitung parallel zu einer stromführenden Leitung verlegt ist, ohne eine leitfähige Verbindung zu haben. Das reicht dann auch schon mal aus um die Lampe zu zünden.

Viel Erfolg mit dem neuen Haus.

Markus

Hallo,

ist die Wohnung wirklich komplett abgeklemmt?

Es scheint so, dass nur die Phase abgeklemmt ist. Die Null scheint noch mit den anderen verbunden zu sein. Also siehst du nur das Potential der Null gegen Erde. Und das Potetial kommt aus der anderen Wohnung. Wenn du es anpackst kann du einen gewischt bekommen. Tödlich ist es nicht.

Haelge

Hi

Dann werde ich den Elektriker doch noch mal ins Haus rufen.
Ich wollte eigentlich noch ein bischen damit warten, damit dieser mehr zu tun hat. Aber was soll´s, Sicherheit geht mir vor.

Gruß Nino

Strom für eine Glimmlampe kann schon durch parallel liegende Adern der Zuleitung kapazitiv übertragen werden. geht die Glimmlampe aus, wenn der Lichtschalter eingeschaltet wir, also die Leitung mit einer Lampe belastet wird?
Dann ist das ganze vollkommen in Ordnung. Am besten ist dann, die Leitung mit einem kleinen Verbraucher (Widerstand etc.) zu belasten.
Was da kapazitiv übertragen wird ist nur ein ganz geringer Strom, der aber für ein Glimmlämpchen ausreicht.