Studiengebühren

Bitte Alle mitmachen: Hi, das Thema Studiengebühren klopft lautstark an die Tür. Tatsächlich besteht die Möglichkeit, dass diese früher kommen als gedacht. Deswegen eilt zu folgender Homepage und tragt euch ein:
http://www.foruni.de/petition/
Es geht hier um den Versuch, 1.000.000 Stimmen zusammenzukriegen (das Ding ist jetzt bei ca. 112.000, also etwa 1/10) - es gibt da nämlich eine EU Richtlinie, wonach Petitionen, die von über 1.000.000 EU Bürgern unterzeichnet werden, vom Gesetzgeber nicht übergangen werden können. Spread the word! ___________________________ Bitte macht alle mit!

Wieso gegen ALLE Studiengebuehren?
Hi,

haette fast bei der Aktion mitgemacht, bin aber NICHT generell gegen ALLE Formen der Studiengebuehr. Kenne selber einige Langzeit-Null-Bock-Weiss-Nicht-Was-Ich-Will-Studenten, denen die Gebuheren sicherlich mal die Augen oeffnen wuerden.
Studiengebuehren muessen differenziert werden, denn ein Teil darf wirklich nicht sein, Studienplaetze blockierende Faulenzer sollen aber ruhig mal ein paar Taler fuer ihre Blockade abdruecken,

bye

Martin

Wer bist Du?
Hallo,

diese Seite sehe ich mir gar nicht erst an. Wieso bist Du gegen Studiengebühren?

Nimm doch mal folgendes an:

Die durch den Staat kostenlos zur Verfügung gestellte Ausbildung bedeutet de facto nichts anderes als einen Kredit an Dich, den Du durch Deine, als hoffentlich später gut ausgebildeter und steuerzahlender Akademiker, sukzessive zurückzahlst.

Bist Du nun ein nutzloser Langzeitstudent, zahlst Du diesen Kredit nie zurück und der Staat guckt in die Röhre. Diese Haltung entspricht zwar der Meinung vieler, ist aber in höchstem Maße unsozial. Lustigerweise sind besonders linke Gruppen an den Forderung nach kostenfreiem Studium beteiligt, auch für die Langzeitstudenten. Nun fußt aber gerade das linke Gedankengut auf Geben und Nehmen und wenn möglich auch noch kostenfrei. Von nur Nehmen ist da keine Rede.

Es gibt imho keine Rechtfertigung dafür das Studium zu subventionieren. Diejenigen die von Akademikern profitieren, sollen auch dafür zahlen. Unternehmen sollten in Lehrstühle investieren, der Staat in z.B. Verwaltungsakademien, etc. pp. Weg von der Subvention, hin zur Investition. Dann kann auch Druck auf die lehrenden gemacht und die Qualität der Lehre erhöht werden. Dann bildet sich die in Deutschland dringend benötigte Elite ganz von selbst.

Der Staat sollte für die Grundversorgung bei der Kinderbetreuung, Kindergärten, Grund-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien sorgen. Aus dem Rest darf er sich gerne raushalten.

Das nur in aller gebotenen Kürze zum Thema „ich will gefälligst studieren und nichts dafür zahlen“.

Gruß
C.

Ich kann mich den bereits gelesenen Meinungen nur anschließen. Obwohl ich mich damit in bestimmten Kreisen unbeliebt mache, finde ich Studiengebühren absolut gerechtfertigt. Dennoch müssen sie an die individuellen finanziellen Möglichkeiten angepasst werden. Damit kann man dann diesem Vorurteil, dass der Zugang zur Hochschule für finanzschwächere Studenten beschnitten würde, entgegenwirken.

Ich kann wirklich nicht verstehen warum sich gerade die Leute, die nun schon in ihrem 20. Semester und womöglich noch im 3. Studiengang sind, so darüber aufregen. Nach 12/13 Jahren freier Schulbildung hat der Staat doch wirklich mal genug getan, da muss nicht auch noch ein Studium für 10 Jahre finanziert werden. Obwohl ich verstehen kann, dass man vielleicht nicht gleich nach der Schule den richtigen Studiengang trifft und später vielleicht wechseln möchte, sollte man doch wenigstens versuchen möglichst „schnell“ zu studieren.

Studiengebühren halte ich für angemessen und vielleicht würden sie helfen, damit Studenten endlich nicht mehr als „Störfaktor“ im Universitätsbetrieb gesehen werden. Dann hätten Studenten auch endlich ein Recht auf ihre sogenannten Rechte zu pochen, kleinere Seminare und Vorlesungen und die nötigen Zusatzangebote wie das Sprachenzentrum oder den Unisport zu fordern. Allerdings kommen mit diesen Rechten eben auch Pflichten und in diesem Fall sind sie nunmal finanzieller Art.

Hallo Josef,

als ich vor Jahrzehnten studierte, hatte ich schon etliche Jahre Berufstätigkeit hinter mir und deshalb eine etwas andere Denkweise, als die Studenten, die damals regelmäßig gegen Leistungsdruck demonstrierend auf die Straße gingen. Es herrschte die Umsonst-Mentalität, etliche „Studenten“ waren nur wegen der billigen Krankenversicherung eingeschrieben, etliche Kandidaten dachten auch nach 20 Semestern noch längst nicht an ein Ende und mancher Prof saß seine Zeit bis zur Pension ab. Kaum eine Vorlesung, in der nicht etliche Studenten hockten und ungeniert ihrem Klönschnack nachgingen und dabei natürlich heftig störten. In solchem leistungsfeindlichen System sinkt das Niveau und werden Menschen um ihre Zukunft gebracht! Vermutlich träumen heute immer noch einige Unbelehrbare, man möge jedem seinen Abschluß geben und es mit der Leistung nicht so zerknittert sehen.

Der Student als „zahlender Kunde“ wird solche Zustände weder von Kommilitonen noch von Profs hinnehmen. Die alles verstopfenden Dauerstudenten werden zumindest deutlich weniger werden. Man kann von insgesamt steigendem Niveau ausgehen, was ich für dringend erforderlich halte.

Mit an Leistungsnachweise gekoppelter materieller Förderung bedürftiger Studenten wird niemand ausgeschlossen. Wenn die einzuführenden Studiengebühren den Hochschulen ungeschmälert zugute kommen, kann ich nur abgestellte Mißstände und kein Gegenargument entdecken.

Gruß
Wolfgang

Nix als Polemik
Hi!

Bist Du nun ein nutzloser Langzeitstudent, zahlst Du diesen
Kredit nie zurück und der Staat guckt in die Röhre. Diese
Haltung entspricht zwar der Meinung vieler, ist aber in
höchstem Maße unsozial. Lustigerweise sind besonders linke
Gruppen an den Forderung nach kostenfreiem Studium beteiligt,
auch für die Langzeitstudenten. Nun fußt aber gerade das linke
Gedankengut auf Geben und Nehmen und wenn möglich auch noch
kostenfrei. Von nur Nehmen ist da keine Rede.

Zunächst einmal die Thematik Studiengebühren auf der Seite gelassen, muss ich sagen, dass es mich ziemlich traurig macht, wenn hier die „Wertigkeit“ eines Menschen einzig daran festgemacht wird was er in Euro und Cent für die Gesellschaft leistet.
Ein Student der aus irgendwelchen Gründen länger braucht wird zum „nutzlosen“ Subjekt.
Die Frage in wie weit ein Student der zwar eingeschrieben ist aber selten Vorlesungen besucht dem Staat auf der Tasche liegt wird hier nicht angesprochen. Es wird schlicht behauptet er täte dies.
Dümmste Polemik ist das, sorry.
Ein Langzeitstudent bekommt weder Bafög noch Arbeitslosengeld oder -hilfe und auch bei der Sozialhilfe wird es kritisch. Die meisten von ihnen finanzieren sich ihr Leben a) durch die Eltern (wenn die das machen dann sei es den Kindern doch gegönnt) oder b) durch Jobs (die meisten machen dies so).
Da ich selber Dozent an einer Uni bin kann ich sagen, dass Studenten die nicht oder nur selten zu Übungen und Vorlesungen erscheinen auch wenig Arbeit machen. Sie besetzen kein Plätze in Labors oder Hörsälen. Die paar Kröten Ermäßigung die sie durch ihren Studentenstatus an Einspaarungen z.B. beim Schwimmbadbesuch, erhalten sind doch der Rede nicht wert!

Es gibt imho keine Rechtfertigung dafür das Studium zu
subventionieren.

Gut ausgebildete Akademiker sind Deutschlands wesentliche, wenn nicht einzige, Zukunftspolice. Wie in alles in der Welt kommst Du auf den Gedanken, dass Hochschulbildung nicht subventioniert werden darf?
It’s the science, stupid!

Diejenigen die von Akademikern profitieren,
sollen auch dafür zahlen. Unternehmen sollten in Lehrstühle
investieren, der Staat in z.B. Verwaltungsakademien, etc. pp.

Sag mal, hast Du schon einmal ein naturwissenschaftliches oder technisches Institut von innen gesehen? (Ich tippe mal darauf, dass Du irgendwo BWL studiert hast, richtig?).
Die Wirtschaft zahlt bereits den Grossteil der wissenschaftlichen Mitarbeiter. Und am Gängelband der Industrie zu hängen ist ganz schön scheisse. Meine Promotion mache ich zusammen mit der BASF. Die sagen wo’s langeht und ich darf messen. Klasse. Wenn es überall so wäre, dann könntest Du wahre Innovationen backen hier in Deutschland. Industrie zahlt i.d.R. keine Grundlagenforschung.

Weg von der Subvention, hin zur Investition. Dann kann auch
Druck auf die lehrenden gemacht und die Qualität der Lehre
erhöht werden. Dann bildet sich die in Deutschland dringend
benötigte Elite ganz von selbst.

Ich lade Dich hiermit herzlich an mein Institut nach Stuttgart ein. Und das meine ich vollkommen ernst. Du wirst dort einen Professor vorfinden, der im Büro auf einem Klappbett schläft, weil es sich nachts nicht mehr lohnt nach Hause zu fahren und 25 wissenschaftliche Angestellte die 50 - 60h die Woche arbeiten. Du kannst dann gerne auch die Evaluierung der Lehrveranstaltungen durch die Studierenden einsehen. Und wenn Du denkst das sei eine Ausnahme dann fahren wir noch zu meinem alten Arbeitskreis an die TU Clausthal.
Ich will gar nicht bestreiten, dass es durchaus Professoren gibt die ihren Stuhl räumen sollten oder dass es an manchen Fakultäten an der Lehre hapert. Aber alles in allem sind die Deutschen Hochschulen weitaus besser als ihr Ruf! Warum findet denn so gut wie jeder deutsche Absolvent eine Stelle im Ausland wenn er das möchte?

Der Staat sollte für die Grundversorgung bei der
Kinderbetreuung, Kindergärten, Grund-, Haupt-, Realschulen und
Gymnasien sorgen. Aus dem Rest darf er sich gerne raushalten.

Und Du glaubst, dass dann Fächer die keinen direkten wirtschaftlich verwertbaren Nutzen mehr haben von der Industrie mit durchgefüttert werden, oder was? Oder sollten Deiner Meinung nach Fächer die eh nur kosten und die Arbeitslosen von morgen produzieren ganz abgeschafft werden? Keine Germanisten und Philosophen mehr, keine Altphilologen und Ägyptologen! Smarte BWLer braucht das Land!

Gruss,
Tom

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Nicht ganz…
Hallo,

Meiner Erfahrung nach (und die ist noch recht frisch) gibt es genügend Studenten, die keinen Bock mehr auf Studium haben oder ihre Zeit bequem abchillen und sich die Kröten zum Leben mit Gelegenheitsjobs verdienen. Die liegen dem Staat dabei vermutlich nicht besonders auf der Tasche, da hast Du recht.
Aber sie bewohnen jahrelang die besten Studentenwohnungen, während Neuanfänger auf Matratzenlagern campieren müssen (Marburg). Und sie tauchen dann zu irgendwelchen Klausuren auf, die dann natürlich korrigiert werden müssen und in Listen gepflegt usw. Und weil ein Prof dann keinen Bock mehr hat, ständig 250 Wiederholer vor sich her zu schieben, bekommen sie irgendwann so eine leichte KLausur vorgesetzt, dass sie schliesslich mit ihrem richtig geschriebenen NAmen den SChein bekommen.
Ich hab solche KLausuren korrigiert - es war zum heulen. So kann es auch nicht sein. Denn das Notendumping zieht den Wert des Studienabschlusses und das Ansehen der Hochschule an sich sehr im Mitleidenschaft.

Vampy

hallo,

…also ich habe mich eingetragen. Ich habe bisher 20 std / woche gearbeitet, um mir das Wohnen in Frankfurt leisten zu können. Und für wen? Für die Uni. Zu 8 Euro und 2 cent die Stunde (Brutto!). An der FH sind die Sätze sogar noch schlechter.
Ich konnte inzwischen auf 10 Std/Woche reduzieren - mein älterer Bruder beendet sein Studium, dadurch haben meine Eltern etwas „Luft“ bekommen, sodass sie mir mehr zahlen können. Wenn ich jetzt auch noch Studiengebühren bezahlen müsste, würde es echt verdammt eng werden (ich habe noch einen Bruder, der studiert). Achja: das Geld von meinen Eltern ist nicht geschenkt. Da sie selbständig sein, geben sie uns quasi ihre Rente, die wir ihnen dann später natürlich zurückzahlen.

Ich werde mein Studium nicht in der Regelstudienzeit schaffen. Weil ich nämlich bisher soviel gearbeitet habe und die Frechheit besitze, drei Fächer zu studieren statt nur zwei.

Von den Studenten, die ich kenne (und ich kenne verdammt viele), ist kein einziger darunter, der die Uni nur für Vergünstigungen nützt, oder der sich nicht anstrengt oder den anderen Vorurteilen entspricht, die hier so gnadenlos abgekaut werden, dass mir echt schlecht wird.

Grüße von einer Geisteswissenschaftlerin (aber diese Fächer sollten ja eh abgeschafft werden, da nicht rentabel),

Mirjam

Ps: Die Rechnung geht übrigens auch anders: die Studenten bezahlen ihr Studium zum grössten Teil selbst, gerechnet an dem, was die Studenten nämlich NICHT verdienen, dadurch, dass sie studieren, statt zu arbeiten.

Hi Vampy

Und weil ein Prof dann keinen Bock mehr hat,
ständig 250 Wiederholer vor sich her zu schieben, bekommen sie
irgendwann so eine leichte KLausur vorgesetzt, dass sie
schliesslich mit ihrem richtig geschriebenen NAmen den SChein
bekommen.
Ich hab solche KLausuren korrigiert - es war zum heulen. So
kann es auch nicht sein. Denn das Notendumping zieht den Wert
des Studienabschlusses und das Ansehen der Hochschule an sich
sehr im Mitleidenschaft.

Du hast natürlich im Prinzip recht. Ich sage ja auch überhaupt nicht, dass es an den deutschen
Hochschulen keinen Verbesserungsbedarf gäbe. Da gibt es genug zu tun.
Aber Studiengebühren sind das falsche Mittel. Letztlich werden hier Haushaltslöcher gestopft,
nichts anderes.
Übrigens, was die Wiederholer angeht: Bei uns fliegen die raus, wenn sie das zweite Mal nicht
bestehen. Härtefallregelung mit dritter Nachprüfung kann man sich im gesamten Studium auch nur
2x leisten, danach ist schicht.
Und das „abchillen“ der Studenten. Hey, das gehört ja wohl dazu. Studieren bedeutet auch
erwachsen zu werden. Nach ein oder zwei Semestern, wenn noch keine Klausuren bestanden
wurden, werden die meisten sich ihren Studien etwas ernsthafter zuwenden. Die anderen fliegen
raus. So einfach ist das.

Gruss
Tom

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Hallo Mirjam,

Manche Studenten müssen arbeiten, um ihr Studium zu finanzieren. Ich mag das mal glauben, obwohl ich noch keinen solchen Studenten kennen gelernt habe. Meist liegt der Geldbedarf einfach daran, dass man sich einen gewissen Lebensstandard ermöglichen möchte.
Für die Arbeitszeit geht Freizeit und etwas Studienzeit drauf. Ganz normal. Damit dauert das Studium länger. Auch normal. Aber wieviel länger darf es denn dauern? 20%? 30%? Bei den bisher eingeführten Studiengebühren sind etwa 40% mehr an Studienzeit frei, als die Regelstudienzeit dauert. DAs ist - finde ich - eine sehr großzügige Regelung.
Ich bin auch gegen eine Studiengebühr ab dem ersten Semester. Aber diese Regelung, wie es sie im Moment gibt, kann ich größtenteils unterstützen.
Auch wenn ich ein anderes Modell bevorzugen würde: Jedes Studium kostet einen gewissen Semesterbetrag, der nicht eingefordert wird, sondern als zinsfreies Darlehen gewährt wird. Wird der Abschluss in Regelstudienzeit + 2-3 Semester erreicht, entfällt der Betrag komplett. Überzählige Semester müssen bezahlt werden. Genauso muss ein Studienabbruch nach mehr als 2 Semestern bezahlt werden. Damit entlastet man solche Fälle wie Dich mit drei Fächern und Studenten, die zwei Studiengänge abschließen.

Vampy

Ps: Die Rechnung geht übrigens auch anders: die Studenten
bezahlen ihr Studium zum grössten Teil selbst, gerechnet an
dem, was die Studenten nämlich NICHT verdienen, dadurch, dass
sie studieren, statt zu arbeiten.

Naja, durch ihr höheres Gehalt holen sie das meistens wieder rein. Und selbst wenn nicht ganz, dann hat man seine schöne Studienzeit mit einem ziemlich geringen Beitrag bezahlt.

Hi Vampy,

Manche Studenten müssen arbeiten, um ihr Studium zu
finanzieren. Ich mag das mal glauben, obwohl ich noch keinen
solchen Studenten kennen gelernt habe.

Das finde ich allerdings seltsam. Wer nicht bei seinen Eltern wohnt, muss meistens für seine Wohnung/Zimmer arbeiten (die - absolut desolaten - Studentenwohnheime sind gnadenlos ausgebucht). Die meisten Studenten wohnen allerdings bei ihren Eltern (dies geht bei mir nicht, da es bis zur Uni fast drei Stunden Fahrt sind).

Meist liegt der
Geldbedarf einfach daran, dass man sich einen gewissen
Lebensstandard ermöglichen möchte.

Ich glaube regelmäßige Mahlzeiten, Kleidung, ein Dach über dem Kopf und vielleicht hin und wieder mal ein Besuch im Kino bedeuten keinen besonders gehobenen Lebensstandard.

Für die Arbeitszeit geht Freizeit und etwas Studienzeit drauf.

„Etwas“ Studienzeit? Bei 20 Stunden? Wie stellst Du Dir das denn vor? (wenn man dazu 20 Stunden in Seminaren verbringen sollte)
Wie meinst Du das mit der Freizeit? Soll ich bis 22.00 Uhr arbeiten? (hab ich übrigens auch schon gemacht).

Ganz normal. Damit dauert das Studium länger. Auch normal.

Richtig.

Aber wieviel länger darf es denn dauern? 20%? 30%?

Das kommt natürlich darauf an. Wenn ich davon ausgehen kann, dass ich in jedem Seminar a) einen Sitzplatz habe (ich musste schon häufig auf dem Boden sitzen, manchmal sogar vor dem Raum, auf dem Flur
b) auf jeden Fall meinen Schein machen kann (und nicht 30 Leute von 150 ausgelost werden, welche dann die Hausarbeit schreiben dürfen, weil der Dozent keine Zeit hat, 150 Hausarbeiten Korrektur zu lesen) und
c) keinen Dozenten vor mir habe, dessen erklärtes Ziel es ist 80% der Studierenden zum Studium hinausekeln zu wollen; oder aber, der aufgrund seiner psychischen Instabilität regelmäßige Wut- und Hetzanfälle bekommt, in denen er Studenten auf der persönlichen Ebene angreift; oder aber anfängt, Studentinnen und Hilfskräfte anzubaggern und nachts anzurufen (solche Dinge veranlassen mich doch, die Veranstaltung zu canceln, denn - man mag es kaum glauben - ich möchte nicht nur den Schein, ich will auch etwas lernen ).
d) Nicht durch die ganze Stadt fahren muss, um von einer Veranstaltung in die nächste zu kommen,
e) nicht in einem der baufälligen Fahrstühle steckenbleibe
f) meine Zwischenprüfung nicht verlegt wird, weil die Professoren sosehr damit beschäftigt sind, anderswo Gelder einzuwerben, weil sie vom Land zuwenig bekommen, dass sie ständig ihre Sprechstunden verschieben –
Unter diesen Gegebenheiten, da stimme ich Dir soweit zu, kann man (vorausgesetzt, man wird nicht dazwischen schwanger, oder muss einen Angehörigen pflegen, oder hat physische oder psychische Probleme o.ä.) - mit vielleicht 30%-iger Verspätung sein Studium beenden. Mit zwei Fächern.

Bei den
bisher eingeführten Studiengebühren sind etwa 40% mehr an
Studienzeit frei, als die Regelstudienzeit dauert. DAs ist -
finde ich - eine sehr großzügige Regelung.

Wenn man davon absieht, dass Punkte a-f hier in Frankfurt gängige Praxis sind. Außerdem studiere ich drei Fächer (=Doppelstudium). Dafür bekomme ich aber nicht mehr Studienguthaben, sondern muss mit dem Studienguthaben von einem Studiengang für beide Studiengänge zurechtkommen. Im Gegenteil: ich darf mir sogar meine Arbeitszeit nicht als Teilstudium anrechnen lassen, denn: jemand, der ein Doppelstudium macht, hat - so die Argumentation - überhaupt keine Zeit, zu arbeiten (auch wenn er es muss). Vielen Dank. Und wenn ich einen Studiengang beendet habe, dann gilt der andere als Zweitstudium. Und dafür darf ich dann erst recht blechen.

Außerdem geht das Geld der sogenannten „Langzeitstudenten“ nicht an die Uni, um dort die Zustände zu verbessern (das könnte ich ja noch befürworten) sondern nein, es geht an die Landesregierung, damit diese ihre Haushaltslöcher stopfen kann. Tatsächlich wurden der Universität letztes Jahr sogar noch 30Millionen Euro an Haushalt gestrichen. Und dafür, dass der Preis des Kaffees in der Mensa bald schon fast Restaurant-Niveau erreicht, darf ich jetzt auch noch 50 Euro im Semester bezahlen - nämlich für die Kosten, welche dadurch entstehen, dass man Briefe mit Rechnungen an die Studenten schicken muss, damit diese ihre Gebühren bezahlen.

Naja, durch ihr höheres Gehalt holen sie das meistens wieder
rein. Und selbst wenn nicht ganz, dann hat man seine schöne
Studienzeit mit einem ziemlich geringen Beitrag bezahlt.

Studieren lohnt sich nicht. Das gleich vorneweg. Denn: den imaginären „Verlust“ kann man nie wieder wettmachen, es sei denn, man wird in der Wirtschaft Manager o.ä. Dies werden aber nur die wenigsten Studenten. Ich jedenfalls sicher nicht! Mein Traum ist es, in die Forschung zu gehen, aber wenn ich mir meine Dozentin ansehe, die zwar habilitiert ist, (davor auch ein absolut lächerliches Gehalt bekommen hat), momentan keine Stelle hat, weil ständig gekürzt und gestrichen wird, darüber hinaus noch nicht mal Arbeitslosengeld beziehen darf, weil sie die Frechheit besessen hat, ihre Antrittsvorlesung zu halten (bei der die Habilitation überreicht wird) („Sie sind nicht arbeitslos, sie arbeiten ja!“) und mit zwei Kindern auf keinen grünen Zweig kommt - da überlege ich mir das dann vielleicht doch noch mal.
Außerdem: was ist schön daran an der Studienzeit (abgesehen davon, dass man etwas macht, was einem gefällt, und man jung ist) - wenn man nur Geld für Spaghetti mit Tomatensoße hat, nicht nur studieren, sondern auch arbeiten muss (und meistens sind das keine sehr tollen jobs) - und sich gleichzeitig Sorgen darum machen muss, ob man überhaupt zu Ende studieren kann?

Gottseidank unterstützen mich meine Eltern (ich kenne andere Fälle).

Gruß,

Mirjam

chill out (off topic)
Hallo Tom,

Und das „abchillen“ der Studenten. Hey, das gehört ja wohl
dazu. Studieren bedeutet auch
erwachsen zu werden.

Ja, das lockere Studentenleben! Ist aber schon ein bisschen
unfair, wenn man von Berufsanfaengern mit Hauptschul- und
Realschulabschluss erwartet, dass sie mit 16 oder so erwachsen
sind.
Nur mal zum Nachdenken ueber die Privilegien von Studenten.

Gruesse, Elke

Hallo Mirjam,

Wie es scheint, gibt es ganz große Unterschiede zwischen Unis und Geistes- und Naturwissenschaften…

Die meisten Studenten wohnen allerdings bei ihren
Eltern (dies geht bei mir nicht, da es bis zur Uni fast drei
Stunden Fahrt sind).

Kenne ungefähr 2% Studenten, die zuhause wohnen. Alle anderen wohnen auswärts. Ich wohnte auch auswärts. Übrigens irgendwie immer im Studentenwohnheim. Vielleicht bin ich einfach ein Glückpilz :smile: Um die Studienbedingungen hab ich mich vor der Studienplatzentscheidung gekümmert.

Ich glaube regelmäßige Mahlzeiten, Kleidung, ein Dach über dem
Kopf und vielleicht hin und wieder mal ein Besuch im Kino
bedeuten keinen besonders gehobenen Lebensstandard.

Normalerweise wird doch ein monatlicher Bedarf ausgerechnet, der bei etwa 500€ liegt - bei auswärtiger Unterbringung. Nach meinem Auslandssemester habe ich mir die Mühe gemacht - weil mein Konto total leer war - meine Kosten zusammenzurechnen. Incl. Miete und Auto waren das 8 Monate lang jeweils zwischen 600 und 700 DM. Das Auto ist Luxus.
Mir sind auch genug Studenten bekannt, die von ihren Eltern nicht ganz das bekommen, was das BAFöG-Amt ihnen anrechnet. Aber auch mit den geringeren Beihilfen usw. kommen die aller, allermeisten auf >400€. Und das sollte reichen.

„Etwas“ Studienzeit? Bei 20 Stunden? Wie stellst Du Dir das
denn vor? (wenn man dazu 20 Stunden in Seminaren verbringen
sollte)
Wie meinst Du das mit der Freizeit? Soll ich bis 22.00 Uhr
arbeiten? (hab ich übrigens auch schon gemacht).

Dann hast Du eine 40 Stunden-Woche plus Heimarbeit (Übungszettel & lernen). Ich kann Dir mal meine Stundenpläne zeigen, die sollte ich noch irgendwo haben. 8-10 Uhr VL, 10-18 Uhr Praktikum (4 Tage/ Woche) 1 Tag mit 3-4 VL mit etwa 5 Stunden. Zieh beim Praktikum etwas ab für Mittagspausen und früher heimgehen - sagen wir 1.5 Stunden pro Tag, dann waren das 39 Stunden. Plus Heimarbeit (Übungszettel & lernen). Ich sehe keinen großen Unterschied.
In Marburg hab ichs dann etwas anders kennengelernt (Informatik). Da sinds nur wenig Vorlesungen (ca. 20 Stunden), dafür dauern die Übungszettel bis zu 8 Stunden. Bei 3 Übungszetteln pro Woche kommen wir etwa aufs gleiche Ergebnis.

Das kommt natürlich darauf an. Wenn ich davon ausgehen kann,
dass ich in jedem Seminar a) einen Sitzplatz habe (ich musste
schon häufig auf dem Boden sitzen, manchmal sogar vor
dem Raum, auf dem Flur

Hm. Dafür kann der Student natürlich wenig. Das ist Sache der Uni, nicht mehr Studenten zuzulassen, als Kapazitäten da sind. Hier sollte dringend etwas getan werden.

b) auf jeden Fall meinen Schein machen kann (und nicht 30
Leute von 150 ausgelost werden, welche dann die Hausarbeit
schreiben dürfen, weil der Dozent keine Zeit hat, 150
Hausarbeiten Korrektur zu lesen) und

Klar :smile: Folge der vielen Studenten. (Und natürlich fehlenden Dozentenstellen).

c) keinen Dozenten vor mir habe, dessen erklärtes Ziel es ist
80% der Studierenden zum Studium hinausekeln zu wollen;

Muss er doch?!? 1. ist es überfüllt und 2. braucht der Arbeitsmarkt so viele gar nicht. Selektion ist nicht verkehrt - wenn es nicht nach Quote sondern Leistung geht!

d) Nicht durch die ganze Stadt fahren muss, um von einer
Veranstaltung in die nächste zu kommen,

Hmm…ich mochte schon immer Campusunis…Die Fahrerei mit den Bussen in Marburg hat ne Menge Zeit gekostet.

e) nicht in einem der baufälligen Fahrstühle steckenbleibe

*g*

f) meine Zwischenprüfung nicht verlegt wird, weil die
Professoren sosehr damit beschäftigt sind, anderswo Gelder
einzuwerben, weil sie vom Land zuwenig bekommen, dass sie
ständig ihre Sprechstunden verschieben –

Unflexibel. Unsere haben die Termine beständig vergessen. „Was, sie haben jetzt Prüfung? Oh. Wo bekomme ich jetzt einen Beisitzer her?“ (Greift sich irgendjemanden vom Gang) „Sie kommen mal mit und schreiben das Protokoll!“

man (vorausgesetzt, man wird nicht dazwischen schwanger, oder
muss einen Angehörigen pflegen, oder hat physische oder
psychische Probleme o.ä.) - mit vielleicht 30%-iger Verspätung
sein Studium beenden. Mit zwei Fächern.

Das ist sicherlich was für die Härtefallregelung…

Wenn man davon absieht, dass Punkte a-f hier in Frankfurt
gängige Praxis sind. Außerdem studiere ich drei Fächer
(=Doppelstudium). Dafür bekomme ich aber nicht mehr
Studienguthaben, sondern muss mit dem Studienguthaben von
einem Studiengang für beide Studiengänge zurechtkommen. Im
Gegenteil: ich darf mir sogar meine Arbeitszeit nicht als
Teilstudium anrechnen lassen, denn: jemand, der ein
Doppelstudium macht, hat - so die Argumentation - überhaupt
keine Zeit, zu arbeiten (auch wenn er es muss). Vielen Dank.
Und wenn ich einen Studiengang beendet habe, dann gilt der
andere als Zweitstudium. Und dafür darf ich dann erst recht
blechen.

Ja. Völlig richtig. Daher schlage ich auch die andere Gebührenlösung vor. Arbeitszeit als Teilstudium anrechnen? Hoffentlich nur studienverwandte Tätigkeiten?

Außerdem geht das Geld der sogenannten „Langzeitstudenten“
nicht an die Uni, um dort die Zustände zu verbessern (das
könnte ich ja noch befürworten) sondern nein, es geht an die
Landesregierung, damit diese ihre Haushaltslöcher stopfen
kann.

Leider. So finde ich das auch nicht gut. Aber unter dem Decknamen soziale Marktwirtschaft wird leider einfach Geld von Einnahmequellen in Löcher gepumpt :frowning:

Studieren lohnt sich nicht. Das gleich vorneweg. Denn: den
imaginären „Verlust“ kann man nie wieder wettmachen, es sei
denn, man wird in der Wirtschaft Manager o.ä. Dies werden aber
nur die wenigsten Studenten.

Für 35000€, die man als Pharmareferent bequem bekommt, muss sich ein Automechaniker, ein Tischler oder Bäcker ganz schon lang machen. Und für den Job muss man nicht lange suchen!

Traum ist es, in die Forschung zu gehen, aber wenn ich mir
meine Dozentin ansehe, die zwar habilitiert ist, (davor auch
ein absolut lächerliches Gehalt bekommen hat)

BAT II a ist da üblich und an sich so furchtbar schlecht. Während der Promotion zwar nur ne halbe Stelle, aber auch das ist doppelt soviel, wie ich oben als Grundbedarf angegeben habe.

Außerdem: was ist schön daran an der Studienzeit (abgesehen
davon, dass man etwas macht, was einem gefällt, und man jung
ist) - wenn man nur Geld für Spaghetti mit Tomatensoße hat,
nicht nur studieren, sondern auch arbeiten muss (und meistens
sind das keine sehr tollen jobs) - und sich gleichzeitig
Sorgen darum machen muss, ob man überhaupt zu Ende studieren
kann?

Die vielen Freiheiten, die im Elternhaus nicht da waren, die vielen Kontakte (so viele wird man nie wieder knüpfen können). Die Möglichkeit, sein Leben nach eigenem Ermessen zu gestalten und sein Ziel hier und bei neuen Erfahrungen immer etwas anzupassen. Toll.

Nicht unterkriegen lassen!

Vampy

Hallo Elke!

Ja, das lockere Studentenleben! Ist aber schon ein bisschen
unfair, wenn man von Berufsanfaengern mit Hauptschul- und
Realschulabschluss erwartet, dass sie mit 16 oder so erwachsen
sind.
Nur mal zum Nachdenken ueber die Privilegien von Studenten.

Also grundsätzlich mal folgendes: Wer feiern will soll feiern und wer nicht feiern will soll nicht
feiern! :smile:)))
Das Bild der Studis in der Öffentlichkeit ist, so glaube ich, etwas verschoben. Ich selber und auch
viele meiner Freunde mussten ganz schön strampeln um das Examen zu schaffen. Während des
Semesters Vorlesungen, Übungen, Praktika, teilweise Hausarbeiten. Daneben noch 10 - 20h die
Woche jobben. In den Semesterferien dann lernen, lernen, lernen für die Prüfungen und ausserdem
weitere Praktika. Alles in allem hatte ich nie, während des gesamten Studiums nicht, eine 40h
Woche. Und finanziell bin ich male eben so über die Runden gekommen. Nicht viele Realschüler
die mit 17 eine Stelle antraten wohnen mit Mitte 20 noch in 12qm!
Natürlich wird bei den Studenten auch viel gefeiert, schließlich sind an den Unis hunderte
Gleichaltriger auf einem Haufen. Das ist aber an den Berufsschulen auch nicht anders, und
gesoffen wird da auch.
Es gibt also, denke ich, keinen so grossen Unterschied zwischen Studis und Azubis und wirklich
priviligiert, was die Freizeit angeht, kann man Studenten auch nur dann nennen, wenn Ihnen ein
betuchtes Elternhaus finanziell den Rücken freihält und das jobben erspart.

Viele Grüsse
Tom

Hi Vampy,

Wie es scheint, gibt es ganz große Unterschiede zwischen Unis
und Geistes- und Naturwissenschaften…

Ich glaube, darauf müssen wir uns hier einigen. Das, was Du hier schreibst, trifft auf mich und meine Kommilitonen überhaupt nicht zu.

Normalerweise wird doch ein monatlicher Bedarf ausgerechnet,
der bei etwa 500€ liegt - bei auswärtiger Unterbringung.
Nach meinem Auslandssemester habe ich mir die Mühe gemacht -
weil mein Konto total leer war - meine Kosten
zusammenzurechnen. Incl. Miete und Auto waren das 8 Monate
lang jeweils zwischen 600 und 700 DM. Das Auto ist Luxus.

Stimmt, ich habe kein Auto (auch keinen Führerschein). Bin also auch absolut auf das sog. „Semesterticket“ angewiesen, um das immer wieder neu gekämpft werden muss.
Wie meinst Du 500 Euro - inkl. Miete? Wo hast Du nochmal studiert? Ich wohne nicht gerade luxuriös (habe eine sehr, sehr günstige Wohnung - für Frankfurter Verhältnisse - trotzdem ist sie winzig, und trotzdem blieben mir von den 500 Euro nach Abzug der Miete, Nebenkosten, Heizung und Krankenversicherung glatt mal 50 Euro im Monat übrig).

Mir sind auch genug Studenten bekannt, die von ihren Eltern
nicht ganz das bekommen, was das BAFöG-Amt ihnen anrechnet.
Aber auch mit den geringeren Beihilfen usw. kommen die aller,
allermeisten auf >400€. Und das sollte reichen.

Es hängt vermutlich vom Wohnort ab. Hier kommt keiner mit weniger als 400 Euro durch (exklusive Wohnen).

Dann hast Du eine 40 Stunden-Woche plus Heimarbeit
(Übungszettel & lernen).

Auch hier gibt es einen deutlichen Unterschied zu den Geisteswissenschaften. Da wird nämlich von Dir erwartet (zu Recht), dass Du daheim nicht einfach nur „lernst“, sondern Dich auf andere Art mit der Materie beschäftigst. Für ein Referat habe ich letzte Woche ca. 30 Stunden mittelalterliche Quellentexte übersetzt. Für ein Referat davor habe ich drei Wochen lang (Weihnachten!) nicht nur eine 300-seitige Habilitationsschrift gelesen, sondern ca. 20 Aufsätze zum Thema. Bei den Fächern, die ich studiere, ist es nicht einfach damit getan, die Notizen zu den Veranstaltungen durchzupauken und vielleicht noch ein oder zwei Bücher anzuschauen.
(Darüber hinaus muss ich noch Sprachen lernen.)

dann waren
das 39 Stunden. Plus Heimarbeit (Übungszettel & lernen). Ich
sehe keinen großen Unterschied.

Ich schon (s.o.)

In Marburg hab ichs dann etwas anders kennengelernt
(Informatik). Da sinds nur wenig Vorlesungen (ca. 20 Stunden),
dafür dauern die Übungszettel bis zu 8 Stunden. Bei 3
Übungszetteln pro Woche kommen wir etwa aufs gleiche Ergebnis.

Vorgedruckte Übungszettel gibt es bei uns nicht. Wir müssen uns selbst mit der Materie beschäftigen, uns die verschiedenen Forschungsdiskussionen aneignen, uns dazu selbst eine Meinung bilden (die Literatur dazu suchen wir uns natürlich selbst). Das Schreiben ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil. Ein „Schein“ wird nicht einfach in einer Prüfung erworben, sondern besteht aus einem Referat (Vorarbeit dazu siehe oben) und einer Hausarbeit (20 - 30 Seiten; dazu braucht man min. 3 Wochen - und zwar 3 Wochen, in denen man nichts anderes macht) - mit etwas Glück zum gleichen Thema wie zum Referat, dann kennt man sich schon ein wenig damit aus, muss sich dazu aber noch weiter beschäftigen.

c) keinen Dozenten vor mir habe, dessen erklärtes Ziel es ist
80% der Studierenden zum Studium hinausekeln zu wollen;

Muss er doch?!?

Muss er nicht.

  1. ist es überfüllt und 2. braucht der
    Arbeitsmarkt so viele gar nicht. Selektion ist nicht verkehrt
  • wenn es nicht nach Quote sondern Leistung geht!

Ich habe kein Problem damit, wenn Leute zu den Seminaren hinausfliegen, die nicht geeignet sind. Darum geht es jedoch nicht. Es geht darum, dass die Professorin die Studenten als überflüssiges Übel ansieht, dessen sie sich schnellstmöglich entledigen will, damit sie ihre Bücher schreiben kann.
Die Argumentation mit dem „Arbeitsmarkt“ kannst Du bei den Geisteswissenschaften sowieso nicht ins Feld führen. Dann könnten wir nämlich gleich die Geisteswissenschaften abschaffen.
Überfüllt ist alles, weil zuwenig Stellen da sind und die Uni schlecht organisiert ist.

Unflexibel. Unsere haben die Termine beständig vergessen.
„Was, sie haben jetzt Prüfung? Oh. Wo bekomme ich jetzt einen
Beisitzer her?“ (Greift sich irgendjemanden vom Gang) „Sie
kommen mal mit und schreiben das Protokoll!“

So läuft das bei uns nicht, und mit unflexibel hat das nichts zu tun. Denn man muss sich ja bereits einige Wochen vorher anmelden. Dann wird die Zwischenprüfung verschoben auf einige Wochen danach. Und dann noch einmal. Egal, ob es dem Studenten passt oder nicht. Wir hatten auch schon den Fall, dass jemand die Uni wechseln wollte, die Zwischenprüfung davor brauchte (wegen Anerkennung an der neuen Uni) und der Termin dann irgendwann schon im neuen Semester lag, wo er gar nicht mehr da war… - jetzt sag mir nicht, dass die Rennerei nicht Zeit kostet.

Arbeitszeit als Teilstudium anrechnen?
Hoffentlich nur studienverwandte Tätigkeiten?

Ich arbeite als studentische Hilfskraft beim Lehrstuhl einer Professorin (natürlich in dem Fach, das ich studiere). Aber nicht jeder hat das Glück und kann es sich leisten, so schlecht bezahlt zu werden. Die müssen dann in einem Call Center oder an der Messe arbeiten. Auch das sollte man sich anrechnen lassen dürfen - denn die meisten würden lieber näher am Studium arbeiten, können es sich aber schlichtweg nicht leisten, weil diese Jobs entweder gar nicht oder nur sehr schlecht bezahlt sind.

Für 35000€, die man als Pharmareferent bequem bekommt,
muss sich ein Automechaniker, ein Tischler oder Bäcker ganz
schon lang machen. Und für den Job muss man nicht lange
suchen!

*rofl*
Ich weise wieder auf den Unterschied zu den Geisteswissenschaften hin.

BAT II a ist da üblich und an sich so furchtbar schlecht.
Während der Promotion zwar nur ne halbe Stelle, aber auch das
ist doppelt soviel, wie ich oben als Grundbedarf angegeben
habe.

Nur, wenn man zwei Wohnsitze unterhalten muss und dauernd pendeln muss (was durchaus nicht unüblich ist), weil die Familie nicht dauernd umgezogen werden kann, ist das nicht besonders viel (eine halbe Stelle). Eine Teilzeitstelle abzulehnen, die in der Vertretung eines Profs für eine einzige VL besteht (die übrigens in Deutschland mit 50 Euro pro Semester, nicht pro Veranstaltung, bezahlt wird), kann man sich aber nicht leisten, wenn man frisch „auf dem Markt“ ist.

Die vielen Freiheiten, die im Elternhaus nicht da waren,

Die hat man doch auch, wenn man arbeitet.

die
vielen Kontakte (so viele wird man nie wieder knüpfen können).

Gut, darin hast Du recht.

Die Möglichkeit, sein Leben nach eigenem Ermessen zu gestalten

Bis jetzt kann ich das einigermaßen. Weil meine Eltern bis zu einem gewissen PUnkt für mich einspringen. Andere haben da nicht soviel Glück…

Nicht unterkriegen lassen!

Danke.

Gruß,

Mirjam

Studiengebuehren: JA! Aber, differenziert.

3 THESEN:

1.) BafoeG und Studiengebuehren-Pruefung aus Kosten und Synergiegruenden zusammenlegen! Diejenigen, welche nicht genug Knete haben, erhalten Bafoeg und Studiengebuehren werden erlassen. Dabei sind Leute die heute nur ganz knapp kein BafoeG erhalten, aber Studiengebuehren nicht mehr schultern koennten, mit 0 StuGeb. zu belasten und das kann dann gestaffelt steigen, bis 100% zu zahlenden StuGeb.

2.) StuGeb muessen an die Unis fliessen, das wird Wunder wirken, um die Profs und die Verwaltung zu „aktivieren“. Der Geldanreiz hat noch nie in der Geschichte der Menschheit seine Wirkung verfehlt.

3.) Auslaendische Studenten (nicht-EU) haben grundsaetzlich StuGeb zu zahlen und nur, wenn sie sich mit Spitzenleistungen bewerben, koennen sie die Gebuehen erlassen bekommen. Das ist ein Signal an ausl. Studenten, dass das dt. Studium gut ist, denn wenn etwas gratis ist, kann es ja nicht gut sein, und alles rennt nach USA/UK, wo es 30000$!!! pro Jahr kostet, aber nicht viel besser ist, als in der BRD (US Spitzenunis und PhD Programme ausgenommen). Die TopBewerber aus dem Ausland koennen dann sogar Stipendien fuer die Lebenshaltung in der BRD erhalten, die von den weniger begabten aber finanzstarken ausl. Studenten finanziert sind. Dadurch wuerden wir die besten Studenten aus armen Laendern anlocken koennen, ganz so wie die USA es schon seit JAHRZEHNTEN VORMACHEN und die besten Koepfe aus der ganzen Welt einsammeln!!!

Allgemein zur Deutschen Situation (alle Gesellschaftsbereiche):
Ich wueschte die Deutschen wuerden akzeptieren, dass nicht alle so hoch-zivilisiert und SOZIAL denken, wie wir. GELD, bzw. materielle Befriedigung, ist das, was Alle antreibt. Uns Deutsche natuerlich auch, aber wir haben daneben auch eine stark ausgepraegte soziale Ader. Daher sind die obigen Vorschlaege, m.E., fuer das dt. Uni-System optimal. Bloss blockieren wir uns selbst, mit unserer hochentwickelten Diskussionskultur, endlich zu Handeln. Wir reden nur, Handeln aber nicht, bis das letzte Stueck Unklarheit, durch Konsens geloest wurde. Wer ein bisschen was von Umweltdynamik versteht, wird erkennen, dass dieses Sicherheitsdenken sub-optimale Ergebnisse erzeugt, da nicht alle zukuenftigen Eventualitaeten im Voraus beachtet werden koennen. Stattdessen, sollte man, neben einer gruendliche Vorbetrachtung auch ein agiles und flexibles System haben, dass auf auftretende Fehler schnell mit HANDELN und nicht mit Endlos-Diskussionen reagiert. Wir sind so DUMM und naiv - diesbezueglich! Da besteht noch viel Verbesserungspotential in der dt. Mentalitaet, die zwar humanistisch sehr fortgeschritten ist, aber die Widrigkeiten der Praxis ignoriert, als wuerde es sie nicht geben.