es geht um die Abrechnung der Elektroenergie. Einige Verbraucher haben da recht große Unterschiede zwischen Wirk- und Blindleistung. Meine PC-Anlage z.B. nimmt 104 W Wirkleistung, aber 135 VA kapazitive Blindleistung auf. WAS davon kommt denn auf dem Stromzähler zur Abrechnung? Meine Suche im Netz ergab gegensätzliche Aussagen. Meist aber, dass in Privathaushalten Blindleistung gar nicht berechnet wird. Wenn die Blindleistung aber doch berechnet wird, dann haben einige Verbraucher trotz Netzschalter ja doch einen nicht unerheblichen Verbrauch, weil z.B. Strörschutzkondensatoren VOR dem Netzschalter eine kapazitive Grundlast erzeugen.
Kann mich mal jemand kurz über die Abrechnung im Privathaushalt aufklären?
Dankkeschön
wie schon gesagt, in Haushalten wird Blindleistung nicht erfasst, der technische Aufwand würde sich nicht lohnen. Das geht vielmehr umgekehrt: zu grosse Blindanteile sind schlicht verboten, definiert wird das glaube ich über cos Phi > 0.8. Daher das Bestreben, Blindleistungsanteile überall zu vermeiden, der Begriff dazu PFC = Power Factor Correction. Das ist besonders wichtig für gleichrichtende Netzteile und Vorschaltgeräte für Leuchtröhren.
Da die Vorschrift für den gesamten Haushalt gilt, ist dein Computernetzteil nicht von vornherein unzulässig, aber jedenfalls schlechte Qualität. Würdest du insgesamt zu viel Blindleistung verbrauchen, könnte dich der Versorger nach den Lieferbedingungen auffordern, das abzustellen.
Wie kann er das merken? Registriert das der Zähler?
Hallo Micha,
da brauchst du dir keine Sorgen machen, normalerweise lohnt es sich nicht, Haushalte zu überprüfen. Bei einer Fabrik oder einem Bürohochhaus ist das was anderes.
Der Versorger kann natürlich an irgendeiner zugänglichen Stelle der Leitungen den cos Phi messen, und wenn ihm der zu hoch ist, kann er der Frage nachgehen, welcher Kunde dafür verantwortlich ist. Die Blindleistung wird ja wie gesagt nicht erfasst und berechnet, verursacht aber in den Zuleitungen einen Spannungsabfall, und an der Stelle kostet sie den Versorger Geld. Sonst könnte ihm das ganze ja egal sein (dann würde es aber die Stromerzeuger treffen).
wie schon gesagt: die Blindleistung wird nicht gezählt. Ein normaler Haushaltszähler kann das auch gar nicht.
Erst bei großen Blindleistungsanteilen in z.B. großen Gebäuden oder industriellen Anlagen wird die Blindleistung gemessen bzw. muss kompensiert werden. Denn: Der Blindstrom belastet auch die Leitungen, erzeugt dort also auch Verluste! Deswegen sind in größeren Beleuchtungsanlagen mit Leuchtstoffröhren auch Kondensatoren in den Lst-Fassungen. Ansonsten erzeugen Lst einen ziemlich miesen cos phi, 0,5 oder so.
Das Kraftwerk selbst wird nicht belastet (außer in den verlustbehafteten ohmschen Teilen), die Energie pendelt nur zwischen Generator und Verbraucher hin und her.