Stromschlag vom Audiokabel

Vorsicht Mehrfachposting (Audio + Hardware + Elektronik)
Hi
Ich habe heute meinen Stereoanlage wieder von der Soundkarte (SB Live Player 1024) abgesteckt und dabei einen elektrischen Schlag bekommen. Die Stereoanlage war aus (Hing am Netz war aber ausgeschaltet [ungefähr wie StandBY]). Der Computer war eingeschaltet.
Das Kabel ist ein 3 m Verbindungskabel mit 3,5mm KLinkenstecker (Soundkarte Rear Out) und 2 Chinch-Steckern (Aux In Stereoanlage).
Als ich nachher (ca. 2 min) probierte, ob es an einer statischen Aufladung liegen könnte und deshalb mit dem Klinkenstecker zum Computergehäuse gefahren bin ist bereits kurz vor dem Gehäuse (keine Berührung) ein Funken übergesprungen. (ca 0.5 - 1 mm). Ich habe bisher keine Probleme gehabt (Brummen oder ähnliches) auch der Anschluß funktioniert immer noch.

Ich habe dann die Spanung zwischen Computer und Verbindungskabel gemessen und bei angestecktem Antennenkabel (für Radio, hängt am Kabelnetz) eine Spannung von über 300V, die dann innerhalb ~3 sec. auf ziemlic konstante 88V gefallen ist, gemessen. Mein Multimeter hat dabei eine Frequenz von ungefähr 400Hz angezeigt.
Wenn ich das Antennenkabel ausstecke sinkt die Spannnung auf 25V und hat eine Frequenz von 500Hz.

Ich habe die Messungen mehrfach innerhalb von wenigen Minuten wiederholt und immer die gleichen Ergebnisse erhalten.

Ich bin für jede Hilfe dankbar

Stephan

Hallo,
hab schon die Diskusion im Brett Computer/Audio verfolgt.
Die Meinungen sind recht differenziert und auch ich kann
aus der Ferne nicht genau sagen, welche exakte Quelle
die „Hochspannung“ hat.
Deshalb erst mal was zu den Sympomen und Meßergenissen.

Vorsicht Mehrfachposting (Audio + Hardware + Elektronik)
Hi
Ich habe heute meinen Stereoanlage wieder von der Soundkarte
(SB Live Player 1024) abgesteckt und dabei einen elektrischen
Schlag bekommen. Die Stereoanlage war aus (Hing am Netz war
aber ausgeschaltet [ungefähr wie StandBY]).

Für die Betrachtung elektrischen Ladungen ist das also
so, daß die Netzspannung im Gerät anliegt!
Außerdem hat das Audiogerät wohl keinen PE-Anschluß, oder?

Der Computer war eingeschaltet.

Der PC hat in jedem Fall einen PE-Anschluß (SchuKo).
Das Gehäuse liegt also auf dem Potential von PE (oder auch
nur NULL, wenn es eine sehr alte Elektroinstallation ist).

Das Kabel ist ein 3 m Verbindungskabel mit 3,5mm
KLinkenstecker (Soundkarte Rear Out) und 2 Chinch-Steckern
(Aux In Stereoanlage).
Als ich nachher (ca. 2 min) probierte, ob es an einer
statischen Aufladung liegen könnte und deshalb mit dem
Klinkenstecker zum Computergehäuse gefahren bin ist bereits
kurz vor dem Gehäuse (keine Berührung) ein Funken
übergesprungen. (ca 0.5 - 1 mm).

Angenommen, da liegt „aufgeladene Netzspannung“ an
-> Spitzenspannung über 300V. Das macht scho einen
gut sichtbaren Funken

Ich habe bisher keine
Probleme gehabt (Brummen oder ähnliches) auch der Anschluß
funktioniert immer noch.

Ich habe dann die Spanung zwischen Computer und
Verbindungskabel gemessen und bei angestecktem Antennenkabel
(für Radio, hängt am Kabelnetz) eine Spannung von über 300V,
die dann innerhalb ~3 sec. auf ziemlic konstante 88V gefallen
ist, gemessen.

Das deutet nun auf ein RC-Glied hin.
Die Kapazität wird über ein Widerstand aufgeladen.
Das Meßgerät hat einen Innenwiderstand von angenommenen
10 MOhm ? (typischer Wert für Digitalvoltmeter.)
Bei der Endspannung von 88V bleibt der restliche Spannungs-
abfall im Geräteinternen Leckwiderstand
-> ca.300V - 88V = ca. 210V
-> der interne Widerstand ist fast 3 mal größer als der
Innenwiderstand des DVM. Das wären also ca. 30 MOhm.
Das ist jedoch nicht gefährlich für den Menschen
(in einem Spannungsprüfer mit Glimmlampe sind nur
ca. 10MOhm als Vorwiderstand drin).
-> Mit der Entladezeit könnte man auch noch die Kapazität
abschätzen, die über die ca. 30MOhm aufgeladen wird.
Das könnten ca. 10-100 nF sein (das ist nicht viel).

Mein Multimeter hat dabei eine Frequenz von
ungefähr 400Hz angezeigt.

Das vergesse mal schnell. Die Signalform ist bei so hohem
Widerstanad etwas „vermanscht“ (kein reiner Sinus, sondern
von verschiedenen Störungen überlagert).
Da zeigt das Digitalgerät Müll an.

Wenn ich das Antennenkabel ausstecke sinkt die Spannnung auf
25V und hat eine Frequenz von 500Hz.

Das bedeutet, daß das Antennenkabel einen erheblichen Teil
bringt. Das ist häufig so. -> Mantelstromfilter.

Ich habe die Messungen mehrfach innerhalb von wenigen Minuten
wiederholt und immer die gleichen Ergebnisse erhalten.

Eine reproduziertbare Messung ist doch was schönes :smile:

Zuletzt noch zu den möglichen Ursachen:

  1. Netzteile sollen einen sichere Trennung von der
    Netzspannung bringen, diese haben aber einen endlichen
    Isolationswiderstand. Das Kabel selbst sowie Gerätechassis
    können als Kapazität dienen.
  2. Wechselspannungen (besonders bei Schaltnetzteilen) können
    auch kapazitiv eine Spannung einkoppeln.
  3. Potentialdifferenzen zwischen unterschiedlichen Nullleitern
    bzw. PE sind häufig anzutreffen (vor allem, wenn
    Netzversorgungen weit auseinander liegen).

Falls Du Dein Problem nicht vollständig in den Griff bekommst,
wäre zur Sicherheit auch eine Schutzbeschaltung vor dem
PC-Eingang denkbar.
Gruß Uwi

Hallo,

Für die Betrachtung elektrischen Ladungen ist das also
so, daß die Netzspannung im Gerät anliegt!
Außerdem hat das Audiogerät wohl keinen PE-Anschluß, oder?

meinst du mit PE einen Schukostecker, so hast du recht. Es ist ein billiger Eurostecker.

Der PC hat in jedem Fall einen PE-Anschluß (SchuKo).
Das Gehäuse liegt also auf dem Potential von PE (oder auch
nur NULL, wenn es eine sehr alte Elektroinstallation ist).

Dürfte eine ältere Installation sein (Schraubsicherungen).

Das deutet nun auf ein RC-Glied hin.
Die Kapazität wird über ein Widerstand aufgeladen.
Das Meßgerät hat einen Innenwiderstand von angenommenen
10 MOhm ? (typischer Wert für Digitalvoltmeter.)

stimmt.

Bei der Endspannung von 88V bleibt der restliche Spannungs-
abfall im Geräteinternen Leckwiderstand
-> ca.300V - 88V = ca. 210V
-> der interne Widerstand ist fast 3 mal größer als der
Innenwiderstand des DVM. Das wären also ca. 30 MOhm.
Das ist jedoch nicht gefährlich für den Menschen
(in einem Spannungsprüfer mit Glimmlampe sind nur
ca. 10MOhm als Vorwiderstand drin).
-> Mit der Entladezeit könnte man auch noch die Kapazität
abschätzen, die über die ca. 30MOhm aufgeladen wird.
Das könnten ca. 10-100 nF sein (das ist nicht viel).

Mein Multimeter hat dabei eine Frequenz von
ungefähr 400Hz angezeigt.

Das vergesse mal schnell. Die Signalform ist bei so hohem
Widerstanad etwas „vermanscht“ (kein reiner Sinus, sondern
von verschiedenen Störungen überlagert).
Da zeigt das Digitalgerät Müll an.

Hab ich mir fast gedacht.

Wenn ich das Antennenkabel ausstecke sinkt die Spannnung auf
25V und hat eine Frequenz von 500Hz.

Das bedeutet, daß das Antennenkabel einen erheblichen Teil
bringt. Das ist häufig so. -> Mantelstromfilter.

gibts da keine „Selbstbau“ möglichkeiten?
auch Schaltungen wären kein Problem.

Ich habe die Messungen mehrfach innerhalb von wenigen Minuten
wiederholt und immer die gleichen Ergebnisse erhalten.

Eine reproduziertbare Messung ist doch was schönes :smile:

jep.

Zuletzt noch zu den möglichen Ursachen:

  1. Netzteile sollen einen sichere Trennung von der
    Netzspannung bringen, diese haben aber einen endlichen
    Isolationswiderstand. Das Kabel selbst sowie Gerätechassis
    können als Kapazität dienen.

Ich trenne den Computer, wenn ich ihn nicht brauche immer kompklett vom Netz.

  1. Wechselspannungen (besonders bei Schaltnetzteilen) können
    auch kapazitiv eine Spannung einkoppeln.

kann ich das Verhindern. (MÖchte mir vielleicht sowiso ein neues kaufen).

  1. Potentialdifferenzen zwischen unterschiedlichen Nullleitern
    bzw. PE sind häufig anzutreffen (vor allem, wenn
    Netzversorgungen weit auseinander liegen).

Computer und Stereoanlage hängen am gleichen Stromkreis. Die Steckdosen sind ungefähr 5m Leitungslänge von einander Entfernt.

Falls Du Dein Problem nicht vollständig in den Griff bekommst,
wäre zur Sicherheit auch eine Schutzbeschaltung vor dem
PC-Eingang denkbar.

Was denkst du dir da?

Danke für deine schnelle Antwort.

Stephan

Hallo,

Für die Betrachtung elektrischen Ladungen ist das also
so, daß die Netzspannung im Gerät anliegt!
Außerdem hat das Audiogerät wohl keinen PE-Anschluß, oder?

meinst du mit PE einen Schukostecker, so hast du recht. Es ist
ein billiger Eurostecker.

Dann könnte es was bringen, wenn Du die hinteren
Gehäuseteile (Metall) an PE(Erde)anschließt oder noch besser
außen an das Gehäuse des PC mit anklemmts.

nur NULL, wenn es eine sehr alte Elektroinstallation ist).

Dürfte eine ältere Installation sein (Schraubsicherungen).

Damit meine ich eine Installation, bei der kein separater
PE-Leiter an die Steckdosen gezogen wurde. Statt dessen
ist in der Steckdose nur Schutzkontakt und Nullleiter
gebrückt. Diese Installationsart war früher üblich.

Das bedeutet, daß das Antennenkabel einen erheblichen Teil
bringt. Das ist häufig so. -> Mantelstromfilter.

gibts da keine „Selbstbau“ möglichkeiten?

auch Schaltungen wären kein Problem.

Ist sicher Möglich, lohnt aber nicht. Ich habe keine
Schaltung zur Hand.

Falls Du Dein Problem nicht vollständig in den Griff bekommst,
wäre zur Sicherheit auch eine Schutzbeschaltung vor dem
PC-Eingang denkbar.

Was denkst du dir da?

z.B. Widerstand in Reihe (ca. 1KOhm) mit nachgeschalteter Tranzorbdiode (5-10V) gegen Masse. Damit werden Spannungs-
spitzen zur PC-Masse abgeleitet. Diese Schaltung muß
aber fest am PC-Eingang angesteckt sein, bevor eine
externe Signaquelle angeschlossen wird.
Wenn die Laustärke durch den Widerstand zu sehr gedämpft
wird, kann er auch noch etwas kleiner gewählt werden
andernfalls kann er auch noch größer gemacht werden, wenn
noch keine Lautstärkeminderung feststellbar ist.
Zu Beachten, daß der Widerstand entsprechende
Spannungsfestigkeit haben muß.
Gruß Uwi

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Hallo,

nochmals danke für die prompte Antwort

Dann könnte es was bringen, wenn Du die hinteren
Gehäuseteile (Metall) an PE(Erde)anschließt oder noch besser
außen an das Gehäuse des PC mit anklemmts.

Pech es ist ein Plastickgehäuse , wo die einzigen Metallteile die äußeren Kontackte der Chinchstecker sind.

Damit meine ich eine Installation, bei der kein separater
PE-Leiter an die Steckdosen gezogen wurde. Statt dessen
ist in der Steckdose nur Schutzkontakt und Nullleiter
gebrückt. Diese Installationsart war früher üblich.

Ich glaube, daß ich da dann eine modernere Installation habe (der Steckdosentester zeigt korrekte Verkabelung für Schuko an).

Ist sicher Möglich, lohnt aber nicht. Ich habe keine
Schaltung zur Hand.

Was hälst du von dem Vorschlag den Drahtnetzmantel des Antennkabels zu erden?

z.B. Widerstand in Reihe (ca. 1KOhm) mit nachgeschalteter
Tranzorbdiode (5-10V) gegen Masse. Damit werden Spannungs-
spitzen zur PC-Masse abgeleitet. Diese Schaltung muß
aber fest am PC-Eingang angesteckt sein, bevor eine
externe Signaquelle angeschlossen wird.

An welchen Teil bei einem Stereoklinkenstecker muß ich mich denn da hängen?

Stephan

Ich glaube, daß ich da dann eine modernere Installation habe
(der Steckdosentester zeigt korrekte Verkabelung für Schuko
an).

Ich glaube, daß es bei der alten Installation auch so
wäre. Letzendlich wird PE und NULL immer zusammengeklemmt,
normalerweise aber im Klemmkasten (Sicherungskasten)
und nicht erst in der Steckdose.

Was hälst du von dem Vorschlag den Drahtnetzmantel des
Antennkabels zu erden?

Weis nich, ob es gut ist. Mal bei Fersehtechnikern anfragen.
Vermute, daß es nicht problematisch ist.

z.B. Widerstand in Reihe (ca. 1KOhm) mit nachgeschalteter
Tranzorbdiode (5-10V) gegen Masse. Damit werden Spannungs-
spitzen zur PC-Masse abgeleitet. Diese Schaltung muß
aber fest am PC-Eingang angesteckt sein, bevor eine
externe Signaquelle angeschlossen wird.

An welchen Teil bei einem Stereoklinkenstecker muß ich mich
denn da hängen?

Geschützt werden müssen die beiden inneren Kontakte
bzw. die entsprechenden Kontakte in der Buchse am PC.
Der äußerste ist die gemeinsame Masse, die am PC
auf Masse (Gehäuse) liegen sollte (kann man nachmessen).
Gruß Uwi