Stromabnahme von Windkraftanlagen,wie?

Hallo

Gerade, bei der Kontrolle einer Batterie-Ladestation,schoss mir folgendes
durch den Kopf:
Soweit mir bekannt, sind die Giganten (RWE,Eon,etc.)verpflichtet,den in Windkraftanlagen erzeugten Strom abzunehmen.
Die „Lieferung“ wird mit einem Zähler ermittelt und festgehalten.

In Analogie zur o.a. Ladestation, frage ich mich: wie ist es möglich, daß da ein nennenswerter Strom fließt?
Will sagen, wenn die Batterie leer ist,fließt ein hoher Strom, welcher mit zunehmenden Ladezustand immer geringer wird.
Würde die Batterie gleiche Spannung wie das speisende Ladegerät erreichen, wäre der Stromfluss gleich Null.

Da ich davon ausgehe, daß unser Stromnetz mehr als gesättigt ist(schon allein um Spitzen auszubügeln),wie ist dann eine messbare Stromeinspeisung möglich?
Soweit mir bekannt, messen die Kraftwerke selbst, nicht den eingeleiteten Strom, sondern nur den Abgeleiteten.
Existiert für die Windkraftanlagen ein eigenes Netz, wo nur der Strom gemessen wird, welcher in Leitungen und Trafos verbraucht wird?

Gruß
Lenz

Hallo!

Da ich davon ausgehe, daß unser Stromnetz mehr als gesättigt ist…

Das Verbundnetz ist kein Akku. Die von allen Verbrauchern (einige hundert Millionen Verbrauchsstellen) aufgenommene Energie entspricht in jedem Moment genau der eingespeisten Energie (einige zig tausend Einspeisestellen).

Soweit mir bekannt, messen die Kraftwerke selbst, nicht den eingeleiteten Strom…

Natürlich ist im Kraftwerk in jedem Moment der gerade eingespeiste Strom bekannt.

Existiert für die Windkraftanlagen ein eigenes Netz…

Alle Kraftwerke, egal ob Kernkraftwerk oder Solaranlage, speisen ins Verbundnetz ein. An jedem Einspeisepunkt und bei den Verbrauchern wird die eingespeiste bzw. entnommene Energie gemessen. Um in jedem Moment das Gleichgewicht zwischen eingespeister und entnommener Energie zu halten, wird sowohl die eingespeiste als auch die dem Netz entnommene Energie nach dem momentanen Erfordernis variiert. So wird während lastschwacher Zeiten zusätzliche Last ans Netz gebracht, z. B. durch den Betrieb von Pumpspeicherkraftwerken. Zur Abdeckung von Verbrauchsspitzen speist ein Pumpspeicherkraftwerk seine Energie wieder ins Netz ein. Zusätzlich können z. B. Gaskraftwerke kurzfristig hochgefahren werden. Geht die Netzspannung Richtung unterer Toleranzgrenze, muß zusätzliche Kraftwerksleistung ans Netz und umgekehrt müssen Kraftwerke herunter gefahren oder ganz vom Netz genommen werden.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang

Die von allen Verbrauchern
(einige hundert Millionen Verbrauchsstellen) aufgenommene
Energie entspricht in jedem Moment genau der eingespeisten
Energie (einige zig tausend Einspeisestellen).

Das ist völlig richtig! Jedoch beträgt die bereitgestellte Energie immer mehr (bis auf Ausnahmesituationen), als die Abgerufene.Sonst würde die Spannung zusammenbrechen.
Muss ja auch, um Verbrauchsspitzen verzögerungsfrei auszugleichen.

Ums kurz zu machen, ich hab vorhin mal einen Generator über einen
Zähler an einen Verbraucher angeschlossen.Parallel dazu eine Leitung vom Hausnetz (Spannung, Frequenz, Phase, alles im grünen Bereich).
Ist der Verbraucher abgeschaltet, stehen beide Zähler.
Mit Verbraucher dreht der Hauszähler schneller, als der Generatorzähler (beide Zähler haben die gleichen Umdrehungen/kWh).
Wenn ich vom Hausanschluss ein langes Verlängerungskabel zwischenschalte, kehrt sich das um ! Logisch, durch den Widerstand sinkt die Spannung.
Daraus folgere ich: die Windkraftanlagen können die Bereitstellung, bzw. Erzeugung von Strom nur messen, wenn sie mit höherer als der Netzspannung einspeisen. Was aber auch unglaubwürdig wäre.

Gruß
Lenz

Hallo!

Vorweg: Du sprichst von Windkraftanlagen. Die phys. Gesetzmäßigkeiten zur Einspeisung von Energie ins Verbundnetz gelten für Generatoren aller Art. Windkraftanlagen sind kein Sonderfall.

Im Ersatzschaltbild läßt sich ein Kraftwerk als Spannungsquelle mit Innenwiderstand darstellen. Diese Anordnung ist an irgendeinen Knotenpunkt eines elektrischen Netzwerks angeschlossen, in dem es viele weitere Kraftwerke und noch mehr Verbraucher gibt. Damit der Strom aus einem Generator ins Netzwerk fließt und nicht umgekehrt, muß die EMK des Generators höher sein als die vom Netzwerk über den Innenwiderstand anstehende Spannung. Genau das hast Du mit Deinem Versuch mit dem Verlängerungskabel nachvollzogen.

Daraus folgere ich: die Windkraftanlagen können die Bereitstellung, bzw. Erzeugung von Strom nur messen, wenn :sie mit höherer als der Netzspannung einspeisen.
Was aber auch unglaubwürdig wäre.

Was ist daran unglaubwürdig? Die prinzipiellen Verhältnisse in einem vermaschten Netz mit vielen Generatoren und Verbrauchern sind mit dem Ohmschen und Kirchhoffschen Gesetz erschöpfend zu beschreiben. Welcher Art die mechanischen Antriebe der Generatoren sind, ob der Generatorantrieb per Windrad bewerkstelligt wird oder wie beim Verbrennungskraftwerk mit heißem Wasserdampf und Turbine, macht für das Netz keinen Unterschied.

Ich habe den Eindruck, noch nicht verstanden zu haben, worauf Du hinaus willst.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

Das ist völlig richtig! Jedoch beträgt die bereitgestellte
Energie immer mehr (bis auf Ausnahmesituationen), als die
Abgerufene.

Nein, es wird immer genau soviel Energie abgegeben, wie
verbraucht wird. Es kann nix im Nirwana verschwinden.

Sonst würde die Spannung zusammenbrechen.

Das geht anders.
Wenn die Belastung eines Generators zunimmt, sinkt die Spannung
am Generator, wegen des unvermeidbaren Innewiderstandes.
Ein generator ohne Last würde „hochlaufen“, und eine viel zu
hohe Spannung abgeben (weit über Nennspannung).

Infolge einer geringeren Netzspannung sinkt aber auch der Strom,
weil die meisten Verbraucher an einem Netz eine ohmsche
Charakteristik haben.
Daraus folgt, daß die Leistung sogar mit dem Quadrat absinkt.
Dadurch regelt sich das ganze quasi von selber ein.
z.B. Die Spannung sinkt um 2% , dann wird auch der Strom um
knapp 2% sinken -> abgegebene Leistung wird fast 4% niedrieger.

Die Verbraucher merken davon erstmal nichts, denn die elektrischen
Geräte sind so ausgelegt, daß sie mit 225V noch genauso gut
funktionieren, wie mit 230V.
Ein Heizung mit 1000W Nennleistung bei 230V wird dann also
effektiv bei 225V nur noch ca. 960W haben, das Teewasser wird
aber trotzdem heiß.

Muss ja auch, um Verbrauchsspitzen verzögerungsfrei
auszugleichen.

Wie gesagt, regelt sich das über die Physik ganz von alleine.
Bei größeren Belastungen wird aber die Spannung unter die
zulässige Toleranz sinken. Erst dann muß mehr Leistung
eingespeist werden.
Deshalb wird auch ständig die spannung und auch die Frequenz
überwacht.

Ums kurz zu machen, ich hab vorhin mal einen Generator über
einen
Zähler an einen Verbraucher angeschlossen.Parallel dazu eine
Leitung vom Hausnetz (Spannung, Frequenz, Phase, alles im
grünen Bereich).

Ist der Verbraucher abgeschaltet, stehen beide Zähler.
Mit Verbraucher dreht der Hauszähler schneller, als der
Generatorzähler (beide Zähler haben die gleichen
Umdrehungen/kWh).
Wenn ich vom Hausanschluss ein langes Verlängerungskabel
zwischenschalte, kehrt sich das um ! Logisch, durch den
Widerstand sinkt die Spannung.
Daraus folgere ich: die Windkraftanlagen können die
Bereitstellung, bzw. Erzeugung von Strom nur messen, wenn sie
mit höherer als der Netzspannung einspeisen. Was aber auch
unglaubwürdig wäre.

Siehe Erklärungen oben. Bei der Paralellschaltung von Generatoren
wird’s allerdings eben noch bischen schwieriger. Da zählt
eben auch noch der Innenwiderstand jedes Generators.

Der Generator mit dem geringeren Widerstand wird mehr Strom
liefern, als der mit dem höheren Innenwiderstand (wen man von
anderen Aspekten, wie z.B. Frequenz -> Phasenlage mal absieht) .
Der Zusammenhang Spannung - Leistung ist wie gesagt quadratisch.

Wenn die Summenleistung aller Generatoren aber dazu führt, daß
die Spannung an die obere Grenze kommt, dann kann man irgendwo
im System Generatorleistung wegnehmen, z.B. Gaskraftwerk wieder
runterfahren oder sogar Leistung zusätzlich verbraten
-> Pumspeicherwerk auf Pumpen und ferngesteuerte Speicherheizungen
auf „Ein“.
Gruß Uwi

Ich habe den Eindruck, noch nicht verstanden zu haben, worauf
Du hinaus willst.

Hallo

Das mit den WKAs war nur ein Beispiel. Gilt natürlich für alle bezahlten Einspeiser.
Meine Frage ist: wenn die WKA den ganzen Tag läuft, dann kann ich zwar sagen: die hat heute soundsoviel kWh (theoretisch) erzeugt, aber an wen hat sie messbar geliefert?
Der Verbraucher ist doch schon gesättigt genug.
Ein Pumpspeicherwerk wird wohl kaum anspringen, weil in Friesland mal kurzzeitig ein Lüftchen weht.
Ich möchte nur wissen, ob z.B. der WKA Betreiber den erzeugten- oder nur den abgegebenen Strom verrechnet bekommt.
Wie wird der Erzeugte gemessen, wenn kein Verbraucher da ist oder wie kommt eine Abgabe zustande, wenn (und hier schiele ich noch mal auf den vollen Akku)das vorhandene Netzt gesättigt ist.
Wie du richtig anmerkst, ist das Netz kein Akku, aber es kann Überschuss auch nur durch zusätzliche Verbraucher verwerten; kann aber nicht auf jedes laue Lüftchen,s.o. reagieren.
Wo also bleibt der von der WKA sporadisch eingespeiste Strom?

Habe inzwischen schon WKA Betreiber auf diese Frage angesprochen, aber nur Schulterzucken erhalten.
Theoretisch müsste deren Zähler ja, bei voller Drehzahl der Mühle, aber gesättigtem Netz, stillstehen.

Gruß
Lenz

Das geht anders.
Wenn die Belastung eines Generators zunimmt, sinkt die
Spannung
am Generator, wegen des unvermeidbaren Innewiderstandes.
Ein generator ohne Last würde „hochlaufen“, und eine viel zu
hohe Spannung abgeben (weit über Nennspannung).

Hallo

Also mein vor mir stehendes Honda Aggregat hat im Leerlauf exakt 230V!
Wenn der Grill dranhängt 224V!
Von Hochlaufen dürfte da wohl keine Rede sein.

Wenn die Summenleistung aller Generatoren aber dazu führt,
daß
die Spannung an die obere Grenze kommt, dann kann man irgendwo
im System Generatorleistung wegnehmen, z.B. Gaskraftwerk
wieder
runterfahren oder sogar Leistung zusätzlich verbraten
-> Pumspeicherwerk auf Pumpen und ferngesteuerte
Speicherheizungen
auf „Ein“.

Ach, und du glaubst wirklich, daß das RWE ein Kraftwerk drosselt oder eine Speicherpumpe anwirft, weil im Westerwald sich mal wieder eine Windmühle dreht???
Nochmal die Frage: wird der erzeugte- oder nur der gelieferte Strom verrechnet?
Und wie wird ggf. der Erzeugte, ohne Verbraucher, ermittelt?

PS. Ich habe weder eine WKA noch eine Photovoltaik Anlage; es interessiert mich nur!

Hallo,

Das geht anders.
Wenn die Belastung eines Generators zunimmt, sinkt die
Spannung
am Generator, wegen des unvermeidbaren Innewiderstandes.
Ein generator ohne Last würde „hochlaufen“, und eine viel zu
hohe Spannung abgeben (weit über Nennspannung).

Also mein vor mir stehendes Honda Aggregat hat im Leerlauf
exakt 230V!
Wenn der Grill dranhängt 224V!
Von Hochlaufen dürfte da wohl keine Rede sein.

ja, weil der einen Regler hat, der die Spannung konstant hält.
Ist so ähnlich wie beim KFZ.
Da wird die Erregung des Generators ständig unterbrochen,
also quasi immer für kurze Zeit ausgeschaltet, so daß die
Spannung nicht ansteigen kann. Außerdem ist das noch mit dem
Gashebel des Motors verknüft.

Mit großen Generatoren (und den daran befindlichen Turbinen)
kann man das nicht so einfach machen.
Gashebl gibt’s änhlich nur bei Gasturbinen.
Bei Grundlastkraftwerken dauert es länger um die Leistung
zu senken.

Ach, und du glaubst wirklich, daß das RWE ein Kraftwerk
drosselt oder eine Speicherpumpe anwirft, weil im Westerwald
sich mal wieder eine Windmühle dreht???

Was soll nun diese Frage?

Ich habe doch schon den Zusammenhang Leistung - Spannung erläutert.
So eine „Windmühle“ bringt eine Leistung von paar hundert
KW bis wenige MW.
Bei einer mittleren installierten Leistung von ca 70GW im
deutschen Verbundnetz machen selbst 100 Mühlen noch nicht mal
1% der Gesamtleistung aus. Dementsprechend wird sich die
Netzspannung nur im Bereich von zehntel Prozent ändern.
Warum also sollte da jemand bei RWE sofort in Panik verfallen.

Längerfristig wird man aber schon reagieren.

Im Zweifelsfall kann man z.B. die Flügel der Windanlagen
so verstellen, daß keine unzulässigen Spitzen entstehen.

Dann wird man aber andere Anlagen drosseln, um den
billigen Strom aus Wind optimal zu nutzen.

Im Mittel ist der Energieverbrauch einer Regien oder eines Landes
rel. konstant und gut kalkulierbar. Die auftretneden Spitzen
werden wie schon diskutiert abgefangen.

Nochmal die Frage: wird der erzeugte- oder nur der gelieferte
Strom verrechnet?

Sicher beides.
Die Versorger messen die erzeugte Ernergie und bei den Verbrauchern
wird die abgenommene Energie gemessen.
Im Ideallfall ist die Differenz null (innerhalb der Meßtoleranz
von Promille).
Wenn die Differenz zu groß wird, gehen die Erzeuger los und suchen
die schwarzen Schafe, welche denken ohne Bezahlung Strom abzapfen
zu können.

Abgesehen davon wird an allen möglichen Zwischenstationen
und Abzweigungen auch gemessen.
Jeder, der da in der Kette zwischen Erzeuger und Endverbraucher
hängt hat ein Interesse für sich, die durchgehende Energiemenge
genau zu messen (mit behördlich geeichten Meßgeräten).

Und wie wird ggf. der Erzeugte, ohne Verbraucher, ermittelt?

Ohne Verbraucher? Wie soll das gehen?
Elektoenergie wird 24h, 7 Tage die Woche verbraten.
Nur die Menge variiert.

PS. Ich habe weder eine WKA noch eine Photovoltaik Anlage; es
interessiert mich nur!

Gehe mal bei deiner Anlage davon aus, daß die innerhalb der
jeweiligen anlage erzeugte Leistung mit entsprechendem Wirkungs-
grad einfach ins Netz geht. Da geht nix zurück oder verloren.
Deine paar KW (oder weniger?) sind absolut nicht relevant für
die Gesamtbilanz.
Gruß Uwi

Hallo Lenz.
Was soll denn der Satz ´Der Verbraucher ist gesättigt´? Man braucht nur das Ohmsche Gesetz anzuwenden, um zu wissen, wo die zusätzliche Energie hingeht: Zu den angeschlossenen Verbrauchern. Wenn die Spannung in einem Stromkreis steigt, steigt auch die Stomaufnahme der Verbraucher. Wenn die Spannung an der Steckdose steigt, gibt eben der angeschlossene Heizlüfter etwas mehr Wärme ab.

Jeder Stromkreis hat in diesem Sinne eine gewissene Selbstregel-Eigenschaft. Wenn ein Generator in ein Verteilnetz einspeisen soll, dann muß er eine marginal höhere Spannung haben, als in Netz vorhanden ist. Da aber unsere Netze sehr niederohmig sind (u.a. wegen der vielen angeschlossenen Verbraucher), schafft es ein kleineres Kraftwerk überhaupt nicht, die Netzspannung merklich anzuheben. Das ganze spielt sich im Millivolt-Bereich ab. Einen merklichen Einfluß auf die Netzspannung haben nur die Netzführer-Kraftwerke. Eben die Riesen im Netz!

Gruß
Waldemar

Hallo Wolfgang

Die von allen Verbrauchern
(einige hundert Millionen Verbrauchsstellen) aufgenommene
Energie entspricht in jedem Moment genau der eingespeisten
Energie (einige zig tausend Einspeisestellen).

Das ist völlig richtig! Jedoch beträgt die bereitgestellte
Energie immer mehr (bis auf Ausnahmesituationen), als die
Abgerufene.

Nein. Es wird ja keine Energie bereitgestellt, sondern Leistung.
Stell Dir vor:

1.000 Generatoren drehen mit 50Hz und erzeugen 230V (das transformieren lassen wir mal aus Einfachheit weg).
Dabei sei das Netz mit 1.000.000.000 Watt belastet.
Also jeder Generator leistet 1 Megawatt, und alle Verbraucher ziehen gemeinsam die 1 Milliarde Watt.
Nun sei WettenDass? zu Ende, alle stehen auf, machen den Fernseher aus und gehen ins Bett.
Was passiert?
Die Generatoren drehen sich alle sofort etwas schneller, die Spannung steigt. (MINIMAL!)

Aber jeder Generator verfügt über eine hochgenaue Regelung, er wird etwas weniger Dampf bekommen und so regelt sich das Netz!

Daraus folgere ich: die Windkraftanlagen können die
Bereitstellung, bzw. Erzeugung von Strom nur messen, wenn sie
mit höherer als der Netzspannung einspeisen.

Etwas Physik anwenden, bitte.
Was meinst Du, wieviel Volt müsste die Spannung eines 230V Generators sein, damit er in das Netz 10A einspeist?
Nun, der Innenwiderstand des Netzes ist sehr klein, einige zig Milliohm.
Wir nehmen mal 100 Milliohm an.
Dann reicht ein Volt höhere Spannung am Generator, um 10A ins Netz fließen zu lassen.

Eine Bitte noch: Mach solche Versuche mit Generator und Einspeisung nie wieder.

Hallo!

…wenn die WKA den ganzen Tag läuft, dann kann ich zwar sagen: die hat heute soundsoviel kWh (theoretisch) :erzeugt

Die kWh wurden nicht nur theoretisch erzeugt, sondern tatsächlich ins Verbundnetz eingespeist. Die eingespeiste Energie wird gemessen und vergütet.

… aber an wen hat sie messbar geliefert?

Man kann nur die ins Netz eingespeiste Energie messen. Der Netzbetreiber bezahlt die Lieferung.

…Der Verbraucher ist doch schon gesättigt genug.

Der Begriff „Sättigung“ geht am Sachverhalt vorbei. Wenn zu wenig Last am Netz ist, wird entweder Last zugeschaltet (Pumpspeicherkraftwerk) oder Kraftwerke werden zurück gefahren oder sogar ganz vom Netz genommen.

Ein Pumpspeicherwerk wird wohl kaum anspringen, weil in Friesland mal kurzzeitig ein Lüftchen weht.

In lastschwachen Tageszeiten wird nur etwa 40% der Spitzenlast abgenommen. Die tageszeitabhängigen Lastschwankungen sind sehr genau bekannt. Darauf richten sich die Kraftwerksbetreiber ein. Auch die witterungsabhängigen Schwankungen sind rechtzeitig bekannt, um passend agieren zu können. Wirklich große, unvorhersehbare Last- und Einspeiseschwankungen treten nur bei Störfällen auf und z. B. ein Alu-Werk informiert den Netzbetreiber, bevor irgendwelche gewaltigen Lasten ab- oder zugeschaltet werden.

Ich möchte nur wissen, ob z.B. der WKA Betreiber den erzeugten- oder nur den abgegebenen Strom verrechnet :bekommt.

Der erzeugte und der ins Netz eingespeiste Strom sind identisch. Das muß so sein, weil keine Energiespeicher beteiligt sind und keine Energie im Nichts verschwindet.

Wie wird der Erzeugte gemessen, wenn kein Verbraucher da…

Du meinst den Fall, daß sämtliche Verbraucher im gesamten Europäischen Verbundnetz abgeschaltet sind, also die halbe Milliarde am Netz hängender Verbraucher keinen einzigen Fernseher und keine Fabrik in Betrieb haben? Dann werden sämtliche Kraftwerke schnellstmöglich herunter gefahren.

…oder wie kommt eine Abgabe zustande, wenn (und hier schiele ich noch mal auf den vollen Akku)das :vorhandene Netzt gesättigt ist.

Entweder wird Last zugeschaltet oder Kraftwerke vom Netz genommen. Beides sind normale Betriebszustände.

Wie du richtig anmerkst, ist das Netz kein Akku, aber es kann Überschuss auch nur durch zusätzliche Verbraucher :verwerten; kann aber nicht auf jedes laue Lüftchen,s.o. reagieren.
Wo also bleibt der von der WKA sporadisch eingespeiste Strom?

Wie schon erwähnt, beträgt die Grundlast im Netz ungefähr 40% der Spitzenlast. Das heißt mit anderen Worten, 60% der installierten Kraftwerksleistung muß dauernd hoch und herunter gefahren, vom Netz genommen oder zugeschaltet werden. Außerdem müssen weitere Reserven vorhanden sein, weil auch die großen Grundlastkraftwerke gelegentlich für Tage oder gar Monate ausfallen oder im Fall der Kühlung durch Flußwasser bei längeren Hitzeperioden nur mit verringerter Leistung gefahren werden dürfen. Bei Windkraftanlagen kann übrigens von sporadischem Betrieb keine Rede sein. Die Zeiten der kleinen 100 kW-Windräder an ungünstigen Standorten sind vorbei. Bei den Standorten von Windrädern im Megawattbereich sind die Windverhältnisse gut bekannt und lassen sich in die ohnehin täglich zu fahrende Lastkulisse mit der beträchtlichen Differenz wischen Spitzen- und Grundlast einarbeiten. Von sporadisch erzeugtem Strom kann keine Rede sein.

Habe inzwischen schon WKA Betreiber auf diese Frage angesprochen, aber nur Schulterzucken erhalten.
Theoretisch müsste deren Zähler ja, bei voller Drehzahl der Mühle, aber gesättigtem Netz, stillstehen.

Gemahlen wird in Windkraftanlagen nichts, aber ich ahne, in welche Richtung Deine Frage zielt. Windkraftanlagen liefern nicht nur zufällig Energie, sondern sehr zuverlässig, sofern die geeigneten Standorte gewählt werden. Eine Netztopologie mit vielen Einspeisepunkten ergibt ein stabiles Netz, in dem sich sehr fein Kraftwerksleistung nach Bedarf zu- und abschalten läßt. Die abgeschaltete Windkraftanlage speist natürlich nichts ins Netz, der Zähler steht und es gibt keine Vergütung. Bei zu geringer Windgeschwindigkeit kann eine Windkraftanlage nichts ins Netz einspeisen und auch bei zu hoher Windgeschwindigkeit wird der Rotor aus dem Wind gedreht und festgesetzt. Ohne Not wird man aber eine Windkraftanlage nicht abschalten. Es gibt andere Kraftwerkstypen am Verbundnetz, deren Eigenschaften gebraucht werden, die aber aufgrund hoher Betriebskosten zuerst vom Netz gehen. Die Sache funktioniert bestens, was aber manche Leute nicht daran hindert, vorbei an den tatsächlichen Sachverhalten über „Zufallsstrom“ zu diskutieren. Ich verfolge die Diskussion seit den Zeiten des GROWIAN Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre. Wo nicht irgendwas verbrennt, Wasser kocht und heißer Dampf durch eine Turbine strömt, wollen einige Zeitgenossen nicht glauben, daß man damit wirtschaftlich und technisch sinnvoll einen Generator antreiben kann.

Windkraftanlagen sind tatsächlich nicht geeignet, unseren hohen Bedarf an elektrischer Energie allein zu bewerkstelligen. Man muß aber ergänzen, daß bisher kein Kraftwerkstyp bekannt ist, der dazu unter den in Deutschland herrschenden Verhältnissen in der Lage wäre und gleichzeitig bezahlbaren Strom liefert. Mit Wasserkraftwerken ist die große Dynamik zwischen Grund- und Teillast zu bewerkstelligen, aber wir haben nicht genügend Wasserkraft und sind auf einen Mix etlicher verschiedener Kraftwerkstypen angewiesen, wenn wir nicht chinesische Verhältnisse haben wollen. Dort und in vielen anderen Ländern gilt natürlich auch, daß man z. B. einen Kohlenkessel nicht binnen weniger Minuten veränderten Lastverhältnissen anpassen kann. In solcher Lage lebt man mit großen Toleranzen von Netzspannung und Frequenz, versorgt halbwegs kontinuierlich die Produktionsanlagen der Region und benutzt die privaten Verbraucher, um zu konstanter Last zu kommen. Dann gibt es eben Strom nur manchmal, wenn es für den Erzeuger gerade erforderlich ist. Wenn wir das nicht wollen, brauchen wir den Energiemix. Wenn wir das Klima und die Ressourcen im Blickfeld haben und die Kosten im Griff halten wollen, führt an der Nutzung von Wind- und Sonnenenergie kein Weg vorbei.

Gruß
Wolfgang

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Meine Frage ist: wenn die WKA den ganzen Tag läuft, dann kann
ich zwar sagen: die hat heute soundsoviel kWh (theoretisch)
erzeugt, aber an wen hat sie messbar geliefert?

Sie liefert alles ab, was sie erzeugt.
Die Anlagen haben eine Regelung, die dafür sorgt, dass ab einer bestimmten Minimaldrehzahl des Rotors eine Spannung erzeugt wird, die so hoch ist, dass Strom ins Netz gepumpt wird.
Alles, was ins Netz geht, wird abgerechnet.
Wenn eine WKA bei Soest 1 Megawatt Leistung abgibt, dann wird die Netzspannung im Europaweiten Verbundnetz rein theoretisch ansteigen (wenn Verbrauch und Erzeugung der anderen Beteiligten exakt gleich blieben), die steigende Spannung macht dann aber widerum höheren Verbrauch. Die Erzeugung ist immer absolut gleich dem Verbrauch.

Ich möchte nur wissen, ob z.B. der WKA Betreiber den
erzeugten- oder nur den abgegebenen Strom verrechnet bekommt.

Zwischen erezugter und abgegebener Leistung ist als einzige Differenz die Verlustleistung innerhalb der Anlage.

Wie wird der Erzeugte gemessen, wenn kein Verbraucher da ist

Ohne Verbraucher (sehr theoretisch!!!) fließt kein Strom ins Netz.
Die Anlage würde sehen: Hoppla, jetzt hab ich meine Spannung schon auf 10% über Nennspannung, trotzdem speise ich nicht ein, da stimmt was nicht, mein Rotor dreht ja auch (unbelastet) immer schneller - und schaltet dann ab.

oder wie kommt eine Abgabe zustande, wenn (und hier schiele
ich noch mal auf den vollen Akku)das vorhandene Netzt
gesättigt ist.

Es gibt keine Sättigung im Netz.
Abgabe läuft über Spannungsdifferenz.
Wenn man (wieder mal sehr theoretisch) einige tausend WKAs gleichzeitig anschalten könnte, würde es zu einem deutlichen Sprung der Netzspannung kommen, auch die Frequenz würde steigen.
Und in ganz Europa würden die Glülampen 1% heller leuchten und die erzeugte Mehrleistumng abnehmen, bis an einigen Kraftwerken einige Generatoren heruntergefahren werden.

Habe inzwischen schon WKA Betreiber auf diese Frage
angesprochen, aber nur Schulterzucken erhalten.
Theoretisch müsste deren Zähler ja, bei voller Drehzahl der
Mühle, aber gesättigtem Netz, stillstehen.

Sie erhöhen die Netzspannung und schon wird auch mehr Leistung abgenommen.

Das hat mit Glauben nicht zu tun

Ach, und du glaubst wirklich, daß das RWE ein Kraftwerk
drosselt oder eine Speicherpumpe anwirft, weil im Westerwald
sich mal wieder eine Windmühle dreht???

Das hat mit Glauben nichts zu tun.
Die in windstarken Regionen installierte Windkraftleistung reicht aus, um bei Wind-Nenngeschwindigkeit einige Grosskraftwerke recht kräftig herunterdrosseln zu lassen.

Es gibt in Deutschalnd einige recht grosse EVUs, die bei grossen Windstärken zeitweilig den gesamten Bedarf ihrer Kunden durch Windkraft decken und auch noch etwas in das Verbundnetz einspeisen können. Und zwar ohne eigene Erzeugung mit herkömmlichen Kraftwerken.

Nochmal die Frage: wird der erzeugte- oder nur der gelieferte
Strom verrechnet?

Es wird der an der Übergabestelle in das Netz eingespeiste Strom (gemeint ist natürlich die Energie) verrechnet.

Und wie wird ggf. der Erzeugte, ohne Verbraucher, ermittelt?

Mittels Vorrichtungen, die landläufig unter dem Namen Stromzähler bekannt sind.

MfG

C.