Student mit Freundin eine Eigentumswohung kaufen?

Hallo an Alle,

Ich wollte mir mal ein paar Meinungen anhoeren zum Thema Wohnung kaufen oder mieten.

Ich bin Student und wollte mit meiner Freundin jetzt zusammen ziehen. Wir haben noch mindestens 5 Jahre Studium vor uns, das waere also die minimale wohnzeit in der wohnung, denke aber werden etwas laenger (ca 7 Jahre+X) bleiben.

Eine 3-Zimmer-Wohung nach unseren Vorstellungen wuerde etwa 80.000 Euro Kaufpreis kosten (plus gebueheren, makler, etc.), Kaltmiete etwa 400 Euro bei vergleichbaren Wohnungen.

Die Frage ist nun, in wie fern sich so ein Kauf lohnt, da wir nicht wirklich ueber eigenkapital verfuegen. Koennten uns sicherlich von der Familie guenstig geld leihen. Ausserdem haben wir beide jeweils einen Bausparvertrag, allerdings noch nicht zuteilungsreif, ueber 20000 und 12000 Euro

Konkrete Fragen waeren nun:

  • Ist eine Eigentumswohnung zu empfehlen, wenn man kein Eigenkapital und nicht bombastisches Einkommen hat?
  • Ist es so, dass man monatlich dann mehr an die Bank und Nebenkosten zahlt, als man es bei einer Miete an den Vermieter und Nebenkosten zahlen wuerde?
  • Ich habe gelesen, dass die Miete ja normalerweise mit der Zeit steigt, waehrend das bei nem kredit ja nicht der fall waere. Stimmt das?
  • Dann hab ich aber auch gelesen dass der Wert der Wohnung ja sinken koennte, falls man die dann wieder verkaufen will (was wir dann hoechstwahrscheinlich vor haetten). Ist ne 3-Zimmerwohnung in Uninaehe da so gefaehrdet mit Preisfall?
  • Wie ist das wenn ich nach 5 Jahren die Wohnung wieder verkaufen will und die nicht unbedingt an Wert verloren hat. Hab ich dann trotzdem ein schlechtes geschaeft gemacht durch die Zinsen bei der Bank?

Alles ist unter dem idealfall gedacht, dass wir einen Kredit bei der Bank bekommen und zusammen wohnen bleiben und ca 7 Jahre in der Wohnung selber wohnen, usw…

Danke fuer die Hilfe
Nils

Alles ist unter dem idealfall gedacht, dass wir einen Kredit
bei der Bank bekommen

Genau daran wird es scheitern. Kredite bekommt man nur, wenn man Erwerbseinkommen hat.

ja also meine Freundin hat ein Stipendium, wenn man so will also geregeltes Einkommen. Und ich kriege ne regelmaessige summe von meinen Eltern ueberwiesen…
Aber wuerde mich trotzdem mal interessieren, wenns am Kredit scheitern sollte, ist nichts zu machen. Aber die frage ist ja ob sich das gemaess dem falle lohnen wuerde…

Hallo Nils,

im Grunde ne klasse Idee, aber …

Ich bin Student und wollte mit meiner Freundin jetzt zusammen
ziehen. Wir haben noch mindestens 5 Jahre Studium vor uns, das
waere also die minimale wohnzeit in der wohnung, denke aber
werden etwas laenger (ca 7 Jahre+X) bleiben.

… das „erste“ zusammenziehen kann auch scheitern, das ist bei ner Mietwohnung schon ein Hickhack, beim Kauf erst recht.
Und ihr werdet vermutlich die Wohnung nicht in 7 Jahren abbezahlt
haben (Belastung 952.-Euronen/Monat !Ohne! Zinsen)

Eine 3-Zimmer-Wohung nach unseren Vorstellungen wuerde etwa
80.000 Euro Kaufpreis kosten (plus gebueheren, makler, etc.),
Kaltmiete etwa 400 Euro bei vergleichbaren Wohnungen.

Kommt auf die Region an, ortsüblich, Lage, Lage, Lage ?

Die Frage ist nun, in wie fern sich so ein Kauf lohnt, da wir
nicht wirklich ueber eigenkapital verfuegen. Koennten uns
sicherlich von der Familie guenstig geld leihen. Ausserdem
haben wir beide jeweils einen Bausparvertrag, allerdings noch
nicht zuteilungsreif, ueber 20000 und 12000 Euro

Wenn ihr mit den beiden Bausparverträgen und dem „guenstig“ von der Familie leihen auf die gesamte Summe kommt - bingo.

Konkrete Fragen waeren nun:

  • Ist eine Eigentumswohnung zu empfehlen, wenn man kein
    Eigenkapital und nicht bombastisches Einkommen hat?

Läßt sich kostenmäßig rechnen.

  • Ist es so, dass man monatlich dann mehr an die Bank und
    Nebenkosten zahlt, als man es bei einer Miete an den Vermieter
    und Nebenkosten zahlen wuerde?

Die Nebenkosten sollten bei beiden Fälle gleich sein.
Dem Vermieter zahlt ihr den Mietzins - der ist weg - dafür
wohnt ihr, der Vermieter ist für Instandhaltung etc. zuständig.
Der Bank zahlt ihr Tilgung + Zins, der Zins ist weg, die
Tilgung geht quasi in eure Tasche, wenn ihr den den Kredit über
die gesamte Laufzeit bedienen könnt.

  • Ich habe gelesen, dass die Miete ja normalerweise mit der
    Zeit steigt, waehrend das bei nem kredit ja nicht der fall
    waere. Stimmt das?

Im Prinzip ja, aber nicht vorauszusagen.

  • Dann hab ich aber auch gelesen dass der Wert der Wohnung ja
    sinken koennte, falls man die dann wieder verkaufen will (was
    wir dann hoechstwahrscheinlich vor haetten). Ist ne
    3-Zimmerwohnung in Uninaehe da so gefaehrdet mit Preisfall?

Oder man sie nicht verkaufen könnte, weil keine Nachfrage,
kein Käufer, oder, oder, oder,…
DU kaufst ne Wohnung, DU trägst das Risiko,
der Preis könnte auch steigen und du machst Gewinn.

  • Wie ist das wenn ich nach 5 Jahren die Wohnung wieder
    verkaufen will und die nicht unbedingt an Wert verloren hat.
    Hab ich dann trotzdem ein schlechtes geschaeft gemacht durch
    die Zinsen bei der Bank?

Wenn das was die Wohnung mehr wert wurde (und du durch den Verkauf
auch tatsächlich erlösen konntest) mehr ist als das
was du an Zinsen an die Bank bezahlt hast (zuzüglich
aller Gebühren, Renovierungskosten, etc. ), hast du
ein gutes Geschäft gemacht.

Alles ist unter dem idealfall gedacht, dass wir einen Kredit
bei der Bank bekommen und zusammen wohnen bleiben und ca 7
Jahre in der Wohnung selber wohnen, usw…

Das wird das größte Problem werden, die Bank wird euch vermutlich
keinen Kredit geben. Aber fragen kostet nix.

Eine andere Möglichkeit: deine Eltern kaufen die Wohnung,
und du/ihr erhältst anstatt „Miet“-unterstützung, ein Wohnrecht.
Dazu am besten Steuerberater konsultieren.

Liebe Gruesse
Ralf

Hi erstmal,
Erwerbseinkommen definniert sich für eine Bank niemals (!) aus einem Stipendium!!! Hier ist immer arbeitseinkommen gefragt. Und zwar so viel daß Ihr neben Euren Lebenhaltungskosten die Bewirtschaftung der Immobilie und Eurer Lebenshaltung bestreiten könnt. Dabei bleiben auch solche zusätzlichen Einkommen, wie z.B. Zuschüsse der Eltern, Semesterjobs o.ä. immer unberücksichtigt.
Ihr müsstet also „round about“ mit einem festen Einkommen kalkulieren von 800 Euro Lebenshaltung (zzgl. evtl. Kreditraten) + rd.200 Euro Bewirtschaftung und ab ca. 400-500 Euro Darlehensrate (Laufzeit kalkuliert 34 Jahre!). Sprich - mind. 1.400 € , und das aus einem festen Arbeitsverhältnis.

Einzige, an diesem Punkt realistische Möglichkeit: Die Eltern kaufen eine Wohnung und vermieten die dann an Euch. Das kann sich rechnen.

Ehrlich ? Lasst es lieber sein und testet Euer Zusammenleben erst mal aus.

Viele Grüße

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Hi

ja also meine Freundin hat ein Stipendium, wenn man so will
also geregeltes Einkommen. Und ich kriege ne regelmaessige
summe von meinen Eltern ueberwiesen…

Das alles zählt für eine Bank nicht als Einkommen.

Aber wuerde mich trotzdem mal interessieren, wenns am Kredit
scheitern sollte, ist nichts zu machen. Aber die frage ist ja
ob sich das gemaess dem falle lohnen wuerde…

Ich denke nicht, daß es sich lohnt. An Eurer Stelle würde ich das Geld, das Ihr monatlich für die Kreditraten bezahlen wollt, in irgendeine Sparform stecken. Damit würdet Ihr Euch erstens Eigenkapital schaffen und zweitens wird sich im Laufe der Zeit rausstellen, ob Eure Beziehung überhaupt andauert und sich daher eine ETW wirklich lohnt.

Gruß
Edith

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Nebenkosten
Hallo,

hier eine kleine, aber wichtige Korrektur:

Die Nebenkosten sollten bei beiden Fälle gleich sein.

Nein, stimmt so nicht.

Zusätzlich zu den Nebenkosten, die ihr als Mieter zu tragen habt, kommen die Kosten, die ein Vermieter nicht auf seine Mieter umlegen kann, die ihr also als Eigentümer selbst bezahlen müßt. Das kommt im Einzelfall auf den individuellen Mietvertrag an, betrifft aber IMMER die Verwaltergebühr und die Instandhaltungsrücklage. Wie hoch dieser Betrag ist, hängt eng zusammen mit der Größe der Wohnanlage, dem Alter, dem Instandhaltungszustand usw., man kann hierzu keine pauschale Antwort geben. Man findet die Angabe aber im Wirtschaftsplan des Objekts.

Dazu kommt noch das Risiko von Sonderumlagen - die können je nach Objekt auch mal mehrere Tausender ausmachen, und da fragt keiner, ob ihr euch das leisten könnt.

Grundsätzlich wird eine Finanzierung über die Bank aber sowieso scheitern. Laßt die Finger davon, es ist eine Schnapsidee.

Viele Grüße
Insel

Da gebe ich Edith recht, aber um Deine Frage zu beantworten:

Unabhängig von den Betriebs/Nebenkosten, die ein Vermieter euch via der Betriebskostenabrechnung aufladen würde ist die Rechnung eigentlich folgender massen:

Mieter:
Miete+Betriebskosten+Nebenkosten = monatlicher Aufwand

Eigentümer:
Zinsen+Betriebskosten+Nebenkosten+Instandhaltungsrücklage+Tilgung = mon. Aufwand

Verkürzt gesagt:
Miete > Zinsen+Instandhaltungsrücklagen
Dann könnte es sich rechnen (nur habt ihr weniger Geld zur Verfügung, weil Ihr ja Tilgen müßt)
Ob es sich wirklich rechnet… Hängt von der Mietentwicklung, Zinsätze (Verloren Guthabenzinsen des Eigentkapital z.B.) und den Wiederverkaufswert des Objektes

Bei Stiftungwarentes gibt es eine Exceltabelle mit der man das ausrechnen kann.

Jetzt müßt Ihr Ausrechnen ob es sich lohnt, ABER
a) Falls ihr Geld von der Bank bekommt, dann zu schlechten Konditionen
b) So früh in einer Beziehung sich so einen Klotz an das Bein zu heften, kann eine Beziehungskiller werden, also das ist träumerei.

WAS Hingegen klappen kann:
Eltern Kaufen Wohnung und vermieten diese an Euch! Da ist das Geld genausowenig futsch, aber es kann klappen.

Sonniges WE noch
Andreas

Hallo an Alle,

Ich wollte mir mal ein paar Meinungen anhoeren zum Thema
Wohnung kaufen oder mieten.
…haben wir beide jeweils einen Bausparvertrag, allerdings
noch nicht zuteilungsreif, ueber 20000 und 12000 Euro

Auf zuteilungsreifen Bausparvertraegen sitzt es sich gemuetlicher, geht auch jahrelang. Einzahlen?

  • Ist eine Eigentumswohnung zu empfehlen, wenn man kein
    Eigenkapital und nicht bombastisches Einkommen hat?

Es duerfte kein Kredit zu bekommen sein, wurde ausgefuehrt
Ansonsten lohnt Wohneigentum in Zeiten, in denen Kaufpreise steigen und Mieten wie Gehaelter auch.

  • Ist es so, dass man monatlich dann mehr an die Bank und
    Nebenkosten zahlt, als man es bei einer Miete an den Vermieter
    und Nebenkosten zahlen wuerde?

Bei den langjeahrig gemittelten 6,xx Prozent Hypothekenzinsen ist Mieten immer guenstiger gewesen als Kaufen, auf kurze Sicht von einigen Jahren. Rechnet man ueber 30 oder mehr Jahre, sollte Kaufen guenstiger werden, doch auch nicht immer und ueberall. Nebenkosten fressen den Vorsprung vlt auf, wie Verwalter, Aufzug zB., dazu Reparaturen.
Bei heutigen geringen Zinsen lohnt Kaufen schon eher, doch fast nie dierkt in den ersten Jahren.

  • Ich habe gelesen, dass die Miete ja normalerweise mit der
    Zeit steigt, waehrend das bei nem kredit ja nicht der fall
    waere. Stimmt das?

Bei einer Inflationssitualtion werden die spaeteren Zinsen ,it wertloserem Geld zurueckgezahlt, anders bei der Miete, die steigt (meist) mit der Inflation mit. Stimmt also, vereinfacht.

  • Dann hab ich aber auch gelesen dass der Wert der Wohnung ja
    sinken koennte, falls man die dann wieder verkaufen will (was
    wir dann hoechstwahrscheinlich vor haetten). Ist ne
    3-Zimmerwohnung in Uninaehe da so gefaehrdet mit Preisfall?

Weiss mans? Risiko - und Chance. Wenn alle Wohnungen 10 Prozent teurer wuerden, waere ein Zuwachs ohne Arbeit zu verbuchen.

  • Wie ist das wenn ich nach 5 Jahren die Wohnung wieder
    verkaufen will und die nicht unbedingt an Wert verloren hat.
    Hab ich dann trotzdem ein schlechtes geschaeft gemacht durch
    die Zinsen bei der Bank?

Wenn die Kosten hoeher waren als beim Mieten. Alle Kosten, auch die Kaufnebenkosten. Bei 13 Prozent (angenommen) sind das allein 2 Jahresmieten. 5 Jahre sind ein sehr kurzer Zeitraum.

…Student mit Freundin

Wenn zwei die Wohnung kaufen, gehoert sie (meist, je nach Vertrag) beiden zur Haelfte. Der Wohnungskredit wird dagegen normalerweise gesamtschulnerisch abgeschlossen. Kann einer nicht mehr, zahlt der andere Alles an die Bank weiter.

Nils

Gruss Helmut

Hallo,

also erst einmal vielen vielen Dank an all die Beitraege! Haben bisher schon viel weitergeholfen…

Zur Partnerschaft: Es ist natuerlich richtig, dass das ein weiteres grosses risiko birgt. Aber wir haben schon 7 erfolgreiche jahre zusammen durchgestanden, deswegen halte ich das fuer eher unwahrscheinlich dass so ein „klotz am bein“ fuer uns da einen beziehungskiller darstellen wuerde. Aber selbstverstaendlich ist das ein weiteres risiko dass man beim kauf eingeht und wenn man nachher nicht mehr zusammen lebt aber trotzdem sone wohnung am hals hat, ist das nicht schoen…

zum Kredit: Die Idee, dass die Eltern den Kredit aufnehmen finde ich ausgesprochen gut. Das werde ich mal ansprechen…

Trotzdem ist aber meine wirklich frage nicht so richtig geklaert. Lohnt sich das ganze oder ist es doch eher eine „schnapsidee“ :smile: ??

Ich denke halt dass zur zeit die Zinslage einfach perfekt ist eine grosse investition zu taetigen. und dann ist frueher immer besser als spaeter… Wenn ich dran denke dass meine eltern fuer ihr haus damals einen kredit mit 12 % zinsen aufgenommen haben… und beim sparen kriegt man durch den niedrigen leitzins ja auch nicht wirklich viel rendite.

Ausserdem wohnt es sich in den „eigenen“ vier waenden ja immer besser :smile: Ich kann halt nur nicht abschaetzen wie das mit eigentumversammlung und mit den reperaturzahlungen, hoeheren nebenkosten, usw. alles dann doch nicht so rosig ist…

Was ich auch ueberhaupt nicht ueberblicken kann, ist die preisentwicklung… Ich denk ja immer ne wohnugn in uninaehe wird auch in 10 oder 20 oder 30 jahren noch interessant sein (fuer studenten naemlich…) also kann die doch nur in seltenen faellen an wert verlieren. und ne 3 zimmerwohnung waere ja auch bestimmt was was man wieder los wird, falls man das denn will…

naja… also ich bin weiterhin sehr dankbar fuer anregungen und meinungen!
danke euch

Nils

Hallo!

Die letze Antwort habe ich irgendwie an der falschen Stelle platziert, aber in der Zwischenzeit hat sich einiges getan.

Also meine Eltern würden einen Kredit aufnehmen für den ich dann bezahle. Meine Freundin würde mir dann eine monatliche Miete zahlen, also selbs wenn das auseinander gehen würde, müsste ich einfach einen Nachmieter suchen, der mir diese Miete dann weiter zahlt…

Das Problem mit dem Eigenkapital bleibt jedoch. Ich selbst hab wie gesagt nichts und meine Eltern würden ihr angespartes auch nicht gerne für mich hergeben :smile: Also nun die Frage, lohnt sichs oder nicht? Was muss ich beachten bei der Suche? Lage ist klar… dann ob Reperaturen erst kürzlich gemacht wurden? Ist das eigentlich besser ein Haus mit Baujahr 2000 was seit dem nicht renoviert wurde. Oder ein Haus Baujahr 1955 was 2007 komplett renoviert und isoliert wurde, neues dach usw… ???

Mal angenommen, man würde nach 7 Jahren in dieser gekauften Wohnung eine größere Wohnung oder ein Haus kaufen wollen, macht man dann Verlust wenn man die vorherige Wohnung verkauft?? Also gemäß dem Fall dass der Preis für die Wohnung gleich bleibt und man sie loswird…

Vielen Dank
nils