Studiengebühren

Hallo liebe Experten,

ein Aspekt, der in der immer wiederkehrenden Diskussion über Studiengebühren eigentlich nie zur Sprache kommt ist folgender:

Müssten alle Studenten die gleichen Studiengebühren bezahlen ? Weil, eigentlich wäre es ja nicht fair, wenn ein Medizinstudent, dessen Studiengang heue fast die Hälfte (48 %) der gesamten Kosten einer Universität verursacht, genauso viel Studiengebühren entrichten müsste als ein Wirtschaftswissenschafticher oder Jurist, dessen Studiengang bei weitaus größeren Studentenzahlen nur ein Sechstel der Gesamtkosten verursacht. Dann würden ja die BWL, VWL, Jura etc. Studenten die Medizinstduenten quersubventionieren und das dürfte ja eigentlich nicht sein, weil die Studiengebühren ja die Kosten für eine Leistung sind, und wenn dem so ist kann es doch nicht sein dass ich mit meinen Gebühren die Leistungen eines anderen zu einem guten Teil mitfinanziere, oder ?

Grüße

Bernd

Moin Bernd!

Ist wirklich ein interessanter Punkt!

Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass tatsächlich darauf eingegangen wird.
Schau in anderen Bereichen, da ist es auch nicht anders.

Beispiel All-Inclusive-Urlaub:
Frage: Wer isst mehr?
Ein 1,90 m grosser und stämmiger Mann oder seine zierliche Frau, 1,58 m gross und spindeldürr?
Wahrscheinlich der Mann.
Trotzdem zahlen beide den gleichen Preis.

Ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber in vielen Fällen liegt eine Kalkulation zugrunde, die insgesamt gesehen so berechnet ist, dass alles davon bezahlt werden kann.

Anderes Beispiel: Autoversicherung
Natürlich hat man hier die Prozente, aber auch dabei passt es halt nicht immer.
Mein Renault ist ziemlich hoch eingestuft. Hab mal gefragt warum. Die Antwort war, dass Ersatzteile und Werkstattkosten für frz. Autos eben höher liegen als bei einigen anderen Autos.
Es wird also davon ausgegangen, dass ich mein Auto in die Vertragswerkstatt bringe und nur die Originalersatzteile verwende.
Stattdessen kann ich einiges noch selbst machen und Nachbauteile sind oft günstiger und haben die gleiche Qualität als Originalteile.
Ich zahle also für die Leute mit, die das nicht können bzw. sich nicht die Finger schmutzig machen wollen und auf dem (meiner Meinung nach falschen) Standpunkt stehen, dass nur überteuerte Originalersatzteile ans Auto sollten.
Nervt mich auch irgendwie.

Natürlich ist das nicht fair, weil der eine für den anderen mitzahlt und selbst vielleicht seine Gebühr gar nicht voll auskostet.

Die Frage wäre aber, ob nicht der Verwaltungsaufwand für verschiedene Gebührenstufen wieder immense Zusatzkosten verschlingen würde.
So wie ich bisher die Verwaltungsstruktur der Unis, die ich kenne, erlebt habe, würde ich sagen eindeutig ja!

Gruss
Lanzelot

Hallo Bernd,

bin zwar kein so großer Experte, was Studiengebühren betrifft, aber so viel ich weiß, gehen die Studiengebühren vor allem für die allgemeinen Verwaltungskosten der Uni drauf, Mensa, AStA, etc. Daher ist es berechtigt, dass jede® Student(in) den gleichen Betrag bezahlt.
Die weiteren Gelder besorgt sich eine Uni meistens vom Land in Form von Subventionen, Zuschüssen oder was auch immer. Von den Studiengebühren allein kann eine Uni nicht bestehen.

Gruß

Christina

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Hallo Bernd,

Müssten alle Studenten die gleichen Studiengebühren bezahlen ?

Wenn, dann wäre das höchstwahrscheinlich auch gar nicht so, da Gebühren in Deutschland in der Regel nach dem Kostendeckungsprinzip erhoben werden. Das heißt, es würde berechnet werden müssen, was der Student vermutlich an Kosten verursachen würde etc.

Das Äquivalenzprinzip hat sich jedenfalls als unbrauchbar herausgestellt.

Aber, wer weiß? Vielleicht gibt es ja auch gar keine Studiengebühren?

Viele Grüße
Jana

Hallo Christina,

leider bekommt die Uni garnichts von den sogenannten „Studiengebühren für Lanzeitstudierende“ (zumindest in B.-W.), nur der normale Beitrag von rund 50€ landet irgendwo bei den Unis. Die eigentliche Studiengebühr bekommt das Land und da ist nicht unbedingt eine Weitergabe an Bildungsstätten geplant.

Gruß
Julia

Hallo Lanzelot,

Beispiel All-Inclusive-Urlaub:
Frage: Wer isst mehr?
Ein 1,90 m grosser und stämmiger Mann oder seine zierliche
Frau, 1,58 m gross und spindeldürr?
Wahrscheinlich der Mann.
Trotzdem zahlen beide den gleichen Preis.

Ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber in vielen Fällen
liegt eine Kalkulation zugrunde, die insgesamt gesehen so
berechnet ist, dass alles davon bezahlt werden kann.

Sicherlich arbeitet der Reiseveranstalter in dem von dir genannten Beispiel mit einer Mischkalkulation. Allerdings hat das damit zu tun, dass er im Vorhinein nicht wissen kann welche Kosten jeder Urlauber verursachen wird, weil er eben nicht weiß wer viel ist und wer weniger. Und vielleicht ist das zierliche Persönchen ja mit einer guten Schilddrüse ausgesattet und sie kann Essen was sie will und wird nicht dick und der stämmige 1,90m Mann achtet sehr auf seine Ernährung *g*

Was ich damit sagen will : An einer Universätt weiß ich recht genau welche Kosten pro Studiengang anfallen, dass heißt wie viele Professoren ich bezahlen muss, wie viele Apparaturen, wie viele Labore et cetera. Und dementsprechend kann ich dann die Gesamtkosten auf die Anzahl der Studienplätze verteilen.

Anderes Beispiel: Autoversicherung
Natürlich hat man hier die Prozente, aber auch dabei passt es
halt nicht immer.
Mein Renault ist ziemlich hoch eingestuft. Hab mal gefragt
warum. Die Antwort war, dass Ersatzteile und Werkstattkosten
für frz. Autos eben höher liegen als bei einigen anderen
Autos.
Es wird also davon ausgegangen, dass ich mein Auto in die
Vertragswerkstatt bringe und nur die Originalersatzteile
verwende.
Stattdessen kann ich einiges noch selbst machen und
Nachbauteile sind oft günstiger und haben die gleiche Qualität
als Originalteile.
Ich zahle also für die Leute mit, die das nicht können bzw.
sich nicht die Finger schmutzig machen wollen und auf dem
(meiner Meinung nach falschen) Standpunkt stehen, dass nur
überteuerte Originalersatzteile ans Auto sollten.
Nervt mich auch irgendwie.

Natürlich ist das nicht fair, weil der eine für den anderen
mitzahlt und selbst vielleicht seine Gebühr gar nicht voll
auskostet.

Auch hier ist es so, dass man im Vorhinein nicht weiß wie viel Kosten welcher Versicherungsträger verursachen wird und man infolgedessen die voraussischtliche Zahl auf alle verteilt. Allerdings gibt es auch hier schon Abstufungen, wie du selbst sagt, dass heißt nicht jeder zahlt das gleiche, sondern je nach Auto.

Die Frage wäre aber, ob nicht der Verwaltungsaufwand für
verschiedene Gebührenstufen wieder immense Zusatzkosten
verschlingen würde.
So wie ich bisher die Verwaltungsstruktur der Unis, die ich
kenne, erlebt habe, würde ich sagen eindeutig ja!

Ich weiß nicht, sooooo groß wäre der Aufwand ja auch nicht, man könnte ja z.B. für BWL, VWL, Jura etc., also Gruppen die in etwa den gleichen Aufwand haben, gleiche Gebühren verlangen, wenn das auch ein wenig dem von mir oben angesprochenen Ideal zuwider laufen würde, aber ich denke diese Abstriche wären zu vertreten :smile:

Grüße

Bernd