Studie: Zu viel Auswahl=keine Entscheidung

Huhu!

Ich habe letztens irgendwo in nem Nebensatz von der Tatsache gelesen, dass es „bewiesen“ sei, dass aus einem Regal, welches z.B. nur drei Sorten Marmelade beinhaltet, mehr gekauft wird, als aus einem Regal, das zehn verschiedene Sorten anbietet - weil die große Auswahl einen so überrollt, dass man sich lieber gegen alles als für eines entscheidet.

Gibt es diese oder eine ähnliche Studie? Wo finde ich die? „Verkaufspsychologie“ ist wohl ein weiter Begriff. Falls ich bei den Marketingleuten besser aufgehoben bin, möge man mich verschieben, aber ich bin an der möglichst wissenschaftlichen Studie interessiert, die sicherlich im psychologischen Rahmen lief, oder?

Liebe Grüße
Lockenlicht

Fehlstudie
Moin, Lockenlicht,

Ich habe letztens irgendwo in nem Nebensatz von der Tatsache
gelesen, dass es „bewiesen“ sei, …

das halte ich für ein Gerücht. Wenn dem so wäre, dann gäbe es längst keine Kühlregale mehr, in denen von jeder Sorte etwa 45 Varianten stehen. Es gibt sie aber, sie werden immer mehr, und die Becher werden immer ähnlicher - glaub mir, ich hatte gerade den Auftrag, Joghurt „Espresso“ zu besorgen.

Gruß Ralf

Also für so unwahrscheinlich halte ich das gar nicht mal.

Ich kenne das von mir schon, dass ich eher „aufgebe“, je mehr Auswahl ich habe. Vorrausgesetzt, ich suche nicht von vornherein schon eine bestimmte Marke.

Womit ich nun nicht sagen will, dass ich überzeugt bin, dass es eine Studie darüber gibt und die Aussage so oder so ist/stimmt.

Huhu Lady,
weiß leider nicht, welche Studie es ist, habe es aber auch gelesen, ich meine, es war ein kurzer Artikel im August oder September in der Zeitschrift, die einmal die Woche (freitags?) in der Süddeutschen liegt!
Karl

Moin, Lockenlicht,

Also für so unwahrscheinlich halte ich das gar nicht mal.

ich schon, weil Vertriebsleute im Supermarkt (nur dort stellt sich die Frage) die ersten wären, die solche Erkenntnisse in die Praxis umsetzen würden, wenn es sie denn gäbe.

Gruß Ralf

Hallo!

Ich habe letztens irgendwo in nem Nebensatz von der Tatsache
gelesen, dass es „bewiesen“ sei, dass aus einem Regal, welches
z.B. nur drei Sorten Marmelade beinhaltet, mehr gekauft wird,
als aus einem Regal, das zehn verschiedene Sorten anbietet

Es gibt Studien dazu, daß die Entscheidung länger dauert und denjenigen, der entscheiden muss, deutlich mehr anstrengt - ob das in der Konsequenz dazu führt, daß weniger gekauft wird, weiß ich nicht.

Hier ist ein Artikel darüber:

http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-b264-4db4-afd0-2…
http://www.amazon.de/Anleitung-zur-Unzufriedenheit-w…

Die Gegenthese dazu ist ein bißchen die Theorie des „Long Tails“, bei der der Gesamtsumsatz durch Nischenprodukte steigt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Long_tail

Vermutlich gelten beide Theorien, nur eben für unterschiedliche Kaufsituationen: Der Long Tail, wenn man schon eine sehr konkrete Vorstellung hat, was man möchte (und sich freut, genau das zu finden), und die Theorie von Barry Schwartz, wenn man diese Vorstellung beim Kauf erst entwickeln muss.

Gruß,
Max

weil die große Auswahl einen so überrollt, dass man sich
lieber gegen alles als für eines entscheidet.

Gibt es diese oder eine ähnliche Studie? Wo finde ich die?
„Verkaufspsychologie“ ist wohl ein weiter Begriff. Falls ich
bei den Marketingleuten besser aufgehoben bin, möge man mich
verschieben, aber ich bin an der möglichst wissenschaftlichen
Studie interessiert, die sicherlich im psychologischen Rahmen
lief, oder?

Liebe Grüße
Lockenlicht

Also für so unwahrscheinlich halte ich das gar nicht mal.

ich schon, weil Vertriebsleute im Supermarkt (nur dort stellt
sich die Frage) die ersten wären, die solche Erkenntnisse in
die Praxis umsetzen würden, wenn es sie denn gäbe.

Da unterstellst Du Vertriebsleuten im besonderen und Managern im allgemeinen eine hohes Maß an abstrakter Rationalität. Man beobachtet allerdings immer wieder, daß Erkenntnisse aus der Psychologie es eher schwer haben, sich gegen tradierte oder mit dem Gefühlen begründete Verfahren der Unternehmensführung dutrchzusetzen. Es gibt ja auch ziemlich deutliche Studien zu Mitarbeitermotivation, die kaum ein Manager wahrhaben will.

Es gibt die Theorie, daß der Erfolg von Aldi gerade in seinem minimalistischen Angebot liwegt:

===========
Frage: Gibt es Firmen, die anfangen einzusehen, dass sie besser nur fünf Marmeladen anbieten sollten statt 25?

Schwartz: Aldi ist eine der am schnellsten wachsenden Supermarktketten. Aldi bietet Ware zu niedrigen Preisen an, das ist ein Grund. Aber Aldi bietet auch nur eine begrenzte Auswahl an und das ist eine Attraktion. In den USA gibt es eine Kette,Trader Joe’s, die ist etwas teurer als Aldi, aber auch mit einer sehr begrenzten Auswahl – und das ist die am schnellsten wachsende Supermarktkette in den USA. Begrenzte Auswahl ist zu einer Attraktion geworden, nicht zu einem Nachteil. Dabei bin ich nicht mal sicher, dass die Leute das so ausdrücken und sagen könnten, es mache Spaß, in einem Geschäft einzukaufen, das mir keine 100 Müslisorten anbietet. Sie wissen nur, dass sie aus dem Geschäft kommen und sich besser fühlen, als wenn sie aus einem Megastore kommen.

http://www.bpb.de/files/KWRAY8.pdf

Lg,
Max

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Hallo Lockenlicht,

leider kenne ich diese Studie nicht.
Ich bedaure, dass ich an dieser Stelle ‚meinen Senf‘ dazugebe.

Ich HASSE es, wenn ich ein Waschpulver für 60 Grad - normal verschmutzer Buntwäsche - suche, und 25 Sorten zur Auswahl angeboten bekomme. Ich gehe davon aus, dass alle 25 Sorten diese Aufgabe gut bewältigen. Mein Part ist, die Preise zu vergleichen und zu hoffen, dass das preisgünstigste Produkt meine Klamotten nicht in Kürze verdirbt.

Oder der Vanille-Joghurt. In unserem Supermarkt gibt es 6 zur Auswahl von verschiedenen Firmen. Ich lasse sie stehen, und kaufe ihn in unserem ‚Tante-Emma-Laden‘. Da gibt es nur eine Sorte und die schmeckt mir. Es juckt mich nicht, ob andere NOCH besser schmecken.

Was noch hinzukommt: bei Buffets mit einer Riesen-Auswahl habe ich schlagartig keinen Hunger mehr.

Wenn es über solche komischen Leute wie mich eine Studie gäbe, wäre ich sehr daran interessiert, sie zu kennen.

LG Maralena