Hallo,
hab schon die Diskusion im Brett Computer/Audio verfolgt.
Die Meinungen sind recht differenziert und auch ich kann
aus der Ferne nicht genau sagen, welche exakte Quelle
die „Hochspannung“ hat.
Deshalb erst mal was zu den Sympomen und Meßergenissen.
Vorsicht Mehrfachposting (Audio + Hardware + Elektronik)
Hi
Ich habe heute meinen Stereoanlage wieder von der Soundkarte
(SB Live Player 1024) abgesteckt und dabei einen elektrischen
Schlag bekommen. Die Stereoanlage war aus (Hing am Netz war
aber ausgeschaltet [ungefähr wie StandBY]).
Für die Betrachtung elektrischen Ladungen ist das also
so, daß die Netzspannung im Gerät anliegt!
Außerdem hat das Audiogerät wohl keinen PE-Anschluß, oder?
Der Computer war eingeschaltet.
Der PC hat in jedem Fall einen PE-Anschluß (SchuKo).
Das Gehäuse liegt also auf dem Potential von PE (oder auch
nur NULL, wenn es eine sehr alte Elektroinstallation ist).
Das Kabel ist ein 3 m Verbindungskabel mit 3,5mm
KLinkenstecker (Soundkarte Rear Out) und 2 Chinch-Steckern
(Aux In Stereoanlage).
Als ich nachher (ca. 2 min) probierte, ob es an einer
statischen Aufladung liegen könnte und deshalb mit dem
Klinkenstecker zum Computergehäuse gefahren bin ist bereits
kurz vor dem Gehäuse (keine Berührung) ein Funken
übergesprungen. (ca 0.5 - 1 mm).
Angenommen, da liegt „aufgeladene Netzspannung“ an
-> Spitzenspannung über 300V. Das macht scho einen
gut sichtbaren Funken
Ich habe bisher keine
Probleme gehabt (Brummen oder ähnliches) auch der Anschluß
funktioniert immer noch.
Ich habe dann die Spanung zwischen Computer und
Verbindungskabel gemessen und bei angestecktem Antennenkabel
(für Radio, hängt am Kabelnetz) eine Spannung von über 300V,
die dann innerhalb ~3 sec. auf ziemlic konstante 88V gefallen
ist, gemessen.
Das deutet nun auf ein RC-Glied hin.
Die Kapazität wird über ein Widerstand aufgeladen.
Das Meßgerät hat einen Innenwiderstand von angenommenen
10 MOhm ? (typischer Wert für Digitalvoltmeter.)
Bei der Endspannung von 88V bleibt der restliche Spannungs-
abfall im Geräteinternen Leckwiderstand
-> ca.300V - 88V = ca. 210V
-> der interne Widerstand ist fast 3 mal größer als der
Innenwiderstand des DVM. Das wären also ca. 30 MOhm.
Das ist jedoch nicht gefährlich für den Menschen
(in einem Spannungsprüfer mit Glimmlampe sind nur
ca. 10MOhm als Vorwiderstand drin).
-> Mit der Entladezeit könnte man auch noch die Kapazität
abschätzen, die über die ca. 30MOhm aufgeladen wird.
Das könnten ca. 10-100 nF sein (das ist nicht viel).
Mein Multimeter hat dabei eine Frequenz von
ungefähr 400Hz angezeigt.
Das vergesse mal schnell. Die Signalform ist bei so hohem
Widerstanad etwas „vermanscht“ (kein reiner Sinus, sondern
von verschiedenen Störungen überlagert).
Da zeigt das Digitalgerät Müll an.
Wenn ich das Antennenkabel ausstecke sinkt die Spannnung auf
25V und hat eine Frequenz von 500Hz.
Das bedeutet, daß das Antennenkabel einen erheblichen Teil
bringt. Das ist häufig so. -> Mantelstromfilter.
Ich habe die Messungen mehrfach innerhalb von wenigen Minuten
wiederholt und immer die gleichen Ergebnisse erhalten.
Eine reproduziertbare Messung ist doch was schönes 
Zuletzt noch zu den möglichen Ursachen:
- Netzteile sollen einen sichere Trennung von der
Netzspannung bringen, diese haben aber einen endlichen
Isolationswiderstand. Das Kabel selbst sowie Gerätechassis
können als Kapazität dienen.
- Wechselspannungen (besonders bei Schaltnetzteilen) können
auch kapazitiv eine Spannung einkoppeln.
- Potentialdifferenzen zwischen unterschiedlichen Nullleitern
bzw. PE sind häufig anzutreffen (vor allem, wenn
Netzversorgungen weit auseinander liegen).
Falls Du Dein Problem nicht vollständig in den Griff bekommst,
wäre zur Sicherheit auch eine Schutzbeschaltung vor dem
PC-Eingang denkbar.
Gruß Uwi